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Kein Bock auf Überwachung: Diese 28 Dörfer sagten Nein zum NDG

28.09.16, 08:40 29.09.16, 06:32

Diese Gemeinden sagten Nein zum NDG. karte: wikipedia, grafik: watson

Nur 29 von 2369 Gemeinden lehnten laut den Abstimmungsresultaten vom letzten Sonntag das neue Nachrichtendienstgesetz (NDG) ab. Die Zahl stimmt allerdings nicht ganz. Doch dazu später. Eines fällt auf: Es handelt sich praktisch ausschliesslich um ländliche oder gar Berg-Gemeinden mit wenig Einwohnern.

Die einzigen Ausnahmen sind die Zürcher Stadtkreise 3,4 und 5, sowie die Genfer Stadtviertel Paquis, Saint-Gervais, Prairie-Delices, Cluse-Roserale, Acacias, Mail-Jonction und Cropettes-Vidollet. Weil diese nicht als Gemeinden gelten, haben wir sie nicht in die Karte aufgenommen.

So sieht es im Urner Isenthal aus. Bild: KEYSTONE

In dieser Holzbox: Alle 108 gültigen Stimmzettel aus der Gemeinde Isenthal.  Bild: KEYSTONE

Doch was ist die Erklärung dafür? Wir haben die urchigen Gemeinden kontaktiert. Das Isenthal, in der hintersten Ecke des Kantons Uri, hat das NDG mit 62 zu 46 Stimmen abgelehnt. Gemeindeschreiberin Nicole Odermatt sieht dafür zwei Gründe: «Ich denke, es war zum einen Misstrauen gegenüber dem Neuen, gegenüber der Technik. Zum anderen war das Ganze nicht so genau definiert. Man wusste nicht im Detail, was passiert.»

In der Gemeinde Wolfhalden in Appenzell Ausserrhoden, hier haben 277 der gut 500 Wahlberechtigten das NDG abgelehnt, meint ein Beamter, der seinen Namen nicht in einem Artikel lesen möchte: «Es könnte einfach Zufall sein. Vielleicht sind die ganzen Terroranschläge auch etwas vergessen gegangen. Ich weiss es nicht. Wenn etwas direkt vor der Haustüre passiert, dann schreien alle nach mehr Sicherheit und auch Überwachung. Wenn grad nichts geschieht, ist es okay, so wie es jetzt ist.»

Fehler in der Statistik

Aufschlussreicheres kommt aus der Bündner Gemeinde Mathon. Dort erreichen wir den Gemeindepräsidenten Silvio Clopath, der sofort abnimmt. Im Hintergrund ist Kuhglocken-Gebimmel zu hören.

Als er auf das NDG-Nein angesprochen wird, lacht er und sagt: «Unser Resultat auf der Kantonshomepage stimmt leider nicht. Da wurden die Zahlen vertauscht. Es ist genau umgekehrt. Wir haben es angenommen und sind somit bei den Leuten.» Dann wären wir also noch bei 28 ablehnenden Gemeinden.

Ein Dorf von Abtrünnigen! Nein, nur ein Fehler in der Statistik. Mathon (GR) stimmte für das NDG. bild: gemeinde mathon

In anderen Gemeinden gestalteten sich die Nachforschungen schwieriger. In der Aargauer Gemeinde Rietheim erreichen wir nur einen Anrufbeantworter. Eine sympathische Frauenstimme sagt: «Wegen einer Weiterbildung sind unsere Büros am Dienstag und Mittwoch geschlossen. Die Kehrichtgebührenmärkli können sie aber auch im Restaurant Krone abholen. Wir begrüssen sie gerne am Donnerstag wieder.» Später werden wir doch noch von der Gemeindeschreiberin kontaktiert, sie meint aber schlicht: «Ich weiss es nicht, warum unsere Gemeinde das NDG angenommen hat.»

Fakt ist: Das NDG kommt, auch wenn die Gemeinde es mit 77 zu 60 Stimmen abgelehnt hat. Denn gesamtschweizerisch wurde die Gesetzesänderung mit 65,5 Prozent und von allen Kantonen angenommen.

NDG

  • Stände
  • Ja:23
  • Nein:0
  • Offen:0
AIARAGBEBLBSFRGEGLGRJULUNENWOWSGSHSOSZTGTIURVDVSZGZH
Endresultat
65.5%
34.5%
Kein Ständemehr nötig

«Der gläserne Bürger droht Realität zu werden!» Moment – über welches Gesetz haben wir gerade abgestimmt?

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Zeno Hirt, 25.6.2017
Immer wieder mal schmunzeln und sich freuen an dem, was da weltweit alles passiert! Genial!
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42
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42Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • ma vaff... 28.09.2016 18:42
    Highlight Es wird Zeit das Mattenenglisch zu reaktivieren:)...
    3 0 Melden
  • greeZH 28.09.2016 15:48
    Highlight Echt witzig der Verfolgungswahn hier drin. Die Linken und die Rechten sind sich in ihrem Schwarz/Weiss-Denken gar nicht so unähnlich.
    8 2 Melden
  • planeto 28.09.2016 14:59
    Highlight Da ist ja mein Heimatort Isenthal. Gemäss Wikipedia wohnen dort 100% Schweizer und keine Zürcher. Oh ist das ein schöner Ort.
    9 4 Melden
  • ichueberlegemirnochwas 28.09.2016 14:57
    Highlight Habe seit der Abstimmung nicht mehr darüber gesprochen, bin nun doch sehr sprachlos! Ich begreif das einfach nicht! Wie konnten wir uns nur für dieses Werkzeug entscheiden? In ca. 10 Jahren werde ich wohl unsere Geheimsprache (CH-Deutsch) in andere Sprachen übersetzen wollen/müssen! pff... Kopf hoch!
    7 4 Melden
  • Radiochopf 28.09.2016 11:44
    Highlight Wenigstens einige Dörfer die verstanden haben, um was es wirklich ging. Man lässt uns über Massenüberwachung abstimmen und wir sagen ja dazu?! nur weil die Leute die Lüge glauben, dass damit Terror-Attacken verhindert werden sollen? Vorallem nützt das neue NDG wohl mehr den ausländischen Geheimdiensten als unseren.. Überwachung ist gegen Meinungsfreiheit und Demokratie, genau das was die Schweiz doch eigentlich auszeichnet?¨!
    31 12 Melden
    • Gelöschter Benutzer 28.09.2016 16:00
      Highlight Überwachung ist nicht gegen die Demokratie, wenn sich die Mehrheit und sogar unsere 7 Bundesräte dafür aussprechen.

      Man sollte Demokratie einfach nicht immer mit etwas gutem assoziieren.

      Wenn sich die Mehrheit durch Wahlempfehlungen sei es durch die offizielle Empfehlung des Bundesrats oder teure Werbekampagnen beeinflussen lassen, dann nimmt auch die direkte Demokratie gefährliche Züge an.

      Schlussendlich kommen nur Vorstösse mit einflussreichen und wohlhabenden Unterstüzern durch.
      9 1 Melden
  • Blutgrätscher 28.09.2016 11:16
    Highlight Wenn man sich die Kleinstgemeinde Bister im Oberwallis mal anschaut, erklärt sich die Häufung der Nein-Resultate in den Bergdörfern:

    5 Ja
    8 Nein

    Bei einer so kleinen Stichprobe kann eine Familie die dafür/dagegen ist, einen riesugen Unterschied machen.
    17 0 Melden
  • herschweizer 28.09.2016 11:06
    Highlight Aus Wolfhalden kann man easy auf die Nachbargemeinden herabspannern. Die kennen das genau.
    16 0 Melden
  • The fine Laird 28.09.2016 11:02
    Highlight Chreis 5💪
    13 4 Melden
  • WolfCayne 28.09.2016 10:55
    Highlight Waltensburg/Vuorz. Bitte achtet doch auf die offiziellen Gemeindenamen, das ist vor allem bei einer Kleinstsprache wichtig. Und dabei sogar belustigend "hö hö Furz" ;-)
    7 1 Melden
  • Die verwirrte Dame 28.09.2016 10:36
    Highlight Scheinbar verfügt die Schweiz nur über 29 Gemeinden mit intelligenten Einwohnern...

    "People willing to trade their freedom for security will receive neither..." - Benjamin Franklin
    35 19 Melden
    • Gilbert Schiess 28.09.2016 11:09
      Highlight Dame, darf ich Dich berichtigen: mit genügend intelligenten Einwohnern.
      21 4 Melden
    • Die verwirrte Dame 28.09.2016 12:32
      Highlight Gilbert, du hast recht. Danke...:)
      5 1 Melden
    • Philu 28.09.2016 12:33
      Highlight Da muss ich Gilbert Schiess Recht geben. Liebe Dame, Ihre Aussage würde bedeuten, dass die 29 Gemeinden mit 100% Nein und der Rest der Schweiz mit 100% Ja zum NDG abgestimmt haben. Soviel zum Thema Intelligenz. Reicht wohl nur gerade um Benjamin Franklin zu zitieren...
      3 9 Melden
    • Die verwirrte Dame 28.09.2016 14:04
      Highlight Philu, ich denke jeder GENÜGEND INTELLIGENTE hat verstanden, worauf ich hinaus will ;)
      11 5 Melden
  • Mrum 28.09.2016 10:15
    Highlight Dass es sich um Berggemeinden handelt ist schon rein statistisch gesehen nachvollziehbar. In kleinen Stichproben sind Extremwerte (grosse Abweichung vom Durchschnitt) häufiger anzutreffen, da ein Abweichen von einzelnen Wählern prozentual einen grösseren Einfluss aufs Ergebnis hat. Die kleinsten Gemeinden sind nun mal in den Bergen.
    Eine Kausale Interpretation des Ergebnisses ist also nicht nötig. Klassische Verwechslung von Korrelation und Kausalität.
    19 3 Melden
  • Mikee 28.09.2016 10:06
    Highlight Easy. Benutze Signal, Telegram, PGP Mail (PEP), TOR. Hoffentlich falle ich ins ND Raster und sie arbeiten Monate daran meine Nachrichten zu entschlüsseln und zu analysieren. Schlussendlich sehen sie dann wo ich heute zu Mittag gegessen habe. :) - R.I.P "Art. 13 Schutz der Privatsphäre" † 25.09.2016 aber nicht kampflos.
    22 5 Melden
  • Pokus 28.09.2016 09:46
    Highlight Das angeborene Bedürfnis nach Privatsphäre ist also lediglich die Angst vor dem Neuen.
    Dabei wird schon "überwacht", seit es Menschen gibt.
    8 27 Melden
  • Carmo 28.09.2016 09:37
    Highlight Es ist ohnehin kurios. Ich kenne nicht eine Person die für das NDG gestummen hat. Dafür ist das Resultat viel zu klar.
    43 19 Melden
    • Mikee 28.09.2016 10:00
      Highlight Ich kenne in meinem Privaten wie auch Arbeitsumfeld auch keine einzige Person ... geh mal davon aus das die NEIN "Abstimmer" nicht Abstimmen gingen...
      17 3 Melden
    • Sillum 28.09.2016 10:43
      Highlight Die welche "gestummen" haben, verstanden vielleicht nicht um was es sich handelte. Ein bisschen habe ich auch Dich in Verdacht, vielleicht nicht so ganz zu wissen um was es da wirklich geht.
      4 6 Melden
    • greeZH 28.09.2016 11:00
      Highlight Dann ist wohl dein Bekanntenkreis sehr einseitig.
      6 8 Melden
    • Chris_theOne 28.09.2016 11:30
      Highlight Ich kenne auch niemanden, der da Ja gestimmt hat. Ich selbst hatte die Abstimmung aber leider verpennt. Bei der EInwanderung etc. wurde viel mehr Werbung gemacht.
      Schweizerstaat=Überwachungsstaat
      6 4 Melden
    • demokrit 28.09.2016 12:34
      Highlight Aus meinem Umfeld kann ich 5 Nein-Stimmen vorweisen. Keine Ja-Stimmen.
      3 4 Melden
    • pamayer 28.09.2016 23:10
      Highlight sorry: versehentlich geblitzt statt gehertzt.
      ich komme in meinem umfeld auf sicher 15 mein und 0 ja.
      2 1 Melden
    • Carmo 29.09.2016 09:39
      Highlight @Sillum: Entschuldige mein schlechtes Deutsch (mimimi). Wir dürfen uns gerne auf ein kühles Blondes zusammensetzen und darüber ausgiebig diskutieren.

      Der Bund beschattet uns ohnehin, nur waren wir dumm genug dies auch noch offiziell zu erlauben. - Ich bin schon etwas enttäuscht von meinen Mitbürger /-innen. Aber das gilt es nun zu akzeptieren. Dann muss ich wohl andtändig bleiben. ^^
      2 0 Melden
  • Roaming212 28.09.2016 09:32
    Highlight Wie NDG-Gegner in Wahrheit aussehen:
    22 74 Melden
    • madeinzueri 28.09.2016 10:22
      Highlight Sehr passendes Profilbild.
      20 0 Melden
    • demokrit 28.09.2016 10:36
      Highlight Aluhüte sind Personen, die sich ihre eigene historische Entwicklung zusammen leugnen:
      https://de.wikipedia.org/wiki/Fichenskandal
      9 2 Melden
    • Pasch 28.09.2016 11:22
      Highlight How you look like!
      14 1 Melden
    • Radiochopf 28.09.2016 11:35
      Highlight @Roaming212 Leute die Probleme mit anders denkenden Menschen haben und sie deshalb als Aluhut-Träger, Trolle usw. beschimpfen sind ziemlich engstirnig, egoistisch und die Wahrheit anscheinend nur für sich gepachtet. Scheint leider ein Trend zu sein...
      12 4 Melden
  • Luca Brasi 28.09.2016 09:29
    Highlight Vielleicht haben diese Gemeinden etwas zu verbergen, wenn man der Logik einzelner Befürworter folgt. ;)
    45 4 Melden
  • Pasch 28.09.2016 09:29
    Highlight Ich kann das Resultat immernoch nicht ernstnehmen, subjektiv sind Ja und Nein Stimmen vertauscht worden.
    39 24 Melden
    • Gelöschter Benutzer 28.09.2016 10:05
      Highlight Ist mir bei anderen Watson-Usern auch aufgefallen, dabei war ein Ja, wenn auch vielleicht etwas weniger deutlich (eher so 55-60%), erwartet gewesen. Der durchschnittliche Stimmbürger ist 50+ und eher konservativ, während Watson-User grösstenteils halb so alt und liberal sind. Da die Berichterstattung von Watson zum NDG etwas arg einseitig war und die Kommentarspalte wie so oft einer Echokammer gleichte, würde ich dir anraten vor der nächsten Abstimmung auch andere Medien beizuziehen um Überraschungen zu vermeiden.
      14 1 Melden
    • Pasch 28.09.2016 11:34
      Highlight Woher bei Watson der Wind weht ist mir schon bewusst, dass macht es ja auch so angenehm. Und auch die häufung von fragwürdigen Kommentaren gerade vor Abstimmungen ist immer wieder faszinierend, aber ich einbeziehe da auch mein Umfeld ( Freunde, Büro, etc) plus was ich sonst noch aufschnappe...
      Zu keinem Zeitpunkt war das Ergebnis gefährdet... hmmm ok zu älteren hab ich eben keinen grossen Bezug und das die den Ausschlag gegeben haben, habe ich mir auch schon gedacht... naja
      Aluhut AUF! :-)
      9 0 Melden
  • Donald 28.09.2016 09:20
    Highlight Ist das Sommerloch nicht schon vorbei?
    14 21 Melden
  • Malu 81 28.09.2016 09:17
    Highlight Nicht informiert, oder Freiheitsliebend?
    Wie lange wird es dauern bis uns ein Chip unter die Haut gespritzt wird? Mit AHV Nummer und ID. Big Brother is watching you!
    57 20 Melden
    • Die verwirrte Dame 28.09.2016 10:39
      Highlight Seh' ich genau so !!!
      6 2 Melden
    • http://bit.ly/2mQDTjX 28.09.2016 11:30
      Highlight Ein Chip unter die Haut wäre vielleicht nicht schlecht.

      Vorallem, wenn man das ganz billig herstellen könnte, so dass auch die andere Hälfte der Menschheit am wirtschaftlichen und politischen Leben teilnehmen darf.

      Das sind rund vier Milliarden Menschen, die bisher ausgeschlossen sind, weil sie nicht über die nötigen Papiere verfügen, und oft nicht einmal ihre eigene Existenz belegen können.

      Wie willst du diese ausgeschlossenen Leute (die Hälfte der Menschheit) in die Gesellschaft integrieren und gleichzeitig Missbräuche verhindern? Ohne Technik wird's kaum gehen, oder wie?
      0 5 Melden
    • Malu 81 28.09.2016 14:37
      Highlight Lorent Patron / Ich würde meinen Chip
      gerne weitergeben.
      2 0 Melden
    • http://bit.ly/2mQDTjX 28.09.2016 16:18
      Highlight Das kann ich gut nachvollziehen, Malu. Es wird Sache des Chip-Herstellers sein, dein Vertrauen zu gewinnen. Wenn das nicht gelingt, dann empfiehlt sich wirklich, darauf zu verzichten. Es ist jedenfalls sicher richtig, solche Dinge sehr kritisch zu hinterfragen.
      1 0 Melden
  • nadeku 28.09.2016 09:13
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