Wirtschaft
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Digitalisierung soll Wirtschaft flottmachen – doch staatsnahe Betriebe haben ein Problem

Die Schweizer Wirtschaft hat bei der Digitalisierung Nachholbedarf. Am ersten «Digital Day» wird eine Verbesserung der Produktivität gefordert.

Andreas Schaffner / Nordwestschweiz



Heute findet der erste Schweizer «Digital Day» statt. Mit dabei sind neben unzähligen Firmen die Bundespräsidentin Doris Leuthard sowie die Bundesräte Johann Schneider-Ammann und Alain Berset. Die Regierung startete schon am Montag. Bei Johann Schneider-Ammann stand etwa der Besuch einer «smarten» Fabrik in Biel auf dem Programm.

Bei all diesen Bemühungen geht es darum, in der Bevölkerung Verständnis zu schaffen für die vierte industrielle Revolution. Diese wurde ausgelöst durch gewaltige technologische Entwicklungen. Wie schon die vorangegangenen industriellen Revolutionen durchdringt auch diese die Gesellschaft als Ganzes. Es wird jedoch auch in diesem Prozess Gewinner und Verlierer geben: Experten gehen davon aus, dass die Hälfte der Arbeitsplätze im Zuge der Digitalisierung verschwinden könnte.

Testbetrieb einer Paket-Drohne der Post in Lugano. Ob mit solchen Aktionen das Produktivitätsproblem einer Branche gelöst werden kann, ist zu bezweifeln.

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Video: srf

Der wichtigste Treiber hinter der Digitalisierung sind die Produktivitätsfortschritte, die man sich vom Einsatz der modernen Technologie erhofft. In der EU und in den USA ist ein grosser Teil des Wirtschaftswachstums der letzten Jahre auf die Digitalisierung zurückzuführen. Eine Umfrage der Konjunkturforschungsstelle der ETH (KOF) in der Schweiz zeigt, dass sich dieser positive Effekt hierzulande einstellt.

Doch der Nachholbedarf in der Schweiz ist gross: Die Schweizer Wirtschaft schneidet im internationalen Vergleich regelmässig schlecht ab. Dies zeigt etwa der vergangene Woche publizierte Produktivitätsvergleich der OECD. Das Phänomen betrifft in hohem Mass die staatsnahen Bereiche. Laut einer Analyse des Bundesamts für Statistik von 2015 weist die Landwirtschaft die tiefste Arbeitsproduktivität aller Branchen aus. Gefolgt vom Bau, vom Gesundheitswesen oder vom Verkehrsbereich.

Ausgaben wurden reduziert

Dies deckt sich mit der KOF-Umfrage: Es sind vor allem die unproduktiven Bereiche, die in den letzten Jahren auch weniger in die Digitalisierung investiert haben. Während etwa Banken oder Exportunternehmen technologisch aufgerüstet haben, reduzierten Bau, Handel oder das Transportgewerbe die Investitionen sogar. Mit einem publikumsträchtigen Drohnenflug, wie ihn die Post derzeit in Lugano testet, ist es also nicht getan.

Ein Grund für das Produktivitätsproblem der Schweiz liegt im stark wachsenden Gesundheitswesen. Hier wurde ein grosser Teil der Stellen geschaffen. Doch ausgerechnet in diesem Bereich sind Produktivitätsfortschritte nur sehr schwer zu erzielen. Die Arbeit einer Pflegerin kann nicht so einfach von Robotern übernommen werden. (aargauerzeitung.ch)

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Video: srf

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    Alle Leser-Kommentare
  • aglio e olio 21.11.2017 12:24
    Highlight Highlight 2/2
    ...
    Die Arbeit wird also weniger, der SGV will dem einzelnen Arbeitnehmer aber mehr Arbeit aufbürden, Das heisst wir benötigen dann weniger Arbeitnehmer, haben also mehr Arbeitslose. Die daraus resultierende erhöhte Nachfrage nach Arbeitsstellen lässt die Löhne sinken. Nachfrage und Angebot eben.
    Da man ausschliessen kann dass die SGVler zu dumm sind dies zu erkennen, muss man wohl Kalkül unterstellen.
    http://www.sgv-usam.ch/verband/vorstand.html

  • aglio e olio 21.11.2017 12:23
    Highlight Highlight 1/2
    Zitat: "Es wird jedoch auch in diesem Prozess Gewinner und Verlierer geben: Experten gehen davon aus, dass die Hälfte der Arbeitsplätze im Zuge der Digitalisierung verschwinden könnte."

    Weniger Arbeit für die gleiche Anzahl Menschen.
    Also mehr Freizeit? Mehr Zeit für die Familie? Mehr Zeit für persönliche Entfaltung. Mehr Zeit für gesellschaftliche Tätigkeiten?
    Anscheinend alles Unsinn, wenn man den SGV fragt.
    Dieser verlangt doch tatsächlich nach einer Verlängerung der Wochenarbeitszeit.
    https://www.derbund.ch/schweiz/standard/Gewerbeverband-will-50StundenWoche/story/31121027
    ...
  • dan2016 21.11.2017 11:32
    Highlight Highlight 1. ja, wir haben in der Schweiz einen riesigen Digitalisierungsrückstand.
    2. es gibt Branchen, die sind in diesem Prozess weit und solche, die sind nicht weit (weltweit) und das Gesundheitswesen ist überalll nicht weit. Und wächst erst noch überall.
    3. nicht die staatsnahen Unternehmen haben ein Problem, sondern die Branchen, welche oft staatsnah sind, haben ein tendenziell geringeres Produktivitätswachstum.
    4. Und dann kommt der Kernpunkt. 26 Kantone mit eigenen Lösungen, 3000 Gemeinden mit eigenen Lösungen verhindern eine Digitalisierung von 25 % der Wirtschaft als Ganzes
  • mogad 21.11.2017 09:37
    Highlight Highlight Warum werd ich den Eindruck nicht los, dass wir kopflos der Digitalisierung hinterher rennen? Wir hecheln ETH-Studenten und jungen Startupern hinterher, schauen nur noch nach Silicon-Valley. Die wollen natürlich mit ihren Projekte möglichst gut dastehen, PR nach Art der USA. Ohne zu überlegen, dass uns das Alles irgendwann um die Ohren fliegen könnte, wenn wir keine analogen Ausweichsmöglichkeiten mehr zulassen, weil es ja kosten würde. Und weil bis jetzt ja auch nichts Schlimmes passiert ist, kann man die Abwehr von Cyberangriffen vernachlässigen.
  • sir_kusi 21.11.2017 07:08
    Highlight Highlight „Die Arbeit einer Pflegerin kann nicht so einfach von Robotern übernommen werden.“
    Als ob es darum ginge...
    Nur schon Prozessoptimierungen im Spital, Unterstützung durch IT-Systeme oder auch die elektr. Patientendossiers würden Fortschritte bringen. Aber leider finden die Medien immer eine laut schreiende Gruppe, die dann findet das ginge nicht, wegen den Angestellten, wegen Qualitätseinbussen oder wegen sonst was. Gegenüber den anderen Branchen wollen einfach zu viele Akteure mitreden. „Machen“ ist angesagt!
    • bernd 21.11.2017 09:47
      Highlight Highlight Unfassbar doofe Aussage mit den Robotern. Da hat jemand überhaupt nicht begriffen, was Digitalisierung bedeutet.
    • _kokolorix 21.11.2017 11:05
      Highlight Highlight Trotzdem wird die Produktivität im Pflegebereich niemals so gesteigert werden können wie in der Autoproduktion.
      Da die Schweiz einen Grossteil ihrer Industrieproduktion in Billiglohnländer ausgelagert, und voll auf die Dienstleistungskarte gesetzt hat, wird sie die Produktivitätssteigerungen nur mit einem massiven Anstieg der Arbeitslosigkeit erkaufen können.
      Was soll denn der ehemals verwöhnte, erfolgreiche Banker tun, nachdem sein Job von einem Algorithmus übernommen wurde?
      Auch der Steuerdiebstahl wird bald nicht mehr so einfach möglich sein.

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