International

Israel und Belgien fetzen sich via Twitter – Jerusalem bestellt Botschafter ein

09.02.17, 14:32 09.02.17, 14:44

Israel hat Belgiens Botschafter einbestellt, weil der belgische Ministerpräsident Charles Michel sich mit Kritikern der israelischen Besatzungspolitik getroffen hat. Dem Botschafter Olivier Belle sei im Aussenministerium eine Rüge übermittelt worden, teilte ein Sprecher am Donnerstag mit.

Belgiens Premier Charles Michel (links) traf sich am 6. Februar in Jerusalem mit Israels Präsident Reuven Rivlin. Bild: AFP/POOL AFP

Israel sehe ein Treffen Michels mit führenden Mitgliedern der israelischen Organisationen Breaking the Silence und Betselem bei einem Israel-Besuch als schwerwiegenden Affront, teilte Ministerpräsident Benjamin Netanjahu über den Kurznachrichtendienst Twitter mit. Kritiker der israelischen Siedlungspolitik wie diese beiden Organisationen werden im Land zunehmend als Verräter gebrandmarkt.

Ausserdem gebe es Bemühungen der belgischen Justiz, ranghohe Israelis vor Gericht zu bringen, darunter die ehemalige Aussenministerin Zipi Livni und Offiziere der Armee, hiess es in Netanjahus Mitteilung. «Die belgische Regierung muss entscheiden, ob sie einen Richtungswechsel will oder ob sie ihre anti-israelische Linie fortsetzt.»

Netanjahu wolle mit einem neuen Gesetz die Finanzierung von Nichtregierungsorganisationen, die israelischen Soldaten schadeten, durch ausländische Regierungen verhindern. Israel hatte bereits im vergangenen Jahr ein international kritisiertes Gesetz verabschiedet, das vor allem Menschenrechtsorganisationen schärfere Auflagen erteilt.

Michel wurde am 7. Februar in Ramallah von seinem palästinensischen Kollegen Rami Hamdallah empfangen. Bild: ALAA BADARNEH/EPA/KEYSTONE

(sda/dpa)

Das könnte dich auch interessieren:

12 geniale Erfindungen, die deinen Koch-Alltag einfacher machen

Die 10 witzigsten Rezensionen bei Amazon – zum Beispiel für diese Huhn-Warnweste

Mit Vollgas in die Vergangenheit – was der Tesla-Chef falsch macht

HÄSSIG! So käme es heraus, wenn du deinen Aggressionen immer freien Lauf lassen würdest

Wir müssen uns dringend über die 00er-Jahre unterhalten! Sitzung! Sofort!

Peter Pan ein Kindermörder? Die absurdesten Fan-Theorien im Filmuniversum

Trump-Kenner Kim Holmes: «US-Verbündete sollten Trumps Tweets nicht allzu ernst nehmen»

Lohnt sich der Umstieg auf den neuen Firefox Quantum? Dieser Speed-Vergleich zeigt es

Liam füdliblutt – wieso Eltern denken müssen, bevor sie ihre Kinder zu Insta-Stars machen

Und dann war das Model zu dick ... Der Zürcher Walter Pfeiffer lebt im Glamour-Himmel

Alle Artikel anzeigen

Hol dir die App!

Zeno Hirt, 25.6.2017
Immer wieder mal schmunzeln und sich freuen an dem, was da weltweit alles passiert! Genial!
Abonniere unseren NewsletterNewsletter-Abo
6
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 72 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
6Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Waedliman 10.02.2017 11:10
    Highlight Das mit der israelischen Politik ist ein schwieriges Feld. Würden wir dort als Juden leben, hätten wir vielleicht eine ähnliche Meinung und wären entsprechend xenophob. Was ich schlimm finde, ist dass Politik heute scheinbar nur noch über dieses unsägliche Gezwitscher funktioniert. Man redet nicht mehr, sondern schreibt sich irgendwelche verknappten Botschaften. "Das wars, ich mag dich nicht, die Raketen fliegen schon." Vielleicht ist es an der Zeit, die sozialen Medien auf ihre Gefahren und nicht immer nur auf ihren Entertainmentwert abzuklopfen.
    2 1 Melden
  • füdli 09.02.2017 22:11
    Highlight so sieht das von aussen aus, wenn sich ein land immer verreckter abschottet in der meinung nur es sei einfach im recht.
    9 8 Melden
  • Fabio74 09.02.2017 21:56
    Highlight Regiert wird per Twitter. Kritik ist unerwünscht.
    Alles schwache Männer die so reagieren müssen
    5 6 Melden
  • Gelöschter Benutzer 09.02.2017 20:39
    Highlight Die haben schon ein komisches Verständnis von Demokratie, Frieden und Freiheit... (also ISrael).
    14 12 Melden
  • Mnemonic 09.02.2017 17:48
    Highlight Wenn Israel Scheisse baut hat das NICHTS mit Antisemitismus zu tun!
    27 5 Melden
    • Grabeskaelte 09.02.2017 21:20
      Highlight Wenn man Antisemitismus jedoch laut genug schreit wird trotzdem der Blick wieder akut abgewendet und die Bauerei geht fleissig weiter... Der Antisemitismusruf wirkt auf die meisten leider bald wie der kleine Junge der immer wieder Wolf gerufen hat... Das Ende der Geschichte sollte den meisten bekannt sein...
      6 9 Melden

Netanjahu will 40'000 afrikanische Flüchtlinge in Drittländer abschieben

Israel will rund 40'000 im Land verbleibende afrikanische Flüchtlinge in Drittländer abschieben. Dies kündigte Ministerpräsident Benjamin Netanjahu am Sonntag bei einer Sitzung seiner Regierung in Jerusalem an.

Israel betrachtet die vor allem aus Eritrea und dem Sudan stammenden Flüchtlinge als illegale Einwanderer. Asylanträge werden nur in extrem seltenen Fällen gebilligt.

Das UNO-Flüchtlingshilfswerk UNHCR äusserte sich «zutiefst besorgt» über Israels Pläne und die Sicherheit der …

Artikel lesen