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Seit der Mensch Fukushima verstrahlt hat, regiert dort wieder die Natur

10.03.2017, 14:30
kian ramezani

Vor acht Jahren besuchte der polnische Fotograf Arkadiusz Podniesinski erstmals Tschernobyl und war fasziniert. Seine Fotoreportagen über den sowjetischen Unglücksreaktor und die Geisterstadt Pripyat fanden weltweit Beachtung. Er glaubte, dass sich so eine Katastrophe nie wiederholen würde. Dann kam der 11. März 2011. Der Tsunami in Japan und die Katastrophe von Fukushima. 

«Weder das Erdbeben noch der Tsunami tragen die Schuld für die Katastrophe im AKW Fukushima Daiichi, sondern Menschen. (...) Wie in Tschernobyl waren es Menschen, nicht die Technologie, die die Hauptverantwortung für das Unglück tragen.»
Arkadiusz Podniesinski

Podniesinski reist seither immer wieder nach Fukushima und befindet sich auch aktuell vor Ort, fünf Jahre nach der Katastrophe. Die folgenden eindrücklichen Bilder entstanden anlässlich seines Besuchs im September 2015.

Verlassenes Auto nahe der «roten Zone», die am stärksten verstrahlt und völlig verlassen ist. Zutritt gibt's nur mit Genehmigung der japanischen Behörden. Touristen und im Normalfall auch Journalisten sind hier nicht erwünscht.
Verlassenes Auto nahe der «roten Zone», die am stärksten verstrahlt und völlig verlassen ist. Zutritt gibt's nur mit Genehmigung der japanischen Behörden. Touristen und im Normalfall auch Journalisten sind hier nicht erwünscht.bild: Arkadiusz Podniesinski
bild: arkadiusz podniesinski
bild: arkadiusz podniesinski

Evakuierungskarte

karte: Arkadiusz Podniesinski
Dekontaminierungsarbeiten in der grünen Zone mit dem niedrigsten Strahlungsniveau. Zwanzigtausend Arbeiter säubern hier gewissenhaft jedes einzelne Stück Erdboden. Sie entfernen die oberste, am stärksten verstrahlte Schicht und verstauen sie in Säcke, die dann zu einer der tausenden Deponien gebracht werden. 
Dekontaminierungsarbeiten in der grünen Zone mit dem niedrigsten Strahlungsniveau. Zwanzigtausend Arbeiter säubern hier gewissenhaft jedes einzelne Stück Erdboden. Sie entfernen die oberste, am stärksten verstrahlte Schicht und verstauen sie in Säcke, die dann zu einer der tausenden Deponien gebracht werden. bild: arkadiusz podniesinski
Die Deponien sind üblicherweise auf urbarem Land angelegt. Um Platz zu sparen, werden die Säcke in Schichten übereinander gestapelt.
Die Deponien sind üblicherweise auf urbarem Land angelegt. Um Platz zu sparen, werden die Säcke in Schichten übereinander gestapelt.bild: arkadiusz podniesinski
bild: arkadiusz podniesinski
Spirituosenhandlung in der komplett verlassenen Stadt Namie in der roten Sperrzone.
Spirituosenhandlung in der komplett verlassenen Stadt Namie in der roten Sperrzone.bild: arkadiusz podniesinski
Die Natur hat in Namie auch dieses Motorrad fest im Griff.
Die Natur hat in Namie auch dieses Motorrad fest im Griff.bild: arkadiusz podniesinski
Abends geht die Strassenbeleuchtung an. Obwohl die Stadt völlig leer ist, funktionieren die Ampeln noch. Hin und wieder kommt ein Polizeiwagen vorbei und hält an jeder roten Ampel an, obwohl die Gegend völlig verlassen ist.
Abends geht die Strassenbeleuchtung an. Obwohl die Stadt völlig leer ist, funktionieren die Ampeln noch. Hin und wieder kommt ein Polizeiwagen vorbei und hält an jeder roten Ampel an, obwohl die Gegend völlig verlassen ist.bild: arkadiusz podniesinski
Yukiko Tajiri in dem Haus, wo sie vor der Evakuierung gelebt hat. Das Erdbeben hat den Häusern nur marginalen Schaden zugefügt, und aufgrund ihrer Entfernung vom Ozean waren sie auch keiner Gefahr seitens der mörderischen Tsunamiwelle ausgesetzt. Es war allein die radioaktive Wolke, die die Einwohner in die Flucht trieb.
Yukiko Tajiri in dem Haus, wo sie vor der Evakuierung gelebt hat. Das Erdbeben hat den Häusern nur marginalen Schaden zugefügt, und aufgrund ihrer Entfernung vom Ozean waren sie auch keiner Gefahr seitens der mörderischen Tsunamiwelle ausgesetzt. Es war allein die radioaktive Wolke, die die Einwohner in die Flucht trieb.bild: arkadiusz podniesinski
Die Schule von Namie ist ein massiver Betonbau und hat dem Tsunami standgehalten. Die Schüler konnten sich zum Glück durch die Flucht auf naheliegende Hügel retten. Im Bild der Computerraum.
Die Schule von Namie ist ein massiver Betonbau und hat dem Tsunami standgehalten. Die Schüler konnten sich zum Glück durch die Flucht auf naheliegende Hügel retten. Im Bild der Computerraum.bild: arkadiusz podniesinski
Die Turnhalle.
Die Turnhalle.bild: arkadiusz podniesinski
Nicht lange nach dem Unglück begannen die Kühe, mysteriöse weisse Flecken auf der Haut zu entwickeln. Die Bauern vermuten radioaktiv verseuchtes Gras, das die Tiere fressen.
Nicht lange nach dem Unglück begannen die Kühe, mysteriöse weisse Flecken auf der Haut zu entwickeln. Die Bauern vermuten radioaktiv verseuchtes Gras, das die Tiere fressen.bild: arkadiusz podniesinski
Podniesinski in der Geisterstadt Futaba, die direkt an das havarierte Kraftwerk grenzt und die höchste Strahlenbelastung in der Zone aufweist. Ein Propagandaspruch über einer der Hauptstrassen von Futaba – «Atomenergie ist die Energie einer glänzenden Zukunft».
Podniesinski in der Geisterstadt Futaba, die direkt an das havarierte Kraftwerk grenzt und die höchste Strahlenbelastung in der Zone aufweist. Ein Propagandaspruch über einer der Hauptstrassen von Futaba – «Atomenergie ist die Energie einer glänzenden Zukunft».bild: arkadiusz podniesinski
Musikzimmer einer Schule in Futaba.
Musikzimmer einer Schule in Futaba.bild: arkadiusz podniesinski
Verlassener Supermarkt.
Verlassener Supermarkt.bild: arkadiusz podniesinski
bild: arkadiusz podniesinski
KFC.
KFC.bild: arkadiusz podniesinski
Spielsalon.
Spielsalon.bild: arkadiusz podniesinski
Autoscooter.
Autoscooter.bild: arkadiusz podniesinski
«Vor sieben Jahren habe ich meine erste Reportage über Tschernobyl mit folgenden Worten beendet: ‹Eine unglaubliche Erfahrung, die sich mit nichts vergleichen lässt. Stille, das Fehlen von Geschrei, Gelächter, Tränen, und nur der Wind, der antwortet. Pripyat ist eine immense Lektion für unsere Generation.› Haben wir seither irgendetwas dazugelernt?»
Arkadiusz Podniesinski

Passend dazu: Tschernobyl, Fukushima und Co.: Die 15 teuersten Störfälle in AKWs

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quelle: tass / tass
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