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Die CVP-Bundesratskandidaten Peter Hegglin, Staenderat-ZG, Elisabeth Schneider-Schneiter, Nationalraetin-BL, Claude Longchamp, Moderator, Heidi Z'Graggen, Regierungsraetin-UR und Viola Amherd, Nationalraetin-VS, von links, anlaesslich einem Podium, am Mittwoch, 31. Oktober 2018, in Bern. (KEYSTONE/Peter Schneider)

Auftritt im noblen Ambiente: Peter Hegglin, Elisabeth Schneider-Schneiter, Moderator Claude Longchamp, Heidi Z'graggen und Viola Amherd (von links). Bild: KEYSTONE

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Der CVP-Bundesrats-Talk war beste Werbung für ein Frauenticket

Vier CVP-Politiker bewerben sich für die Nachfolge von Bundesrätin Doris Leuthard. Am Mittwoch präsentierten sie sich dem Parteivolk in Bern. Der einzige Mann fiel dabei klar ab.



Viola Amherd, Peter Hegglin, Elisabeth Schneider-Schneiter, Heidi Z'graggen: Eine Person aus dieser Vierergruppe wird in knapp fünf Wochen jubeln dürfen. Dann steht fest, wer den einzigen CVP-Sitz im Bundesrat von Doris Leuthard übernehmen wird. Die Lust auf Machtspiele mit einer «wilden» Kandidatur etwa von Parteichef Gerhard Pfister dürfte im Parlament gering sein.

Am Mittwoch präsentierten sich die vier Kandidierenden zum ersten und einzigen Mal vor der Wahl gemeinsam in den noblen Hallen des Hotels Bellevue in Bern. Der «Talk im Bellevue» war Parteimitgliedern und Medienleuten vorbehalten, wurde aber auf Facebook live übertragen. Für Spannung war gesorgt, denn im Gegensatz zur FDP gibt es bei der CVP keinen klaren Favoriten.

Beliebt und volksnah – Doris Leuthards Amtszeit im Überblick

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Video: srf

Viel geändert hat sich daran nicht. «Keine der vier Kandidaturen geht durch die Decke», meinte der Politikberater Mark Balsiger in einer Blitzanalyse am Ende des von Claude Longchamp ziemlich geschwätzig moderierten Podiums. Und doch gab es eine aufschlussreiche Erkenntnis: Die Frauen waren nicht nur zahlenmässig im Vorteil.

Die als Favoritin gehandelte Nationalrätin Viola Amherd trat erstmals seit ihrer Nierenstein-Operation vor die Medien. Die 56-Jährige hatte einen soliden, aber nicht überwältigenden Auftritt. Sie gilt als Vertreterin des linken Flügels, was sich am ehesten manifestierte, als sie ein höheres Frauenrentenalter mit der Lohngleichheit verknüpfte. Sonst hielt sich die Walliserin inhaltlich zurück, dafür überzeugte sie mit einem guten Französisch und passablem Italienisch.

Der Zuger Ständerat Peter Hegglin tat in Auftritt und Inhalt kaum etwas, um seinen Ruf als blasse Figur zu widerlegen. Einzig beim Finanzausgleich wagte der 57-jährige ehemalige Finanzdirektor des wichtigen Geberkantons leise Kritik. Die Tatsache hingegen, dass Hegglin als Vertreter des neben Genf wohl internationalsten Kantons der Schweiz keinen geraden Satz auf Englisch herausbringt, war nicht bundesrats-, sondern fremdschämwürdig.

Zweifel an ihrer Bundesratstauglichkeit werden auch bei Nationalrätin Elisabeth Schneider-Schneiter immer wieder laut. Die Baselbieterin kompensierte sie mit einem beherzten Auftritt, bei dem sie vor allem ihre Erfahrung als Aussenpolitikerin ausspielte. Negativ fiel sie höchstens auf, weil sie sich um eine Antwort auf Französisch herumdrückte. Der Sprachkurs, den die 54-Jährige letztes Jahr in Südfrankreich absolviert hat, scheint wenig bewirkt zu haben.

Der Talk in voller Länge:

Die Urner Regierungsrätin Heidi Z'graggen ist die «Aussenseiterin» im Kandidatenquartett. Sie ist in Bundesbern wenig bekannt. Ihre Performance war durchzogen. Die 52-Jährige wirkte engagiert und machte beim Thema Lohngleichheit einen Schwenker nach links. Dafür erinnerten ihre Aussagen zum Rahmenabkommen mit der EU an den SVP-Jargon («Schauen Sie an Pfingsten auf die Autobahn in Uri: Wer fährt denn da durch? Das sind nicht die Schweizer!»).

watson hat allen vier Kandidierenden im Anschluss die gleiche Frage gestellt:

«Was wollen Sie als Mitglied des Bundesrats gegen die zunehmende Polarisierung und den Reformstau in der Schweiz unternehmen?»

Hier die Antworten:

Viola Amherd:

«Ich habe als Stadtpräsidentin von Brig gelernt, dass man keine Lösungen findet, wenn man nur extreme Positionen vertritt. Man muss aufeinander hören und miteinander arbeiten. Ich würde dies sehr gerne in den Bundesrat einbringen.»

Peter Hegglin:

«Ich habe mich beim Nationalen Finanzausgleich als Zuger für den Kompromiss der Kantone stark gemacht. Diesen trage ich jetzt auch als Ständerat mit. Es gefällt mir, in schwierigen Situation mit unterschiedlichen Parteien tragfähige Lösungen zu finden.»

Elisabeth Schneider-Schneiter:

«Ich bin eine ausgesprochene Brückenbauerin und arbeite sehr lösungsorientiert. Ich kann mir vorstellen, dass ich diese Brückenbauerfunktion zwischen den Polen im Bundesrat übernehmen könnte. Das würde ich sehr gerne machen, und es würde mir auch liegen.»

Heidi Z'graggen:

«Die Polarisierung in der Schweiz ist eine Tatsache, aber es muss uns gelingen, wieder gemeinsam nach vorne zu schauen und Lösungen anzustreben. Der Bundesrat muss aktiv vorangehen. Er muss Lösungen aufzeigen, die von allen Parteien getragen werden können. Es liegt am Bundesrat, dies vorzuleben und mehrheitsfähige Pakete zu schnüren. Ich denke, er macht dies heute schon gut.»

Und das Fazit?

Die CVP-Frauen wollen ein reines Frauenticket für die Leuthard-Nachfolge. Der «Talk im Bellevue» war dafür beste Werbung, denn Peter Hegglin konnte sich nicht aufdrängen. Viola Amherd dürfte als Vizefraktionschefin und «Kopf» der Nationalratsdelegation gesetzt sein. Ansonsten ist alles offen. Dynamik und Seilschaften spielen eine wichtige Rolle, deshalb darf man auch Hegglin keinesfalls abschreiben. In zwei Wochen entscheidet die Bundeshausfraktion.

Wer folgt auf Bundesrätin Doris Leuthard?

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Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
11Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Nestroy Lodoño de Salazar y Matroño 01.11.2018 18:14
    Highlight Highlight Eine Bundesrätin verdient rund 500000 Franken im Jahr. Für so viel Geld sollte man erwarten können, dass sie Führungs-, Sach- und Sozialkompetenz hat. Und dass sie Englisch und Französisch auf Niveau C1 spricht und sich auch in Italienisch verständigen kann. Von Primarlehrerinnen verlangt man, dass sie Englisch und Französisch nicht nur beherrschen, sondern auch unterrichten und das für 6 Mal weniger Lohn. Ziemlich peinlich die Kandidatinnen der CVP. Allerdings liegen sie im Trend, denn die meisten Bundesratskandidaten sind nur ausgebildet. Die Bildung fehlt.
  • inmi 01.11.2018 16:45
    Highlight Highlight Können wir jetzt wieder mal über politische Ansichten und Fähigkeiten reden? Statt den 10. Artikel darüber, wieviele der CVP Kandidaten einen Penis haben?
  • SteWe 01.11.2018 16:16
    Highlight Highlight Wow, die Damen können Englisch und zum Teil sogar Französisch, krass!
  • Leowind Pilz 01.11.2018 14:54
    Highlight Highlight Die CVP verdient keinen BR-Sitz mehr.
    • Macto 01.11.2018 15:28
      Highlight Highlight Welche Partei soll dann einen bekommen? Die CVP ist nunmal viertgrösste Partei. Und einer anderen Partei einen dritten Sitz zu geben entspricht nicht deren Wählernanteil und auch nicht der politische Kultur in der Schweiz.
  • haegipesche 01.11.2018 13:29
    Highlight Highlight Ein Lehrstück wie die Frauenquote nicht eingesetzt werden sollte. Come on, da gibts sicher bessere Kandidaten/innen, unabhängig vom Geschlecht.
  • LeChef 01.11.2018 12:29
    Highlight Highlight Hegglin wäre Schneider-Ammann 2.0. Bitte nicht.
    • Einstein56 01.11.2018 19:57
      Highlight Highlight Schneider-Ammann spricht aber Englisch...
  • MacB 01.11.2018 11:41
    Highlight Highlight Wir brauchen fähige Persönlichkeiten, nicht Männlein oder Weiblein. Dass es hier aber gute "Weiblein" hat: super...etwas mehr dürfte es nämlich schon im BR haben, damit diese leidge Thematik schnell verschwindet.
    • Lew Bronstein 01.11.2018 14:10
      Highlight Highlight Weshalb sprichst Du von Männlein und Weiblein und weshalb setzt Du Weiblein in Anführungs- und Schlusszeichen?
    • teha drey 01.11.2018 14:54
      Highlight Highlight @Lew Bronstein: Weil Du dann wahrscheinlich geschrieben hättest: "Und warum setzt Du das despektierliche Wort Weiblein nicht wenigstens in Anführungszeichen" - Come on. Das ist soooo kindisch.

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