Schweiz

Rudolf Strahm ist der Meinung, dass das BGE die Entwicklung des Arbeitsmarktes falsch einschätze. 
bild: watson

Bedingungsloses Grundeinkommen: Rudolf Strahm gegen Silicon Valley

Der ehemalige Preisüberwacher mag das Grundeinkommen nicht. Das ist sein gutes Recht. Aber er irrt sich, wenn es um die Zukunft der Arbeitswelt geht.

08.04.16, 08:18 10.04.16, 04:40

Rudolf Strahm gehört zu den prominenten Vertretern der Schweizer Sozialdemokratie. Jahrzehntelang war er für die SP im Nationalrat, dann wurde er Preisüberwacher und gleichzeitig auch der Volkswirt für den Mittelstand. Seine ökonomischen Bücher erreichen jeweils Rekordauflagen. In jüngster Zeit hat sich Strahm als Kolumnist einen Namen geschaffen.

In seiner letzten Kolumne im «Tages Anzeiger» zog Strahm kräftig gegen das bedingungslose Grundeinkommen (BGE) vom Leder. Das Spektrum seiner Argumentation reicht dabei vom Trivialen (das BGE ist nicht finanzierbar) über das Polemische (nur Künstler und Feministen befürworten das BGE) bis hin zum Ernsthaften: Das BGE schätzt die Entwicklung des Arbeitsmarktes falsch ein.

Wenden wir uns dem Ernsthaften zu: Strahm geht davon aus, dass wir immer mehr «Kreative» ausbilden, diese jedoch nicht beschäftigen können. Diese Einschätzung ist weit verbreitet, aber trotzdem falsch. Allen Unkenrufen zum Trotz ist die Arbeitslosenquote bei Naturwissenschaftlern höher als bei den Kreativen.

«Die Kreativen» sind nicht die einzigen Arbeitslosen. Bei den Naturwissenschaftlern ist die Quote sogar höher.  
bild: pinterest

«Strahm hat eine überraschend überholte Vorstellung des kulturellen Sektors und der damit verbundenen Ausbildung», monierten denn auch Thomas Meier und Christoph Weckerle von der Zürcher Hochschule der Künste in einer Replik und stellten gleichzeitig klar:

«Die ‹Kreative Klasse› (...) besteht nicht bloss aus ein paar Staatskünstlern, die sich von Kommissionen aushalten lassen. Der kulturelle Sektor funktioniert zu einem gewichtigen Teil nach privatwirtschaftlicher Logik.»

Thomas Meier, Christoph Weckerle

Ebenfalls überraschend überholte Vorstellungen hat Strahm, wenn es um die Digitalisierung der Wirtschaft geht. Er widerspricht der These, wonach die «Industrielle Revolution 4.0» die menschliche Arbeit überflüssig machen werde. Diese These habe hierzulande «keine Basis», weil «eine Verbindung von industrieller Arbeit und Informatik» bei uns längst auf dem Vormarsch sei:

«Die Digitalisierung erfordert bei uns nicht weniger, sondern mehr Beschäftigte, allerdings solche mit immer mehr Fachkompetenz und ständiger beruflicher Weiterbildung.»

Rudolf Strahm

Rein faktisch stimmt Strahms Argumentation diesmal, zumindest auf den ersten Blick. Trotz Robotern und intelligenter Software nimmt in der Schweiz die Erwerbstätigkeit immer noch zu, allerdings nicht im industriellen Sektor, sondern primär im Gesundheits- und Pflegewesen und in der Verwaltung. Was Strahm jedoch übersieht: Die Art der Beschäftigung wandelt sich, und zwar gründlich.  

Werden die Roboter uns oder wir ihnen Untertan?
bild: tumblr/oraclesofnorway

In den USA gibt es bereits konkrete Zahlen für diesen Wandel. Zwischen 2005 und 2015 hat die Anzahl der Erwerbstätigen, die keinen festen Job mehr haben, um 9,4 Millionen zugenommen, mehr als die generelle Zunahme der Beschäftigung. Die beiden renommierten Arbeitsökonomen Lawrence Katz (Harvard) und Alan Krueger (Princeton) haben errechnet, dass der Prozentsatz der Erwerbstätigen mit alternativen Arbeitsbedingungen von 10,1 auf 15,7 Prozent gestiegen ist. Auch in Deutschland liegt der Anteil des prekären Arbeitsmarktes bei rund 15 Prozent.  

«Gig economy» nennt man dieses Phänomen neuerdings. Sogar der ehemalige Gewerkschaftsökonom Beat Kappeler, auch kein Freund des BGE, befasst sich damit. In seiner Kolumne in der «NZZ am Sonntag» spricht er sogar von einer Revolution, denn «nun vermitteln die Apps nicht nur Putzer, Zügelleute oder Gartenhilfen, sondern Forscher, Buchhalter, Sprachlehrer, Transporte und Taxis, Betten in Privathäusern statt in Hotels. Sie vermitteln Kredite und Geldüberweisungen. Die Apps sind die Firma: ohne Transaktionskosten, ohne Büros.»

Das bekannteste und gleichzeitig umstrittenste Beispiel der Gig Economy, besser bekannt als Sharing Economy, ist Uber. Das Taxi-Unternehmen wird gleichzeitig als übelste Form des Raubtier-Kapitalismus verurteilt und als Pionier einer neuen Wirtschaftsordnung gefeiert. Beides stimmt – irgendwie.  

Die grosse Wut der Taxifahrer auf Uber ist nachvollziehbar, schliesslich steht ihre Existenz auf dem Spiel; und die Tatsache, dass sich Uber-Chef Travis Kalanick als Ayn-Rand-Fan geoutet und regelmässig ultralibertäre Sprüche twittert, macht Uber ebenfalls nicht wirklich sympathisch. Doch die Gleichung Uber gleich Ausbeutung geht trotzdem nicht auf. Das zeigt das Beispiel eines Uber-Fahrers aus einer Pariser Vorstadt.

Die «Financial Times» hat kürzlich Joseph François, einen Schwarzen aus Bobigny, vorgestellt. Als Teenager hat er vorzeitig die Schule verlassen und zunächst eine Karriere als Kleinkrimineller begonnen. Die Folgen liegen auf der Hand: Auf dem normalen Arbeitsmarkt hätte François keine Chance mehr gehabt. Dann kam Uber.

Der französische Film «La Haine» (1995) von Mathieu Kassovitz zeigt das trostlose Leben dreier Jungs in den Banlieues Frankreichs.
symbolbild

Jetzt kurvt der 24-jährige François mit seinem Peugeot 508 durch Paris und ist im Begriff, sein Geschäft auszubauen. «Bevor Uber kam, standen wir den ganzen Tag herum und erzählten Blödsinn», sagt er.

«Jetzt besitze ich ein schönes Auto und habe einen Zara-Anzug gekauft. Ich liebe diesen Job. Ich verdiene gutes Geld, wenn ich hart arbeite. Ich werde diesen Job auf keinen Fall aufgeben.»

Joseph François

Die Sharing Economy ist – das zeigt das Beispiel von François – nicht bloss ein Rückfall in den Manchester-Kapitalismus, wie die traditionelle Linke behauptet. Sie schafft auch Freiräume für neue und für die Menschen sehr viel attraktivere Arbeitsformen. Denn Hand aufs Herz: So toll ist die 40-Stunden-Woche im Grossraumbüro auch wieder nicht!

Heute schon gibt es die technischen Voraussetzungen für eine Wirtschaftsordnung, die den ätzenden «9 to 5-groove» überwinden kann. Ob Spitäler oder Banken, ob Medien oder selbst die Bauwirtschaft – alles befindet sich in einem umfassenden Wandel, dessen Ausmass wir erst erahnen können.

Rudolf Strahm und die traditionelle Linken begegnen diesem Wandel mit Misstrauen. Stattdessen träumen sie von einer Rückkehr zu den «goldenen 30 Jahren» nach dem Zweiten Weltkrieg, einer Zeit, in der Vollbeschäftigung herrschte, die Sozialwerke ausgebaut wurden und die Arbeitnehmer immer mehr verdienten und immer weniger arbeiten mussten.

Plakat der Stiftung für das Alter (heute Pro Senectute), 1931. Erst 1947 wird das Bundesgesetz zur AHV vom Schweizer Stimmvolk bestätigt.
bild: geschichte.bl

«Die Sozialdemokratie, die in über 100 Jahren diesen Sozialstaat erkämpft hat, ging immer vom arbeitenden Menschen aus», schreibt Strahm trotzig:

«Sie wollte sogar ein Recht auf Arbeit, und sie wollte eine Befreiung in der Arbeit, nicht von der Arbeit.»

Rudolf Strahm

Der arbeitende Sozialdemokrat in Ehren, aber die Zeiten, in denen man nach Abschluss der Lehre oder des Studiums 40 Jahre beim gleichen Arbeitgeber tätig war und dann mit einer goldenen Uhr und einem warmen Dankeschön in den wohlverdienten Ruhestand entlassen wurde, diese Zeiten sind vorbei – und sie werden auch nicht in moderner, digitaler Form wieder auferstehen.  

Das bedeutet keineswegs, dass die Arbeit entwertet würde. Strahm hat Recht, wenn er fordert, dass auch künftig bestens ausgebildete Facharbeiter gebraucht werden. Das BGE will die Arbeit ja nicht abschaffen, sondern sie aufwerten; und die Vorstellung, dass bei einem Grundeinkommen die Menschen in einem modernen Schlaraffenland herumhängen ist schlicht doof. Das sollte sich mittlerweile auch bei den Linken herumgesprochen haben.

Gebratene Tauben würden uns trotz des BGE nicht in den Mund fliegen: «Das Schlaraffenland», Pieter Bruegel der Ältere, ca 1567.
bild: wikimedia

Die Zukunft wird kein Schlaraffenland sein, sondern eine Arbeitswelt, die mit sehr viel mehr Unsicherheiten gespickt sein wird. Das zeichnet sich bereits heute ab. Selbst in der Schweiz haben die Vertreter der «Generation Praktikum» grösste Mühe, nach Abschluss ihrer Ausbildung einen sicheren Arbeitsplatz mit anständigem Lohn und Sozialleistungen zu ergattern. Bevor sie Eltern werden, haben die meisten von ihnen schon drei Sparrunden und zwei Entlassungswellen durchlitten.  

In dieser Arbeitswelt macht ein BGE daher sehr viel Sinn. Es hilft, über unsichere Perioden hinweg und verhindert, dass man abstürzt, wenn man unverhofft seinen Job verliert. Kurz: Das BGE bringt dringend benötigte Sicherheit in ein System, das immer unsicherer wird.

Und nur so nebenbei: Natürlich wäre es unsinnig, das BGE mit einem Schlag in einer Höhe von 2500 Franken einzuführen. Diesen Schock könnte selbst die robuste Schweizer Wirtschaft kaum verkraften. Weit sinnvoller wäre es, mit kleinen Schritten zu beginnen, beispielsweise mit 500 Franken anzufangen.  

Im Silicon Valley ist das BGE sehr populär. Es gibt rund um San Francisco kaum jemanden mehr, der nicht für das BGE plädieren würde. Einer der bedeutendsten Investoren im Valley, Albert Wenger, hat kürzlich angekündigt, dass er ein Buch über das BGE verfassen will. Selbst der bekannte Silicon Valley-Kritiker Evgeny Morozov plädiert für das BGE und einen Kapitalismus, in dem kognitive Arbeit immer wichtiger und materielle Produktion immer unwichtiger wird.

Strahms Ablehnung des BGE hängt letztlich zusammen mit seiner moralischen Vorstellung von Arbeit, einer Vorstellung, die stark davon geprägt ist, was Max Weber einst die protestantische Ethik genannt hat. Diese Ethik hat eine tragende Rolle beim Aufstieg des Bürgertums und der Aufklärung gespielt und somit zur Emanzipation beigetragen.  

Die protestantische Arbeitsmoral ist jedoch nicht Teil der menschlichen DNA. Der römische Vordenker Cicero beispielsweise pflegte zu dozieren:

Wer im alten Rom adlig war, betrieb Politik und wer Politik betrieb, war adlig. Die Ämter waren unbezahlt und nur wer ein ausreichendes Vermögen besass, konnte sich die politische Laufbahn leisten.  
bild: watson

Dieser Arbeitsbegriff hat sich bei den Adligen bis heute erhalten, schliesslich werden sie «Blaublütler» genannt, weil sie sich die Hände nie dreckig machen müssen und man deshalb das bläuliche Blut in ihren Händen sehen kann. Die «Industrielle Revolution 4.0» besitzt das Potenzial, dereinst allen Menschen das Privileg zu verschaffen, Gentlemen im Sinne von Cicero zu werden. Ohne BGE wird das nicht zu schaffen sein.

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Brikne, 20.7.2017
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    Alle Leser-Kommentare
  • Thinkdeeper 18.04.2016 23:00
    Highlight Guter Artikel. Freut mich, dass in Sillicon Valley das BGE ein Thema ist. Warum wohl? Vielleicht, weil die Veränderungen, Lage und Arbeit pragmatischer und realistischer eingeschätzt werden?

    Auch die AHV galt als nicht finanzierbar, absurd und wurde vom Volk akzeptiert als sie offen formuliert wurde. Auch heute gibt es Ewiggestrige, die immer beschneiden und abschaffen wollen.

    Strahm irrt. Die Digitale Revolution verändert bereits den Arbeitsmarkt durch Outsourcing. Hohe Wertschöpfung, Steuer und Sozialabgabenfrei durch spezialisierte Arbeitskräfte findet weitgehend im Ausland statt.
    1 0 Melden
  • koks 09.04.2016 18:32
    Highlight "nur Künstler und Feministen befürworten das BGE"
    nicht wegzuleugnen ist, dass eine ganz spezifische klientel vom bge profitieren würde. genauso wie eine spezifische klientel von der svp-politik proftiert.
    ich als mann, arbeitgeber + firmeninhaber und nettozahler der gesellschaft dürfte fürs bge bezahlen, abkassieren würden andere.
    12 10 Melden
    • Stefan von Siegenthal 09.04.2016 20:21
      Highlight Es dürfte viele Arbeitgeber geben, welche gegen das BGE sind, da damit einem die Leute schneller davonlaufen, wenn sie mieserable Arbeitsbedingungen bieten. Logisch. Aber schlussendlich werden auch Arbeitgeber von der digitalen Revolution nicht verschont bleiben und eventuell mal auf Sozialhilfe bzw. BGE angewiesen sein. Das sollte man nie vergessen. Die BGE Diskussion ist ev. noch etwas zu früh, in 5-7 Jahren wenn die Automatisierung langsam ausrollt und mehr Industrien in Bedrängnis kommen, werden wir es merken. Aber eigentlich ists schon losgegangen... Taxis, Backoffice, Reisebüro...
      14 6 Melden
    • koks 09.04.2016 23:11
      Highlight das ist die linke denke, die ich selbst als linkswähler verachte. jeder, der etwas mehr macht als der durchschnittsbeamte, ist ein klassenfeind. meine angestellten sind keine unterdrückten, sondern haben interessante jobs und machen diese mit enthusiasmus.
      aber viel spass mit deinen visionen. und wir sehen uns bei deiner revolution, mit deinen bge-freunden. haha.
      5 8 Melden
    • Stefan von Siegenthal 10.04.2016 22:49
      Highlight Koks scheint dir nicht gut zu tun. Es ist beispielsweise eine rechte Regierung in Finnland die das BGE einführen will. Ich denke nicht, dass wir uns sehen werden. Ich mache mir für mich keine Sorgen und werde vermutlich nie auf ein BGE angewiesen sein. Aber viele schon.
      2 0 Melden
    • Thinkdeeper 18.04.2016 23:14
      Highlight 1. Firmeninhaber können heute viel vom Staat profitieren.
      2. Was spricht dagegen, wenn durch das BGE Arbeitskräfte und die Sozialabgaben günstiger werden?
      3. Was spricht dagegen, dass die Schweizer Arbeitskraft wieder international Wettbewerbsfähig wird?
      4. Was spricht dagegen, dass die viel Bürokratie, Prüfungen und Kontrollen reduziert werden und diese Kostensenkungen dem Zwecke zugeführt werden?
      5. Dagegen sprich, dass untüchtige Firmen, die nur über de Preis verkaufen Ihre Überlebenschance verbessern können.
      6. Etwas wird es Kosten, aber fair auf alle verteilt in der ganzen Kette.

      0 0 Melden
  • Gelöschter Benutzer 09.04.2016 11:02
    Highlight https://blog.slock.it/the-incentive-glue-mutual-self-interest-7e6808df89ef#.499psuc0y
    0 0 Melden
  • Gelöschter Benutzer 09.04.2016 10:08
    Highlight ARtikel zu DAO und BGE wäre interessant
    decentral autonomous organis/ ethereum / liquid democracy / the nice UBER aka slock.it
    1 0 Melden
  • martin44 08.04.2016 23:17
    Highlight Eine spannende Sache dieses BGE. Allerdings wissen weder die Schlauesten noch die Intelligentesten, wie sich dieses schliesslich auf Wirtschaft und Gesellschaft auswirken wird und welche groben Brüche es im Leben der meisten Menschen erzeugen wird. Ich bin sofort für dieses Experiment wenn es erst mal in den umliegenden Ländern eingeführt ist und wir dem Treiben mal 10 Jahre zugeschaut haben. So wird es uns gelingen, die schlimmsten Fehler zu vermeiden oder das BGE erst gar nicht zu wagen. Dass es grosse Umwälzungen geben wird u.a. wegen der Digitalisierung ist klar, aber wohin geht die Reise?
    3 11 Melden
    • samara 09.04.2016 08:20
      Highlight Ja, die Schweiz war halt noch nie progressiv.
      12 6 Melden
    • Abnaxos 09.04.2016 12:40
      Highlight Die Schweiz ist eines der besten Länder, um es mal auszuprobieren: Klein, wohlhabend, hoher Bildungsstandard. Und ja, ausprobieren müssen wir es wohl, denn das ist eine derart tiefgreifende Änderung, dass die genauen Folgen nicht wirklich absehbar sind.

      Die Länder rund um uns herum sind in wesentlich schlechteren Positionen, um es einfach mal zu machen und zu schauen, was passiert.
      14 2 Melden
    • Stefan von Siegenthal 09.04.2016 16:42
      Highlight Zuerst nur zuschauen und die anderen Fehler machen lassen. Was für eine Einstellung...
      6 5 Melden
    • koks 09.04.2016 19:12
      Highlight samara, kritisieren und progressiv sein ist easy, wenns die anderen bezahlen, die lasten tragen etc. was leistest du progressives für die gesellschaft, für die schweiz?
      3 6 Melden
  • demokrit 08.04.2016 14:01
    Highlight "Allen Unkenrufen zum Trotz ist die Arbeitslosenquote bei Naturwissenschaftlern höher als bei den Kreativen." - Quelle?
    17 3 Melden
    • Toerpe Zwerg 08.04.2016 15:25
      Highlight Ja bitte.
      8 0 Melden
    • BeWi 08.04.2016 16:00
      Highlight Weisst du warum? Weil alle Kulturfuzzis von Staat subventioniert sind und sich jeden quatsch leisten können. Der Mammon kommt ja eh.. so sieht's aus..
      29 13 Melden
    • Toerpe Zwerg 08.04.2016 16:47
      Highlight ... oder weil sich die Kulturschaffenden nicht auf dem RAV registrieren, weil dort ein vorangegangener Verdienst vorausgesetzt wird.
      24 3 Melden
    • demokrit 08.04.2016 17:27
      Highlight Ich habe im näheren Umfeld auch Kulturschaffende. Es ist korrekt, dass diese teilweise von Stiftungen leben und dann nicht in Arbeitslosenstatistiken auftauchen sollten. Da werden tatsächlich Äpfel mit Birnen verglichen.
      22 1 Melden
    • Crecas 08.04.2016 18:21
      Highlight Diese Statistik hat er schon einmal gebraucht und wurde schon damals als Humbuk entlarft...
      9 1 Melden
  • winglet55 08.04.2016 11:55
    Highlight Der Mensch
    Er opfert seine Gesundheit um Geld zu verdienen. Dann opfert er sein Geld um seine Gesundheit zurück zu bekommen. Er ist so auf seine Zukunft fixiert, das er die Gegenwart nicht geniessen kann. Da Ergebnis ist, das er weder die Zukunft noch die Gegenwart lebt. Er lebt so als würde er niemals sterben und er stirbt so als hätte er niemals gelebt.
    Dalai Lama
    58 3 Melden
    • Gelöschter Benutzer 08.04.2016 20:03
      Highlight Was würde passieren, wenn wir dieses Zitat an jede Schule in der Schweiz sprayen?
      12 1 Melden
    • _kokolorix 09.04.2016 09:16
      Highlight ziemlich langes zitat um es zu sprayen und schwierig das ohne schule fehlerfrei hinzukriegen;-) aber in jedem klassenzimmer aufgehängt wär schön
      3 2 Melden
    • Gelöschter Benutzer 09.04.2016 12:08
      Highlight Man kann ja schablonen machen ;) @ kokolorix :)
      3 1 Melden
    • Spooky 10.04.2016 00:56
      Highlight "Der Mensch
      Er opfert seine Gesundheit um Geld zu verdienen."

      So einen dummen Spruch kann nur jemand von sich geben, der es nie in seinem Leben nötig gehabt hat zu arbeiten. Und dem alles in seinem Leben geschenkt wurde. Bravo, Dalai Lama, produzier du weiterhin solche dummen Sprüche.
      5 11 Melden
  • BetterTrap 08.04.2016 11:26
    Highlight Was mich an solchen Diskussionen immer wieder stört ist, dass für viele nur etwas "rendiert" oder "lohnt" wenn es Geld bringt, die Wirtschaft stärkt, Einnahmen generiert, Wachstum fördert etc etc. Purer Kapitalismus.. Das die MENSCHEN, und um diese sollte es ja eigentlich gehen, wirklich einen Mehrwert davon ziehen interessiert fast keinen. Viel wichtiger wäre es doch psychische- wie physische Gesundheit zu stärken, Sorgen zu minimieren, der Gesellschaft (nicht nur der reichen Hälfte) ein würdiges Leben zu verschaffen. Aber eben..

    & Ja, ich weiss "bla bla pures gutmenschen Denken"
    51 8 Melden
    • Philipp Löpfe 08.04.2016 18:33
      Highlight Die SVP hat sich im letzten Herbst mit ihrer Attacke auf die Geisteswissenschaften blamiert. Damals wurde bekannt, dass die Arbeitslosenzahlen bei Naturwissenschaftler höher ist. Zufrieden? Sonst musst du selbst googeln.
      9 13 Melden
    • BetterTrap 08.04.2016 19:52
      Highlight @Philip Löpfe. Sie sind ein bisschen verrutscht..
      16 0 Melden
    • Philipp Löpfe 10.04.2016 08:44
      Highlight Leider. Auch der Computer ist nur ein Mensch...
      1 1 Melden
  • Der Tom 08.04.2016 11:07
    Highlight Die Welt von Morgen wird in Kalifornien gestaltet. Von ex Hippies und deren Nachkommen. Unsere Politiker haben kaum noch eine Ahnung davon wie die Welt funktioniert. Es fehlt schlicht an Wissen, Schnelligkeit, Vorstellungskraft und Weitblick. Das BGE wäre wenigstens ein kleines Pflaster, das helfen würde die erste richtige Automatisierungs- und Optimierungswelle ohne komplettes Chaos zu überstehen.
    36 6 Melden
  • Humbolt 08.04.2016 10:12
    Highlight Das BGE wäre meiner Meinung nach etwas vom Besten, was die kapitalistische Menscheit zu Stande bringen könnte.
    Auf mehreren Ebenen würde es positive Effekte haben.
    Ich denke es würde die Gesundheitskosten drastisch senken und sich nur schon so, teilfinanzieren lassen. Menschen, die nicht jeden Rappen zehn Mal umkehren müssen sind gesünder und vor allem psychisch zufriedener.
    Auf der anderen Seite kann ich mir vorstellen wäre es die Bremse für den Wachstum, die wir dringend benötigen! Die Leute würden sich dem Leben widmen und nicht dem Geld. Mit weniger wäre man glücklicher und zufriedener.
    60 9 Melden
  • alea iacta est 08.04.2016 10:04
    Highlight Ist das BGE nicht eine Subvention um das Einkommen dem Niveau unserer Nachbarstaaten anzugleichen?
    Getragen von den unteren- bis mittleren Einkommensschichten? Die MwSt auf 16% zu erhöhen macht das Normaloleben nicht angenehmer. Es handelt sich um eine Steuer die sich auf bereits versteuertes Vermögen bezieht.

    Die Anreize die durch "bedingungslos" geschaffen werden ziehen meiner Meinung nach nicht die fleissigen und hochgebildeten an.

    @löpfe ich bin selten der gleichen Meinung wie Sie. Ich respektiere Sie als "Mr. Reizthema" und freue mich immer auf die Kommentare.
    13 6 Melden
    • Stefan von Siegenthal 08.04.2016 10:20
      Highlight Niemand wird die MWSt auf 16% anheben wegen dem BGE. Wie kommst du drauf? Mal abgesehen davon, dass die Betragshöhe noch in den Sternen steht und nicht im Abstimmungstext erwähnt ist.
      14 17 Melden
    • alea iacta est 08.04.2016 12:11
      Highlight Ich beziehe mich auf den Tagiartikel (könnte auch nzz oder so sein), der sich mit der Umsetzung befasst, nicht mit Belehrungen.
      Das BGE muss durch Abschöpfung querfinanziert werden.

      Die Erhöhung der MwSt ist der einfachste Weg.

      Mein Favorit ist die Besteuerung von Finanztransaktionen. Auch ihne BGE eine länst fällige Steuer.

      Von all den erwähnten Punkten interessiert Sie der Quellennachweis am meissten?
      2 4 Melden
    • Stefan von Siegenthal 08.04.2016 12:48
      Highlight Ja klar. Die Höhe des BGE ist noch überhaupt nicht definiert. Es ist durchaus möglich dass anfänglich eine Höhe definiert wird, welche durch bestehende Bundeseinkünfte gedeckt werden kann. Es ist überhaupt nicht klar ob es zusätzliche Steuern braucht. Eine Transaktionssteuer ist sehr clever, sobald sie benötigt wird.
      7 6 Melden
  • demokrit 08.04.2016 09:58
    Highlight "Die «Industrielle Revolution 4.0» besitzt das Potenzial, dereinst allen Menschen das Privileg zu verschaffen, Gentlemen im Sinne von Cicero zu werden." - Das sind vielleicht Träumereien. Wenn dem so wäre, bräuchte es auch keine Menschen mehr.
    18 7 Melden
    • maxy 09.04.2016 07:49
      Highlight Verstehe ich nicht. Wozu soll es überhaupt Menschen brauchen? Warum sollte Wohlstand etwas an der Antwort darauf ändern?
      0 0 Melden
    • demokrit 09.04.2016 10:09
      Highlight Eine künstliche Intelligenz, die sämtliche Produktionsprozesse beherrschen würde (wo es dann also wirklich keine menschliche Arbeit mehr gibt), bräuchte auch keine Menschen mehr.
      1 1 Melden
  • Kookaburra 08.04.2016 09:53
    Highlight Heeeey. Sie können es ja doch noch! Gute Arbeit.
    Ich bin wieder ein wenig versöhnt. Aber wachsam.
    Irgendwo steht freudisch "die Linken", aber es spielt ja wirklich keine grosse Rolle heutztage.
    Kleine Schritte wären gut. Und wenn kein BGE dann wünschte ich eine Jobgarantie. Ein Versprechen. Gesetzlich. Echt. Nicht "Selbstverantwortung der Firmen".
    10 8 Melden
    • maxy 09.04.2016 08:18
      Highlight Staatliche Jobgarantie wäre doch eine schrecklich Sache. Ich will nicht dass irgend ein Politiker sich eine unrentable Arbeit für mich aus den Fingern saugt und subventioniert, nur um mir eine Moralpredigt halten zu können falls ich meine Lebenszeit für etwas sinnvolleres verwenden möchte.
      5 0 Melden
  • Grecko 08.04.2016 09:45
    Highlight Die grosse Frage ist immer auch wie sich das ganze finanzieren lässt. Wenn man das BGE einführen will muss man irgendwo mehr Steuren erheben oder Einsparungen machen. Wie man das anstellen soll wurde hier leider nicht geschrieben.
    18 12 Melden
    • Stefan von Siegenthal 08.04.2016 10:33
      Highlight Wieso muss man? Es gibt Varianten des BGE wo bestehende Ausgaben dafür verwendet werden. Die Höhe des BGE ist noch überhaupt nicht definiert.
      9 11 Melden
    • Grecko 08.04.2016 11:39
      Highlight Was meinst du damit genau? Welche bestehenden ausgaben? Sprichst du zb von der Arbeitslosenversicherung usw die dann gekürzt werden?
      3 4 Melden
    • Thinkdeeper 18.04.2016 23:24
      Highlight 1. ist die Höhe und Ausgestaltung noch nicht geregelt und es handelt sich um eine Grundsatzfrage.
      Bei der Regelung dürfen wir mitreden.
      2. entfallen viele Aufwendungen für Kontrolle, Prüfung, Genehmigung, Anträge usw.
      3. Ist es eine weitgehende Umlagerung / Zusammenlegung von bestehend Sozialwerke / Sozialhilfe und dafür vorgesehenen Mitteln. Also ausschöpfen von Synergien.
      Mich würde es reizen an solch einem Projekt mitzuarbeiten.
      1 0 Melden
  • rodolofo 08.04.2016 09:18
    Highlight Da es SO nicht mehr lange weiter gehen kann, sind neue Ideen mehr denn je gefragt!
    Wir müssen experimentieren und neue Wege beschreiten!
    Da die Arbeitwelt in die Richtung einer "Zweidrittel-Gesellschaft" geht, müssen dringend Lösungen her, die das Los der an den Rand gedrängten, unter dem Existenzmimimum lebenden Menschen des "dritten Drittels" der Gesellschaft verbessern!
    Eine Idee ist das "Grundeinkommen".
    Andere Ideen sind: Familien-Solidarität, durchlässige Grenzen, Entwicklungszusammenarbeit.
    Langfristiges Denken sollte gegenüber kurzsichtigem Profitmaximieren wieder wichtiger werden!
    15 12 Melden
  • rodolofo 08.04.2016 09:09
    Highlight Die Wirtschaft profitiert davon, wenn starke und effiziente, demokratisch legitimierte staatliche Behörden "Spielregeln" entwickeln und durchsetzen, die für alle wirtschaftlichen Akteure gelten.
    Durch das Setzen und Kontrollieren von technischen-, sozialen- und ökologischen Standards kann die Wirtschaft in Richtung eines qualitativen Wachstums gelenkt werden, also weg vom (selbst-)zerstörerischen Raubbau eines "Casino-Kapitalismus", der unseren Planeten in humanitäre und ökologische Katastrophen führt, die im Kollabieren der Zivilisation gipfeln könnte, der "Apocalypse".
    4 6 Melden
  • Kronrod 08.04.2016 09:07
    Highlight Niemand weiss wirklich, was bei einer flächendeckenden Einführung eines bedinungslosen Grundeinkommens tatsächlich geschehen würde. Im best case geht es allen besser, doch wenn man den Bogen überspannt, wird es wohl zu einer grossen Inflation kommen. Daher sollte man, wenn überhaupt, das Grundeinkommen ganz langsam, Schritt um Schritt einführen. Zuerst ein paar Jahre lang lediglich 500 CHF im Monat, und dann Jahre für Jahr die Dosis etwas erhöhen. So hält man das Experiment unter Kontrolle.
    12 6 Melden
    • Stefan von Siegenthal 08.04.2016 12:51
      Highlight Ja, das wird garantiert stufenweise eingeführt über einen längeren Zeitrum und nicht über Nacht. So handhaben es auch alle Länder, die zu Zeit das BGE beabsichtigen einzuführen.
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    • Gelöschter Benutzer 08.04.2016 20:13
      Highlight @ stefanv.s. Welche Länder sind das? Und aus welchen Beweggründen tun sie diese Überlegung zu einem Wechsel? Sind es Dieselben, wie bei uns?
      3 1 Melden
    • Stefan von Siegenthal 08.04.2016 23:52
      Highlight @ratson z.B. Finnland oder Holland. Es gibt bei nicht "die" Beweggründe.
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    • Thinkdeeper 18.04.2016 23:30
      Highlight Natürlich muss man solche Projekte professionell einführen und allenfalls fein tunen.
      Ich persönlich würde das Grundeinkommen nicht in Form von Bargeld sonder nur in Form einer zweckgebunden Zahl-Kreditkarte abgeben.
      Damit kann einer Zweckfremde Verwendung der Mitteln vorgebeugt werden. Für Luxus muss gearbeitet werden.
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  • rodolofo 08.04.2016 09:02
    Highlight Was betriebswirtschaftlich Sinn macht, nämlich diejenigen, die Arbeit haben "aufzufressen" bis zum "burn out", die Konkurrenz von vielen Stellensuchenden und das Ehlend von Arbeitlosen für das Drücken von Löhnen zu verwenden und "pflegeleichte" Roboter einzusetzen, ist gesellschaftspolitisch verhehrend, denn das führt zur Privatisierung von Gewinnen und Verstaatlichung der sozialen und ökologischen Kosten.
    Irgendwie müssten wir dort hinkommen, wo sich "Wirtschaft" und "Staat" nicht als Gegner begreifen und behandeln, sondern als gleichberechtigte Partner in einer für beide nützlichen Symbiose.
    25 2 Melden
    • Gelöschter Benutzer 08.04.2016 09:51
      Highlight Falsch. Der Staat soll die unwirtschaftlichen aber für die Mehrheit der Bevölkerung notwendigen Dienstleistungen erbringen, für die sich niemals ein privater Investor finden lässt. Als Auffangbecken für Arbeitsscheue ist der Staat nicht gedacht, dafür gibt es die ALV. Ob die Privatwirtschaft ökologische Kosten tragen muss, kann die Politik über Gesetze sicherstellen.
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    • rodolofo 08.04.2016 10:22
      Highlight Der "Staat" sollte regulieren und nicht produzieren.
      Und zu solchen Regulierungen könnte auch gehören, von Unternehmungen Abgaben auf Roboter zu verlangen, da diese Arbeitslose zur Folge haben, für die der Staat Beschäftigungsprogramme im unrentablen aber nichts desto Trotz lebenswichtigen Umweltschutz, oder in der Betreuung von zahlungsunfähigen Kindern und Alten organisieren könnte.
      Die wegen Robotern arbeitslos gewordenen würden solche Aufgaben gerne übernehmen und damit eine Gegenleistung für ihr Grundeinkommen erbringen.
      Alles paletti!
      5 8 Melden
    • Thinkdeeper 18.04.2016 23:41
      Highlight @ Weltbürger
      falsch der Staat soll führen, Regeln und Gesetze erlassen. Wenn der Staat produzieren soll, muss man im auch das Recht zugestehen zu investieren und mit den Privaten in Wettbewerb zu treten. Wollen Sie das?
      Es kann nicht sein, dass Gewinne Privat sind und die Verluste und Kollateralschäden dem Staat aufgehalst werden.
      Die Abschöpfung eines Teil der Gewinne durch Steuern ist legitim und soll dem Ausgleich und der Finanzierung dieser Gemeinlasten dienen. Ist theoretisch geregelt aber zuwenig durchgesetzt. Die Privatwirtschaft wiederum profitiert und sollte sich nicht entziehen.
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  • Donald 08.04.2016 08:51
    Highlight Solange ich meine Wäsche selber waschen, mein Auto selbst fahren, meine Wohnung selbst putzen und meine Möbel selbst aufstellen muss, weil Dienstleistungen hier so teuer sind, gibt es mit Sicherheit keinen Grund für Leute einfach herumzusitzen und meine Steuern zu konsumieren.

    Sollte uns die Arbeit doch einmal ausgehen, werden Leute an einen Ort auswandern, an dem sie mehr Chancen haben. Das ist ja der natürliche Lauf, oder? Zumindest wird das von Linker/Löpfes Seite behaupted.
    20 30 Melden
    • samara 08.04.2016 09:37
      Highlight Donald, Sie haben Recht. Arbeit gibt es genug. Nur - ist sie überhaupt noch bezahlt und kann man davon Leben? Heute braucht jeder einen Lohn für seinen Lebensunterhalt, der ja in der Schweiz nicht gerade billig ist. Entsprechend sind dann auch die Preise, die Sie fürs Putzen Ihrer Karre oder Wohnung bezahlen sollen. Mit einem Grundeinkommen kann der Putzer seine Preise auch für Sie attraktiv genung gestalten.
      12 4 Melden
    • Stefan von Siegenthal 08.04.2016 09:45
      Highlight Haha, Donald. Wenn du denkst, dass die digitale Revolution nur in der Schweiz stattfindet und die Leute dann einfach in ein anderes Land wechseln, dann hast du etwas grundlegend nicht verstanden. Was viele asoziale nicht bedenken: es wird auch sie treffen beim Stellenabbau. Bereits heute haben 45+ jährige mehr Mühe eine neue Stelle zu finden.
      22 7 Melden
    • Donald 08.04.2016 17:25
      Highlight @samara
      Das ist ein interessanter Ansatz. Personalkosten zu reduzieren, aber Einkommen hoch zu halten. Könnte man dann nicht einfach die Steuern für tiefere Einkommen senken oder abschaffen und hätte einen ähnlichen Effekt, ohne Nichtstuer zu unterstützen?
      2 1 Melden
    • Donald 08.04.2016 17:28
      Highlight @Stefan
      Eigentlich war das nur eine Anspielung auf gewisse Aussagen zur Einwanderung. Aber ja, wenn ich den Job verliere, muss ich eben dahin wo es "läuft". Darum sei es ja OK, dass so viele in die Schweiz kommen. Wer hat denn heute nicht "Mühe" eine Stelle zu finden? Es liegt vermutlich nicht nur einfach so am Alter.
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    • Stefan von Siegenthal 08.04.2016 23:57
      Highlight Wo es läuft? Wo läuft es denn, wenn die Automatisierung und Digitalisierung weltweit viele Arbeitsstellen obsolet machen wird? Weder die Afrikaner, noch die Asiaten sind am Schlafen. Wenn du dir mal die technologische Entwicklung anschaust in diesem Ländern, wirds langsam dämmern.
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    • Donald 09.04.2016 15:35
      Highlight Ja, die Entwicklung kenne ich bestens. Man wir effizienter und schafft Kapazitäten für anderes.
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    • Thinkdeeper 18.04.2016 23:48
      Highlight Wer hat den Heute nicht Mühe eine Stellen zu finden?
      Und was gedenken Sie dagegen zu unternehmen Donald? Alle in die unwürdige ALV oder Sozialhilfe zu schicken?
      Nun Kapazitäten für was anderes und wofür?
      Wofür werden die Kapazitäten denn noch gebraucht?
      Für irgendwelche weitere "To big to fail" Konstrukte?
      Um noch mehr und schneller zu produzieren und zu verkaufen? An wen?
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  • Schneider Alex 08.04.2016 08:32
    Highlight Initiative „Bedingungsloses Grundeinkommen (BGE)“: Es gibt genügend sinnvolle Arbeit!

    Beim bedingungslosen Grundeinkommen besteht der Verdacht, es gebe nicht genügend Arbeit. Das ist natürlich ein Irrtum. Im Umwelt-, Sozial-, Gesundheits-, Bildungs- und Sicherheitsbereich gibt es genügend sinnvolle Arbeit Die Eingliederung in den Arbeitsprozess ist insbesondere für die Jungen zentral und sollte nicht durch die Suggestion "free lunch" unterlaufen werden. Minimallöhne sind daher zweckmässiger als das bedingungslose Grundeinkommen.
    12 20 Melden
    • bibaboo 08.04.2016 09:38
      Highlight Das BGE spricht nicht von zu wenig Arbeit, sondern von zu wenig bezahlter Arbeit. Ziel ist es, die Gleichsetzung von Arbeit und Geld aufzulösen und sie stattdessen als Nutzen für die Gesellschaft zu definieren.
      Kinderbetreuung, Vereinsarbeit etc. haben - auch wenn mit ihnen direkt kein Geld erwirtschaftet wird - ebenso das Recht entlöhnt zu werden.
      21 4 Melden
    • Stefan von Siegenthal 08.04.2016 09:46
      Highlight Nein, bei der digitalen Revolution werden massiv mehr Stellen abgeschafft, als neue entstehen werden. Da nützen Minimallöhne genau nichts.
      17 9 Melden
    • Scaros_2 08.04.2016 11:07
      Highlight Die digitalisierende Revolution verschiebt nur das Arbeitsvolumen. Wir haben weniger Berufe im Büro und Produktion usw.

      Aber Pflegepersonal usw. wird immer mehr gebraucht weil es immer mehr alte Leute hat. Den Menschen muss einfach klar werden das heute nicht mehr jeder einfach in ein Büro kann und dort arbeiten,......ja evtl. ist man einfach nur noch für die Körperpflege alter Menschen geeignet weil de Anspruch an Inteligenz usw. bei dir nicht mehr ausreicht. Kann auch mich selbst treffen.......aber so ist das eben. Es lebe die digitale Revolution.
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    • Stefan von Siegenthal 08.04.2016 11:54
      Highlight @Scaros selbst bei der Altenpflege werden immer mehr Roboter eingesetzt (siehe Japan heute).
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    • Gelöschter Benutzer 08.04.2016 12:18
      Highlight Bibao223, Kinderbetreuung und vereinsarbeit werden INDIREKT entlöhnt! Zum Beispiel durch entfallende externe Betreuungskosten oder auch durch niedrige Vereinsbeiträge für die Kleinen in der Jugendriege oder die grosen im TV etc. der Berein dient definitionsgemäss seinen Mitgliedern, aber alle sollen dafür bezahlen?

      Das Konzept: alle zahlen für alles widerspricht mir irgendwie...
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    • Schneider Alex 09.04.2016 07:11
      Highlight Wo es heute keine bezahlten Stellen gibt, muss der Staat einen sekundären Arbeitsmarkt aufbauen. Sinnvolle Arbeit, die heute nicht gemacht wird, gibt es weiss Gott genug!
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    • Stefan von Siegenthal 09.04.2016 16:45
      Highlight @Alex Der Staat verantwortlich Arbeit zu garantieren? Gefährlich. Aber an welche Arbeiten denkst du da genau? Mir fällt nicht viel ein.
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    • Schneider Alex 10.04.2016 07:15
      Highlight Gesundheitswesen (Altenbetreuung), Bildung (Unterstützung bei Integration von MigrantInnen), Umweltschutz (sauberer öffentlicher Raum), Kinderbetreuung, etc.
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    • Thinkdeeper 18.04.2016 23:52
      Highlight Das einte schliesst das andere nicht aus.
      Was spricht dagegen, wenn BGE und Minimallohn die Schweizer Arbeit wieder international Wettbewerbsfähig macht?
      Das BGE könnte auch mit einer Pflicht zu Sozialarbeiten wie auch Zivil- und Militärdienst etc, verknüpft werden.
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Die Empörung über öffentliches Schlachten zeigt: Wir sind feige Säue

Die Kontroverse um eine geplante Metzgete in Sissach BL treibt immer seltsamere Blüten. Dass hinter den Mauern der Schlachthöfe im Akkord geschlachtet wird, scheint dabei zweitrangig zu sein.

Man könnte den Eindruck gewinnen, im Norden der Schweiz bahne sich etwas Ungeheuerliches an. In den sozialen Medien tobt ein Shitstorm. Eine Bewohnerin ruft die Justiz an, um das Geplante in letzter Sekunde zu verhindern. Und ein Pfarrer will sich selbst auspeitschen, um gegen die «entwürdigende Veranstaltung» zu protestieren. Anlass ist nicht etwa ein satanistisches Kultritual. Nein: In der Baselbieter Gemeinde Sissach sollen am Samstag zwei Schweine geschlachtet werden.

Ihnen blüht damit …

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