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epa06864135 (FILE) Juventus' Gonzalo Higuain (L) and Real Madrid's Cristiano Ronaldo (R) react during the UEFA Champions League quarter final, second leg soccer match between Real Madrid and Juventus at Santiago Bernabeu stadium in Madrid, Spain, 11 April 2018 (reissued on 04 July 2018). According to reports on 04 July 2018 Juventus are in advanced talks to sign Cristiano Ronaldo.  EPA/KIKO HUESCA

Geht Gonzalo Higuain, wenn Ronaldo zu Juventus kommt? Kommt er überhaupt? Fragen über Fragen ... Bild: EPA/EFE

Wechselt Cristiano Ronaldo tatsächlich zu Juventus Turin? Das spricht dafür, das dagegen

München oder Turin? Hauptsache Italien! Cristiano Ronaldo soll in München den Medizincheck für seinen Wechsel zu Juventus Turin absolviert haben. Unentwegt brodelt die Gerüchteküche. Ein Überblick über Spekulationen, Halbwahrheiten und spärliche Fakten.



Der Wechsel von Superstar Cristiano Ronaldo zu Juventus Turin soll so gut wie feststehen. Der italienische Meister will offenbar bis zu 350 Millionen Euro in einen Transfer von Weltfussballer Cristiano Ronaldo investieren. Real Madrid soll bereit sein, ihn gehen zu lassen.

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Auf Social Media kursieren bereits Bild-Montagen von Ronaldo im Juve-Trikot. bild: twitter

Noch ist nichts konkret: Es gibt viele selbsternannte «Insider» und «Experten», die Halbwahrheiten und Gerüchte verbreiten, und wenig bis gar keine Fakten. Wir haben die einzelnen Statements geordnet und Pros und Contras für einen Ronaldo-Wechsel zu Juve gesammelt.

Jedes Jahr die gleiche Leier

Gerüchte über einen Ronaldo-Wechsel gehören einfach zum Sommer dazu. In den letzten Jahren gab es immer wieder Spekulationen, der Portugiese könnte Real verlassen. Mal war Manchester United im Gespräch, mal war es Paris Saint-Germain.

Pro und Contra:

So konkret wie jetzt beim möglichen Transfer zu Juventus Turin waren die Gerüchte in den vergangenen Jahren nie. Die spanischen Sportzeitungen «Marca» und «AS» berichten so intensiv, dass an den Gerüchten fast zwangsläufig etwas dran sein muss.

Normalerweise befeuert ausserdem Ronaldo-Manager Jorge Mendes jedes Gerücht, dieses Mal gibt er kein Statement ab.

Kaum war Spanien bei der WM ausgeschieden, überschlugen sich die Sensations-Schlagzeilen um den Ronaldo-Transfer in der «während der Sommerpause nur so vor Einfallsreichtum strotzenden iberischen Sportpresse» (Sport1). Kein Schelm, wer Böses denkt.

Bislang lösten sich die Spekulationen um einen Ronaldo-Wechsel jeden Sommer in Schall und Rauch auf. CR7 blieb bei Real Madrid und hatte nichts dagegen, dass er mal wieder die Schlagzeilen beherrschte.

Der Medizincheck

Der ehemalige Juve-Manager Luciano Moggi sagt in einem Interview mit dem TV-Sender «7 Gold»: «Ich habe mit wichtigen Menschen gesprochen und Cristiano Ronaldo war schon beim Medizincheck für Juventus in München. Er hat bereits einen Vertrag beim italienischen Meister unterschrieben», so der 80-Jährige.

Pro und Contra:

Moggi gilt als einer der grössten Fussball-Kenner Italiens. 40 Jahre lange war er Manager – bei der AS Roma, Lazio, Napoli und Juventus. Wieso sollte Moggi Falschinformationen verbreiten? Nur um sich wichtig zu machen?

Moggi war 2006 in den italienischen Manipulationsskandal verwickelt. Sein Ruf hat seither stark gelitten – als Kolumnist und TV-Experte ist er für knackige Sprüche bekannt.

Jeder Schritt von Ronaldo wird von Fans und Journalisten normalerweise beobachtet. Wieso gibt es keine Bilder von ihm, wie er in München ankommt?

A photo dated 26 October 2005 showing general manager of Italian Serie A soccer team Juventus FC Luciano Moggi in Turin. The scandal rocking the Italian soccer world on Thursday, 11 May 2006, felled Juventus General Manager Luciano Moggi and the rest of the board of Turin team, which is set to clinch its 29th scudetto on Sunday. Moggi, 68, one of the most powerful figures on the Italian soccer scene, is at the centre of judicial and sporting probes into his business interests as well as suspected illicit relations with a referee-appointer.  A brief statement released after a short meeting said only that the board had

Ex-Juve-Präsident Luciano Moggi hat Öl ins brodelnde Ronaldo-Gerüchte-Feuer gegossen. Bild: EPA

Die Ablösesumme

Ronaldos Vertrag mit Real Madrid läuft noch bis 2021, die festgeschriebene Ablösesumme lag bei einer Milliarde Euro. Real hatte zuletzt aber erklärt, dass diese auf 120 Millionen Euro herabgesetzt wurde. Der gewöhnlich sehr gut informierte spanische TV-Journalist Josep Pedrerol sagt: «Real Madrid wird ein 100-Millionen-Euro-Angebot von Juventus Turin akzeptieren. Die Stunden von Cristiano in Madrid sind gezählt.» Ein offizielles Angebot soll gemäss verschiedenen Medien aber noch nicht vorliegen.

Pro und Contra:

Zufall oder nicht? Juventus Turin hat für die neue Saison seine Ticketpreise um bis zu 30 Prozent angehoben. Juve könnte die Ablösesumme aber auch sonst stemmen, vor allem wenn man – wie gemunkelt wird – Gonzalo Higuain für 60 Millionen Euro (an Chelsea?) verkaufen würde.

Mittels Einnahmen aus Trikot-Verkäufen und sonstigen Marketing-Massnahmen könnte Juve einen Grossteil der Ablösesumme wieder einnehmen.

Real hat Ronaldo 2009 für 96 Millionen Euro gekauft und könnte ihn nun neun Jahre später mit Gewinn verkaufen. Reisende soll man nicht aufhalten – schon gar nicht, wenn es in der eigenen Kasse stimmt.

Juventus Turin ist nicht bekannt für Monster-Transfers. Über 40 Millionen Euro gab der italienische Serienmeister seit 2002 nur für Gonzalo Higuain (90 Millionen) aus. Diesen Transfer konnte sich Juve leisten, weil gleichzeitig Paul Pogba für 105 Millionen an Manchester United verkauft wurde.

Warum sollte Real Madrid Ronaldo ziehen lassen, ohne einen adäquaten Ersatz im Auge zu haben? Gerüchte um Kylian Mbappé und Neymar gibt es zwar immer wieder, konkret scheint aber nichts.

Reals neuer Trainer Julen Lopetegui würde dem Vernehmen nach lieber mit Ronaldo zusammenarbeiten, als Neymar zu verpflichten. Lopetegui wird von Carlos Bucero beraten, einem engen Vertrauten von Mendes.

epa06400553 Paris Saint Germain's Neymar Jr (L) and Paris Saint Germain's Kylian Mbappe (R) in action during the French Ligue 1 soccer match between Paris Saint Germain (PSG) and SM Caen at the Parc des Princes stadium in Paris, France, 20 December 2017.  EPA/CHRISTOPHE PETIT TESSON

Da staunen sie selbst: Neymar und/oder Kylian Mbappé könnten Ronaldo bei Real ersetzen. Bild: EPA

Das Gehalt

Juve-Boss und Fiat-Eigner Andrea Agnelli soll Ronaldo angeblich bereits eine Gehaltsofferte unterbreitet haben. Demnach könnte der Portugiese im Piemont 30 Millionen Euro pro Jahr verdienen – netto. Das wären sieben Millionen mehr, als der Weltfussballer derzeit in Madrid bekommt.

Pro und Contra:

Ronaldo stösst angeblich schon lange sauer auf, dass Lionel Messi bei Barcelona und Neymar bei PSG deutlich mehr verdienen als er selbst. 

Juventus Turin hat nach Jahren der Funkstille plötzlich wieder Kontakt zu Ronaldo-Berater Jorge Mendes aufgenommen – Mendes hat vor zwei Wochen bereits den Transfer von João Cancelo von Valencia nach Turin vermittelt.

Ronaldos Lohn würde das Gehaltsgefüge bei Juve völlig aus dem Gleichgewicht bringen. Die Topverdiener der Mannschaft (Dybala, Higuain) kassieren alle deutlich weniger als 10 Millionen Euro pro Jahr.

Die Trikots schon bedruckt?

Neue Herausforderung

Ronaldo hat mit Real Madrid alles gewonnen, was es zu gewinnen gibt – zuletzt dreimal in Folge die Champions League. Doch er fühlt sich zu wenig geliebt. «Mein Kopf kann nicht mehr. Ich fühle mich ungeschützt. Wenn ich einen Monat nicht treffe, pfeifen mich die Zuschauer in Bernabéu aus, und der Verein fängt an, über meinen Nachfolger und Transfers zu reden», hat Ronaldo gemäss «Marca» zuletzt gesagt. Die Zeitung glaubt ausserdem zu wissen, dass sich Ronaldo bereits nach einem Haus in Turin umschaut.

Pro und Contra:

Ronaldo will geliebt werden, in Madrid fehlt ihm die Anerkennung. Das hat er immer wieder betont. Imponiert hat CR7 dagegen die Standing Ovation der Turiner Fans, die er im Champions-League-Achtelfinal für sein Fallrückzieher-Tor erhalten hat.

Meister in England, Meister in Spanien – es lockt der Titel in der nächsten grossen Liga. Trainer Zidane, auf den Ronaldo stets grosse Stücke hielt, hat Real verlassen.

Ronaldo hat sich in Madrid in neun Jahren bestens eingelebt. Er besitzt eine Villa, wo er es sich mit Partnerin Georgina Rodriguez und den vier Kindern gut eingerichtet hat. Ein Umzug würde auch Stress bedeuten.

Bei Real weiss Ronaldo, was er hat. Er ist der unbestrittene Star der Mannschaft. Jeder weiss, wie er tickt. Konflikte gibt es kaum mehr. Bei Juve müsste die Hackordnung durch seine Ankunft neu ausgefochten werden. Will er sich das in seinem Alter noch einmal antun?

epa06852965 Cristiano Ronaldo of Portugal reacts during the FIFA World Cup 2018 round of 16 soccer match between Uruguay and Portugal in Sochi, Russia, 30 June 2018.

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GOAT-Debatte: Champions-League-Sieger mit drei Vereinen aus drei verschiedenen Ländern, das wäre ganz nach dem Gusto von Cristiano Ronaldo. Bild: EPA

Zum Schluss die Prognose von Lothar Matthäus:

... weil ja jeder seinen Senf dazu geben darf:

«Es ist eine schöne Geschichte für die Zeitungen, es schreibt Schlagzeilen. Aber ich denke, Ronaldo wird nächste Saison bei Real bleiben.»

Wechselt Cristiano Ronaldo zu Juventus Turin?

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Cristiano Ronaldo und sein grosses Herz – die wahrscheinlich schönste (erfundene) Geschichte, die Sie heute lesen werden

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