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Gianluigi Buffon, Paul Pogba und Paulo Dybala (v. l.) haben für das Duell mit den Bayern die Zebras gesattelt.
bild: juventus.com

«Juwel» Paulo Dybala will mit Juve die Bayern bodigen – die bewegende Geschichte des aufstrebenden Super-Stürmers

Vor dem Champions-League-Knüller zwischen Juventus und Bayern steht Paulo Dybala im Mittelpunkt. Dem Stürmerstar gehört die Zukunft, doch hinter dem bubenhaften Gesicht steckt eine bewegende Geschichte.

23.02.16, 14:02 23.02.16, 14:44

Sie nennen ihn «La Joya», das Juwel. Dabei ist Paulo Dybala längst mehr als bloss ein Rohdiamant. Seine feinen Gesichtszüge sind ein Ebenbild seiner ebenso filigranen Technik. Sein unschuldiger, bubenhafter Blick weicht erst dann der Euphorie, wenn er den Ball mal wieder mit seinem linken Zauberfuss in die Maschen geschnippelt hat.

Dybala ist ein untypischer Stürmer: zu klein, zu dünn, zu leicht. Doch die Bewegungen des Argentiniers sind elegant, der 22-jährige schwebt über das Spielfeld – den Ball immer eng an seiner Seite. Man möchte ihn am liebsten in den Arm nehmen, diesen Buben, der bei den Grossen mitspielt und nur sein Spielzeug will. Er streichelt, liebkost den Ball förmlich und das Leder scheint ihm brav zu gehorchen. 

Paulo Dybala und sein liebstes Spielzeug.
bild: juventus.com

Dybala kam im Sommer für 32 Millionen Euro von ­Palermo zu Juventus. Eine Grossinvestition in die Zukunft des Vereins. Von hohem Risiko wurde gesprochen, derart viel Geld für einen «Nobody» auszugeben. Der Argentinier werde mit dem grossen Druck als Tévez-Nachfolger nicht umgehen können, der Fehleinkauf-Stempel war schon griffbereit in den Händen der Kritiker. 

«Dybala kann wirklich alles, er ist ein Superstar. Als ich ihn verkauft habe, sagte ich zu Juve-Sportchef Marotta, dass er den neuen Messi holt.»

Palermo-Präsident Maurizio Zamparini

Doch Dybala eroberte mit seinem grossen Kampfwillen sofort die Herzen aller. «Wir sind Juventus und wir haben die Pflicht, an den Scudetto zu glauben. Hier muss man gewinnen, um das Trikot zu ehren», sagte der Argentinier nach dem harzigen Saisonstart. Mittlerweile hat Dybala in 25 Ligaspielen 13 Tore und acht Assists auf dem Konto und ist der mit Abstand beste Skorer der «Bianconeri».

Dybala trifft gegen die AS Roma zum Sieg, Juve-Kommentator Claudio Zuliani dreht durch.
YouTube/franzoiamatteo

Der Messi-Klon mit Pirlo-Magie

Zusammen mit Superstar Paul Pogba wird Paulo Dybala das neue Juventus prägen. Paul und Paulo. Was klingt wie ein Musikduo aus den Südtiroler Dolomiten, ist die 22-jährige Crème de la Crème des Weltfussballs. «Viereck plus R2» nennt Pogba seinen kongenialen Teamkollegen, so schlenzt der Franzose in «FIFA 16» die Bälle jeweils aufs Tor – es ist die Spezialität des Paulo Dybala im realen Fussball.

Paul und Paulo: ein Duo für die Zukunft.
Bild: Paolo Giovannini/AP/KEYSTONE

Nun schwärmen sie alle von Paulo Dybala, der die Rückennummer von Andrea Pirlo übernommen hat und selbst sagt: «Man sieht, dass Pirlo ein bisschen Magie hinterlassen hat mit der Nummer 21.» Tatsächlich schwebt auch nach dem Abgang von Pirlo eine grosse Portion Genie mit der 21 durch das Juventus Stadium.

­«Paulo Dybala ist die Zukunft.»

Lionel Messi

Dybala hat ein grosses Repertoire an Qualitäten, der technisch versierte Stürmer kann eigentlich alles: Der 22-jährige Linksfuss ist flink, schnell, dribbelstark und mit einer überragenden Schusstechnik ausgestattet. Er spielt gerne in der Sturmspitze, um sich dann zwischen Abwehr- und Mittelfeldlinie fallen zu lassen und von da die Bälle selbst zu verteilen. Dank seiner Dynamik ist er dann pünktlich zurück im oder um den Strafraum, um den Angriff abzuschliessen und die Bälle mit viel Effet und noch viel mehr Liebe ins Tor zu befördern. 

Das Beste aus den ersten sechs Monaten von Dybala bei Juve.
YouTube/colosimo99

Die Parallelen zu seinem Landsmann Lionel Messi sind verblüffend, die Vergleiche werden Dybala wohl sein Leben lang begleiten. Lionel Messi selbst sagt über seinen neuen Sturmkollegen in der argentinischen Nationalmannschaft: «Paulo Dybala ist die Zukunft.»

Dybala, dessen Nachname von seinem polnischen Grossvater stammt, hat auch den italienischen Pass, sein Traum war es jedoch, für sein Geburtsland Argentinien zu spielen.

Paulo Dybala und Lionel Messi: Nicht nur bei der Schusshaltung ähneln sich die Argentinier.
bild: pasionfutbol.com

Die Karriere dem verstorbenen Vater gewidmet

Hinter der strahlenden Gegenwart und der vielversprechenden Zukunft liegt eine bewegende Vergangenheit. Als Paulo Dybala 15 Jahre alt war, kämpfte sein Vater mit einem Tumor an der Bauchspeicheldrüse. «Um mich zu schützen, sagte man mir nicht alles und ich glaubte fest daran, dass er wieder gesund werden würde», so Dybala. Doch sein Vater verstarb kurze Zeit später. 

«Ich schloss mich im Badezimmer ein und weinte, doch ich gab nicht auf.»

Paulo Dybala nach dem Tod seines Vaters

Der grosse Traum seines Vaters war, dass einer seiner Söhne Fussballprofi wird. «Gustavo, der Älteste, hat es nicht geschafft. Genauso wenig wie Mariano, von dem alle sagten, er sei viel besser als ich», so Paulo heute. Also sei er an der Reihe gewesen und musste es schaffen, um seinen Vater in Ehren zu halten und dessen Wunsch zu erfüllen. «Er begleitete mich zu jedem Training, eine Stunde von Laguna Larga, dort wo wir wohnten, nach Córdoba.»

Paulo Dybala mit seinem Vater.
bild: facebook.com/juventus fans deutschland

Als sein Vater starb, bat Dybala den Verein, nach Hause zurückkehren zu dürfen. Er spielte sechs Monate lang bei seinem Dorfklub, bevor er nach Córdoba zurückkehrte. Da jetzt keiner mehr da war, welcher ihn zum Training und wieder nach Hause fahren konnte, entschied sich der 16-Jährige in die Pension des Vereins zu ziehen, was ihm nicht einfach fiel: «Seit kurzem Halbwaise und die Familie so fern. Ich schloss mich im Badezimmer ein und weinte, doch ich gab nicht auf. Heute weiss ich, Papa ist stolz auf mich. Meine Tore widme ich ihm.»

Paulo Dybala widmet die Tore seinem Vater.
Bild: EPA/ANSA

Der nächste Prüfstein heisst Bayern München

Heute trifft Paulo Dybala nun mit Juventus auf Bayern München. Es wird die nächste Hürde in der Karriere des 22-Jährigen. Er hätte das Potential, den Bayern-Verteidigern Knöpfe in die Beine zu dribbeln. Vor einigen Wochen kamen Gerüchte auf, dass Carlo Ancelotti Paulo Dybala unbedingt nach München lotsen will – der Klub sei bereit 80 Millionen Euro auf den Tisch zu legen.

Juventus lehnte – wie sie es auch bei den unmoralischen Angeboten von Topklubs für Pogba machten – dankend ab. Das Zeichen ist klar, Juventus will kein Ausbildungsklub sein, Juventus gehört zur Weltelite. Das sollen heute Abend auch die Bayern erfahren. 

Juventus ist gegen Bayern München Aussenseiter, hat aber keine Angst.
YouTube/Juventus

Doch die Münchner werden mit breiter Brust nach Turin reisen. In der Bundesliga sind sie unangefochten Leader und auch mit Juve verbinden die Bayern jüngst positive Erinnerungen: Seit Sommer 2004 verlor Juventus nur zwei von 45 Europacup-Heimspielen – beide gegen Bayern München. 2009 mit 1:4 im letzten Champions-League-Gruppenspiel und 2013 im Viertelfinal, als die Deutschen unter Jupp Heynckes später das Triple gewannen.

Doch was zählt schon die Vergangenheit? Schliesslich hat Juventus ein neues Juwel. Paulo «La Joya» Dybala. 

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    Alle Leser-Kommentare
  • Gabbo 24.02.2016 11:16
    Highlight Und topft hät er sie. Fino alla fine! :)

    Ich glaube, für de neutrali Zueschauer isch das gester es TOP Spiel gsi..schade schade, handlet sichs um en Achtelfinal.

    Wieder mal en top Bricht. Gits so öppis mal au chli vo anderne Egge vode Fuessballwält? Oder luegsch Du nume Serie A und Cl? :D

    Über Leicster chönt mer au mal was herekritzle, de Wahnsinn was det lauft. Entgege dem viele Stutz wo in England flüsst und flüsse wird, behauptet sich de letschtjährigi Beinaheabsteiger gege "Grossmächt" wie Chelsea, Man City and Co. ! :)

    1 0 Melden
  • elmono 23.02.2016 17:25
    Highlight Wenn er jetzt noch stärker mit seinem schwachen rechten Fuss wird, wird der Bursche der Überkiller. Mich beeindruckt insbesondere die unglaubliche Widerstandfähigkeit in Zweikämpfen sowie sein unglaubliches Auge fürs Tunnelschieben - eine wahre Freude.
    10 0 Melden
  • Illuminati 23.02.2016 16:29
    Highlight Absolut fantastischer Spieler, der kämpft wie ein Löwe und doch zaubert mit dem Ball am Fuss! Nur schade hat er sich nicht für Italien entschieden, weil in Italien ist sich wirklich etwas am formieren (nicht nur in der Liga auch in der Nationalmannschaft). Aber es ist seine Entscheidung und diese ist (hoffentlich auch von den Italienern) zu akzeptieren.
    Weiss gerade jemand ob er in der argentinischen oder italienischen Nationalmannschaft die Juniorenstufen durchlief?
    8 0 Melden
    • zellswagger 23.02.2016 17:13
      Highlight Soweit ich weiss ist er erst seit 2015 in der Nationalmannschaft.
      4 0 Melden
    • elmono 23.02.2016 17:22
      Highlight Argentinien
      4 0 Melden

Liebe Schiris, gebt Real doch gleich den Pott, wenn ihr keinen Mumm habt, fair zu pfeifen

Real Madrid eliminiert Bayern München im Halbfinale der Champions League mit dem Gesamtskore von 4:3. Der Einzug ins Finale kam aber nur zustande, weil die Schiedsrichter kein Rückgrat haben, auch mal gegen die «Königlichen» zu pfeifen.

Sie haben heroisch gekämpft. Und trotzdem verloren. Die Bayern haben Real Madrid in deren eigenem Stadion dominiert, phasenweise gar vorgeführt. Und trotzdem jubeln am Schluss die «Königlichen». 

Weil den Bayern die Kaltschnäuzigkeit fehlt. Weil Goalie Sven Ulreich der grösste Patzer seiner Karriere unterläuft, auf den er wohl für immer reduziert werden wird. Aber auch, weil die Schiedsrichter keinen Mut haben, gegen Real Madrid zu pfeifen, wie gegen jeden anderen Klub auch. 

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