Schweiz
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Pisa-Studie: Schüler in der Schweiz ticken ein bisschen anders als in den übrigen Ländern

19.04.17, 15:52 19.04.17, 16:40


Die 15-Jährigen in der Schweiz sind zufrieden mit ihrem Leben - zufriedener als Gleichaltrige in den meisten anderen OECD-Ländern. Das zeigt eine am Mittwoch veröffentlichte PISA-Studie.

4 von 10 sind sehr zufrieden

Auf einer Zufriedenheitsskala von 0 bis 10 gaben die Schülerinnen und Schüler in der Schweiz im Schnitt 7.72 an. Im Vergleich der 35 OECD-Staaten ist das ein hoher Wert: Zufriedener sind nur die Jugendlichen in Mexiko, Finnland, den Niederlanden und Island.

Schweizer Schülerinnen fühlen sich wohl. Bild: KEYSTONE/TI-PRESS

39.6 Prozent der Schweizer Schülerinnen und Schüler sind mit ihrem Leben «sehr zufrieden» (9 oder 10 auf der Skala). Im Durchschnitt der OECD-Länder sind lediglich 34.1 Prozent sehr zufrieden. Unzufrieden (0 bis 4 auf der Skala) zeigten sich in der Schweiz 7.4 Prozent. Im Durchschnitt der OECD-Ländern sind 11.8 Prozent unzufrieden.

Weniger Prüfungsangst

Schweizer Jugendliche gehen auch vergleichsweise entspannt mit Prüfungen in der Schule um. Zwar gaben 33.5 Prozent an, auch dann vor einem Test sehr nervös zu sein, wenn sie gut vorbereitet seien. Im Durchschnitt der OECD-Länder sagten das aber mehr als die Hälfte (55.5 Prozent).

In der OECD sind deutlich mehr als die Hälfte der Schüler vor einer Prüfung nervös. Bild: AP

Auch fühlen sich in der Schweiz gemäss der Studie weniger Jugendliche in der Schule ausgeschlossen als anderswo. Über 88 Prozent zeigten sich überhaupt nicht einverstanden mit der Aussage «ich fühle mich wie ein Aussenseiter». Nur in Spanien, Italien, Südkorea und den Niederlanden fühlen sich noch weniger Jugendliche ausgeschlossen.

Weniger ehrgeizig

Ferner sind Schülerinnen und Schüler hierzulande offenbar weniger ehrgeizig als anderswo: Nur 40 Prozent wollen zu den besten Schülern der Klasse gehören. Im Durchschnitt der OEDC-Länder sind es fast 60 Prozent.

Nur 27 Prozent erwarten im dualen Bildungssystem, einen Universitätsabschluss zu erlangen. Bild: KEYSTONE

Markant unter dem Durchschnitt liegen die Jugendlichen in der Schweiz ausserdem bezüglich ihrer Bildungserwartungen. Nur 27 Prozent erwarten im dualen Bildungssystem, einen Universitätsabschluss zu erlangen. Im Durchschnitt der OECD-Länder erwarten über 44 Prozent einen Universitätsabschluss.

Seltener im Internet

Weiter zeigt die Studie, dass die 15-Jährigen in der Schweiz ausserhalb der Schule weniger Zeit im Internet verbringen als Gleichaltrige in anderen Ländern. Während der Woche sind es 126 Minuten am Tag, an Wochenenden 168 Minuten.

Der OECD-Durchschnitt liegt bei 146 Minuten pro Tag. Bild: shutterstock

Der OECD-Durchschnitt liegt bei 146 beziehungsweise 184 Minuten. Am wenigsten Freizeit im Internet verbringen Jugendliche in Südkorea und Japan mit 90 beziehungsweise 55 Minuten am Tag während der Woche. 

Mobbing und Gewalt

Mobbing ist für Jugendliche in der Schweiz aber ein ähnlich grosses Problem wie für ihre Kolleginnen und Kollegen in anderen Ländern. 16.8 Prozent gaben an, in der Schule regelmässig gemobbt zu werden, beispielsweise ausgelacht. Im Durchschnitt der OECD-Länder sind es 18.7 Prozent.

Regelmässig geschlagen oder geschubst werden laut der Studie 2.8 Prozent der 15-Jährigen in der Schweiz. Im Durchschnitt der OECD-Länder sagten 4.3 Prozent, solches geschehe ihnen mehrmals im Monat. (whr/sda)

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23Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Gummibär 19.04.2017 20:30
    Highlight Gegensteuer zu den Negativen: Ich bin froh darüber, dass ich in der Schweiz zur Schule ging, ohne den teilweise sehr hohen Leistungsdruck in anderen Ländern, wo Kinder in den besten 20% der Klasse figurieren müssen um überhaupt einen Platz in einer guten höheren Schule zu erlangen.
    2. Mittelschule/Matura und Studium bezahlte ich selbst mit Nachtarbeit auf der Sihlpost, als Eisenleger und Baumaschinenführer, nur möglich dank A1 Lehrern die sogar willens waren mir um 6 in der Frühe und an Sonntagen 'cramming lessons' zu geben. An den Schulen liegt es nicht immer. Schüler müssen lernen wollen.
    33 2 Melden
  • Juliet Bravo 19.04.2017 20:24
    Highlight Wie tut das gut! Cher compatriots: Wir sind eindeutig auf einem guten Weg. Lassen wir uns nicht dauernd einreden, wir seien von Politik, "dem Ausland", diversen Werte"zerfällen", Mitbürgern ohne CH-Pass, "Schmarotzern" jedwelcher Couleur, etc. bedroht. Und es werde "all verreckter". Tut es nicht.
    23 3 Melden
  • Selbstdenker97 19.04.2017 18:42
    Highlight Meine Schule war der grösste Witz

    Mein Lehrer erzählte der ganzen Klasse Stolz das er Ex Fcz Hooligan sei, bevorzugte und flirtete immer mit den Mädchen.
    Der Schulleiter lies sich auf einen Machtkampf mit mir (damals 14 Jährig) ein. Dieser war für Ihn anscheinend so wichtig das er vor ein paar Monaten eine damalige Mitschülerin danach fragte was ich Beruflich mache um dann anzufügen ja, Der hat ja sicher nichts erreicht.

    Ich verstehe nicht weshalb Lehrer nicht eine Sozialpedagogische Ausbildung und vor allem ein Praktikum machen müssen. Das Wissen bringt nichts wenn man ein A... ist.
    17 47 Melden
    • bibaboo 20.04.2017 00:20
      Highlight Deine Erfahrungen in Ehre, aber vielleicht solltest du dich zuerst ein wenig mit der Lehrerausbildung befassen, bevor du hier deine Wutrede ablässt. An der PH gibt es sicher einiges zu bemängeln, sachliche Kritik wäre jedoch angebrachter. Praktikas gehören übrigens an jeder PH zum Alltag.
      16 2 Melden
    • Selbstdenker97 20.04.2017 10:23
      Highlight Mann muss kein Praktikum bestehen um an die PH zu dürfen. Das Praktikum kommt erst wenn man die Ausbildung bereits absolviert hat. Somit gibt es keinen "Test" wie z.B. bei Sozis ob die Person "geignet" ist.

      Das Problen liegt darin, das Lehrer viel wissen aber bei dem stellenwert den die Schule im Leben eines Schülers einnimmt ist hier ganz klar auch eine Pädagogische Rolle zu erkennen.
      Diese zu erfüllen wird den Lehrern jedoch nicht beigebracht. Es geht darum den Stoff mit möglichst wenigen Problemen durchzubringen aber ein grossteil der Kinder/Jugendlichen funktioniert nicht so.



      0 1 Melden
  • Harpist 19.04.2017 18:41
    Highlight 126 Minuten Internet pro Tag?! Wers glaubt wird sehlig.
    20 5 Melden
  • Blitzmagnet 19.04.2017 18:27
    Highlight Moment mal, 60% wollen zu den besten der Klasse gehören, und nur 34% sind zufrieden? Das werden die 10% sein, die zu den besten der Klasse gehören, und die 24% die damit klarkommen, dass sie nicht dazu gehören :D
    11 3 Melden
  • Selbstdenker97 19.04.2017 18:07
    Highlight Die 15 Jährigen sind glücklich weil in der Schweiz um dieses Alter die Schule aufhört nicht weil die Schule so gut ist.
    9 13 Melden
    • LaPaillade #BringBackHansi 19.04.2017 20:20
      Highlight Ich weiss, extrem schwer Vorzustellen, aber es gibt wirklich Leute die gerne in die Schule gehen. So wie ich damals beispielsweise.

      Und: 25% besuchen das Gymnasium, für die meisten von diesen hört die Schule mit 15 nicht auf.
      25 2 Melden
  • Bongalicius 19.04.2017 17:38
    Highlight Dass so wenige einen Uni-Abschluss anstreben lässt sich vielleicht damit erklären, dass die Schweiz eines der wenigen Länder ist, dass die Lehre kennt. In vielen anderen Ländern gibt es diese Option gar nicht, so dass den Jugendlichen keine andere Wahl bleibt.
    140 4 Melden
    • Froggr 19.04.2017 20:04
      Highlight Lehren sind extrem wichtig. Viel wichtiger, als Uni-Absolventen. Es gibt viel mehr Berufe, welche eine Lehre voraussetzen, als ein Studium. Die Studenten wissen zwar wies in der Theorie funktioniert, von der Praxis jedoch haben sie oft keine Ahnung.
      35 12 Melden
    • Enzasa 19.04.2017 20:55
      Highlight Im Vergleich zu Deutschland, welches ebenso über die Ausbildung verfügt, finde ich einige Punkte in der Schweiz tatsächlich besser:
      Spätere Einschulung
      Kleinere Klassen
      Aufs Gymnasium/Kanti geht wer tatsächlich studieren will
      Besserer handwerklicher/künstlerischer Unterricht
      Mehr Beteiligung der Eltern
      Bessere Kontrolle des Schulbesuchs
      18 2 Melden
    • Nathiii 19.04.2017 20:59
      Highlight Schlussendlich braucht es beides. Der Studierte kann nicht ohne den Handwerker und umgekehrt. Deshalb finde ich unser duales Bildungssystem super. Jeder kann sich entscheiden, ob man lieber studieren geht oder schon früh einen Beruf erlernt. Selbst nach der Lehre stehen noch alle Wege fürs Studium offen. BMS abschliessen und ab an die FH. Oder die Passerelle und an die Uni oder ETH. So gibt es einen guten Mix zwischen Studierten und nicht Studierten. Meine Meinung
      36 1 Melden
    • Juliet Bravo 19.04.2017 21:02
      Highlight Silent, und genau da liegt der Haase im Pfeffer: auch die Praktikanten mit Uniabschluss werden ausgenutzt. Mit sagen wir 26 Jahren 2000.- Fr. brutto verdienen und mit 16 Jahren 800.- Stutz verdienen. Wo liegt der Unterschied?
      Das Problem ist doch genau das: wo sind Verständnis und Solidarität zwischen Studenten und Lehrlingen?
      18 3 Melden
    • Froggr 19.04.2017 22:55
      Highlight Silent speaker: Oh man, bist du heute mit dem falschen Bein aufgestanden? Ich kenne deine Definition von Büezer leider nicht. Da ich vor sechs Jahren den Master an der HSG abgeschlossen habe und nun bereits in einer Führungsposition in einem bekannten Unternehmen (mit Sicherheit kennst du es) arbeite, würde ich mich selbst nicht als Büezer bezeichnen.
      Und eben weil ich selbst fünf Jahre studiert habe (zwischendurch habe ich ein Praktikum bei einer Bank gemacht) weiss ich, dass viele aus dem Studium kommen und schlicht nicht wissen, wie der Arbeitsmarkt funktioniert.
      11 1 Melden
    • bibaboo 20.04.2017 00:29
      Highlight Die Technologisierung scheint dir wohl nicht geläufig zu sein, wenn du noch davon ausgehst, dass die "Büetzer" die Zukunft der Arbeitswelt bilden. Gute Bildung ist unsere einzige Chance, in der globalisierten Welt zu bestehen. Dein Weltbild erinnert irgendwie an jenes von Trump.
      2 6 Melden

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