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Frida Kahlo: Die Frau, die den Tod auslachte

Bild: AP

Willkommen zu einem weiteren Teil Frauen in der Geschichte. Heute wollen wir uns mit der mexikanischen Künstlerin Frida Kahlo beschäftigen. Einer Frau, die es verstand, ihren Schmerz in Bildern auszudrücken.

14.01.18, 12:26 15.01.18, 04:27


Am 17. September 1925 rammt in Mexiko City eine Trambahn einen hölzernen Omnibus. Die 18-jährige Frida Kahlo sitzt drin, wird nach vorne geworfen – und von einer eisernen Griffleiste durchbohrt.

«Sie war fast nackt; bei dem Zusammenstoss waren ihr die Kleider vom Leibe gerissen worden. Jemand im Bus, wahrscheinlich ein Anstreicher, hatte ein Paket mit Goldpulver bei sich gehabt, das aufgegangen war; und nun war das Gold über Fridas blutenden Körper gestäubt.»

Sie habe wie eine Ballerina ausgesehen, erinnert sich Alejandro, Fridas Jugendfreud, der mit ihr im Bus sass.

Ihr Rückgrat und ihr Schambein waren dreifach gebrochen. Ein Schlüsselbein und zwei Rippen erlitten dasselbe Schicksal. Am rechten Bein wurden elf Brüche gezählt, ihr rechter Fuss war ausgerenkt und zerquetscht. Das Eisen hatte sich in die linke Hüfte gebohrt und war bei der Vagina wieder ausgetreten.

«Auf diese Weise habe ich meine Unschuld verloren.»

Frida Kahlo

Auf diese Weise ist auch der Schmerz in Fridas Leben gekommen. Und mit ihm die Gedanken an den Tod. Jung muss sie lernen, sich an «la palona» (den Kahlköpfigen) zu gewöhnen, er wird zu ihrem ständigen Begleiter. Sie gewöhnt sich schnell an, ihm den Ernst zu nehmen: «Ich lache den Tod aus, damit er mich nicht so leicht kriegt», sagte sie einmal. 

Die 18-jährige Frida, 1926 von ihrem Vater fotografiert. Ihr dünneres, rechtes Bein versteckt sie geschickt hinter dem linken. bild: Throckmorton Fine Art / The Harn Museum of Art

Einen Monat lang bleibt es der bewegungslustigen Frida verwehrt, das Bett zu verlassen. In ihrem sechsten Lebensjahr hatte ihr die Kinderlähmung bereits das rechte Bein verkrüppelt, ihre Wade war so dünn wie ein Strich. Mit gänzlich unmädchdenhaften Sportarten versuchte sie es zu stärken, sie spielte Fussball und war bei Box- und Ringkämpfen dabei.

«Frida, pata de palo!», Holzbein-Frida, riefen ihr die anderen Kinder hinterher. Sie zog mehrere Socken an, um ihren Makel darunter zu verstecken. Später kommen ihre langen, mexikanischen Röcke hinzu.

Der Unfall zieht es nach sich, dass Frida ein Leben lang gegen Schmerzen kämpfen muss. Ihre Leiden wird sie in allen schrecklichen Details zu stumm schreienden Bildern formen. Sie werden die Spiegel ihres wahren Zustandes sein. Denn die stolze Frida leidet niemals öffentlich. Immer wird sie fröhlich auftreten, ungehobelt daherreden und makabere Witze reissen. Bis ihre Maske fällt. 

«Die gebrochene Säule» malte Frida 1944 nach einer ihrer insgesamt mindestens 32 Operationen. bild: wikioo.org

«Ich male meine eigene Wirklichkeit. Das Einzige, was ich über meine Arbeit mit Sicherheit sagen kann, ist, dass ich male, weil ich muss, und dass ich immer male, was mir in den Sinn kommt, ohne jede weitere Überlegung.»

Frida Kahlo

Ein selbstbewusster Satansbraten

Fridas Geschichte beginnt und endet am gleichen Ort: im blauen Haus in Coyoacán, am südlichen Rand von Mexico City. Dort wurde sie am 7. Juli 1907 geboren, obwohl sie selber immer 1910 als ihr Geburtsjahr angab. Denn sie wollte zusammen mit der Mexikanischen Revolution auf die Welt gekommen sein, mit dem neuen Mexiko. 

Ihre eigene Geburt malte Frida 1932. bild: pinterest

Ihr Vater Guillermo Kahlo stammte von ungarischen Juden ab, geboren wurde er in Deutschland. Völlig mittellos kam er als junger Mann nach Mexiko und wurde hier zu einem erfolgreichen Fotografen. Er nahm die kleine Frida mit, wenn er am nahe gelegenen Flüsschen Landschaftsbilder malte.

Sie sammelte dann allerlei Steine, seltsame Pflanzen und Insekten, verglich sie mit den Abbildungen in ihrem naturwissenschaftlichen Buch und schaute sie unter dem väterlichen Mikroskop an. 

«Porträt von Don Guillermo Kahlo», 1952. Frida malte das Bild ihres Vaters 11 Jahre, nachdem er an einem Herzanfall gestorben war. bild: museofridakahlo

Fridas Mutter, Matilde Calderón, hatte spanische Wurzeln. Aber vor allem, was für Frida immer wichtiger wurde, war ihr Vater ein Indio. Ihr grossmütterliches Erbe war einheimisch. Und der Gedanke, dass sie als Kleinkind die Milch ihrer indigenen Amme in sich aufgenommen hatte, wurde für ihre Identität bestimmend. 

Als Fridas Mutter krank wurde, bekam Frida die Brust einer indigenen Amme. «Meine Amme und ich», 1937, kann auch als eine Art mystisches Doppelporträt gelesen werden. bild: fridakahlo

Als Frida mit 15 Jahren an der «Preparatoria» – einer höheren Schule zur Vorbereitung auf die Universität – aufgenommen wurde, waren die Kämpfe ausgefochten und Mexiko gehörte wieder den Mexikanern. Die Macht der katholischen Kirche war nicht mehr so allumfassend, Arbeits- und Bodenrecht wurden reformiert. Man verwarf jetzt die spanischen und französischen Moden, all das, was man sich aus fremden Ländern geliehen hatte. Die Mexikaner blickten stolz auf ihr einheimisches Kulturerbe und formten voller Freude ihre eigene Identität. 

«Vier Bewohner Mexikos», 1938. Hier thematisiert Frida, wie ein Mädchen (sie?), seinem mexikanischen Erbe begegnet. bild: fridakahlo

Die Preparatoria war die beste Lehranstalt Mexikos und Frida eines der ersten zugelassenen Mädchen. Sie sollte wie der vielversprechendste Sohn ausgebildet werden, denn Söhne hatten die Kahlos nicht. Und Guillermo war sich sicher, dass Frida seine intelligenteste Tochter war. Sie ähnle ihm am meisten, sagte er.

Frida wollte später Medizin studieren. Stattdessen wurde sie selbst zum Gegenstand der Medizin. Seit ihrem schrecklichen Unfall schlich sich das Siechtum in ihr Leben, nagte unaufhaltsam an ihrem Körper – und verschlang dabei Unsummen an Behandlungskosten. 

In der Schule hielt sich Frida nie im oberen Teil des Hofes auf, der für die Mädchen vorgesehen war. Sie fand Mädchen doof. Sie war lieber dort, wo man sich über Marx unterhielt, über die Reformen im Land stritt oder wo Fäuste zur Verteidigung der Kirche flogen. Frida gehörte zur Clique der «Cachuchas», die wegen ihrer Mützen so genannt wurden.

Was die sieben Jungs und die zwei Mädchen vereinte, war ihre Boshaftigkeit und Respektlosigkeit gegenüber jeglicher Autorität. Wo sie auftauchten, herrschte Anarchie: Einmal umwickelten sie einen Hund mit einem Netz von Feuerwerkskörpern, zündeten die Lunten an und liessen das arme Tier durch die Korridore rasen.

Die 12-jährige Frida 1919, fotografiert von ihrem Vater.  bild: wikimedia

Frida war nicht fleissig, aber das hatte sie auch nicht nötig. Sie schrieb gute Noten, selbst wenn sie den Unterricht oft schwänzte. Wenn der Lehrer ihrer Ansicht nach nichts taugte, hielt sie dies für ihr natürliches Recht. Einmal bat sie den Direktor sogar, einen Kollegen von der Schule zu werfen. «Er hat seinen Beruf verfehlt», meinte Frida. 

In der Aula verschönerte indes ein 36-jähriger Mann mit seinen Fresken die Wände. Er war weltberühmt und so dick, als hätte er seinen ganzen Ruhm gegessen und niemals wieder ausgeschieden. Es war Diego Rivera, der mit seinen schweren Bergarbeiterstiefeln auf dem Gerüst stand. 

Diego Rivera arbeitet an einem Wandgemälde, 1936. Bild: AP NY

Den Schülern war es verboten, die Aula zu betreten, doch Frida fand trotz geschlossener Tür einen Weg, zu Diego zu gelangen. Sie stahl ihm Essen aus seinem blumengeschmückten Lunch-Korb und rief ihn «alter Fettwanst». Meist aber schaute sie ihm lange beim Malen zu. Ihrer Freundin sagte Frida, dass sie ihn baden und waschen, ja ein Kind von ihm haben wollte. So will es zumindest die Legende, die Frida eigenhändig um ihre Liebesgeschichte mit Diego gesponnen hatte. 

Diego war tief beeindruckt von dem Mädchen. In seiner Autobiographie schrieb er über diese erste Begegnung: 

«Sie legte eine Selbstsicherheit an den Tag, wie wenn sie sich ihres Wertes voll bewusst wäre, und ihre Augen sprühten ein seltsames Feuer.»

Diego Rivera

Ihr eigentlicher Jugendfreud war Alejandro Gómez Arias, der Anführer der Clique, der auch mit ihr im Bus sass, als das Unglück geschah. Er war es auch, dem sie ihr erstes Selbstporträt schenkte. 

Eine verführerische junge Frida blickt uns auf ihrem ersten Selbstporträt von 1926 an. bild: museofridakahlo

Frida gehörte nicht zu den Künstlerinnen, die mit dem Pinsel in der Hand aus ihrer Mutter schlüpften. Das Malen begann für sie im Krankenbett, «aus Langeweile», wie sie später sagte, weil sie sich nicht bewegen durfte. Das Unglück habe sie nicht so tragisch genommen, weil sie jung war. «Ich spürte, dass ich genug Energie in mir hatte, statt des angestrebten Medizinstudiums etwas anderes zu beginnen. Und so habe ich ohne grössere Umstände zu malen angefangen.»

Diego Rivera war anders. Er war eine Kunst schaffende Urgewalt. Er erfülle eine biologische Funktion, wenn er male, «wie ein Baum, der Früchte tragen muss», meinte er.

Diego Rivera, Porträt von Carl van Vechten, 1932. bild: wikimedia

Zum zweiten Mal sah ihn Frida 1927, als sie 20 und er 41 war. Auch dieses Mal stand er auf einem Gerüst, allerdings im Erziehungsministerium. Sie besuchte ihn da, um ihm ihre Bilder zu zeigen. In Diegos Autobiographie schildert er Fridas Worte so:

«Ich bin nicht zum Spass hergekommen. Ich muss sehen, wie ich meinen Lebensunterhalt verdiene. Nun habe ich ein paar Bilder gemalt und wollte dich bitten, sie mal vom professionellen Standpunkt zu begutachten. Ich wünsche mir eine unverblümte Kritik, weil ich es mir nicht leisten kann, einfach bloss aus persönlicher Eitelkeit weiterzumalen. Ich möchte von dir wissen, ob es sich lohnt, dass ich weitermale.»

Er sei von ihren Bildern sofort beeindruckt gewesen. «Da war nichts von den Tricks, mit denen ehrgeizige Anfänger oft fehlende Originalität übertünchen, sondern die Bilder wirkten durch ihre grundsätzliche Wahrhaftigkeit.»

Er sah hinter Fridas Bildern bereits eine eigene und selbstständige Künstlerpersönlichkeit. Die beiden verabredeten sich für den nächsten Tag. Er sollte sie zuhause besuchen, um ihre anderen Bilder anzuschauen. 

Ein ungewöhnliches Paar

«Diego und Ich» von 1949. Frida wird in den nächsten Jahren noch viel unter der Beziehung zu Diego zu leiden haben. Bild: KEYSTONE

Die beiden verliebten sich. «Die Taube und der Elefant», wie Fridas Mutter befand. Sie war von der Verbindung wenig begeistert, weil Diego ein Kommunist sei und obendrein wie ein «vollgefressener Breughel» aussehe. Frida kümmerte es nicht. Sie fand allerdings, Diego gleiche mehr einem Frosch, während er ihr sagte, sie habe ein Hundegesicht. Beide lachten darüber.

Diego strotzte vor Lebenskraft und Charme. Er war sowas wie ein Froschkönig, und es heisst, die Frauen waren mehr hinter ihm her als er hinter ihnen. Er war kein klassischer Macho, er bewunderte die Frauen.

«Männer sind ihrer Natur nach Wilde, auch heute noch. Aus der Geschichte können wir lernen, dass die ersten Fortschritte der menschlichen Kultur von Frauen gemacht worden sind.»

Diego Rivera

Er redete ununterbrochen und erzählte phantastische Geschichten. Wie er in der Russischen Revolution mitgekämpft habe oder dass er am liebsten Mädchenfleisch als Tortilla esse, das wie zartestes Spanferkel schmecke. 

Für Frida stand seine Mythomanie in direktem Bezug zu seiner unheimlichen Vorstellungskraft: «Man darf ihn genauso wenig einen Lügner nennen, wie man das von einem Dichter sagen würde oder von Kindern, die noch nicht von Müttern oder Lehrern verdummt worden sind.»

Und während er riesige Fresken schuf, die aus kommunistischer Sicht die gesellschaftlichen Probleme, ja die ganze Geschichte abhandelten, malte sie auf kleine Metallplatten und blieb dabei stets in ihrer direkt erfahrenen Welt. 

Am 21. August 1929 heiraten die beiden. 

Das Hochzeitsbild von Frida und Diego, 21. August 1929. Sie behielt ihren Mädchennamen und versuchte immer, ihren Lebensunterhalt unabhängig von ihrem Mann zu bestreiten. bild: pinterest

Knapp einen Monat später setzte sich Diego wie gewohnt auf den Stuhl für den Vorsitzenden der Kommunistischen Partei. Vor sich auf den Tisch legte er eine Pistole und verdeckte sie mit einem Taschentuch. «Ich, Diego Rivera, Generalsekretär der Kommunistischen Partei Mexikos, klage den Maler Diego Rivera an, mit der kleinbürgerlichen mexikanischen Regierung zu kollaborieren. Deshalb muss der Maler Diego Rivera vom Generalsekretär Diego Rivera aus der Kommunistischen Partei ausgestossen werden.»

Dann stand er auf, zog das Tuch weg und zerbrach die Pistole. Sie war aus Ton.

Diego hatte Kritik gegenüber Stalin geäussert, pflegte Freundschaften mit Regierungsmitgliedern und hatte von staatlicher Seite Malaufträge angenommen. Das war zu viel für seine Parteigenossen. Er habe seine Heimat verloren, schrieb er nach dem Rauswurf. Diego war deswegen deprimiert, und Frida versuchte ihr Bestes, den grossen Meister aufzuheitern. Sein Wohlergehen war jetzt ihre dringlichste Aufgabe. Wenn er irgendwo mit Malen beschäftigt war, brachte sie ihm Essen. Und auch seine Finanzen regelte sie. 

Frida musste von Anfang an gewusst haben, dass sie Diego nicht besitzen kann. Wie eine mächtige Membran sog er all die Schönheit in sich auf, nicht nur Fridas, sondern die aller Frauen, des Lebens, ja der ganzen Welt.

«Wohl ist er grosser Zuwendung fähig, aber er verliert sich nie an andere.»

Frida Kahlo

Für ihn kam stets die Malerei an erster Stelle, seine Autobiographie trägt nicht umsonst den Titel: «Meine Kunst, mein Leben». Selbst wenn Frida der Mittelpunkt dieses Lebens war.

Die Beziehung war nicht einfach, da kamen zwei sehr eigenwillige, narzisstische Charaktere zusammen – für die Presse waren ihre Liebeskämpfe ein Festschmaus. Man nannte sie nur beim Vornamen, das ganze Land kannte das Künstlerpaar, das in keinen bürgerlichen Rahmen passen wollte.

Sehr schlank und jung wirkt Diego auf dem Porträt, das Frida von ihm malte, als er 41 war. bild: fridakahlo

Frida versuchte stets, ihrem Mann eine gute Gefährtin zu sein, eine Verbündete in allem, was er sich zum Leben wünschte. «Er soll schauen, malen, lieben, essen, schlafen, allein sein oder sich Gesellschaft leisten lassen – aber ich möchte ihm alles geben», schrieb sie in späteren Jahren in ihr Tagebuch.

Diego mag zwar einen riesigen Schatten geworfen haben, aber die kleine Frida wusste aus diesem herauszutreten. Wenn auch anfangs noch nicht als Malerin, so doch als Persönlichkeit. 

Sie trug stets die farbige Tehuanatracht, die Kleidung der Frauen des Isthmus von Tehuantepec. Von ihnen sagte man, sie seien besonders stark und hübsch, und dass sie über ihre Männer herrschen würden. Diego gefiel Frida in dieser Aufmachung besonders, er sah sie gern als unverbildete, ursprüngliche Frau. Auch wenn sie eigentlich ein Stadtkind war, das in einem bürgerlichen Milieu aufwuchs. Und vielleicht war die Tracht anfangs mehr Kostüm als eigentliche Identität.

Aber es unterstrich ihre politische Einstellung, Frida wollte kulturell unabhängig sein, eine richtige Mexikanerin eben. Und so verschmolz sie allmählich mit dieser Rolle, die zu einem festen Bestandteil ihres neu ausgeformten Wesens wurde.

San Francisco, New York und Detroit: Die unausstehlichen «Gringo-Leute»

In den USA malt Frida das Bild «Frida und Diego Rivera», ein Hochzeitsbild aus der Erinnerung. Diego war 1,80 cm gross und wog 1931 mehr als 130 Kilo, sie war 1,60 cm gross und 44 Kilogramm leicht.  bild: fridakahlo

Bis ins Jahr 1934 herrschte in Mexiko ein kommunistenfeindliches Klima. Anhänger der KP wurden inhaftiert, deportiert und ermordet. Auch wenn Diego von den Genossen für die Annahme von Regierungsaufträgen verachtet wurde, so war seine Kunst dennoch kommunistisch geprägt. Er selbst sah das wohl als eine Art sublime, System unterwandernde Kritik, doch viele hielten ihn für einen politischen Opportunisten. 

In Mexiko gab es jedenfalls nichts mehr zu tun für ihn und so reiste er mit Frida 1930 nach San Francisco, wo er den Klubsaal der Börse bemalen sollte. Diego bewunderte die Erfindungskraft der Amerikaner, auch der Schönheit der Technik war er ergeben. 

Frida hingegen fühlte sich in den USA nicht wohl. Die Häuser sähen aus wie Backöfen und überhaupt fehle den Amerikanern der gute Geschmack. Sie lernte zwar fleissig Englisch, besuchte Museen und vor allem das Kino, doch die «Gringo-Leute» konnte sie nicht ausstehen:

«Sie sind langweilig und haben Gesichter wie ungebackene Brötchen, besonders die alten Frauen.»

Frida Kahlo

Diego wurde hier gefeiert, seine Bilder in zahlreichen Galerien gezeigt, und bald sollte er in New York eine Einzelaustellung im Museum of Modern Art bekommen – direkt nach Matisse. Er liebte die neuen Gaumenfreuden, genoss die Einladungen der High Society, während Fridas soziales Gewissen bei solchen Anlässen protestierte. «Diese reichen Menschen feiern ihre Partys, während Abertausende an Hunger sterben.»

Frida hatte Heimweh, was ganz deutlich im «Selbstbildnis auf der Grenze zwischen Mexiko und den Vereinigten Staaten» von 1932 zum Ausdruck kommt. Allerdings nie ohne Ironie, für die sie gern die Farbe rosa benutzte: Sie steht da in vorschriftsmässiger Dinner-Aufmachung, hält aber eine Zigarette und ein mexikanisches Fähnchen in der Hand. bild: fridakahlo

Sie fand es abscheulich, mitten in der Great Depression in vornehmen Häusern zu speisen. Wenn Frida in ihrer Tracht durch die Strassen ging, liefen ihr die Kinder begeistert nach, weil sie sie für eine Frau aus dem Zirkus hielten. Diego hingegen zog sich für die Party im Hause Henry Fords ein Dinner-Jacket an. Frida fand, er dürfe sich als Kommunist nicht wie ein Kapitalist kleiden. Er entgegnete ihr bloss: «Ein Kommunist kann gar nicht gut genug angezogen sein.»

Die Autostadt Detroit empfand Frida am allerschlimmsten und sie begann damit, die feinen Damen bei den feinen Anlässen mit Fäkalausdrücken zu provozieren. Henry Ford fragte sie, ob er Jude sei. Jeder in der Stadt wusste, dass der Automobilhersteller ein übler Antisemit war. Diego schuf indes seine Wandbilder für das Institute of Arts.

Auch im Bild «Da hängt mein Kleid» von 1933 spürt man Fridas Sehnsucht nach der Heimat. bild: wikiart

In dieser ihr verhassten Stadt wird Frida schwanger. Bereits zwei Jahre zuvor hatte sie einen Abort im dritten Monat. Auch dieses Mal verlangt sie wegen ihrer angeschlagenen Gesundheit eine Dosis Chinin und Rizinusöl, doch der Fötus geht nicht ab. Ihr behandelnder Arzt meint darauf, sie könne das Kind zur Welt bringen. Frida ist verwirrt und bittet in einem Brief an ihren Freund und Knochenchirurg Leo Eloesser um Rat:

«Sagen Sie mir, was das beste für meine Gesundheit ist, denn das ist es, was Diego am meisten interessiert, weil er mich liebt. Ich will alles tun, um es ihm recht zu machen.»

Frida Kahlo

Doch als Dr. Eloessers Antwort eintrifft, klammert sich Frida bereits so fest an den Gedanken an ein Kind, dass sie trotz der geringen Erfolgschancen nicht mehr davon abzubringen ist. Auch wenn Diego ständig arbeitet und überhaupt keine Kinder will.

Am 4. Juli 1932 verliert Frida ihr Kind. Die Blutungen haben nicht mehr aufgehört. Sie weiss nicht, was mit ihr los ist, warum der Embryo in ihrem Bauch zerfallen ist. Frida ist so traurig, dass sie wieder den Tod in ihren Kopf lässt.

«Henry-Ford-Hospital», 1932: Hier verarbeitete Frida ihr traumatisches Erlebnis der Fehlgeburt. Es ist eines ihrer blutrünstigen Bilder, die sie berühmt machen werden. bild: fridakahlo

Noch dreimal versuchte sie, ein Kind zu bekommen – und alle verlor sie. In ihrem Zimmer im blauen Haus stehen die Relikte ihres unerfüllt gebliebenen Wunsches: Bücher über Geburt, ein menschlicher Embryo in einem Glas und Puppen.

«Henry-Ford-Hospital» ist der gebündelte Ausdruck ihrer tiefen Trauer. Hierin ist ihr ganzer Schrecken zusammengefasst. Als könnte sie ihn veräusserlichen, wenn sie ihn auf die Leinwand bringt. Und vielleicht konnte sie das auch. Denn das Malen half ihr über ihre Depressionen weg. Und immer wieder fand sie zurück zu ihrer Lebensfreude.

Diego sagte über ihre Bilder: «Es waren Gemälde, die die besondere Fähigkeit der Frau würdigen, der Wahrheit ins Gesicht zu sehen und mit dem Blick auf die grausame Realität Leiden zu ertragen.»

In «Ich und meine Puppe» von 1937 thematisiert Frida ihre Kinderlosigkeit. Ihre Unfruchtbarkeit kommt auch oft im vegetationslosen Hintergrund ihrer Selbstbildnisse zum Ausdruck. bild: fridakahlo

Was die Untreue Diegos mit Frida macht

1933 ist es endlich so weit. Nach vierjährigem Aufenthalt in den USA fährt das Paar zurück nach Mexiko. Doch Diego ist nicht glücklich darüber. Er wurde krank, litt an Drüsenstörungen, kombiniert mit Hypochondrie und einer übersteigerten Reizbarkeit. Diego machte seine Frau dafür verantwortlich. Vielleicht darum suchte er ausgerechnet die Liebe zu Fridas jüngerer Schwester Cristina. 

Frida hatte ihr Leben lang Schwierigkeiten mit der Untreue ihres Mannes, der seine Sexualität mit dem Bedürfnis des Wasserlassens verglich. Später gewöhnte sie sich an, mit seinen Affären Freundschaften zu schliessen. Doch dass Diego mit ihrer Schwester schlief, verletzte sie tiefer. Sie schnitt sich die Haare ab, die er so sehr liebte – und malte das Bild «Nur ein paar kleine Dolchstiche».

«Nur ein paar kleine Dolchstiche», 1934. bild: fridakahlo

Gesundheitlich ging es ihr ebenso miserabel wie ihrem Mann. Sie musste einen weiteren Schwangerschaftsabbruch verschmerzen, die Ärzte rieten ihr in der Folge vom Geschlechtsverkehr ab. Ihr rechter Fuss entzündete sich immer schlimmer, man nahm Frida alle Zehen ab. 

«Sein Gesundheitszustand macht mir mehr Sorgen als mein eigener. Obendrein darf ich mir nicht anmerken lassen, wie mir zumute ist, sonst leidet er noch mehr, und alles wird nur schlimmer.»

Frida Kahlo

Cristina stand Frida sehr nahe, auch später hielt sie ihr bei jeder Operation die Hand. Vielleicht erlag sie Diegos Charme, er tauchte auf, als sie nach der Geburt ihres zweiten Kindes von ihrem Mann verlassen wurde. Diego schrieb in seiner Autobiographie:

«Wenn ich eine Frau liebte, wollte ich sie um so mehr verletzen, je mehr ich sie liebte. Frida war bloss das deutlichste Opfer meines abscheulichen Charakterzuges.»

Diego Rivera

Wie lange die Liebesgeschichte zwischen Cristina und Diego dauerte, weiss man nicht. Aber 1935 verliess Frida das Haus, nahm ihr Lieblingsäffchen mit und zog in eine kleine Wohnung im Zentrum der Stadt.

«Fulang-Chang und ich» von 1935 zeigt Frida mit ihrem Affen. bild: fridakahlo

In ihr Tagebuch schrieb sie die Zeilen: «Nichts ist für das Leben wichtiger als das Lachen. Lachen bedeutet Stärke, Selbstvergessenheit und Leichtigkeit. Tragödien sind dagegen etwas völlig Albernes.»

Humor und Hoffnung. Das waren Fridas Krieger, mit denen sie ihre Welt vor dem Zerbrechen bewahrte. Manchmal kam auch noch Alkohol dazu. Ab 1936 hielt sie immer eine kleine Kognakflasche unter ihren Unterröcken versteckt. Damals kehrte sie zu Diego zurück, wurde wieder seine Gefährtin, schimpfte mit ihm und besorgte ihm seine gewaltigen rosafarbenen Unterhosen aus billiger Baumwolle, über die sie sich immer so schief lachte.

Obwohl sie ihrer Schwester verzieh, hat sie den Betrug nicht vergessen, wie das Bild «Gedächtnis» von 1937 zeigt. Ihre Liebesqual stellt Frida mit Liebespfeil und einem herausgerissenen Herzen dar. bild: fridakahlo

In der Bohemewelt, in der die beiden verkehrten, konnte Frida ihre Homosexualität frei ausleben. Diego störte das nicht, er fand, dass das männliche Geschlechtsorgan sowieso nur auf eine Körperstelle beschränkt sei, das der Frauen dagegen sei auf den ganzen Körper verteilt. «Zwei Frauen können unerhörte Dinge miteinander anstellen.» 

Doch ihre Affären zu Männern, die sie nun ebenso zu pflegen begann, musste sie vor ihm verbergen. Das machte ihn rasend eifersüchtig. Es heisst, er habe sie und den Bildhauer Isamu Noguchi in ihrem Liebesnest erwischt und ihm mit seiner grossen Pistole den Tod angedroht.

«Zwei Akte im Wald» stellt ein weibliches Liebespaar dar, womöglich spielt es auch auf Fridas narzisstische Selbstliebe an.  bild: fridakahlo

Das Kapitel Trotzki

Selbst mit dem russischen Revolutionär Leo Trotzki teilte die 29-jährige Frida heimlich das Bett. Vielleicht erschien es ihr als geeignete Rache für Diegos Verhältnis mit ihrer Schwester. Doch ziemlich sicher erfuhr ihr Mann nichts über diese Verbindung.

Trotzki und seine Frau Natalia mussten Norwegen verlassen, da Stalin gegen deren Exilländer empfindliche wirtschaftliche Sanktionen verhängte. Rivera gelang es durch Verhandlungen mit der Regierung dennoch, den Mann, dessen Partei er 1936 beitrat, nach Mexiko zu bringen. 

Frida und Leo Trotzki, 1937. bild: pinterest

Die Trotzkis wurden im blauen Haus in Coyoacán einquartiert, Diego kaufte gleich noch das Nachbarschaftshaus auf, um die Gefahr eines Attentats zu verringern. Frida nannte ihren Gast «piochitas», Ziegenbärtchen. Er schrieb ihr Briefe, die er in Büchern verbarg und ihr zum Lesen mitgab. Die beiden trafen sich heimlich im Haus von Fridas Schwester Cristina. Wahrscheinlich hat Frida die Sache beendet, ihrer Freundin Ella Wolfe zufolge war Trotzki ernstlich in sie verliebt, während sie ihn sicherlich faszinierend fand – doch ihr Herz gehörte Diego. 

Sie schenkte Trotzki zum Geburtstag ein Selbstbildnis. Wie verführerisch sie darauf wirkt und doch so unnahbar. Als würde Frida sich ihm selbst im Bild nicht gänzlich hingeben.

Fridas Selbstbildnis für Leo Trotzki, 1937. Bild: AP NATL MUSEUM WOMEN IN THE ARTS

Als Ramón Mercader dem alten Revolutionär am 21. August 1940 den Kopf mit einem Eispickel spaltet, ist Trotzkis Freundschaft zu Diego schon längst zerbrochen. Er konnte nicht mit der Unberechenbarkeit des grossen Künstlers umgehen, während Diego Trotzkis belehrende Art abstiess. Auch ihre politisch verschiedenen Ansichten hatte die Männer auseinandergetrieben. Und wie immer folgte Frida ihrem Mann – und brach gleichfalls mit ihrem ehemaligen Geliebten. Nichtsdestotrotz war der grausame Mord ein Schock für sie.

Frida – die bescheidene Künstlerin

Frida betrachtete ihre Kunst oft als etwas Beiläufiges. Als 1938 ihre Werke in einer Gruppenausstellung an der Universität von Mexiko City gezeigt wurden, sprach sie nur von ihren kleinen, unbedeutenden Bildern mit den immer gleichen Sachen drauf. 

Und kaufte ihr jemand ein Bild ab, sagte sie: «Für dieses Geld hätte er etwas Besseres haben können». Sie tat gern so, als würde sie nur privat ein bisschen vor sich hinmalen, während Diego der wahre Künstler sei.

«Mädchen in Totenmaske», 1939: Nach typisch mexikanischer Bildtradition bezieht Frida hier den Tod mit ins Leben ein. bild: fridakahlo

Doch als der französische Surrealist André Breton ihre Bilder zum ersten Mal sieht, ist er begeistert. In der Folge wird sie eingeladen, in New York auszustellen, wo sie dieses Mal ganz allein hinfährt. Frida verkauft die Hälfte ihrer Bilder, erscheint in der «Vanity Fair», und auch die «Time» schreibt über die «eigenständige Künstlerin».

Paris und seine Surrealisten – «alles Arschlöcher»

Breton lud Frida 1939 nach Paris ein. Sie folgte der Einladung, von Diego dazu ermutigt, der ihre Zweifel zerstreute: «Nimm vom Leben alles, was es hergibt, was immer es auch bieten mag, vorausgesetzt, es ist interessant und macht dir Freude.»

Die Freude blieb aus. Frida hasste Paris und die Franzosen, ganz besonders hasste sie Breton, die «alte Küchenschabe», und seine Surrealisten – «alles Arschlöcher». Der Surrealist hatte bei ihrer Ankunft noch nichts für Fridas Ausstellung organisiert. Das Geld war ihm auch ausgegangen, sodass sie am Ende selbst für alles aufkommen musste.

Über Fridas «Was mir das Wasser gab» von 1938 schrieb André Breton bewundernd in seinem Band «Surrealismus und Malerei». bild: wikimedia

Ihrem Geliebten, dem ungarischen Porträfotografen Nickolas Muray, schrieb sie aus Paris nach New York: 

«Du machst dir keine Vorstellung, was das alles für verwahrloste Erscheinungen sind, einfach zum Kotzen. Sie gebärden sich alle so verdammt ‹intellektuell› und sind trotzdem so armselige Existenzen. Ich kann sie nicht mehr ausstehen! Lieber würde mich auf dem Markt von Toluca auf die Erde setzen und Tortillas verkaufen, als dass ich irgend etwas mit diesen künstlerischen Wichtigtuern in Paris zu schaffen haben wollte.

Stundenlang sitzen sie in ihren ‹Cafés› und wärmen sich den kostbaren Hintern. Sie schwadronieren ununterbrochen über culture, art, révolution und alles mögliche daher, und dabei kommen sie sich wie der Herrgott selber vor, träumen den grössten Blödsinn zusammen und vergiften die Luft mit ihren Theorien, von denen jeder weiss, dass sie niemals umgesetzt werden. Am nächsten Morgen haben sie dann nichts zu essen bei sich zu Hause, weil keiner arbeitet. Sie leben einfach als Schmarotzer auf Kosten einer Gruppe reicher Angeber, die das vermeintlich künstlerische Genie bewundern. Scheisse, nichts als Scheisse ist das.

Ich habe weder dich noch Diego jemals gesehen, dass Ihr Eure Zeit mit dummem Geschwätz und intellektuellen Diskussionen totgeschlagen hättet. Deshalb seid Ihr auch richtige Männer und nicht bloss jämmerliche ‹Künstler›. Herrje! Es hat sich dennoch gelohnt, mal hierher zu kommen, auch wenn es nur dazu dient, zu begreifen, warum es mit Europa bergab geht. Diese vielen Taugenichtse! Das sind die Leute, wegen denen Hitlers und Mussolinis so viel Erfolg haben. Mir wird diese Stadt mit ihren Bewohnern ein Leben lang verhasst bleiben.» 

Ihre Ausstellung wird dennoch ein Erfolg. Kandinsky ist derart angetan von Fridas Bildern, dass er vor Rührung weint und die Künstlerin in die Luft hebt. Miró schliesst sie in seine Arme und Picasso schenkt ihr ein Paar Ohrringe in Form von kleinen Händen. Der Louvre kauft sogar eins ihrer Bilder. 

«Der Rahmen», das Bild, das der Louvre Frida abkaufte. bild: pinterest

Auch wenn Breton Frida als Surrealistin sah, so war sie doch mehr deren Entdeckung. Denn ihre Weltsicht unterschied sich so grundlegend von jener der desillusionierten Europäer. Sie stieg nicht in ihr Unterbewusstsein hinab, um dort nach verdrängten Schätzen zu graben, sondern brauchte ihre Phantasie, um mit ihrer Realität zurecht zu kommen. Ihre Symbolik ist schlicht, direkt und verweist immer nur auf sie selbst.

Jedem, der vor ihrem Bild steht, ist ihre Bildsprache verständlich. Weil sie ihren gemalten Inhalt gelebt und nicht erfunden hat. Ihren Leiden zum Trotz stimmt sie ständig ein Spottlied auf Schmerz und Tod an, während Breton, der «Papst des Surrealismus», seine wichtigtuerischen Manifeste schreibt. 

«Die beiden Fridas», 1939: Die rechte, die Diego liebt und die linke, welche die verstossene Frida darstellt. bild: fridakahlo

Auch Diego erkennt in Fridas Kunst einen «monumentalen Realismus». Sie selbst sagte:

«Man hielt mich für eine Surrealistin. Das ist nicht richtig. Ich habe niemals Träume gemalt. Was ich dargestellt habe, war meine Wirklichkeit.»

Frida Kahlo

Scheidung und Versöhnung

Im September 1939 lässt sich das Künstlerpaar scheiden – nach zehn Jahren turbulenter Ehe. Die vielen Affären, die gegenseitige Abhängigkeit, die Beziehung zweier so charismatischer Persönlichkeiten war kompliziert.

«Selbstbildnis mit abgeschnittenem Haar», 1940. Frida wiederholt, was sie bereits als Antwort auf Diegos Affäre mit ihrer Schwester getan hat. bild: fridakahlo

Und doch sollten sie schon bald wieder zusammenfinden. Denn ohne einander konnten sie ebenso wenig leben. Am 8. Dezember 1940 heirateten sie wieder – an Diegos 54. Geburtstag. Frida knüpfte die Versöhnung an eine Bedingung: Sie wollte keinen Sex mehr mit ihm haben. Nur so könne sie die anderen Frauen in seinem Leben ertragen.

Tatsächlich wurde Frida im Umgang mit Diego immer mütterlicher. Sie wusch ihn, so wie sie sich das als Mädchen erträumt hatte, als sie den dicken Mann zum ersten Mal auf seinem Gerüst stehen sah. Sie schenkte ihm Spielzeug wie einem kleinen Jungen. Auch in den Bildern dieser Zeit drückt sich das aus. In einer mystischen Weise ist alles miteinander verbunden: Frida, Diego, Mutter Erde.  

«Liebesumarmung», 1946: Diego als grosses Baby im mütterlichen Schoss. bild: fridakahlo

Obwohl ihr jedes von Diegos ausserehelichen Liebesverhältnissen eine weitere Wunde schlug, konnte sie doch nicht aufhören, ihn zu lieben. Und weil sie das tat, versuchte sie nicht, ihn zu ändern, sondern sich selbst:

«Ich habe nichts zu schaffen mit den Schmerzen und Freuden, die das Leben dieser verlogenen Gesellschaft regulieren. Wenn ich trotzdem Vorurteile hege und mich die Handlungen anderer, auch die Diegos, verletzen, muss ich mich selbst verantwortlich machen für meine Unfähigkeit, genügend Klarblick für die Wirklichkeit aufzubringen.»

«Moses»,1945. Das Bild war eine Frida-typische, völlig unverkopfte Reaktion auf die Lektüre von Sigmund Freuds «Der Mann Moses und die monotheistische Religion». bild: wikiart

Fridas Zerfall

1944 verschlechterte sich Fridas gesundheitlicher Zustand zusehends. Vier ihrer Rückenwirbel wurden in einer Operation fest miteinander verbunden, doch es brachte ihr keinerlei Erleichterung. Sowieso schien nur ein Besuch von Diego ihre Schmerzen lindern zu können. Er war ihr Heiler.

Monatelang war sie gezwungen, Korsette zu tragen, aus Gips, Leder oder Stahl. Es musste die reinste Folter für Frida gewesen sein. Einmal erstickte sie beim Erhärten einer Gipsstützhilfe beinahe, weil sie ihre Lungen eindrückten. Die Krankenschwester vernahm ihr Röcheln, eilte zu ihr und schnitt das Korsett über der Brust auf. Sobald Frida wieder Luft bekam, lachte sie Tränen über das unselige Ding.

Ihr Lebenswille war noch immer stark. 

«Baum der Hoffnung», 1946: Das Bild zeigt eine Frida, die noch nicht aus der Narkose aufgewacht ist, und eine wache Frida, die ihr rosa (Farbe der Ironie) Korsett wie eine Trophäe ihres OP-Marathons hält. bild: fridakahlo

Doch bald wurde sie abhängig von den vielen Schmerzmitteln. Auch mit Brandy versuchte sie, ihr Leiden zu mildern. Es gab Tage, an denen sie eine ganze Flasche trank. Frida konnte fast nur noch im Bett malen und wurde immer nachlässiger. Ihre Unruhe sieht man in der Pinselführung der späten Bilder. Es sind die Striche einer Frau, die weiss, dass der Tod vor der Tür steht. 

Mehrere Male versuchte sich Frida das Leben zu nehmen. Vielleicht waren es nicht mehr als Hilfeschreie an ihren Mann. Denn je mehr sie litt, desto sicherer war ihr seine Anwesenheit an ihrem Bett.

Frida malt im Krankenbett, 1950. Bild: EPA

1953 hatte die Künstlerin ihre erste Einzelausstellung im eigenen Land. Ihr Himmelbett wurde kurz vor der Eröffnung mitten in den Raum gestellt. Frida konnte nicht mehr gehen. Auf einer Bahre wurde sie an der sich vor der Tür drängenden Menschenmenge vorbeigetragen. Farbige Bänder zogen sich durch ihr gezopftes Haar, sie trug ihre Tehuanatracht und lächelte in die Kameras der Pressefotografen, die darüber ganz vergassen, auf den Auslöser zu drücken.

Künstler aus aller Welt, Freunde und Bewunderer, alle waren sie gekommen. Es mag eine theatralische Selbstinszenierung gewesen sein, was Frida da veranstaltete. Aber Frida war ihre Kunst. Ihre Bilder gleichsam ihre Biographie.

«Der verletzte Hirsch», 1946: Eine Metapher für Fridas verletzten Leib. bild: fridakahlo

Im selben Jahr wird Frida das rechte Bein amputiert. Der Wundbrand konnte nicht mehr aufgehalten werden. Sie ist jetzt 46 Jahre alt. Diego und ein weiterer Freund sitzen bei ihr, als sie die Nachricht bekommt. 

«Was ist bloss los mit euch? Wenn man eure Gesichter sieht, könnte man meinen, es handle sich um eine Tragödie. Ja was denn für eine Tragödie? Sie schneiden mir halt die Pfote ab. Was soll's?»

Frida Kahlo

Doch in Frida drin sah es anders aus. Der Verlust des Beins war eine ästhetische Katastrophe für sie. Ihre Behinderung war zwar stets ein Teil ihres Selbstverständnisses, aber ihre Eitelkeit gehörte ebenso zu ihrem Wesen.

Mit ihrem Bein fiel auch die Maske, die Frida ihr Leben getragen hatte, um ihren Schmerz dahinter zu verbergen. Ihr Feuer war erloschen.

«Maske», 1945: Hier reflektiert Frida über die Nutzlosigkeit einer Maske. Im Bild weint sie mit, man kann sich unter ihr nicht verstecken. 

Frida wurde völlig unberechenbar. Diego ertrug ihr Leiden überhaupt nicht mehr und zog sich in sein Atelier zurück. Wenn Freunde sie besuchten, verlangte sie von ihnen, ihr eine Ampulle Demerol zu spritzen. Verunsichert suchten sie nach einer Stelle an Fridas Körper, die noch nicht zerstochen war. 

«Mir bleibt nicht die geringste Hoffnung», 1945. bild: fridakahlo

Auf der letzten Seite ihres Tagebuchs hat Frida einen schwarzen Engel gezeichnet. Dazu schrieb sie: «Ich will hoffen, dass ich den Abgang frohbestimmt erleben werde, und hoffentlich komme ich nie mehr zurück. Frida.»

Am 13. Juli 1954 stirbt sie am frühen Morgen an einer Lungenembolie. Als Diego von ihrem Tod erfährt, fällt sein Gesicht ein. Man bahrt die tote Frida im Palast der Schönen Künste auf, doch Diego will noch immer nicht glauben, dass sie gestorben ist. Er bittet darum, ihr eine Vene zu öffnen. Fridas Blut kommt nicht.

Im Krematorium stehen Fridas engste Freunde um den heissen Ofen, und als ihre Leiche langsam auf ihn zurollt, strecken plötzlich alle ihre Hände nach den ihren aus, ziehen Frida die Ringe vom Finger, bevor sie in die glühende Öffnung einfährt. Durch die Hitze richtet sich ihr Oberkörper ein letztes Mal auf und die verbrennenden Haare stehen ihr wie ein feuriger Lichtkranz um den Kopf.

Frida sah aus wie eine riesige Sonnenblume. 

Das für den Artikel verwendete Buch

Hayden Herrera: Frida Kahlo. Ein leidenschaftliches Leben, 2008.
Die Autorin verbrachte einen Grossteil ihrer Jugend in Mexiko. Sie studierte an der City University in New York und promovierte in Kunstgeschichte. Sie ist eine der besten Kennerinnen vom Leben und Werk Frida Kahlos.

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    Alle Leser-Kommentare
  • Alienus 16.01.2018 20:47
    Highlight Ge- und verehrte Frau Anna.

    Folgend wage ich eine kleine (hoffentlich richtige) Richtigstellung.

    1/2

    Um die Aussage des Zweifels einer jüdisch-ungarischen Herkunft des Vaters von Frida folgend eine nomologische und einfache Betrachtung, wenn auch mit großem Risikopotential.

    Denn der Familienname Kahlo (und all die ähnlichen Schreibweisen) sind im Dt. Reich doch auffällig oft im mittleren Ostdeutschland vorkommend.

    Die wohl ursprüngliche Schreibweise Kahlow, Cahlow usw. (gespr. Kalo) wird in der alemannischen Ausdruckweise wegen der Unkenntnis dann Kahlo geschrieben, wie gesprochen.
    4 0 Melden
  • Alienus 16.01.2018 20:42
    Highlight 2/2
    Der Ursprung dürfte im Westslawischen liegen. Entweder Polnisch, jedoch eher der Minderheitssprache der Sorben /Wenden in D.
    Ich folge der These, dass die Herkunft in der Stadt Calau (Stammort der Kalauer), die südl. der Wasserlandschaft des sorb. Spreewaldes, liegt.

    Die slaw. Endung ..ow deuten darauf hin. Und ebenfalls die deut. Endung ..au.

    Die väterl. Vorfahren der Frieda dürften somit eher ursprüngl. aus dem sorb.-deut. Osten kommen. Sicherlich nicht der unterstellten jüd.-ung. Herkunft sein.

    Die Amerik. Hayden Herrera dürfte jedoch solcher Haarspaltereien nicht mächtig sein.
    7 0 Melden
  • Pasionaria 16.01.2018 02:00
    Highlight Ausgezeichneter Artikel, Frau Rothenfluh, besten Dank. Interessant zusammengefasst, was sich bei dieser Persoenlichkeit eigentlich nicht zusammenfassen laesst.
    Frida Kahla ist einer meiner Lieblingspersoenlichkeiten, da so unberechenbar, stark, talentiert und vieles mehr.
    4 0 Melden
  • MajaW 15.01.2018 23:14
    Highlight Diese Geschichten wollen wir lesen. Persönlichkeiten und Schicksale, starke Vorbilder. Fort mit Schickimickis Wehwehchen und Bluffs,
    danke Anna
    7 0 Melden
  • Alienus 15.01.2018 19:22
    Highlight Tolles Thema mit der Frida.

    Es gab eine Ausstellung in Baden-Baden/D. Diese 1. Ausstellung ist nun beendet.

    Aber es gibt einen folgenden Teil 2 davon.
    Siehe: http://www.kunstmuseum-gehrke-remund.org/kommende-ausstellung.html

    PS: Mit der „jüdisch-ungarischen“ Abstammung ihres Vaters sollte man doch recht vorsichtig sein. Frida scheint diese Behauptung wohl aus politischen Gründen (gegen die dt. Nazis) in den Raum gestellt zu haben.
    5 0 Melden
    • Pasionaria 16.01.2018 02:11
      Highlight Erfreulich, trifft man sich bei den Revoluzzer- und kreativen ProvokateurInnen wieder.

      Weisst Du welche Aussprueche von Frida mir am nachhaltigsten sind:
      Nichts ist absolut. Alles veraendert sich, alles ist in Bewegung, alles dreht sich, alles fliegt und verschwindet.
      oder
      Gibt es etwas Schoeneres als das Lachen.

      In Mexico gibt es selbstverstaendlich permanent gute Ausstellung ueber diese hochgepriesene Kuenstlerin.

      2 0 Melden
    • Alienus 16.01.2018 08:26
      Highlight Tja, soisses!

      Die balladenartigen Texte von Anna R. lese ich immerzu. Denn in dieser oberen Etage des watson-Gebäudes ist zumeist frische Luft.

      Leider haben die Texterscheinungen nen längeren Intervall, aber der Inhalt gleicht dies Manko aus.
      3 0 Melden
    • Pasionaria 16.01.2018 19:23
      Highlight "Denn in dieser oberen Etage des watson-Gebäudes ist zumeist frische Luft."

      Deine Worte in 'Gottes' Ohr - im Themenbereich rund um Religión/Alternativglauben/Wundermedizin (oder umgekehrt > Alternativmedizin/Wunderglauben? Spielt eigentlich keine Rolle), stockt einem oftmals, bes. ob der Kommentare, der Atem, wogegen bei Fr. Rothenfluhs Beitraegen durchgehend frische Luft eingeatmet werden kann.
      2 0 Melden
    • Alienus 16.01.2018 20:50
      Highlight Richtig.

      Im vorletzten Blog hat @B. vulgo Urinus voll in die Verbalkloake gegriffen.

      Die Frida bring Frischluft.
      1 0 Melden
  • Ottokar Mettler 15.01.2018 15:19
    Highlight Phänomenale Frau mit richtig geilen Bildern. Danke für den Beitrag.

    Aktuelles Detail: Salma Hayek hat kürzlich ausgepackt, was sie sich von Harvey Weinstein alles gefallen lassen musste um ihren Film über Frida Kahlo zu realisieren.
    6 0 Melden
  • Dogbone 15.01.2018 06:48
    Highlight Danke Anna. Ein schöner Artikel über eine unglaubliche Geschichte, von der ich bisher nur kleine Bruchstücke wusste.
    Solches macht watson neben all den Spässen und den schnelllebigen Ereignissen eben zu watson!
    14 0 Melden
  • sslider 15.01.2018 05:45
    Highlight Ganz toller Artikel über eine starke Frau,bitte mehr davon
    12 0 Melden
  • Therealmonti 15.01.2018 01:31
    Highlight Wieder so eine fantastische Geschichte von Anna Rothenfluh. Ich hoffe, ich kann noch viele solche auf diesem einzigartigen Newsportal lesen. Danke Anna, danke watson.
    13 0 Melden
  • fischolg 14.01.2018 21:45
    Highlight Ich wünschte, ich hätte das im Geschichtsunterricht durchgenommen, anstatt mehrfach den zweiten Weltkrieg auswendig zu lernen...
    32 8 Melden
  • MsIves 14.01.2018 21:14
    Highlight Schon wieder so cheibe spannend! Danke, kann die nächste kaum erwarten
    21 2 Melden
  • coronado71 14.01.2018 17:48
    Highlight Solche Artikel sind der Grund, weshalb ich Watson so mag. Da haben AutorInnen die Chance, gut recherchierte und geschriebene Artikel abzuliefern - Clickbaiting-Titel sind dabei nicht nötig. Wo Rothenfluh draufsteht, ist Qualität drin! Danke, Anna!
    116 4 Melden
  • _kokolorix 14.01.2018 17:15
    Highlight Wow. Was für ein Artikel. Fast eine halbe Stunde gelesen, und keine Sekunde gelangweilt. Ich kannte weder Frida noch Diego, aber von jetzt an werde ich die beiden nie mehr vergessen können.
    Danke Anna.
    47 3 Melden
  • malu 64 14.01.2018 16:10
    Highlight Frieda Kahlo hat mich schon immer fasziniert.
    Danke für das spannende Porträt Anna Rothenfluh!
    44 3 Melden
  • Thadic 14.01.2018 15:55
    Highlight Vielen Dank!
    Von Februar bis Juni in Mailand zu bewundern. http://www.mudec.it/ita/frida/
    17 2 Melden
  • lily.mcbean 14.01.2018 14:46
    Highlight Das war wieder einmal ein Lesevergnügen!
    Liebe Anna, Sie sind eine Bereicherung für Watson. Ich freue mich schon auf den nächsten Teil! 🌻
    130 6 Melden
    • Lichtblau 14.01.2018 17:41
      Highlight Dem kann ich mich nur anschliessen. Ganz grosses Kino mit vielen neuen Einblicken, Anna Rothenfluh.
      20 4 Melden
    • Anna Rothenfluh 14.01.2018 18:00
      Highlight Vielen Dank für die lieben Worte, lily, und stellvertretend gleich auch an alle anderen User, die sich immer so lieb bedanken. Mich freut es so, dass meine elend langen Riemen von euch gern gelesen werden! 🌻
      53 3 Melden
  • Angelo C. 14.01.2018 14:30
    Highlight Grosses Kompliment für die äusserst gelungene und sehr anschauliche Retrospektive über Frida Kahlo durch Anna Rothenfluh - ganz ausgezeichnet recherchiert und nachvollziehbar formuliert 👏🏽 !

    Interessantes und gleichzeitig tragisches Leben mit vielen Façetten, sehr gut dargestellt auch im grossartigen Film von 2002 mit der bemerkenswerten Hauptdarstellerin Salma Hayek (siehe YouTube).

    52 8 Melden
  • olga 14.01.2018 14:23
    Highlight Que lindo! Danke dir Anna, für diese schöne Geschichte und die Würdigung, die Frida verdient! <3
    30 3 Melden
  • Closchli 14.01.2018 14:15
    Highlight Danke Anna für diesen spannenden Artikel. Stärke und Schwäche, die wahrscheinlich jeder Mensch in sich vereint, sind hier so eindrücklich beschrieben.
    26 3 Melden
  • pedrinho 14.01.2018 14:10
    Highlight
    Respekt ! um sentimento de admiração e indignidade para ler essa beleza.
    23 4 Melden
    • pedrinho 14.01.2018 22:18
      Highlight .....tschuldigung, mir ist in deutsch keine so treffende redewendung eingefallen - zu sagen bleibt - mein respekt gilt klar Anna, sie hat es wieder einmal geschafft eine mir lange gut bekannte geschichte in gefuehle zu verwandeln, die mich, als gewoehnlicher kommentator vor neid erblassen lassen.

      12 1 Melden
  • Kubod 14.01.2018 13:25
    Highlight Danke für diesen Artikel.
    Er gehört zum Mix, der watson einzigartig und spannend macht.
    185 7 Melden

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