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Der frühere bosnisch-serbische Armeechef Ratko Mladic bei einer Anhörung in Den Haag im Januar 2014.  Bild: EPA/ANP / ICTY

Prozess gegen Ex-Armeechef Ratko Mladic geht dem Ende zu

05.12.16, 14:31 05.12.16, 14:57


Der Prozess gegen den früheren bosnisch-serbischen Armeechef Ratko Mladic ist mit den Schlussplädoyers in seine letzte Phase getreten. Die Anklage des UNO-Kriegsverbrechertribunals für das ehemalige Jugoslawien in Den Haag wies jegliche Zweifel an der Verantwortung des 74-Jährigen für die schlimmsten Verbrechen in Europa nach dem Zweiten Weltkrieg zurück.

Mladic muss sich in elf Anklagepunkten wegen Völkermordes, Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit während des Bosnienkriegs vor dem UNO-Tribunal verantworten. Ihm droht lebenslange Haft.

Mladic, der auch «Schlächter vom Balkan» genannt wird, wird insbesondere eine Verantwortung für das Massaker von Srebrenica zur Last gelegt, bei dem im Juli 1995 rund 8000 muslimische Jungen und Männer ermordet wurden. Verantworten muss er sich auch für die 44-monatige Belagerung von Sarajevo, bei der Schätzungen zufolge 10'000 Zivilisten getötet wurden.

Massaker von Srebrenica

Mladic sei während des Bosnienkriegs (1992 bis 1995) als bosnisch-serbischer Armeechef für die «ethnischen Säuberungen» in den von Serben beanspruchten Teilen Bosniens verantwortlich gewesen. Und er habe diese auch als Verdienst für sich in Anspruch genommen, sagte Chefankläger Alan Tieger am Montag in seinem Schlussplädoyer.

Terror-Kampagne gegen Zivilbevölkerung

«Der General führte eine Terror-Kampagne gegen die zivile Bevölkerung in Bosnien-Herzegowina», sagte Tieger. «Was in einer Gemeinde nach der anderen passiert ist, war keine unbeabsichtigte Folge der Militäraktion, sondern ihr eigentliches Ziel», erklärte Tieger. «Die Beweise sind überwältigend.»

«Das Leben der Feinde muss unerträglich werden.»

Ratko Mladic zitiert von Chefankläger Alan Tieger

Ankläger Tieger zeigte Dokumente und Videos und verlas Zeugenaussagen. «Das Leben der Feinde muss unerträglich werden», zitierte er den Angeklagten.

Städte wie Srebrenica oder Sarajevo wurden von den Serben massiv unter Beschuss genommen. «Immer wenn ich nach Sarajevo komme, töte ich jemanden», hatte Mladic gesagt. Der Angeklagte wandte sich bei der Präsentation ab und sah zur Zuschauertribüne.

Ratko Mladic mit dem Führer der bosnischen Serben, Radovan Karadzic.  bild: reuters

Mladic war im Mai 2011 nach 16 Jahren auf der Flucht in Serbien festgenommen und an Den Haag überstellt worden. Mit den Plädoyers geht sein Prozess nun nach mehr als vier Jahren in die Schlussphase.

Mladic erschien am Montag mit einem grauen Anzug und einer blauweissen Krawatte vor Gericht. Er starrte zunächst mit düsterer Miene die Journalisten und Zuschauer an, bevor er sich in seine Akten vertiefte.

Urteil erst in einem Jahr

Für die Schlussplädoyers der Anklage sind drei Tage eingeplant, am Freitag ist dann Mladics Verteidigung an der Reihe. Mladic weist alle Vorwürfe zurück. Nach Darstellung seiner Anwälte haben sich Mladic und seine bosnisch-serbischen Truppen damals gegen Angriffe bosnischer Truppen verteidigt.

Ein Urteil soll im November 2017 verkündet werden. Der Mladic-Prozess ist der letzte des UNO-Tribunals zu den Verbrechen im Bosnienkrieg (1992–1995), in dessen Verlauf mehr als 100'000 Menschen getötet wurden. (gin/sda/afp)

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