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WM-Boykott wegen Trump und FIFA? Warum wir uns trotz allem freuen können

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Junger US-Fan: In diesem Alter zählt nur, was auf dem Rasen läuft.Bild: www.imago-images.de
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Boykott? Der simple Grund, warum wir uns trotz allem auf die WM freuen können

Von überschwänglicher Vorfreude kann keine Rede sein. Stattdessen kämpft die Fussball-WM in Nordamerika mit einem groben Imageproblem. Gut für die FIFA, dass nun der Ball rollt.
11.06.2026, 04:3811.06.2026, 04:38

Was gibt es mehr: WM-Teilnehmer oder Gründe, die Fussballfans die Lust auf das Turnier verderben? Schwierig zu sagen.

Dass vor einem sportlichen Grossanlass vor allem über Nebenschauplätze diskutiert wird, gehört dazu. Doch derart in der Kritik wie diese Fussball-WM war noch selten ein Turnier – und das muss man erst einmal hinkriegen, nachdem die letzten beiden Weltmeisterschaften in Russland (2018) und Katar (2022) waren.

President Donald Trump and FIFA President Gianni Infantino take a selfie during the draw for the 2026 soccer World Cup at the Kennedy Center in Washington, Friday, Dec. 5, 2025. (AP Photo/Jacquelyn Ma ...
FIFA-Präsident Gianni Infantino schiesst ein Selfie mit US-Präsident Donald Trump.Bild: keystone

Der Hauptgrund besteht aus zwei Wörtern und elf Buchstaben: Donald Trump. Seit er wieder US-Präsident ist, ist die Welt eine andere. Trump verhängt nach Lust und Laune Strafzölle, er verteilt Einreiseverbote, zettelt Krieg an – und freut sich wie ein Kind, wenn ihm FIFA-Präsident Gianni Infantino einen lächerlichen Friedenspreis schenkt.

Der Boss des Weltverbands ist der zweite Grund, weshalb für immer mehr Sportfans die Fussball-WM zum Ärgernis wird. Raffgier der Funktionäre sorgte für ein Aufblähen des Teilnehmerfelds auf 48 Mannschaften, weshalb über hundert Spiele notwendig sind, um den Weltmeister zu küren. Die Raffgier sorgte auch für Ticketpreise, die viele für jenseits von Gut und Böse halten.

Konnte man sich bei früheren Turnieren an festen Anspielzeiten orientieren, so müssen sich Fans in diesem Sommer von Tag zu Tag anpassen. Die Schweizer Anhänger haben es wenigstens noch gut erwischt, ihre Lieblinge sind in der Gruppenphase um 21 Uhr (Schweizer Zeit) im Einsatz – wenn die Sonne an der Pazifikküste zur Mittagszeit brennt.

Switzerland forward Dan Ndoye celebrates his goal during the first half of an international friendly soccer game against Australia Saturday, June 6, 2026, in San Diego. (AP Photo/Gregory Bull)
Dan Ndo ...
Gegen Australien testeten Torschütze Dan Ndoye und seine Kollegen am Samstag, wie es sich anfühlt, um 12 Uhr mittags zu spielen.Bild: keystone

Die Spieler sind nicht zu beneiden, wenngleich die FIFA, fürsorglich, Trinkpausen eingeführt hat. Welch praktischer Zufall, dass das Spiel damit vier Viertel hat und in diesen Pausen am TV Werbespots gezeigt werden können.

Es ist keine Überraschung, dass bei so vielen bad vibes hie und da nach einem WM-Boykott gerufen wird. So viel ist aber schon jetzt klar: Es wird in den allermeisten Fällen bei diesen Aufrufen bleiben. Sobald der Ball rollt, wird mitgefiebert.

Den Grund nannte einst Sepp Herberger. Die Worte des schon bald fünfzig Jahre toten Weltmeistertrainers von 1954 gelten heute noch so wie damals:

«Die Leute gehen zum Fussball, weil sie nicht wissen, wie es ausgeht.»

Wird das Schweizer Auftaktspiel gegen Katar wirklich so ein Selbstläufer für die Nati? Stolpert Deutschland schon wieder durch ein Turnier und muss früh nach Hause? Werden die Norweger zu den nächsten Isländern, hat Neuseeland einen Stürmer, der wie einst Will Grigg on fire ist und führt Cristiano Ronaldo sein Portugal in den Fussball-Olymp?

Ahead of the final match of the football world cup at the Wankdorf Stadium in Berne, Switzerland, on July 4, 1954, national coach Sepp Herberger checks the grass in the stadium after heavy rains. The  ...
Sepp Herberger prüft den Wankdorf-Rasen, als die Zuschauer noch nicht wissen, wie der WM-Final 1954 ausgeht.Bild: PHOTOPRESS-ARCHIV

Das sind Fragen, die in den kommenden Wochen diskutiert werden. Allerdings muss man kein Prophet sein: Donald Trump und Gianni Infantino können gar nicht anders, als sich mit ihrem Verhalten und ihren Aussagen so in den Vordergrund zu drängen, dass nicht nur das Geschehen auf dem Rasen im Fokus stehen wird. Zumal die USA mitten während des Turniers am 4. Juli das 250-jährige Bestehen ihres Landes feiern werden.

Trump, Infantino und die FIFA werden für Schlagzeilen sorgen. Die eigentliche WM aber wird auf dem Rasen gespielt. Sie gehört den Spielern und den Fans, sie schreibt Geschichten, an die man sich noch lange erinnern wird. Genau darum schalten Millionen rund um den Globus wieder ein – weil sie wissen wollen, wie es ausgeht.

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Grendelbacher
11.06.2026 06:42registriert Oktober 2018
Wenn du Fussball schauen willst dan tu es, aber rechtfertige es nicht so fadenscheinig.
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Kapitän Haddock
11.06.2026 06:42registriert Oktober 2017
Hä? Ist diese Ausrede von einem Grund eine Art Selbstlegitimation oder wie darf man diesen Kommentar verstehen? Das ganze Jahr über Trump und Infantinos Kapriolen berichten, aber der Fifa zur WM doch wieder in den Allerwertesten kriechen, weil "man will ja wissen wie's ausgeht"?
Bisschen Disziplin täte gewissen Exponenten hier auch gut.
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Mira Bond
11.06.2026 06:46registriert Oktober 2016
Seit meiner Kindheit war die WM jeweils ein grosses Highlight; das ist leider tempi passati. In Russland habe ich bereits viel weniger Spiele geschaut, in Qatar nur noch die CH-Spiele und nun werde ich sogar ganz darauf verzichten. Ich werde Trump/Infantino + Co. keine Sekunde meiner Lebenszeit schenken. Für die Spieler tut es mir unendlich leid, aber wenn wir kein Zeichen setzen, wird sich nie etwas ändern.
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