Schweiz
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Projer erhält nach No-Billag-Arena Todesdrohungen auf Twitter

Jonas Projer
Moderator Arena
2015

Copyright: SRF/Oscar Alessio
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Die Veröffentlichung im Zusammenhang mit Hinweisen auf die Programme von Schweizer Radio und Fernsehen ist honorar ...
Braucht eine dicke Haut: Arena-Moderator Jonas Projer. 

Projer erhält nach No-Billag-Arena Todesdrohung auf Twitter

04.02.2018, 01:3804.02.2018, 09:23
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Arena-Moderator Jonas Projer ist sich ein Wort-Kampf mit harten Bandagen gewohnt. Doch nach der hitzigen Abstimmungsarena zu No Billag musste aber der 36-Jährige wohl leer schlucken. 

Ein anonymer Twitter-User bedroht ihn und seine Familie massiv. «Mitten in der Nacht werden wir kommen und dich richten», schreibt dieser unter dem Pseudonym «Stoplügenmedien».

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Die Todesdrohung rüttelt Projer auf. Auf Twitter wendet er sich an seine Follower: «Soll man das der Polizei melden oder wäre das überreagiert?»

Der Tenor der Twitter-User ist klar: Mit diesen Drohungen hat der Troll die rote Linie überschritten. «Da muss man handeln, die Drohung ist jenseits von allem, was ich bisher gesehen habe», schreibt etwa Sandro Lüscher.

Eklat vor No-Billag-Arena
Vor der dritten «Arena»-Sendung zu No Billag kam es am Freitagabend hinter den Kulissen offenbar zum Eklat. Das berichtet die SonntagsZeitung. Als Moderator Jonas Projer den Gästen den Sendeablauf erläuterte, protestierte No-Billag-Initiant Olivier Kessler. «Etwa zehn Minuten vor Aufzeichnungsbeginn fing er plötzlich an, das ganze Setting der Sendung zu kritisieren», sagt André Moesch, Präsident von Telesuisse, der als Vertreter der Privatsender geladen war. «Er bezeichnete Projer als Billag-Profiteur, der die Sendung deshalb nicht moderieren könne», sagt Moesch. «Dann verlangte Kessler, dass er das Interview mit Bundesrätin Doris Leuthard selber führen könne, da der Moderator zu wenig unabhängig sei.» Darauf sei Projer nicht eingegangen.

Von einem «Knall» spricht FDP-Ständerat Joachim Eder, der als Initiativ-Gegner in der Sendung auftrat. «Die Stimmung war danach ziemlich gehässig.» Mehrere «Arena»-Gäste bestätigen diese Darstellung und sprechen von einem «krassen» Verhalten. Kessler seinerseits spricht von einer «SRF-Skandal-Arena».

Andere Twitter-Nutzer haben die Hasstirade bereits bei Twitter gemeldet. Dennoch ist der Account nach wie vor (Stand Sonntagnacht) aktiv. 

«Stoplügenmedien» verbreitet derweil massenhaft islam- und ausländerfeindliche Kurznachrichten. Und wiederholt die Drohungen. «Ah die linken Landeszerströer wollen melden und ignorieren. Wir werden euch trotzdem kriegen», schreibt der User in einem weiteren Tweet. 

(amü)

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131 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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bossac
04.02.2018 04:04registriert Juni 2014
Unglaublich was sich manche Menschen in der vermeintlichen Anonymität des Internet getrauen. Da bedroht jemand die Kinder eines Moderators nur weil dieser wahrscheinlich ein paar Wunde Punkte getroffen hat. Wie krank muss man sein, dass man jemanden wegen einer politischen Meinungsverschiedenheit in einem von Frieden, Reichtum & Stabilität verwöhnten Land bedroht. Ich hoffe diese Person wird die volle Härte der Justiz zu spühren bekommen. Regt sich auf Twitter tagtäglich über kriminelle Migranten auf, dabei lässt er sich selbst zum grössten Abschaum der Gesellschaft einordnen.
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Max Cherry
04.02.2018 02:21registriert November 2016
Toll! Im wenigen Jahren haben wir es vom Land, im dem der Bundespräsident ohne Security in der Öffentlichkeit auf den Zug wartet, zum Land gebracht, das einen Moderator und seine Kinder mit dem Tod bedroht, weil er einen Populisten beim Lügen entlarvt.
Wenn jemand dieses Land und seine Demokratie bedroht, dann sind dies eindeutig die neoliberalen, rechten Spinner rund um die SVP, die behauptet die Retter der Eidgenossenschaft zu sein. Und der dumme Bauer auf dem Lande kauft ihnen diesen Scheiss noch ab und stimmt gegen seine natürlichen Interessen. Das Niveau sinkt stetig in Richtung USA.
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Black Cat in a Sink
04.02.2018 07:51registriert April 2015
Diese Initiative hat nur damit zu tun, politisch anders denkende zum Schweigen zu bringen. Dort wo die Argumente ausgehen, wird gedroht.
Die Schweiz hat den Anstand, Moral und Würde verloren. Es ist kalt geworden im Land! Saukalt!
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Rösti muss die SRG noch stärker in die Schranken weisen
Die Senkung der SRG-Gebühr auf 300 Franken ist ein richtiger Entscheid. Noch wichtiger aber wird die neue Konzession: Die SRG muss sich auf den Service public konzentrieren.

Albert Rösti beweist Stehvermögen. Trotz heftigem Widerstand in der Vernehmlassung hat sich der Medienminister im Gesamtbundesrat durchgesetzt. Die Radio- und Fernsehabgabe wird bis 2029 auf 300 Franken pro Jahr gesenkt. Es ist eine Art Gegenvorschlag zur Volksinitiative «200 Franken sind genug!», von der der Bundesrat nichts wissen will.

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