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Coach Antti Toermaenen of Helsinki is pictured during the Champions Hockey League 1/16 finals ice hockey match between HC Davos and IFK Helsinki, on Tuesday, October 6, 2015, in the Vaillant Arena in Davos, Switzerland. (KEYSTONE/Gian Ehrenzeller)

Alter Bekannter im Kanton Bern: Ex-SCB-Coach Törmänen. Bild: KEYSTONE

Törmänen kommt – Biel bleibt bis auf Weiteres eine Hockeyfamilie

Der ehemalige SCB-Meistermacher Antti Törmänen (47) wird Biels neuer Cheftrainer bis zum Ende der nächsten Saison. Das erspart dem ganzen Hockey-Unternehmen einen Kulturschock.

11.12.17, 09:23


Seine Verpflichtung hatte sich abgezeichnet. Antti Törmänen war von allem Anfang an aussichtsreichster Kandidat und in den letzten 24 Stunden hatte der sonst überaus kommunikative, freundliche Finne keine Anrufe mehr beantwortet.

Nach dem Scheitern von Mike McNamara schien ein Kulturschock in Biel unvermeidlich. Erstmals seit dem Wiederaufstieg von 2008 mit einem Trainer, der nicht aus der grossen Bieler Hockeyfamilie stammt.

Cheftrainer ad interim Martin Steinegger verfolgt einen Spielzug von der Bande aus im Eishockey-Meisterschaftsspiel der National League zwischen dem EHC Biel und den ZSC Lions, am Freitag, 8. Dezember 2017, in der Tissot Arena in Biel. (KEYSTONE/Alessandro della Valle)

Sportchef Steinegger überzeugte bei seinem Abstecher an die Bande. Bild: KEYSTONE

Meister, das kann der Törmänen

Aber Sportchef Martin Steinegger hat einen Trainer gefunden, der zur ganz besonderen, familiären Leistungskultur passt: Antti Törmänen. Er ist zwar fordernd. Aber auch freundlich und verständnisvoll. Er gewährt den Spielern viele Freiheiten. Seine Art ist nicht das Befehlen. Sondern das Aufzeigen von Lösungen. Mehr Ausbildner als Bandengeneral. Der Kulturschock, den ein autoritärer Nordamerikaner unweigerlich ausgelöst hätte, wird also ausbleiben.

Trotzdem kann Antti Törmänen Meister. Er verlor 2012 mit dem SC Bern den Titel erst im siebten Finalspiel und 2013 wurde er Schweizer Meister.

Antti Toermaenen, Trainer des SC Bern, haelt den Meisterpokal hoch bei der Meisterfeier des SCB am Samstag, 20. April 2013 auf dem Bundesplatz in Bern. (KEYSTONE/Peter Klaunzer)

Ein Finne auf dem Bundesplatz: Törmänen bei der SCB-Meisterfeier 2013. Bild: KEYSTONE

Biel kann sich nach wie vor keinen autoritären Bandengeneral wie Bob Hartley leisten. Sportchef Martin Steinegger ist darauf angewiesen, dass sein Trainer aus allen Spielern ein Maximum herausholt. Dass sein Trainer den Zugang zu allen findet. Der EHC ist nach wie vor kein grosses Team. Die Bieler sind auf jeden angewiesen und sie haben auch kein Farmteam, um während der Saison beliebig Spieler auszutauschen. Der Schlüssel zum Erfolg ist der Mittelweg zwischen fordern und fördern.

Intakte Mannschaft mit vier Ausländern

Antti Törmänen war eine grosse Spielerpersönlichkeit. Er war Weltmeister 1995 und er strahlt eine natürliche Autorität aus. Sein freundliches Wesen mindert allerdings die Strahlkraft dieser Autorität etwas. Mit ziemlicher Sicherheit wird er in Biel nicht viel länger als zweieinhalb Jahre im Amt bleiben.

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Törmänen übernimmt eine intakte Mannschaft. Und anders als etwa Kevin Schläpfer in Kloten kann er vier Ausländer einsetzen. Das Minimalziel Playoffs müsste er eigentlich erreichen. Und wenn nicht, wäre es kein Problem. Inzwischen sind in Biel Trainerwechsel sowieso kein Problem mehr. Sportchef Martin Steinegger hat nach der Entlassung von Mike McNamara vier von fünf Partien gewonnen. Die Bieler können also selbst während der laufenden Saison zügig, aber ohne Hast den richtigen neuen Trainer finden.

Antti Törmänen passt mit seinem verständnisvollen Wesen und Wirken zu Biel. Der EHC Biel bleibt auch nach dem Trainerwechsel bis auf Weiteres eine Hockeyfamilie.

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Markus Wüthrich, 5.5.2017
Tolle Artikel jenseits des Mainstreams. Meine Hauptinformations- und Unterhaltungsquelle.

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6Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Normi 14.12.2017 01:43
    Highlight Antti kann auch noch Tanzen
    2 0 Melden
  • Dynamischer-Muzzi 13.12.2017 07:31
    Highlight Klasse Einstand von Antti gestern, obschon er nicht viel dafür machen musste, weil das Team zur Zeit einfach Top funktioniert. Nun den Fokus auf die 4 letzten Spiele in diesem Jahr richten und wenn möglich das Maximum raus holen.

    Ici c'est Bienne!
    5 1 Melden
  • Eingestein 11.12.2017 21:42
    Highlight Ich befürchte Biel mit Törmänen ist ende Januar gleichweit wie Kloten mit Hr. Schläpfer.
    10 23 Melden
  • Dynamischer-Muzzi 11.12.2017 12:07
    Highlight ♥️💛lich willkommen in Biel Antti Törmänen und maximale Erfolge mit unseren EHCB.
    Stoney hat mit 5 Siegen aus den letzten 6 Spielen die Köpfe der Spieler wieder aufgerichtet und auch dem Toni gezeigt, wo das Tor steht, wie man am Samstag gesehen hat.
    Hau alles raus und zeig allen, das Du auch mit einem kleinerem Team Erfolg haben kannst.
    Die Spiele bis Weihnachten sind sehr schwer und sehr wichtig, also macht das Beste daraus.

    Ici c'est Bienne ♥️💛
    49 20 Melden
  • Rookie 11.12.2017 11:43
    Highlight Nicht meine Wahl für ein "unfertiges Team", welches Probleme mit der Selbstverantwortung hat. Aber ich lasse mich gerne positiv überraschen...
    11 38 Melden
  • navigator 11.12.2017 10:44
    Highlight Nun lasst den smarten Finnen doch erst mal in Biel beginnen. Fachkompetenz und Charisma und Erfahrung bringt er sicher genug mit: welcome Antti in Biel !
    105 6 Melden

Das wären die Logos der Schweizer Klubs, wenn sie NHL-Teams wären

Die Eishockey-Sprache ist englisch: Crosscheck, Slot und Butterfly-Goalie, Boxplay, Icing und Emptynetter. Auch die Schweizer Ligen heissen nicht mehr Nationalliga A und B, sondern National League und Swiss League. Nur die Klubs haben immer noch ihre alten Namen.

Höchste Zeit, dass auch sie sich wandeln upgraden und ihre HC, SC und EV durch zeitgemässe Namen ersetzen!

* Update: User weisen darauf hin, dass der richtige Plural «mice» lautet. Das ist natürlich korrekt. Da ein kleiner Fehler zum …

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