Schweiz
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Matthias Aebischer, SP-Nationalrat, Mitte rechts, demonstiert mit Journalistinnen und Journalisten der Schweizerischen Depeschenagentur SDA (ATS) und Gewerkschaftsvertretern gegen den geplanten Stellenabbau, am Dienstag, 30. Januar 2018, in Bern. Die SDA will rund 40 ihrer 180 Arbeitsstellen abbauen. (KEYSTONE/Anthony Anex)

Politiker und Journalisten demonstrieren gegen den geplanten Abbau bei der SDA. Bild: KEYSTONE

SDA-Verwaltungsrat: «Kantone haben kein Recht auf einen gratis Rundumservice»

Bei der Schweizerischen Depeschenagentur (SDA) brodelt es weiter. Die Verhandlungen zwischen Verlag und Redaktion sind geplatzt. Im Interview fordert Verwaltungsrats-Mitglied Matthias Hagemann, dass der Bund der kriselnden Nachrichtenagentur mit vier Millionen Franken unter die Arme greift.



Herr Hagemann, bei der SDA will einfach keine Ruhe einkehren. Nun sind die Verhandlungen mit der Redaktion nach vier Runden geplatzt. Wie kam es dazu?
Matthias Hagemann: Das frage ich mich auch. Wir starteten mit einem grosszügigen Sozialplan und machten während der Verhandlungen sogar noch weitere Zugeständnisse. Ich hegte wirklich die Hoffnung, dass wir den Streit bald beilegen können.

Worauf führen Sie es zurück, dass die Redaktion nicht eingestiegen ist auf den «grosszügigen Sozialplan» über 2,5 Millionen Franken?
Das ist mir wirklich auch ein Rätsel. Konkret geht es um 12 Frühpensionierungen und acht Kündigungen ohne Anschlusslösung. Für diese steht ein grosser Teil der 2,5 Millionen Franken zur Verfügung, das ist ein sehr gutes Angebot. Ich will niemandem etwas unterstellen. Aber ich hatte persönlich den Eindruck, dass die Gewerkschafter gegen Schluss komplett das Zepter übernommen haben – und ihre eigene Profilierung über die Interessen der Redaktion stellten.

Matthias Hagemann

Matthias Hagemann ist Mitglied des SDA-Verwaltungsrates.  Bild: basilisk.ch

«Das Interview war geradezu darauf angelegt, Herrn Schwab schlecht aussehen zu lassen.»

Am Anfang des Streits stand ein Interview, das Ihr CEO Markus Schwab der «NZZ am Sonntag» gegeben hatte. Darin sagte er, die SDA sei keinem Service-public-Gedanken verpflichtet. War diese Aussage ein Fehler?
Das Interview war geradezu darauf angelegt, Herrn Schwab schlecht aussehen zu lassen. Man muss wissen, dass es von einem ehemaligen SDA-Journalisten geführt wurde. Er hat gewisse Aussagen stark zugespitzt.

Und diese Zuspitzungen sind Ihren Kommunikationsleuten beim Gegenlesen durch die Lappen gegangen? Oder wurden die Kürzungen erst nach der Autorisierung vorgenommen?
Das weiss ich nicht.

Eine der Hauptforderungen der Redaktion bleibt, dass sich der Verwaltungsrat zum Service-public-Charakter der SDA bekennt. Tun Sie das?
Da muss man sehr präzis sein: Die SDA hat keinen Service-public-Auftrag – von wem auch? Sie ist ein privates Unternehmen, das von den Verlagen zu Selbsthilfezwecken gegründet worden war. Der Service-public-Gedanke beschränkt sich auf den Basisdienst: Dieser wird mehrsprachig betrieben, obwohl etwa der französische Dienst massiv defizitär ist. Das ist meiner Meinung nach Servic public in Reinkultur.

«Allerdings haben die Kantone kein Recht auf einen gratis Rundumservice der SDA.»

Um diese Leistungen bangen nun die Kantone. So äusserten etwa die Basler und die Bündner Regierung die Befürchtung, dass es der SDA nach der Sparrunde nicht mehr möglich sein wird, umfassend aus ihren Regionen zu berichten. Was sagen Sie dazu?
Ich glaube nicht, dass Grund zur Sorge besteht. Allerdings haben die Kantone kein Recht auf einen gratis Rundumservice der SDA. Wenn die Regierungen wollen, dass in jeder Parlamentsdebatte ein SDA-Journalist anwesend ist, dann müssen sie halt auch bereit sein, dafür zu bezahlen. Das Angebot in den Regionen wird aber auch nach der Restrukturierung sehr gut sein.

Ganz konkret: In welchem Ausmass wird die SDA nach der Sparrunde noch in der Lage sein, über Ereignisse in den Regionen zu berichten?
In dem Ausmass, wie es unsere Kunden wollen und bereit sind, dafür zu zahlen.

«Nur eine multimediale Medienagentur wird in Zukunft noch eine Daseinsberechtigung haben, das ist die feste Überzeugung des Verwaltungsrates.»

Sie streichen 35 von 150 Vollzeitstellen, bevor überhaupt eine redaktionelle Strategie für die Zukunft vorliegt. Kommt dieses Vorgehen aus strategisch-unternehmerischer Sicht nicht einer Bankrotterklärung gleich?
Im Gegenteil! So macht das ein Unternehmer: Er schaut, dass er Ende Jahr herauskommt. Eine redaktionelle Strategie zu erarbeiten, wird Aufgabe der Chefredaktion sein – und sie arbeitet daran. Sicher ist, dass wir dank der Fusion mit Keystone vermehrt multimediale Leistungen anbieten werden. Denn nur eine multimediale Medienagentur wird in Zukunft noch eine Daseinsberechtigung haben, das ist die feste Überzeugung des Verwaltungsrates. Die Nachfrage nach blossen Texten nimmt ab.

Ist die Fusion mit Keystone nicht gerade der Grund dafür, dass die SDA nun so radikal fit getrimmt werden muss?
Nein. Der Grund dafür ist das klar geäusserte Bedürfnis der Kunden, weniger zu zahlen für die Leistungen der Nachrichtenagentur. Die Verlage machen schwierige Zeiten durch, fast alle Redaktionen im Land unterstehen einem Sparbefehl.

Im eingangs erwähnten «NZZ am Sonntag»-Interview sagte Markus Schwab, dass er vor rund einem halben Jahr bemerkt habe, dass die Kunden mit dem Angebot der SDA unzufrieden sind. Lief da nicht etwas gewaltig schief? Schwab ist seit fünfzehn Jahren CEO!
Markus Schwab leitet die SDA seit fünfzehn Jahren mit viel Umsicht und Können. Nur deshalb blieben wir bislang vor grösseren Sparübungen verschont. Was wir nicht sehen konnten, war, wie stark sich die Situation bei den Verlagen im letzten Jahr verschärft hat. Alle Zeitungen hofften nach dem Krisenjahr 2016, dass die Talsohle bei den Einnahmerückgängen bald erreicht ist. Doch stattdessen nahm der Druck im Herbst exponentiell zu.

Schwabs Aussagen haben die Redaktion nachhaltig verärgert. Ist er der richtige Mann, um die SDA nach der Restrukturierung in die Zukunft zu führen?
Ja. Der Verwaltungsrat hat Markus Schwab gestern ausdrücklich sein Vertrauen ausgesprochen. Er ist ein exzellenter CEO und der richtige Mann für diese Aufgabe. Die Redaktion sollte in Ruhe auch daran denken, wie sehr er ihr in den letzten Jahren den Rücken frei gehalten hat. Wenn es danach trotzdem Journalisten gibt, die nicht mehr mit ihm zusammenarbeiten möchten, kennen wir ja in der Schweiz einen freien Arbeitsmarkt.

«Der Streik hat dem Image der SDA Schaden zugefügt. Zudem wird er uns auch finanziell in die Bredouille bringen.»

Wie geht es nun, nach dem Scheitern der Verhandlungen, weiter?
Wir haben die Einigungsstelle des Staatssekretariats für Wirtschaft (SECO) angerufen und hoffen, so zu einer Lösung zu gelangen. Während des Einigungsverfahrens besteht eine 45-tägige Friedenspflicht, das heisst, ein weiterer Streik der Redaktion wäre widerrechtlich. Dies gilt unserer Meinung nach schon seit Einreichung des Gesuchs.

Ende Januar hat die Redaktion ihre Arbeit bereits während vier Tagen niedergelegt. Welche Folgen wird der Streik für das Unternehmen haben?
Der Streik hat dem Image der SDA Schaden zugefügt. Zudem wird er uns auch finanziell in die Bredouille bringen. Unsere Kunden zahlen dafür, dass wir eine Leistung erbringen. Nun haben wir diese Leistung eines Morgens plötzlich ohne Vorwarnung nicht mehr erbracht. Ich befürchte, dass die Kunden reagieren und Schadensersatzforderungen stellen werden. Ein erneuter Streik wäre diesbezüglich fatal.

«Nötig wäre eine Subvention in der Höhe von vier Millionen Franken – so hoch ist der Verlust, der uns entsteht, weil wir unsere Dienste mehrsprachig anbieten.»

Derzeit diskutiert die Bundespolitik darüber, ob die SDA künftig zwei Millionen aus der Medienabgabe – dem heutigen Billag-Topf – erhalten soll. Inwiefern würde das die wirtschaftliche Situation entspannen?
Das kommt sehr darauf an, welcher Leistungsauftrag damit verknüpft wäre. Im schlimmsten Fall führte der Auftrag zu Mehrkosten und unter dem Strich bliebe nichts übrig. Ganz grundsätzlich fände ich es einen besseren Anknüpfungspunkt, wenn der Bund die SDA im Rahmen des Sprachengesetzes – und nicht über das Radio- und TV-Gesetz – unterstützen würde. Nötig wäre eine Subvention in der Höhe von vier Millionen Franken – so hoch ist der Verlust, der uns entsteht, weil wir unsere Dienste mehrsprachig anbieten. In dieser Beziehung besteht volle Einigkeit zwischen den Sozialpartnern.

Wer ist die SDA? Wir verschaffen dir den Durchblick

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So lief der Protestmarsch der SDA ab

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    Alle Leser-Kommentare
  • Madmessie 21.02.2018 17:17
    Highlight Highlight Etwas weniger SDA wäre schon gut.

    Dann müssten wir nicht immer die gleichen News lesen in jeder Zeitung.
  • einmalquer 21.02.2018 12:17
    Highlight Highlight Der Streik habe dem Image der SDA Schaden zugefügt, sagt Hagemann,

    nachdem die Verleger/Besitzer der SDA den Streik provoziert hatten - Arbeitnehmer müssten sich viel öfter wehren, darum wehret nicht diesen Anfängen

    Ob die SDA künftig zwei Millionen aus der Medienabgabe erhalten soll, wird diskutiert.

    Hagemann meint, dass Im schlimmsten Fall der Auftrag zu Mehrkosten führt (mit Subvention ausgeglichen) und unter dem Strich nichts übrig bliebe.

    Der Sinn dieser Medienabgabe wäre nicht, dass etwas - Gewinne für die Verlage - übrig bliebe.
  • Wilhelm Dingo 21.02.2018 11:44
    Highlight Highlight Sehr viele Billagmillionen wären besser in der SDA investiert.
  • Wilhelm Dingo 21.02.2018 11:41
    Highlight Highlight Was sind die Betriebswirtschaftlichen Vorschläge der streikenden?
  • Obey 21.02.2018 10:26
    Highlight Highlight Ich glaube nicht der Streik an und für sich hat der SDA Schaden zugefügt, sondern das Gebaren von Schwab und dem Verwaltungsrat. Leute kurz vor der Pension zu entlassen um mehr Dividenden einzuheimsen, kein genügender Sozialplan, Arrogante & Demütigende Aussagen gegenüber den Journalisten, dass man es erst zu einem Streik kommen lassen muss, damit man zu Gesprächen bereit ist etc. Ich denke das dürfte nicht nur mir sauer aufstossen, sondern auch Anderen, welche genug haben von raffgierigen Turbokapitalisten. Diese hatten ihren Spass, aber langsam ist es genug.
  • Emperor 21.02.2018 09:51
    Highlight Highlight Wieso klingen all diese Interviews mit Verwaltungsräten von in Beschuss geratenen CEOs etc. immer gleich? die gleichen Floskeln, Meinungsmache gegen alle die Kritik üben und totale Abgehobenheit....?
  • Herbert Anneler 21.02.2018 09:35
    Highlight Highlight Gute Unternehmer wissen, dass Unternehmen länger leben und ertragreicher sind, wenn sie auch einen gesellschaftlichen Nutzen stiften, d.h. dass sie auch ummer einen Service public-Aspekt haben. Die Gier der Eigner trieb die SDA in die Krise - der Schaden ist für alle Beteiligten gross - eben auch für die Shareholder. Nur dumme Unternehmer sparen so brutal bei den Leistungen für die Kunden. Ich denke, die Kantone wären bereit gewesen, die Dienste der SDA mitzufinanzieren, wenn die Eigner nicht si ungeschickt (gierig) wie Elefanten im Porzellanladen gehandelt hätten. Miese Unternehmer!
    • Karoon 21.02.2018 10:58
      Highlight Highlight Nana... ein bisschen auf die Bremse treten. Vieles wissen wir Aussenstehende auch nicht. Es ist einfach mit dem Finger auf Leute zu zeigen. Was genau hinter den Kulissen und v.a. in den Gesprächen passierte, ist unklar. Und dass die Gewerkschaften ebenfalls mit harten Bandagen auftraten, sollte auch klar sein.
  • FrancoL 21.02.2018 09:26
    Highlight Highlight Ein langer Artikel mit einem einem Herr Hagemann der die Schuld weitgehend bei den anderen sucht, einen CEO stützt, der dem Artikel folgend immer etwas zu spät und nicht besonders visionär zu sein scheint.
  • Pius C. Bünzli 21.02.2018 09:08
    Highlight Highlight Der Staat soll unter die Arme greiffen? Wieso nicht gleich verstaatlichen..
  • seventhinkingsteps 21.02.2018 09:07
    Highlight Highlight "Wenn es danach trotzdem Journalisten gibt, die nicht mehr mit ihm zusammenarbeiten möchten, kennen wir ja in der Schweiz einen freien Arbeitsmarkt."

    Wow, absolut trotzige und arrogant Aussage.

    • karl_e 21.02.2018 11:08
      Highlight Highlight Nicht trotzig, sondern rotzig.
  • Karoon 21.02.2018 08:46
    Highlight Highlight Es geht vergessen, dass die SDA anders als die SRG keine Gelder aus dem Gebührentopf erhält. Wenn der SDA Gelder fehlen, müssen sie eingespart werden. Da die SDA vor allem Personalkosten hat, ist es naheliegend, dass Einsparungen beim Personal stattfinden.

    Anders als die SRG, kann die SDA nicht jährlich mit 1.2 Milliarden Franken, die ihr per Blankoscheck zugestellt werden, um sich schmeissen.
    • äti 21.02.2018 13:27
      Highlight Highlight Wieso?
  • Stop Zensur 21.02.2018 08:32
    Highlight Highlight Einfach mal abstimmen gehen. Meinungsumfragen liegen bei kontroversen Themen oft daneben.
  • IchSageNichts 21.02.2018 08:19
    Highlight Highlight Wieder mal typisch: Die SDA war selbsttragend unterwegs wie die UBS und die Besitzer profitieren. Dann wird sie defizitär wie die UBS und die Besitzer wollen keine Verluste tragen. Und dann gibts es irgendwelche Politiker die grosszügig fremdes Geld verteilen... Gestern die Rechten bei der UBS/Swissair heute die Linken bei der SDA ... Na toll!!
    Wenn irgend ein Sanitärgeschäft, Lebensmittelhandel oder Nail-Studio Probleme hat kommt auch nicht der Staat.
    • TheMan 21.02.2018 10:55
      Highlight Highlight IchSagenichts nimm die Swissair/UBS auch zu den Linken. Den die Lufthansa wollte Swissair schon früher. Die Linken ermöglichte dies der Lufthansa. In dem Sie nicht gerettet wurde. So verkaufen wir die Schweiz ins Ausland.
    • äti 21.02.2018 13:34
      Highlight Highlight Um dem Durcheinander nachzuhelfen, nimm AluSuisse, Papierfabriken, Rigi, Luzern, Zug, ..... dazu. TheMan liefert die Details, neutral recherchiert natürlich.;)
    • Brummbaer76 21.02.2018 14:11
      Highlight Highlight Was für ein Quatsch. Die Swissair war fest in Bürgerlicher Hand. Der Zuständige Bundesrat für Finanzen war Kaspar Villiger (FDP). Das Grounding der Swissair war ein Projekt der Banken UBS und Credit Suisse, mit dem Ziel den Flugbetrieb in die Crossair zu überführen. Darum fliegt die Swiss immer noch mit dem Kürzel LX von der Crossair.
      Die Linken setzten sich für eine Rettung der Swissair ein. Der Verkauf an die Lufthansa fand statt weil die Lösung Crossair/Swiss nicht den erwünschten erfolg brachte und kurz vor der Pleite stand.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Panna cotta 21.02.2018 08:15
    Highlight Highlight Wie kann man einen Mann, der es in der Schweiz zu einem Streik kommen lässt, einen "exzellenten CEO" nennen? Ich will mir von aussen kein Urteil anmassen, aber ein exzellenter CEO ist Schwab ganz bestimmt nicht.
  • derEchteElch 21.02.2018 08:12
    Highlight Highlight „Die SDA hat keinen Service-public-Auftrag (..) Sie ist ein privates Unternehmen, das von den Verlagen zu Selbsthilfezwecken gegründet worden war„

    Und eben jene Verlage waren es doch, welche den Preis der SDA Dienstleistungen massiv gedrückt haben. Namentlich z.B. AZ-Medien (watson) und Tamedia (20min).

    Sollen die Verlage doch wieder mehr zahlen oder lieber ein paar Journalisten aus den eigenen Redaktionen entlassen.

    SDA-Artikel werden ohnehin copy&paste abgedruckt. Warum es dafür einen Journalisten braucht ist mir schleierhaft..
    • djangobits 21.02.2018 08:43
      Highlight Highlight Genau. Die Verleger sind hier die eigentlichen Böhlimänner.
    • djangobits 21.02.2018 09:23
      Highlight Highlight Genau. Interviewt mal den Wanner, weshalb er die SDA so in die Zange genommen hat. Und wie sein Sozialplan beim nächsten Abbau aussehen wird....
    • El_Guero 21.02.2018 11:09
      Highlight Highlight schön, dass du dich auf den Schweizer Redaktionen auskennst... Klar brauchts für sda-Artikel keinen Journi, die müssen meistens nur leicht angepasst werden. Aber das ist ja nicht alles, was wir machen. Glaub mir, da wurden in den letzten Jahren schon genug Leute entlassen bzw. Stellen nicht wieder besetzt. Die Verlage führen mit dem Preisdruck bei der sda das weiter, was sie in ihren eigenen Redaktionen schon lange durchziehen. Übrigens auch ein Grund, warum sich viele mit den Streikenden solidarisiert haben.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Don Alejandro 21.02.2018 08:12
    Highlight Highlight Journalismus lässt sich nicht mehr direkt finanzieren, die klassischen (Zeitungs-)Verlage haben zum Zeitpunkt des Durchbruchs des Internets den Eintritt verpennt und können parallel mit Print nur querfinanziert werden. Ähnliche Diskussion wie NoBillag, wieviel wert ist uns unabhängiger Journalismus.
    • sir_kusi 21.02.2018 09:02
      Highlight Highlight „...uns Wert...“: Meinst du damit finanziert vom Staat? Nur weil die Verlage unfähig waren, für ihre Inhalte etwas zu verlangen? Eher noch sollten Gratis-Angebote (Zeitungen und Online) verboten werden, um eine flächendeckende Beeinflusszung zu verhindern. Vor 20 Jahren war auch keine Zeitung gratis und niemand hat die Unabhängigkeit der 4. Macht oder deren journalistische Qualität in Frage gestellt.
    • Don Alejandro 21.02.2018 21:52
      Highlight Highlight @sir_kusi: Die Zeiten haben sich halt verändert. Vor zwanzig Jahren stand das Internet noch in den Kinderschuhen. Und die journalische Macht und Qualität steht sehr wohl in Frage. Und dies hat direkt mit dem internet zu tun. Lies mal den Bericht von Wired und den Einfluss von FB in Bezug auf FakeNews. https://www.wired.com/story/inside-facebook-mark-zuckerberg-2-years-of-hell/
  • Majoras Maske 21.02.2018 08:09
    Highlight Highlight Wenn die sda wegen dieser Fusion eine mehrheitlich österreichische Aktiengesellschaft wird und Jahr für Jahr eine Dividende in der Höhe von 1 Mio auszahlen muss, soll der Bund sicher nicht Millionen Subventionen leisten. Der Bund kann gerne Geld für mehrsprachigen Service publique ausgeben, aber nicht an gewinnorientierte Firmen in Privatbesitz die wie Zitronen ausgepresst werden. Zur Not kann auch eine neue Agentur gegründet werden wenn sie die sda völlig an die Wand fahren.
    • djangobits 21.02.2018 08:45
      Highlight Highlight Mehrheitlich ist falsch. Die APA wird 30% an der neuen keystone-sda halten.
  • Arneis 21.02.2018 08:00
    Highlight Highlight Verstaatlichen und all diese unausstehlichen Hr. Hagemanns herauswerfen.
    • djangobits 21.02.2018 08:46
      Highlight Highlight Verstaatlichen? Eine Nachrichtenagentur? Die 4te Gewalt im Staat? Das halte ich im Grundsatz bereits für problematisch. Wie garantierst Du die Unabhängigkeit von genau diesem Staat?
    • loquito 21.02.2018 17:58
      Highlight Highlight djangobits.... Und wie garantierst du die Unabhängigkeit von Aktionären und Wirtschaft? Also mir ist staatlich fast sympathischer...
  • MacB 21.02.2018 07:59
    Highlight Highlight Ein sehr sachliches Interview, mal ohne VR-Bashing ;)

    Es ist immer enorm schwierig, von aussen zu urteilen, ohne die Details zu kennen. Aber dass Gewerkschaften, (insbesondere einzelne Exponenten) die eigene Profilierung in den Vordergrund stellen und die eigentliche Sache vergessen, geschieht schon mal. Da gabs bsp.weise in Deutschland einige solcher Fälle.
    • satyros 21.02.2018 11:07
      Highlight Highlight Dass der VR den Gewerkschaften den Schwarzen Peter zuspielen will, war abzusehen. Gewerkschaftsbashing kommt in der Schweiz immer an. Am Liebsten wäre es den Arbeitgebern, wenn es keine Gewerkschaften gäbe. Dann könnten sie immer direkt mit den Angestellten verhandeln, diese unter Druck setzen und deren Unerfahrenheit ausnutzen.
    • MacB 21.02.2018 11:40
      Highlight Highlight Da hast du schon recht. Andererseits sehe ich auch aus berfulichen Gründen immer die andere Seite (Geschäftsführung).

      Es gibt auch Gewerkschaften, die vergessen einfach, dass wenn man ihre Wünsche einfach erfüllt, die UNternehmen pleite gehen. Dann ist niemandem geholfen, dann braucht es auch keine Gewerkschaften mehr.

      Es braucht wie meistens im Leben, einfach ein gesundes Mittelmass (es braucht auch die GEwerkschaften) und vor allem gesunden Menschenverstand.
  • Pbel 21.02.2018 07:47
    Highlight Highlight Den letzten Absatz mag ich: Geschäftsleitung und Belegschaft sind sich vollständig einig, das man gerne des Geld anderer ausgeben/einnehmen würde :)
  • sir_kusi 21.02.2018 07:45
    Highlight Highlight Ich finde es eine Frechheit, dass zb watson und andere Medien mit gratis angebotenen Artikeln ihr Geld verdienen und nun indirekt fordern, dass diese (SDA-) Artikel von mir als Steuerzahler finanziert werden sollen. Wenn das Geld nicht ausreicht, die Journalisten anständig zu bezahlen, muss man halt aufhören die Inhalte gratis anzubieten und die Werbeeinnahmen auch noch mit Facebook/Google zu teilen.
    • #bringhansiback 21.02.2018 08:11
      Highlight Highlight Gerade den letzten Abschnitt unterstütze ich definitiv. Ich wünsche mir schon lange ein freiwilliges Abo hier bei Watson, ähnlich wie es z.B golem.de anbietet. Ohne Werbung, ohne Tracker, bis auf den WEMF meinetwegen. Dieses schliesse ich sofort ab, solange es nicjt so überzogen wie der TAMedia Versuch ist.
    • äti 21.02.2018 08:50
      Highlight Highlight ... oder der Köppel-Versuch ;)
    • satyros 21.02.2018 11:12
      Highlight Highlight Der Tagesanzeiger kostet digital Fr. 178 im Jahr. Was daran überzogen sein soll, muss man mir erklären. Journalismus kostet.
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