DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Der Stein des Anstosses: Das aktuelle Titelbild des «Tagblatt».<br data-editable="remove">
Der Stein des Anstosses: Das aktuelle Titelbild des «Tagblatt».
Bild: watson

«Ich könnte kotzen» – Moderator Stefan Büsser nervt sich lautstark über das Zürcher «Tagblatt»

Auf der neusten Ausgabe des «Tagblatt der Stadt Zürich» prangt das Konterfei von Moderator und Comedian Stefan Büsser. «Büssi redet über seine Krankheit», steht da in grossen Buchstaben. Doch der Betroffene hat sich seinen Auftritt ganz anders vorgestellt – und lässt auf Facebook seinen Ärger raus. 
20.07.2016, 14:42

Das «Tagblatt» setzte mit seinem aktuellen Titelbild auf Promi und Drama. Der Moderator Stefan Büsser prangt darauf mit ernstem Hundeblick, in der Überschrift macht sein Spitzname das Ganze noch etwas persönlicher: «Büssi redet über seine Krankheit». Und die Bildlegende erklärt dramatisch: «Der Moderator Stefan Büsser leidet an der unheilbaren Krankheit Cystische Fibrose», die seine Lunge zerstört.

So hatte sich Büsser das nicht vorgestellt. Er hatte sich für die Story bereit erklärt, um auf das wichtige Thema der Organspende aufmerksam zu machen, die Patienten der Krankheit retten kann. Büsser leidet seit seiner Geburt daran.

In einem Facebook-Post, der bereits fast 7000 mal geliked und 1200 mal geteilt wurde, verschafft er sich Luft: 

«Ich könnte kotzen. Ich gebe mein Persönlichstes preis, um auf eine wichtige Sache, die Organspende, aufmerksam zu machen. Die öffentlich mitfinanzierte Zeitung missbraucht es, um eine reisserische Titelstory zu machen.»
Moderator Stefan Büsser auf Facebook

Büsser fühlt sich betrogen. Offenbar hat der Moderator die Redaktion im Vorfeld darauf hingewiesen, dass er kein Interview geben wolle, «in dem ich dann halb tot geschrieben werde wegen meiner Krankheit». Im Vorfeld abgesegnet habe er eine komplett andere Version, sagt Büsser und postet ein Bild in die Facebook-Kommentarspalte:

Was Büsser absegnete:

Titel: 

Bild: facebook/stefan büsser

Was das «Tagblatt» brachte:

Bild: facebook/stefan büsser

In seinem Post fordert Büsser weder eine Entschuldigung, noch eine Gegendarstellung. Er fordert das «Tagblatt» auf, einen Beitrag in der Höhe ihres Ermessens an eine gemeinnützige Organisation zu spenden. 

Offenbar konnten sich «Tagblatt»-Chef Andy Fischer und Stefan Büsser inzwischen gütlich einigen. «Wir werden uns zusammen setzen, um auszuarbeiten, wie man das Thema Organspende im ‹Tagblatt› bald wieder thematisieren kann», sagt Büsser gegenüber watson. Von einer Spende sieht das «Tagblatt» offenbar ab. Büsser aktualisierte seinen Facebook-Post dementsprechend. 

Er ist trotzdem zufrieden: «Medienaufmerksamkeit ist für das Thema Organspende viel wichtiger, als kleine Spenden», sagt Büsser. «Alleine mit meinem Facebook-Post habe ich in rund zwei Stunden eine Viertelmillion Menschen erreicht. Mein Ziel habe ich also trotzdem erreicht.» 

«Tagblatt»-Chef Andy Fischer war für eine Stellungnahme nicht zu erreichen. 

Hast du eine Organspende-Karte?

Hier gibt's weitere Infos.

(rar)

Hol dir jetzt die beste News-App der Schweiz!

  • watson: 4,5 von 5 Sternchen im App-Store ☺
  • Tages-Anzeiger: 3,5 von 5 Sternchen
  • Blick: 3 von 5 Sternchen
  • 20 Minuten: 3 von 5 Sternchen

Du willst nur das Beste? Voilà:

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Analyse

RTL und ProSieben greifen mit neuem Kurs ARD und ZDF an

Die Verwunderung war gross, als RTL mitten während der laufenden «DSDS»-Staffel das Aus von Dieter Bohlen beim Sender verkündete. Sowohl in der Castingshow als auch bei «Das Supertalent» wird er künftig nicht mehr in der Jury sitzen. Doch die Entscheidung gegen den knallharten Juror stellte sich nach und nach als Teil eines kompletten Kurswechsels des Senders heraus. Man wolle in der Zukunft familienfreundlicher werden, heisst es von den Verantwortlichen.

Dazu passt auch RTL-Neuzugang Hape …

Artikel lesen
Link zum Artikel