Gesellschaft & Politik
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Arbeiter des Zivilschutzes pumpen Wasser zurück in den Bielersee, am Mittwoch, 6. Mai 2015, in Nidau. Die Lage in den Hochwassergebieten im Kanton Bern und entlang der Aargauer Fliessgewaesser bleibt kritisch. Teile der Ufer von Bieler- und Thunersee stehen unter Wasser. Im Aargau werden am Mittwochnachmittag weitere Spitzenwerte erwartet. (KEYSTONE/Peter Schneider)

Einsatz im Ernstfall: Bei Hochwasser wird vielfach auch der Zivilschutz aufgeboten. Teils zum Ärger ihrer Arbeitgeber. Bild: KEYSTONE

Wenn der Zivilschutz ruft, drohen Arbeitgeber mit der Kündigung

Ein freiwilliger Feuerwehrmann erhielt letzte Woche von seinem Arbeitgeber die Kündigung, kurz nachdem er übermüdet von einem Einsatz zurückkehrte. Das Beispiel zeigt: Arbeitgeber üben immer mehr Druck aus und sägen damit am Milizsystem. Bemerkbar macht sich dies auch im Zivilschutz und im Zivildienst.



Umgeknickte Bäume, überflutete Strassen, vollgelaufene Keller und Garagen. Die Kraft eines entfesselten Gewitters ist gewaltig. Innerhalb von Minuten kann es Schäden in Millionenhöhe anrichten. So passiert Anfang Juli im Kanton Aargau, als ein starkes Gewitter rund um Zofingen wütete. In diesen Momenten können wir auf die Männer und Frauen der freiwilligen Feuerwehr oder die Mitglieder des Zivilschutzes zählen. Kaum hat das Gewitter sich ausgetobt, räumen sie die Spuren weg, pumpen unsere Keller aus. Ein Feuerwehrmann aus Uerkheim hat dafür mit seinem Job bezahlt.

Nach einem Wochenende voller Einsätze, traf er am Montag übermüdet an seinem Arbeitsplatz ein. Zum Ärger seines Chefs. Einige Tage später entliess er ihn und entfesselte damit ein Sturm der Entrüstung. Der Arbeitgeber bestreitet, dass die Kündigung irgendetwas mit dem Feuerwehreinsatz zu tun hat.

Angesprochen auf den Fall in Uerkheim sagt Urs Bächtold Direktor des Schweizerischen Feuerwehrverbands: «Die Arbeitgeber üben immer mehr Druck auf ihre Mitarbeiter aus, damit sie auf Einsätze in der Feuerwehr verzichten.» Diese Beobachtung macht man nicht nur bei der Feuerwehr, sondern auch beim Zivilschutz.

«Es wird immer schwieriger, dass Arbeitgeber ihre Mitarbeiter freigeben.»

Olivier Andres, stellvertretender Amtsvorsteher des Amts für Bevölkerungsschutz, Sport und Militär Kanton Bern

Olivier Andres, stellvertretender Amtsvorsteher des Amts für Bevölkerungsschutz, Sport und Militär Kanton Bern bestätigt: «Gemäss unseren regionalen Zivilschutzorganisationen wird es immer schwieriger, dass Arbeitgeber ihre Mitarbeiter freigeben.» Die Unternehmen pochen dabei auf immer detaillierteren Begründungen, warum ihr Mitarbeiter unbedingt in den Zivilschutz einrücken muss.

In manchen Fällen würde es sich um CEO's aus dem Ausland handeln, denen das Schweizer Milizsystem unbekannt sei, sagt Walter Müller, Präsident des Schweizerischen Zivilschutzverbandes. «Ihnen muss man dieses zuerst erklären.»

Das Gesetz bietet grundsätzlich kein Raum für Diskussionen. Die Unternehmen sind verpflichtet, ihre Mitarbeiter für Zivilschutzeinsätze freizugeben. Zudem gilt: Wer nicht einrückt, dem droht ein Strafverfahren. Wie aber Arbeitgeber versuchen, trotzdem zu bekommen, was sie wollen, zeigt der folgende Fall. Dieser hat sich wiederum in Uerkheim abgespielt.

«Es gibt immer wieder vereinzelt Fälle, in denen der Arbeitgeber mit Kündigung droht.»

Werner Balmer, Leiter Zivilschutz Kanton Zürich

Nach einem Gewitter anfangs Juli standen 120 Zivilschützer im Einsatz. Unter anderem war eine Lagerhalle knapp anderthalb Meter unter Wasser. Einige Unternehmen ärgerten sich aber, dass sie auf ihre Mitarbeiter verzichten müssen und übten Druck aus. «Wir hatten Kündigungsdrohungen von Unternehmen, die Einsatzkräfte dazu aufforderten, an die Arbeit zurückzukehren und den Einsatz abzubrechen», sagte damals Yvo Laib, Chef vom Führungsorgan Suhrental-Uerkental, gegenüber der Aargauer Zeitung. In einem Fall wurde dem Frieden zuliebe nachgegeben.

«Es gibt immer wieder vereinzelt Fälle, in denen der Arbeitgeber mit Kündigung droht», sagt auch Werner Balmer, Leiter Zivilschutz Kanton Zürich auf Anfrage von watson. Wenn die Vermittlung durch den Kommandanten scheitert und der Einsatz dadurch nicht gefährdet wird, gibt der Zivilschutz auch schon mal nach. «Wir müssen unsere Zivilschützer schützen», sagt Balmer.

Auch die Vollzugsstelle für den Zivildienst (ZIVI) bestätigt, dass man Kenntnis von Kündigungsdrohungen habe. Es seien aber Einzelfälle. Im Gegensatz zum Zivilschutz sind Einsätze im Zivildienst gut planbar, was es erlaube, die berufliche Situation zu berücksichtigen, teilt das ZIVI mit. 

Würden die ausgesprochenen Kündigungsdrohungen in die Tat umgesetzt, würden die Arbeitgeber gegen das Gesetz verstossen. Denn während eines Einsatzes im Zivilschutz, im Zivildienst oder im Militär darf das Arbeitsverhältnis nicht gekündigt werden. Ist der Mitarbeiter mehr als 11 Tage weg, darf er zudem vier Wochen vor und nach dem Einsatz nicht entlassen werden. Und allgemein gilt: Eine Kündigung wegen dem Zivilschutz ist missbräuchlich. In diesen Fällen hat der Entlassene Anspruch auf eine Entschädigung.

Werner Balmer ruft die Beteiligten auf, besser zu kommunizieren. Zum Beispiel solle der Zivilschützer seinem Chef mitteilen, dass er bei Katastrophen, wie Unwetter, kurzfristig in den Zivilschutz beordert werden kann. Vielfach wird dies nicht gemacht. «Und klar hat dann der Chef keine Freude, wenn sein Mitarbeiter plötzlich von der Arbeitsstelle wegrennt.»

«Es gibt auch Arbeitgeber, die sind richtig froh, haben sie Feuerwehrleute oder Zivilschützer in ihrem Betrieb.»

Urs Bächtold, Direktor Schweizerischer Feuerwehrverband

Strengere Töne schlägt der Präsident des Schweizerischen Zivilschutzverbandes an: «Es wäre falsch, die Kündigungsdrohungen jetzt als Einzelfälle zu verbuchen», sagt Müller. Auch bei einem Eisberg sehe man zuerst nur die Spitze. «Wir müssen das Problem ernst nehmen und den Druck ausübenden Arbeitgebern vehement entgegentreten. Ihr Verhalten ist nicht akzeptabel.» Diese seien auch froh, wenn sie im Ernstfall auf den Zivilschutz zählen könnten. «Darum sollen sie sich auch nicht wehren, wenn andere in Not sind. Und ihre Mitarbeiter ohne zu murren in den Zivilschutz einrücken lassen.» 

Eines dürfe nicht vergessen werden, mahnt Bächtold, Direktor des Schweizerischen Feuerwehrverbands: «Es gibt auch Arbeitgeber, die sind richtig froh, haben sie Feuerwehrleute oder Zivilschützer in ihrem Betrieb.» Diese Ansicht teilt der Schweizerische Arbeitgeberverband. «Generell können Arbeitnehmer dank Zusatzausbildungen und speziellen Kenntnissen für bestimmte Aufgaben im Unternehmen besonders prädestiniert sein. Das weiss ein guter Arbeitgeber zu schätzen», schreibt ihr Mediensprecher Fredy Greuter auf Anfrage.

Und der Arbeitgeberverband hält weiter fest: Es sei unwahrscheinlich, dass ein Arbeitgeber alleine wegen eines Zivilschutzeinsatzes mit einer Kündigung drohe. «In einem solchen Fall dürfte es eher der letzte Tropfen sein, der das Fass zum überlaufen bringt.»

Schaff dir KEINEN dieser Praktikanten-Typen an!

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    Alle Leser-Kommentare
  • Töfflifahrer 23.07.2017 23:04
    Highlight Highlight Solche CEO's sollen Verklagt werden und deren Aufenthaltsbewillung entzogen werden.
    Das soll diese Firmen und Chefs richtig teuer kommen. Keine Ausreden, handeln!
  • Kampfhamster 23.07.2017 20:47
    Highlight Highlight Das Problem hatte ich auch schon, als ich noch dienstpflichtig war. 18 Tage hatte ich noch übrig, aber der Chef hatte überhaupt kein Verständnis.

    Wenig erstaunlich war's ein Secondo, der das Milizprinzip so überhaupt nicht verstanden hat.

    Bei meinem jetztigen Arbeitgeber siehts völlig anders aus. Da ist der Chef zwar Deutscher, hat selber aber auch Dienst gemacht und respektiert das Milizsystem.
  • 1and0 23.07.2017 20:03
  • lemon_girl 23.07.2017 13:31
    Highlight Highlight Wenn man seinen Verpflichtungen als Bürger nachkommt, ist das leider nicht mehr so angesehen bei den Firmen wie früher. Im Gegenteil. Sehr schade und unverständlich.
    • Firefly 23.07.2017 20:20
      Highlight Highlight Ja der Kapitalismus will keine Bürger sondern Arbeitstiere.
  • foreva 23.07.2017 13:19
    Highlight Highlight Da frage ich mich noch mehr, wieso nicht Frauen für eine Stellenbesetzung bevorzugt werden, müssen doch diese keinen Dienst leisten und verdienen gemäss Statistik erst noch weniger..
    • Madison Pierce 23.07.2017 15:17
      Highlight Highlight Frauen müssen zwar nicht in den Dienst, fehlen aber unter Umständen wegen Mutterschaft längere Zeit.
    • seventhinkingsteps 23.07.2017 15:47
      Highlight Highlight Weil Frauen statistisch gesehen auch relativ oft fehlen. Sie beziehen zum Beispiel mehr Krankheitstage im Schnitt und machen weniger Überstunden als Männer. Dann halt noch das Risiko als Arbeitgeber, dass eine Mitarbeiterin schwanger wird und bezahlten Mutterschaftsurlaub bezieht. Beim WK und Zivi bekommt der Arbeitgeber ja den Lohn vom Staat kompensiert.

      Nicht, dass ich es befürworte deswegen zu diskriminieren, im Gegenteil. Aber es ist eine Erklärung.
    • Olifant 23.07.2017 21:20
      Highlight Highlight Die Lohnfortzahlung während des Mutterschaftsurlaubs wird auch über die EO finanziert.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Ursus ZH 23.07.2017 12:55
    Highlight Highlight Ist zwar schon lange her, aber ich musste für einen 3-tägigen Kurs in den ZS einrücken, obwohl ich für die Firma an eine internationale Fachmesse sollte. Schriftliche Gesuche von mir und dem Arbeitgeber wurden abgeschmettert. Kein Wunder haben Firmen keine Freude am ZS. Aber eine Kündigung wegen Übermüdung eines Einsatzes wie beschrieben ist völlig daneben. Kanns fast nicht glauben.
    • stan1993 23.07.2017 18:57
      Highlight Highlight Früh genug kommunizierem, dann kann man in einer anderen woche gehen
    • DerTaran 23.07.2017 19:20
      Highlight Highlight Ich wollte meine WK wegen der Geburt meines Sohnes verschieben. Ich hatte das 6 Monate vorher angekündigt, hat aber keinen interessiert, ich musste einrücken.
  • StefanZaugg 23.07.2017 12:30
    Highlight Highlight Das ist eine Folge der Internationalisierung des Arbeitsmarkts. Bei vielen Firmen ist man als männlicher Schweizer, der Dienst zu leisten hat oder will (egal ob Zivilschutz, -dienst, Armee oder Feuerwehr) eine aussterbende Minderheit. Da die wenigstens Kadermitglieder einer Firma auch zu dieser Minderheit angehören, verschwindet das Verständnis für das Milizsystem und dessen Wichtigkeit für das Erfolgsmodell Schweiz, wovon ebendiese Firma auch profitiert.
    • Firefly 23.07.2017 20:25
      Highlight Highlight Ja und zu allem Übel gibts noch Steuererleichterungen für solche Firmen.
    • Töfflifahrer 24.07.2017 07:48
      Highlight Highlight Das ist genau diesen Firmen egal, da kommt es nur auf den kurzfristigen Gewinn (und Boni) an. Wenn dann das Umfeld für die nicht mehr stimmt, sind die dann schnell wieder weg und hinterlassen verbranntes Land.
    • StefanZaugg 24.07.2017 20:19
      Highlight Highlight Eventuell könnte man da sogar ansetzen und gewisse Steuererleichterung für Firmen gewähren, deren Mitarbeiter sich so für die Gemeinschaft engagieren; sozusagen als teilweise Vergütung für Absenzen.
  • Butschina 23.07.2017 12:15
    Highlight Highlight Aber wenn es brennt, überschwemmt oder Chemikalien auslaufen sind sie dankbar für die Feuerwehr und Zivis. Doppelmoral.
    • Phrosch 23.07.2017 20:14
      Highlight Highlight Man könnte den Chefs nochmals die Sachlage erklären und ihnen vorschlagen, sie mit ihrer Firma auf eine schwarze Liste zu setzen, wenn sie die Mitarbeiter nicht für Einsätze freistellen. Bei Firmen auf der schwarzen Liste würde dann nur mit Verzögerung oder gar nicht ein Einsatz geleistet. Aber nein, geht nicht, damit würde man sich auf deren Niveau hinunterlassen..
    • Töfflifahrer 24.07.2017 07:54
      Highlight Highlight @phrosch , das nützt leider nichts, da die dann die Schäden zusätzlich noch von der Steuer abziehen können und so ihren persönlichen Gewinn sichern.
      Diese Firmen müssen es spüren, das geht nur über die Bilanz, das heisst für die muss es richtig teuer werden.
      Wenn die dann die Schweiz verlassen, immer noch besser als unser Miliz System zerstören.
      Unsere Politiker sollen endlich wieder m Interesse der Schweiz handeln und für unsere Betriebe gute Rahmenbedingungen schaffen, nicht nur für Ausländische.
  • Olf 23.07.2017 12:12
    Highlight Highlight Ich bin sowieso beim Kanton angestellt, da ist es nicht schlimm wenn mal jemand fehlt der in den Zivilschutz muss oder auch z.B. zuhause seine Hecke schneiden will.
    • Töfflifahrer 24.07.2017 15:43
      Highlight Highlight Wenigstens ehrlich 👍
  • fritteli 23.07.2017 12:05
    Highlight Highlight "... und entfesselte damit ein Sturm der Entrüstung" und "Das Gesetz bietet grundsätzlich kein Raum für Diskussionen". Finde den (Fall)-Fehler!
  • ma vaff... 23.07.2017 12:02
    Highlight Highlight Also ich hatte aufgrund meiner Zivilschutzeinsätze noch nie Probleme mit meinen Arbeitgebern.
    Einfach beim Vorstellungsgespräch klar kommunizieren.
    Dass es tatsächlich Firmen gibt, welche mit Kündigung drohen ist heftig. Das wäre für mich ein Kündigungsgrund. Für solche Arbeitgeber würde ich definitiv nicht arbeiten wollen.
    Als Zivilschutzkommandant sollte man solche Firmen öffentlich "anprangern" dürfen.
    • Töfflifahrer 24.07.2017 07:56
      Highlight Highlight Gleicher Meinung und es muss für die finanziell auch richtig spürbar werden. Z.B. Über hohe Bussen, die nicht von der Steuer absetzbar sind, sowie persönliche Bussen der CEOs und Verwaltungsräte.
  • Wasmeinschdenndu? 23.07.2017 11:57
    Highlight Highlight Müssen ja miese Firmen sein, die jemandem kündigen weil er ein zwei Tage fehlt. 😒
    • seventhinkingsteps 23.07.2017 15:48
      Highlight Highlight Leider die Realität. Interessant auch ,dass die selbe Partei, die für die Dienstplficht einsteht auch solche Rechte der Arbeitgeber verteidigt.
  • Taurus 23.07.2017 11:56
    Highlight Highlight Dass der Zivilschutz bei den Arbeitgebern nicht gerade den besten Ruf hat, kann ich sehr gut nachvollziehen. Ich selber muss jedes Jahr 6 Tage einrücken. Der Einsatz wird als Wiederholungskurs getarnt, besteht aber daraus bei einer Firma mitzuhelfen. Wenn man dann mal ein Gesuch schreibt, weil es mal aus beruflichen Gründen nicht möglich ist eine ganze Woche weg zu sein, ist der Zivilschutz sehr stur und droht gleich mit rechtlichen Konsequenzen.

    Trotzdem kann es natürlich nicht sein, dass bei einer Notsituation der Arbeitgeber mit Kündigung droht.
  • Pitsch Matter 23.07.2017 11:46
    Highlight Highlight Heutzutage ist das in der Wirtschaft in den meisten Branchen völlig zum Alltag geworden. Bist du krank, erste Frage vom Chef: Kannst du nicht trotzdem kommen? Gibst du den Marschbefehl dem Chef, erste Reaktion: Kannst du nicht verschieben? Einige Wochen vor deinen Ferien: Kannst du deine Ferien verschieben? Es wird mit absolutem Minimalbestand an Mitarbeitern gearbeitet. Es würde mich nicht wundern, wenn man bald anfang Jahr einen Zettel bekommt, wann wer Ferien beziehen muss, ohne Rücksicht auf Wünsche. Die Angst der meisten Arbeitnehmern ist leider zu gross um sich zu wehren....
    • FrancoL 23.07.2017 12:40
      Highlight Highlight Ja da stellt sich nur die Frage; Wieso kann ein solches Verhalten bei den Arbeitgebern an den Tag gelegt werden? Was läuft da schief?
    • Pitsch Matter 23.07.2017 13:58
      Highlight Highlight Meiner Ansicht nach: Gewinnmaximierung. Früher hatten wir Patrons, die Stolz auf die Belegschaft waren. Heute haben wir Verwaltungsräte die irgendeinen Hochschulabsolventen als CEO nehmen, bei denen geht es nur um zahlen, Belegschaft ist nur ein Kostenfaktor.
    • SemperFi 23.07.2017 15:12
      Highlight Highlight @Fabio Kunger: vgl. OR 329c Abs. 2: „Der Arbeitgeber bestimmt den Zeitpunkt der Ferien und nimmt dabei auf die Wünsche des Arbeitnehmers soweit Rücksicht, als dies mit den Interessen des Betriebes oder Haushaltes vereinbar ist.“
      Also ist schön, wenn wir Ferienwünsche anbringen können, aber nicht vorgeschrieben. Anders ist es mit der Erfüllung von gesetzlichen Pflichten wie Armee, Zivilschutz oder Feuerwehr. Da gibt es für den Arbeitgeber keinen Anspruch auf Verschiebung.
    Weitere Antworten anzeigen
  • miarkei 23.07.2017 11:06
    Highlight Highlight Also ich finde es jetzt schon ein wenig lächerlich, dass ein Arbeitgeber mit der Kündigung droht, wegen des Zivilschutzeinsatzes. Wenn der MA krank wäre, wäre er auch nicht am Arbeitsplatz und man müsste auf ihn verzicht, aber man würde niemanden entlassen...
    • metall 23.07.2017 12:09
      Highlight Highlight Wenn du zwei Monate Krank bleibst bist du weg vom Fenster. Deinen Mitarbeiter und der Firma ist es fast egal warum du nicht am Arbeitsplatz bist, denn jemand anderen muss deine Arbeit machen. Je nach Anstellung geht das nicht mit Zivildienst, oder nur mit Flexibilität der Institutionen
    • Thinkdeeper 23.07.2017 18:29
      Highlight Highlight Dem ist nicht so. Wer länger krank ist kann und wird entlassen. Davor fürchten sich insbesondere Ältere Arbeitnehmer und gehen krank zur Arbeit oder verheimlichen Krankheiten.
      Die Kündigung ist gültig, selbst wenn Sie zur Unzeit ausgesprochen wird, und kann nur um die geseztliche Sperrfrist hinausgeschoben werden.
      Besonders bitter wird es, wenn die Krankentaggeld Versicherung die Ansicht vertritt in einer anderen (schlechter) bezahlten Tätigkeit wäre der Kranke 100% Arbeitsfähig und nur noch 3 Monate "gewährt". Total legale Aushölung und das was ausgesaugten Mobbingopfer passiert.
    • miarkei 23.07.2017 22:57
      Highlight Highlight Es geht ja auch in meinem Kommentar um Sondereinsätze, nicht 2 Monate weg sein. Hätte ich vielleicht spezifieren sollen.
  • walsi 23.07.2017 11:01
    Highlight Highlight Mal ganz ehrlich, wer will für einen Arbeitgeber arbeiten der Leute entlässt weil sie sich für die Gemeinschaft aufopfern? Wenn ich wüsste, dass mein Arbeitgeber so denkt würde ich mich nach einer neuen Stelle umschauen.
    • Pitsch Matter 23.07.2017 11:31
      Highlight Highlight Es hat nicht jeder die gleichen Möglichkeiten wie du...
    • seventhinkingsteps 23.07.2017 15:50
      Highlight Highlight Sich den Sklaventreiber auswählen zu können ist nicht gerade die Definition von Freiheit
    • Thinkdeeper 23.07.2017 18:31
      Highlight Highlight Wenn Du es wüsstes. Meist erfährst Du dies erst im nachhinein und selbst staateigene Betriebe handeln so.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Gustav.s 23.07.2017 10:53
    Highlight Highlight Name der Firmen die mit Entlassung drohen? Eventuell könnte man die boykottieren.
    • walsi 23.07.2017 11:48
      Highlight Highlight Ein Boykott würde bedeuten, dass die anderen Angestellte ihre Stelle dann auch verlieren! Dazu kommt noch, dass die Entlassung auf den ersten Blick so aussieht, dass der Mitarbeiter wegen eines Einsatz entlassen wurde. Es könnte aber sein, dass dieser schon lange auf der Abschussliste stand und die Entlassung einfach zufällig mit dem Einsatz zusammenfällt auf Ende Monat.
    • Gustav.s 23.07.2017 12:25
      Highlight Highlight Geld ist solchen Chefs am wichtigsten, die würden einlenken.
      Und wenn nicht, müsste man sich fragen ob diese Firma mit solch einer Leitung nicht besser verschwindet. Wo wollt ihr die Grenze ziehen was noch erlaubt sein soll, totale aufgabe aller Rechte, 20std Tage, wo?
  • mrmikech 23.07.2017 10:41
    Highlight Highlight Es gibt eine lösung: name-and-shame diese firmen! Firmenname veröffentlichen damit wir diese firmen boykottieren können.
    • metall 23.07.2017 12:14
      Highlight Highlight Brauchst du nicht. Dies Firmen boykottieren Mitarbeiter die zu hoch sind in der Armee oder Zivildienst leisten.
    • seventhinkingsteps 23.07.2017 15:50
      Highlight Highlight Haha guter Witz. Versuch mal Nestlé zu boykottieren. Spoiler: Es geht nicht. Nur mit krassen Einachränkungen im Einkaufsverhalten
  • Karl33 23.07.2017 10:38
    Highlight Highlight Man muss einfach mal die Geschlechterdiskriminierung der Männer durch den Dienstzwang abschaffen. Dann würde sich vieles von selbst zum Guten regeln, auch im Arbeitsmarkt.
    • seventhinkingsteps 23.07.2017 15:51
      Highlight Highlight Da müsstest du aber an einer "wirtschaftsfreundlichen" Partei vorbei kommen
    • trio 23.07.2017 19:51
      Highlight Highlight Jawohl und den Männern auch noch gleich verbieten, ihre Frauen zu schwängern. Ist schliesslich auch eine Geschlechterdiskriminierung.

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