Film

Einfach ein schönes Kleid.
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«Hallo! Stop! Frau Bachelorette, so warten Sie doch!» – Mein Job als Teppich-Luder an der Zürcher Bond-Premiere

Menschenauflauf? Nein. Glamour? Un peu. Temperatur? Kalt. So war's wirklich am roten Teppich von «Spectre» im Hallenstadion, der grössten Schweizer Filmpremiere aller bisherigen Zeiten. 

28.10.15, 11:55 29.10.15, 17:07

Okay, ich hab also schon die Bellers verpasst. Die seien quasi als erste über den roten Teppich gestürmt, heisst es. Übereifrig wie immer, die gute Irina. Der rote Teppich ist jetzt, um 18.25 Uhr – na ja, leer. Nur der Bachelor lässt sich von sehr wenigen, aber sehr verzückten Hausfrauen anfassen. Also DER Bachelor. Der Amtierende. Mr. Ex-Mister-Schweiz. Tobias Rentsch. Hä? Ist der nicht in Thailand? Egal.

«Möchtest du auch?» fragt er mich. Möchtest du auch ein Selfie mit mir machen, heisst das. Ähm, nein?! Und gibt es jetzt Selfies mit Schweizer Celebrities im Sonderangebot? Gibt es. Ich hör den Satz «Wie wär's mit einem Selfie?» noch eine ganze Stunde lang aus Promimündern. Müssen die das jetzt machen?

Tobias Rentsch aka The Bachelor.
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«Glanz & Gloria»-Moderatorin Annina Frey (r.) mit schöner Begleiterin, die ich kennen müsste (tu ich aber leider nicht).
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Auf der Gästeliste stehen neben allerlei Miss-Geschicken auch Namen wie Veit Dengler und Baschi Dürr. Veit Dengler ist CEO der NZZ und theoretisch würde ich ihn gerne fragen: «Herr Dengler, bei allem, was gerade mit der NZZ schief läuft – mit welchem Bond-Bösewicht können Sie sich am besten identifizieren?» Kann ich aber nicht, weil ich gesichts-erkennungs-behindert bin und nur Menschen kenne, die ich oft genug im Fernsehen sehe. Und seit wann heisst Baschi mit Familiennamen Dürr? Heisst der nicht Bürgin? Okay, Baschi Dürr sei ein Basler FDP-Politiker, hat mir mein Chef gesagt. Keine Ahnung.

Nach einer gefühlten und kalten Viertelstunde endlich wieder ein bekanntes Gesicht! Der TV-Koch Erik Haemmerli! «Erik!», rufe ich, rette mich! «Bittebitte lass dich fotografieren, ich find hier sonst einfach keine Promis!» Erik ist erstens lieb und zweitens gut angezogen, danke Erik. Dann folgt auch schon der «Voice of Switzerland»-Juror Philipp Fankhauser, und ausnahmsweise herrscht mal Dichtestress auf dem Teppich. «Herr Fankhauser, bitte, darf ich sie fotografieren!» «Klar!», schreit Herr Fankhauser über ein paar Köpfe zurück und winkt, «aber sieht man mich so auch?» 

Erik Haemmerli aka The Saviour.
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Philipp Fankhauser grüsst watson!
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Wo sind Nik Hartmann, Sven Epiney, Shawne Fielding und Marc Sway, wenn man sie braucht? Wahrscheinlich schon lange drin in der Wärme. Hoffentlich. Hühnerhäute breiten sich aus auf nackten Damen-Armen. Gibts hier eigentlich keinen Food-Stand mit heissem Kaffee? Nein. Und sind hier eigentlich auch noch ein paar andere Journalisten? Ja, einer! Okay, ich würde die andern auch nicht erkennen.

Drinnen sollen 4500 Menschen sein. Hier draussen krieg man den Eindruck, dass es höchstens 300 sein können. Drinnen gibt es steinhart gefrorenes Martini-Sorbet.

Plötzlich: Zwei Ex-Missen! Miteinander! Christa Rigozzi, herzig, und Linda Fäh mit tollen Haaren. Obwohl ich die ja nicht so mag. Die ist für mich die Natalie Rickli unter den Ex-Missen. Ein Mann, der sicherlich wichtig ist, wirft sich ungefragt vor mir in Pose. Sein Gesicht sagt mir irgendwas, bloss keinen Namen. Ohgott, da! Das ist doch Stjepan! Der Ex-Drogendealer aus der «Bachelorette»! Er sieht aus, als ob ihm so ein Teppich peinlich sei. Uuuuund, die Bachelorette herself, die steht auch auf der Gästeliste ... Hm.

Wie eine Glücksfee dieser Nacht: Christa Rigozzi.
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Macht auch gerne für dänische Betten Werbung: Linda Fäh.
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Stjepan (mitte). Lässt sich nur ungern fotografieren.
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Endlich kommt ein Star. Also einer aus dem Bond-Film. Ich kenn den nicht, aber Menschen, die gerne Filme schauen, in deren Titel «Galaxy» steht, kennen ihn wohl. Dave Bautista also. Ich mag den nicht. Er muss in «Spectre» immer Bond verprügeln. Im Film ist er riesig. In echt sind seine angeblichen 1 Meter 94 nicht sooo beeindruckend. Pedro Lenz ist grösser. Aber er hat riesge Hände. Mit Tattoos. Und absolviert geduldig den ganzen Selfie-Spiessrutenlauf.

Dann: Leere. Eine grosse Frau mit Hut, langen offenen Haaren und einem spektakulären Kleid (blau mit silbrigen Polka Dots) hastet vorbei. «Hallo! Stop! Frau Bachelorette! Frau Hodel! Jetzt warten Sie doch!» Frieda Hodel wartet nicht. Und hinterlässt auf dem Teppich ein «Wow!»-förmiges Loch.

Leinwandriese Dave Bautista.
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Noch ungerner als Stjepan lässt sich nur Frieda Hodel fotografieren.
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Schöner Auftritt, merci, Naomie Harris.
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Dann: Miss Moneypenny! Miss Moneypenny! Sowas wie ein Hauch echter Aufregung macht sich breit. Naomie Harris braucht Hilfe, damit auch ihr riesiges Kleid aus dem Auto aussteigen kann. So macht man das! Mit Grazie und Grandezza!

Lovely, just lovely.
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Aber wie fühlt sich Naomie Harris jetzt wohl angesichts der gähnend leeren Nacht hinter dem Hallenstadion, in der nur etwa zehn Leute was von ihr wollen? Was macht so ein Moment mit einem Star? Wie abgeschoben fühlt sie sich, jetzt, da die wichtigen Bond-Schauspieler alle woanders über einen wichtigeren Teppich gehen? Dann ist sie weg. Verschluckt von der Halle, in der jetzt die grösste je dagewesene Filmpremiere der Schweiz stattfindet. Der rote Teppich draussen war mit Sicherheit einer der kleinsten.

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13Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Pana 28.10.2015 23:35
    Highlight Promis die fotografiert werden wollen. Dazu fällt mir ein, wie ich mal nach nem Konzert, betrunken versteht sich, vor der Halle den Sänger nach einem Foto gefragt habe. Er willigte gerne ein, worauf ich ihm mein Handy gab und mit meiner Kollegin vor ihm posierte. Leicht irritiert machte er das Foto von uns und wir zogen weiter :D
    5 1 Melden
    • The Return of The King, Louie the Gscheidhaferl I. 29.10.2015 07:54
      Highlight Wie. GEIL!
      3 0 Melden
  • The Return of The King, Louie the Gscheidhaferl I. 28.10.2015 14:02
    Highlight Hahaha, darf ich das auch mal machen? Ich kenne mindestens gleich wenige Promis, wie Simone :-D
    12 0 Melden
    • Simone M. 28.10.2015 14:51
      Highlight oh bitte gern! ich find rote teppiche in zürich sooo redundant, bin froh, wenn ich da mal ein paar jahre aussetzen kann...
      11 1 Melden
    • The Return of The King, Louie the Gscheidhaferl I. 28.10.2015 15:01
      Highlight Haha :-) Übernehme ich gerne, könnt euch jederzeit bei mir melden.
      5 0 Melden
    • The Return of The King, Louie the Gscheidhaferl I. 28.10.2015 15:07
      Highlight Ich glaube bei mir würde das dann in etwa so tönen: "Sorry, bisch du prominänt?"
      8 0 Melden
    • frankyfourfingers 28.10.2015 15:32
      Highlight oder so: "sorry, vo wo kenn ich dich nöd?"
      7 1 Melden
    • Alle haben bessere Namen als ich. 28.10.2015 16:37
      Highlight Hahaha, ich könnte es auch, würde einfach wahllos Fotos machen und dann hoffen. Oder irgendwelche B-Promis erfinden.
      5 0 Melden
    • 's all good, man! 28.10.2015 16:43
      Highlight Mache auch mit! Koop mit Mind7eS. DAS wäre mal eine neue Definition von Leserreporter. 😀
      4 1 Melden
    • The Return of The King, Louie the Gscheidhaferl I. 29.10.2015 07:53
      Highlight Das tönt gut, 's all good, man!. Ich sehe es schon vor mir. Wir machen ein paar verschwommene Bilder von irgendwelchen C-Promis (bzw. erfinden einfach ein paar, wie Sam-62 vorgeschlagen hat) und dann gehts ab in die Kneipe, saufen.
      2 0 Melden
    • Simone M. 29.10.2015 17:13
      Highlight Grosse Idee! Beim nächsten Teppich erfind ich mir meine Promis selbst. Dann wär da endlich mal was los.
      2 0 Melden
  • dä dingsbums 28.10.2015 12:38
    Highlight Amüsanter Bericht. Offenbar wurden da auch wirklich Hinz und Kunz zur Premiere eingeladen.
    21 1 Melden
    • kEINKOmmEnTAR 28.10.2015 13:42
      Highlight Von irgendwoher mussten sie ja alles zusammensuchen um die grösste Premiere in der Schweiz feiern zu können.
      8 0 Melden

Und dann war das Model zu dick ... Der Zürcher Walter Pfeiffer lebt im Glamour-Himmel

Er fotografiert Cara Delevingne oder Clown Pennywise aus «It». Er jettet um die Welt und jobbt für Dior und die «Vogue». Mit 71. Zeit für eine kleine Liebeserklärung. Und einen Dokfilm!

Walti, was ist dein Trick? «Wenn die Leute schön sind, dann gibt’s auch schöne Fotos.» – «Das ist alles?» – «Ja.» Zu den schönen Leuten, mit denen Walter Pfeiffer an einem ganz normalen Tag arbeitet, gehören zum Beispiel Cara Delevingne oder Bill Skarsgard, der Mann unter der Maske von Pennywise in der neuen «It»-Verfilmung. Den hat er grad in London für «Dazed» geshootet. Mit vielen bunten Ballonen. Denn Walters Welt ist bunt, schön und leicht. Entspannte Bilder von happy people.

Und …

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