Luftfahrt
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Marty Martinez (links) streamte den Southwest-Horrorflug live auf Facebook. 

Frau aus der Kabine gesogen – 4 Dinge, die du über den Southwest-Horrorflug wissen musst

18.04.18, 10:23 18.04.18, 15:05
Adrian Müller
Adrian Müller



30 Minuten nach dem Start in New York geht es auf dem Southwest-Flug plötzlich drunter und drüber. Ein lauter Knall schüttelt die Boeing 737-700 durch. Das linke Triebwerk explodiert, Splitter dringen ins Flugzeug ein. In der Kabine fallen die Sauerstoffmasken runter, bei den 144 Passagieren bricht Panik aus. Das Drama nimmt seinen Lauf. 

Die Explosion

Passagier Marty Martinez schildert den Schreckensmoment auf CBC Radio. «Zwei Reihen vor mir explodierte ein Fenster.» Innert Sekundenbruchteilen verliert das Flugzeug seinen Kabinendruck, ein gewaltiger Sog entsteht. «Eine Frau wurde aus dem Fenster gesaugt. Ihr Oberkörper ragte mehrere Minuten lang bis zur Hüfte aus der Kabine». 

Die Frau wurde aus diesem Fenster gesaugt.  Twitter

Andere Passagiere eilen herbei, können die Frau festhalten und wieder zurück ins Flugzeug ziehen. «Alles war voller Blut», so Martinez. Die Flugbegleiterinnen seien völlig geschockt gewesen und hätten am ganzen Körper gezittert. 

Der Mann ist wie gelähmt. «Ich war überzeugt, dass das Flugzeug abstürzt». Was macht man in so einem Moment? Martinez kauft er sich für 8 Dollar Wifi-Guthaben, schreibt Messages an seine Liebsten und streamt die Szenen live auf Facebook

Die Heldin

Southwest-Pilotin Tammie Jo Shults behält kühlen Kopf, als das Flugzeug in die Notlage gerät. Sie ist sich heikle Situationen gewöhnt: Die 56-jährige war einst eine der ersten F/A-18 Pilotinnen  der US-Navy! 

Die frühere F/A-18 Pilotin Shults (rechts).  twitter

Die Flugsicherung hat den Funkverkehr zwischen Shults und dem Tower veröffentlicht. «Nein, das Flugzeug brennt nicht. Aber es hat ein Loch im Flugzeug, und eine Person wurde aus dem Flugzeug gesogen», sagte sie trocken. Dann leitete sie einen kontrollierten Sturzflug ein, das Flugzeug sank innert fünf Minuten von 10'000 auf 3000 Meter Höhe. Schliesslich setzte sie zur Notlandung in Philadelphia an, wo sie die Maschine ohne Probleme zum Stillstand brachte. 

Die Crew nach der Notlandung. 

«Die Pilotin war einfach grossartig, sie ist eine Heldin,» so eine Passagierin auf Instagram

Das Opfer

Jennifer Riordan sass schlicht zur falschen Zeit am falschen Ort. Die zweifache Mutter wurde teilweise aus dem Fenster gesogen. «Sie erlitt offenbar einen Herzstillstand. Eine Krankenschwester an Bord versuchte sie noch wiederzubeleben», so ein Passagier. Sie starb offenbar kurze Zeit später im Spital. 

Die Frau hinterlässt zwei Kinder

Jennifer Riordan.  twitter

Southwest-Airlines-Chef Gary Kelly nannte den Tod des Fluggasts einen «tragischen Verlust» und sprach den Angehörigen im Namen der Fluggesellschaft sein Beileid und seine Unterstützung aus

Die Ursache

Vom Triebwerk ist nicht viel übrig geblieben.  Spezialisten der Flugunfallbehörde haben das defekte Triebwerk untersucht. Nach ersten Erkenntnissen könnte Materialermüdung an einem Ventilatorenblatt zum Unfall beigetragen haben, sagte der NTSB-Vorsitzende Robert Sumwalt.

epa06675912 A handout photo made available by the National Transportation Safety Board shows investigators examining the damaged engine of Southwest Airlines flight 1380 which was en route from LaGuardia Airport in New York City to Love Field in Dallas, Texas when it exploded in flight sending shrapnel into the fuselage, breaking a window and causing the plane to make an emergency landing at Philadelphia Airport in Philadelphia, Pennsylvania, USA, 17 April 2018. Reports indicate one person died as a result of the incident.  EPA/NTSB HANDOUT  HANDOUT EDITORIAL USE ONLY/NO SALES

Die Explosion hat dieTriebwerks-Verkleidung weggerissen.  Bild: EPA/NTSB

Weitere spektakuläre Flugunfälle

Schlange im Flugzeug

Video: watson

Flugzeug-Passagiere des Grauens

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Markus Wüthrich, 5.5.2017
Tolle Artikel jenseits des Mainstreams. Meine Hauptinformations- und Unterhaltungsquelle.

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36
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36Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • SteWe 18.04.2018 15:36
    Highlight „Ziehen Sie die Maske über Mund UND Nase“... und alle viel zu cool zum
    Zuhören...
    38 2 Melden
  • SVRN5774 18.04.2018 15:09
    Highlight Oh mann ich dachte die Frau hätte überlebt :( Mein Beileid. Die armen Kinder.
    28 0 Melden
  • Nosgar 18.04.2018 13:43
    Highlight Das ist eine sehr tragische Sache. Paradox, aber irgendwie stärkt es aber dennoch das Vertrauen in den Flugverkehr, da selbst nach einer solchen Explosion das Flugzeug sicher gelandet werden könnte.
    26 0 Melden
  • Herbert Anneler 18.04.2018 13:01
    Highlight Billigflüge, Kostendruck, Sparen beim Unterhalt oder zu frühe Marktlancierung... Unfälle dieser Art nehmen schleichend zu...
    3 44 Melden
    • Pana 18.04.2018 17:47
      Highlight Tatsächlich? Da hast du sicherlich eine Statistik zur Hand, um diese Aussage zu belegen?
      8 0 Melden
    • DichterLenz 18.04.2018 19:36
      Highlight Haben sie eine Statistik die das belegt?

      Ich glaub nämlich nicht dass das stimmt. Fliegen ist sehr sicher (Verhältnis Kilometer vs. Unfälle).
      2 0 Melden
    • goschi 18.04.2018 19:49
      Highlight Nein, tun sie nicht
      Und Southwest hat eine der besten Sicherheitsbilanzen im US Flugverkehr (der trotz der immensen Dichte eine der besten Sicherheitsbilanzen überhaupt aufweist)

      Gerade Lowcost-Airlines können sich aufgrund der immens hohen Auslastung der Flieger, der ihrem geschäftsmodell geschuldet ist eine schlechte Wartung am wenigsten leisten, denn sie sind auf einen reibungslosen Ablauf angewiesen und haben gerade eben keine Ersatzmaschinen.
      4 0 Melden
    • 7immi 18.04.2018 21:01
      Highlight die wartung der triebwerke unterliegt den vorschriften des herstellers, da kann sehr wenig gespart werden. die CFM 56 familie ist seit 1970 in produktion. 2009 wurde das 20'000 ste triebwerk ausgeliefert. auf 300'000 flugstunden fällt ein schwerwiegender zwischenfall (in flight shutdown), unfälle mit fan blades gabs bisher 4 (inklusive das aktuelle ereignis).da nimmt also nichts schleichend zu.das sparen hat durchaus folgen,vor allem auf der personellen ebene,was sich natürlich auch auf die sicherheit auswirken kann.auf der technischen seite ist der spielraum und sparpotential zum glück klein.
      6 0 Melden
  • Hardy18 18.04.2018 12:11
    Highlight Fällt nur mir das auf, setzen die Leute ihre Masken absichtlich falsch auf? 😏
    29 2 Melden
  • bcZcity 18.04.2018 11:34
    Highlight Also ich wundere mich etwas über diese Geschichte. Wie schnell fliegt ein Flugzeug? Wie hoch war die Maschine und wie lange war diese Person - bis zur Hüfte - aus dem Fenster gesogen worden?

    Bei der Höhe, Geschwindigkeit und Temperatur dort oben, würde man das nicht mehrere Minuten aushalten und die Person wieder hereinzuziehen wäre extrem schwer. Aber dies war evtl. auch der Grund für diesen tragischen Tod.

    Und für alle Flugängstler (Bin selber einer), schaut euch mal an wie wenig bei einem Triebwerkszwischenfall in diesem Ausmass passiert ist, erstaunlich wenig = Top Konstruktion!
    46 14 Melden
    • mob barley 18.04.2018 12:31
      Highlight Ein britischer Pilot hing mal für 35 Minuten bei x-hundert km/h und -20 Grad ausserhalb des Cockpits. Es gelang seinen Kollegen nicht, ihn wieder hereinzuziehen, er überlebte aber ohne bleibende Schäden.

      Google/Wikipedia: British Airways-Flug 5390.
      18 0 Melden
    • Ueli der Knecht 18.04.2018 12:47
      Highlight Apropos Konstruktion: Ich frage mich, wieso man überhaupt noch Fenster einbaut. Die schwächen die Konstruktion. OLED-Bildschirme anstelle der Fenster würden die Konstruktion stabiler machen, und sie wären vermutlich auch noch billiger und grossfläichiger als diese kleinen Bullaugen.
      12 17 Melden
    • Pierre Beauregard 18.04.2018 13:05
      Highlight Zusätzlich wurde der Körper durch das kleine Kabinenfenster gequetscht, d.h. die inneren Verletzungen müssen verheerend gewesen sein.
      19 0 Melden
    • Real John Doe 18.04.2018 14:02
      Highlight Piloten hier? würde mich auch interessieren. Da oben ist es doch immer um die -50°, Sauerstoff gibt es kaum noch und die Reisegeschwindigkeit beträgt doch so ca +/- 800-900km/h. Ist das realistisch das man sowas überleben kann/könnte?

      Dieser Vorfall (also die Frau die raus gesogen wurde) erinnerte mich gleich an diesen Vorfall von 1988 als ein Flugzeug die Hälfte des Daches verlor.
      8 0 Melden
    • Hugeyun 18.04.2018 14:29
      Highlight Die andere Frage ist, ob ein Anschnallen die Person hätte auf dem Platz behalten können oder ob es vielleicht sogar trotz angeschnaller Person zu dem Vorfall kam
      22 0 Melden
    • wvl-live 18.04.2018 14:50
      Highlight Es ist tatsächlich extrem schwer, die Person wieder hereinzuziehen. Und die Temperaturen dort draußen sind schwer auszuhalten. Aber mir fällt spontan ein Fall ein, bei dem der Pilot halb herausgesogen wurde, aber trotzdem überlebt hat: de.wikipedia.org/wiki/British-Airways-Flug_5390
      11 1 Melden
    • Anded 18.04.2018 16:05
      Highlight Gab mal ein falsch verschraubtes Cockpitfenster welches rausgeflogen ist. Die Beine des Captains verfingen sich glücklicherweise auf dem Weg nach draussen. Aber sein Oberkörper hing dann die ganze Zeit bis nach der Landung draussen. Copilot konnte ihn zuerst festhalten, dann hat ein anderes Besatzungsmittglied festgehalten (und sich dabei auch erheblich verletzt), während der Copilot landete. Das unglaublichste daran: Der Captain hat überlebt!
      https://de.wikipedia.org/wiki/British-Airways-Flug_5390
      10 0 Melden
    • Real John Doe 18.04.2018 16:57
      Highlight Beim Aloha Airlines Flug 243 https://de.wikipedia.org/wiki/Aloha-Airlines-Flug_243 waren Teile des Rumpfes resp. das Dach des Flugzeugs ab dem Cockpit bis zu den Flügeln weg. Man muss sich das mal vorstellen. Man fliegt auf tausenden Meter mit ein paar hundert Stundenkilometer (mit Fensterplatz) und plötzlich fliegt das Dach weg. Neben dir gehts ein paar Kilometer runter und nur dein Gurt hält dich noch fest :-I
      4 0 Melden
    • Watson=Propagandahuren 18.04.2018 20:09
      Highlight Der Luftzug der schon ein solch eher kleines Loch bei solchen Geschwindigkeiten verursacht ist sicher nicht ohne, aber ich denke das rausziehen ist vor allem zu beginn.
      Die Kabine eines Passagierjets ist luftdicht entsprechend ist der Druck viel höher als ausserhalb.
      Wenn all der Überdruck dann ein kleines Loch zum entweichen bekommt...
      Aber schon extrem dass der ganze vordere Teil des Triebwerks fehlt. Genau das sollte eigentlich nicht passieren.
      0 0 Melden
    • Urs Kesselring 18.04.2018 20:35
      Highlight Und mir fehlt das Blut am Fensterrahmen, ehrlich, halb raus gesogen, ich Glaube wir wissen alle wie groß das Fenster ist.....
      0 3 Melden
  • Anded 18.04.2018 11:17
    Highlight Gibt es eigentlich schon Bilder, auf denen zu sehen ist wie ein Passagier die Sauerstoffmaske korrekt trägt? Ist ja nicht so, als würde das nicht vor JEDEM Flug gezeigt, dass die Maske über Mund und Nase gehört... xD
    196 7 Melden
    • Bijouxly 18.04.2018 12:23
      Highlight Das habe ich mich echt auch gefragt... 🤦‍♀️
      15 0 Melden
    • kiwitage 18.04.2018 13:17
      Highlight Das ist mir auch als Erstes aufgefallen...
      Nützt dir Maske überhaupt was, wenn man sie nicht richtig trägt?
      19 0 Melden
    • Ueli der Knecht 18.04.2018 19:04
      Highlight Yep, sie nützt, kiwitage, solange du dann auch durch den Mund atmest. Es geht nur darum, dass man genügend mit Sauerstoff versorgt wird (das Dumme ist, das man einen Sauerstoffmangel meistens selber nicht bemerkt).
      2 0 Melden
  • flying kid 18.04.2018 10:46
    Highlight Der Mann ist wie gelähmt. «Ich war überzeugt, dass das Flugzeug abstürzt». Was macht man in so einem Moment? Martinez kauft er sich für 8 Dollar Wifi-Guthaben, schreibt Messages an seine Liebsten und streamt die Szenen live auf Facebook!

    Natürlich, noch ein paar klicks auf facebook generieren 🤦🏼‍♂️

    Meine Hochachtung an die Crew, welche wie man hört, ruhig und besonnen weiter gearbeitet hat. Gut ausgebildete Profis halt.
    234 23 Melden
    • flying kid 18.04.2018 11:25
      Highlight @Clife
      Betreffend helfen magst du ja recht haben. Aber ich hätte andere Sorgen in so einem Moment als noch irgend welche Videos live zu streamen.
      Aber wie Erklär Bär so schön geschrieben hat. Danach zu den Medien rennen und eventuell noch schnell etwas Geld machen mit dem Leid anderen.
      Schöne neue Welt...
      40 9 Melden
    • meine senf 18.04.2018 13:56
      Highlight Wenn man damit rechnet, in wenigen Augenblicken zu sterben, kümmern einem Likes und Clickzähler und Medienberichterstattung wohl kaum.

      Eine letzte Nachricht an die Familie zu senden wohl schon eher. Und da man nicht weiss, ob der lokale Telefonspeicher oder SD-Karte das Unglück übersteht und, falls ja, analysiert wird, ist es sicher nicht verkehrt, wenn man es streamen oder uploaden kann.

      Ausserdem kann man in so einer Situation wohl kaum klar denken. Von dem her ist es etwas billig, aus dem Bürosessel aus jemanden für seine Handlungen in Todesangst zu kritisieren.
      12 8 Melden
    • flying kid 18.04.2018 16:54
      Highlight Sorry, wenn ich "Todesangst" habe, dann filme ich mich sicher nicht noch dabei 🤦🏼‍♂️
      11 4 Melden
    • flying kid 18.04.2018 21:18
      Highlight Ok, aber seine Maske konnte er nicht mehr korrekt über Mund und Nase tun.
      Gut, vieleicht war er mit seinem Handy zu sehr beschäftigt...
      Ich verstehs halt immer noch nicht.
      2 0 Melden
  • 7immi 18.04.2018 10:41
    Highlight "die heldin"... braucht es immer eine/n held/in? die cockpitcrew besteht aus zwei piloten. beide arbeiten in einer solchen situation zusammen und sind voneinander abhängig. sie hatte als captain die verantwortung, er hat aber auch sehr viel geleistet. es braucht beide, dass eine solche situation gut ausgeht. die piloten haben gute arbeit geleistet. gemeinsam.
    235 40 Melden
    • MissSophia 18.04.2018 11:24
      Highlight Die Geschichte passierte in den USA, da braucht es immer eine/n Held/in
      67 7 Melden

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