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Eduard Engels Befehl aus dem Grabe: «Sprecht Deutsch!» bild: wikipedia, bearbeitung watson

Der elende Fremdwörter-Wahn: Warum Deutsch die hässlichste Sprache ist

Die «Deutsche Stilkunst» von Eduard Engel ist ein prächtiger Klassiker, in dem  jeder Liebhaber unserer Sprache einmal schmökern muss. Denn er hat trotz seines Greisenalters kaum Staub angesetzt. 

12.11.17, 11:31 13.11.17, 05:17

Eiserne Sprachpuristen sind wahrscheinlich genauso lächerlich wie die manisch Anglophilen, die jeden Satz mit einem englischen Wort zieren müssen. Eduard Engel gehörte zum ersten Lager. Fast sein ganzes Dasein widmete er der Sprachreinigung. All die «fremde Lumpenpracht», die sich so hämisch in seine Muttersprache eingeschlichen, all das «täppische Besudeln und Verunstalten» von ihr abzuwehren, dies bleibe er ihr bis zum letzten Hauche verpflichtet. 

Nun klingt das nach einem harsch gesinnten deutschen Nationalisten, ja nach einem regelrechten Unsympathen. Man ist gewillt, diesen Mann sofort dorthin zurückzuverbannen, wo er vor genau 166 Jahren seiner Mutter entschlüpfte: nach Hinterpommern. 

Wir wollen jedoch nicht voreilig urteilen über den Herrn Engel. Er mag zwar überreich gesegnet gewesen sein mit Deutschtum, in ihm wogten unbestritten Heimatstolz und glühende Vaterlandsliebe, doch fühlte er all dies als ein leidenschaftlicher Weltreisender, der sich innig mit Englisch, Französisch, Spanisch, Italienisch, Sanskrit, Japanisch, Arabisch und natürlich dem guten alten Griechisch und Latein vertraut gemacht hatte, aber dann zermürbt feststellen musste:

«Unter allen schreibenden Kulturvölkern sind die Deutschen das Volk mit der schlechtesten Prosa.»

Eduard Engel, «Deutsche Stilkunst», 1922

Eduard Engel: «Was kann ich für die Heimat tun, bevor ich geh im Grabe ruhn?» bild: wikipedia

Deutsch sei die plumpeste aller Sprachen, schreibt er. «Von keinem andern Volk der bewohnten Erde als dem deutschen meldet uns die Geschichte, dass es seine eingeborene, mit ihm gross gewordene Sprache für unzureichend erklärt hat, auszudrücken, was es sah und empfand, was es zeugend oder nachahmend vollbrachte, was ihm die Heimat bot, die Fremde ihm sandte.» 

Engel wollte das Deutsche wieder zum Glänzen bringen. Funkeln sollte es wie in Goethes goldenen Gedichten und der schillernden Schreibe Schillers. Aus eigener Kraft sollte es erstrahlen und sich eben nicht wie ein verarmter Strolch vor die Füsse anderer Sprachen werfen, um sich dort fremde Wörter zu erbetteln. 

Kann sich nach getaner Arbeit hinfläzen: Goethe (1749-1832). bild: wikipedia

In der «fremdwörtlerischen» Sprachverschmutzung sah Engel die eigentliche Sünde. Nur deshalb sei das Deutsche derart verwahrlost. Weil kein Schreiber mehr nach dem urdeutschen Wort stöbert, alle nur noch in ausländischen Winkeln kramen!

Und als er derart unbeirrt für die Reinheit der deutschen Sprache ficht, ganze einunddreissig Auflagen seiner «Deutschen Stilkunst» unters Volk bringt, trifft ihn – den Konservativen, der den Ersten Weltkrieg wie so viele freudig begrüsste und Rosa Luxemburgs Ende als verdient erachtete – das Publikationsverbot.

Hitler war an die Macht gekommen – und Eduard Engel wurde seiner Pension beraubt. Am 28. Juli 1938 schrieb er an den Grafen und Autor Alexander von Brockdorff:

«Ich bin vor 54 Jahren aus dem Judentum ausgetreten, trotzdem sind meine Bücher verboten, und ich leide mit meiner Frau – aus dem Hause Kleist – bitterste Not.»

Eduard Engel

Wenige Wochen darauf starb er im Alter von 86 Jahren.

1944 erschien dann ein Buch, das sich verräterisch mit demselben Titel schmückte und dessen Inhalt sich ebenso augenscheinlich aus Engels «Stilkunst» speiste. Der Verfasser war NS-Mitglied Ludwig Reiners und dieser hockte für Jahre auf dem Thron, der eigentlich dem toten Juden gebührte. 

Neuauflagen von Engels Klassiker «Deutsche Stilkunst»

Der Zürcher Persephone-Verlag hat Engels Buch dieses Jahr sehr preisgünstig neu verlegt. Als Orientierung diente die Auflage der Anderen Bibliothek, die Engels «Stilkunst» 2016 in zwei Bänden neu und etwas kostspieliger herausgab.

Von der unverständlichen «Fremdwörtlerei»

Wir wollen nun ein bisschen tiefer in Engels Stilkunst hineinsteigen und uns einige seiner höchst amüsanten Beispiele zu Gemüte führen. Denn selbst wenn sein Buch schon rund hundert Jahre alt ist, hat seine Fremdwörter-Kritik nicht viel an Aktualität eingebüsst.

Zwar lobt er Luthers «reine Prosa», die «freudiges Staunen» errege (naja ...), und wettert über die Fremdwörterseuche, die nach seinem Ableben fast uneingeschränkt zu wüten begann, was dem Deutschen des frühen 17. Jahrhunderts die völlige «Verfranzoserei» bescherte. Doch wird mancher Sprachpurist heute sicherlich mit derselben Inbrust gegen die totale «Verenglischung» zetern.

Johann Gottfried Herder (1744-1803) sah es etwas gelassener: «Nicht um meine Sprache zu verlernen, lerne ich andere Sprachen, sondern ich gehe bloss durch fremde Gärten, um für meine Sprache Blumen zu holen.» bild: wikipedia

Um dem «ausländischen Unkraut» Herr zu werden, empfiehlt Engel, es entweder gänzlich zu vermeiden und stattdessen nach dem deutschen Pendant zu fahnden, oder dem Fremdwort alle Knochen zu brechen, es zu zermürben und zu zerschroten, um es in sauberes Deutsch umzuwalzen. Denn Lehnwörter – fremde Wörter, die in der Flexion, Lautung und Schreibung der eigenen Sprache angepasst sind – ziehen den stilistischen Zorn Engels nicht auf sich. 

Einige Beispiele von alten Lehnwörtern:

Selbstverständlich kann man auch einfach ein neues Wort erfinden. Nur nicht unbedingt so wie in diesem Beispiel, das Engel anführt:

Ein gewisser Theobald Ziegler, ein deutscher Forscher, habe sich auf die Suche gemacht nach dem perfekten Wort für den uns allen bekannten, weil allzumenschlichen Trieb der Selbstsucht, der Eigenliebe -oder sucht, des Ichsinns und der Selbstigkeit, wie es bei Goethe heisst. Und natürlich hätten wir dafür auch das «hässliche», lateinisch-griechische Wort Egoismus.

«Aber keines bietet seinem [Zieglers] zart-überfeinerten Sprach- und Begriffsgefühl die eine einzige seltenste Nüanksse, die er notwendig braucht, um die letzten Gründe seines ungeheuren Wissens von den Geheimnissen der Menschentriebe auszuschöpfen.
Kein Wörterbuch irgendeiner toten oder lebendigen Sprache reicht hin, seine neue Weisheit den Lesern zu vermitteln; am Lateinischen und Griechischen verzweifelnd, das Deutsche selbstverständlich für ganz ungeeignet haltend, greift er zum vornehmeren Küchenlatein und bildet sich nach dessen anmutvollen Kühnheiten die Egoitas.
Doch da fällt ihm noch im letzten Augenblick ein, dass er sozusagen für deutschgeborene dumme Leser schreibt, und sich liebreich zu ihnen herablassend wandelt er tas in tät, was zwar nicht deutsch ist, aber beinah so klingt, und schreibt Egoität

Umfrage

Wer würde Engel hier nicht beipflichten?

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534 Votes zu: Wer würde Engel hier nicht beipflichten?

  • 100%NIEMAND! «Egoität», was für ein Unwort!

Dies führt uns zu einer weiteren Wahrheit, die heute noch immer genauso Gültigkeit hat wie zu Engels Zeiten: 

«Die wissenschaftliche Fremdwörtersprache offenbart ihr Wissen nur halb, zur andren Hälfte verschleiert, verschleimt, versteckt sie etwas, nämlich die nicht vollkommene Klarheit des Schreibers über den Gegenstand.»

Eduard Engel, «Deutsche Stilkunst», 1922

Welcher Student hat das nicht erlebt! Wie viele Aufsätze über grosse deutsche Schriftsteller habe ich selbst hinuntergewürgt, die um so vieles strapaziöser und undurchsichtiger waren als der eigentliche Roman. Unverdaulich lange Sätze, haufenweise geschachtelt und gebündelt kamen sie daher, angereichert mit gänzlich unbekömmlichen Worthülsen.

Verstohlen gönnte ich mir dann jeweils ein paar Seiten eines Englisch schreibenden Sprachwissenschaftlers (wohlgemerkt über deutsche Literatur). Was für ein Genuss! Sie leiden nicht wie ihre deutschen Kollegen unter dem unwiderstehlichen Drang, den Schein einer besonders neuen, besonders tiefen Geheimwissenschaft zu erzeugen. Sie wollen einfach nur verstanden werden. 

Nicht so die deutschen «Sprachgecken». Denn, so schreibt Engel, «Verständlichkeit hiesse fast, seine akademische Bildung verleugnen.» Noch widerlicher sei nur noch «die gegenseitige Heuchelei, womit die fremdwörtelnden Schreiber und ihre Leser sich selbst und einander vorschwindeln, dass es sich um lauter genau verstandene Wörter handle.» 

Schiller (1759-1805) hingegen schwärmte noch voller Hoffnung: «Die deutsche Sprache, die alles ausdrückt, das Tiefste und Flüchtigste, den Geist, die Seele, unsere Sprache wird die Welt beherrschen.» bild: wikipedia

Deutsche Wörter in anderen Sprachen

Germanismen nennt man deutsche Wörter, die als Lehn- oder Fremdwörter in andere Sprachen aufgenommen worden sind: Wikipedia führt eine ganze Menge auf:
Liste deutscher Wörter in anderen Sprachen
Liste deutscher Wörter im Englischen

Vom passenden Wort und reizlosen Floskeln

Theodor Fontane (1819-1898) habe einmal vierzehn Tage lang nach einem einzigen Wort gesucht. Für solch stattliche Stilbemühungen ist Engel voll des Lobes. Denn man müsse sich auf dem Weg zum angebrachten Ausdruck «hindurchsteuern zwischen zwei gleich gefährlichen Klippen: hier umwirbelt dich die Charybdis der Gesuchtheit, dort will dich die Skylla der Abgedroschenheit verschlingen.» 

So dramatisch hat wohl noch niemand die Wortsuche geschildert. «Zwischen Skylla und Charybdis», Gemälde vom schweizerisch-englischen Maler Johann Heinrich Füssli. bild: wikipedia

Engel verlangt vom Schreiber Natürlichkeit und Ehrlichkeit. Heute würde man sagen: Authentizität – und der Stilkritiker würde sich darob im Grabe umdrehen.

Er rät auch von Schablonen und abgedroschenen Redewendungen dringend ab: 

«Natürlich haben fast alle, die sich des roten Fadens oder des springenden Punktes bedienen, keine Ahnung, warum es gerade ein roter Faden sein muss und was das für ein seltsamer Punkt ist, der da springt.»

Eduard Engel, «Deutsche Stilkunst», 1922

Der springende Punkt kommt aus der Biologie: Er ist ein pulsierender roter Fleck, der z.B. im befruchteten Hühnerei etwa nach dem dritten Tag der Bebrütung mit blossem Auge zu erkennen ist, als erstes auffälliges Zeichen des Lebens: die Herzanlage des Embryos wird sichtbar. Die Herkunft des roten Fadens kannst du hier nachlesen.   bild: wikipedia 

Solche Worte seien nicht mehr anschaulich, sie würden nicht mehr wahrhaft empfunden und dennoch sehe man sich täglich gezwungen, durch «ihre schleimige Seichtigkeit hindurchzuwaten», weil sie das Riesenheer der Nachäffer um jeden Reiz gebracht habe.

Jedes Zeitalter, fährt Engel fort, erzeuge seinen eigenen Vorrat an Abklatschwörtern, die durch «die immerwährende Benutzung, zumal die missbräuchliche, ausgeschrotet und unbrauchbar» geworden seien.

«Eine Frage ist allemal eine brennende, ein Grund immer triftig oder nichtig, bestritten wird entschieden, noch lieber energisch, eine Tatsache ist vollendet – gibt es auch unvollendete Tatsachen?»

Eduard Engel, «Deutsche Stilkunst», 1922

Und wir würden Engel antworten: «Nein, aber dafür gibt es seit Neustem alternative Fakten! Und die hohen Politiker verurteilen alles Grausame auf der Welt stets aufs Schärfste, was zwar der Welt nichts nützt, aber sie beziehen wenigstens Stellung!»

Am schnellsten pflegen sich die politischen Wortschablonen abzunutzen, schreibt Engel und fügt ein Schlagwort von 1848 an, das heute tatsächlich kein Mensch mehr kennt: Rechtsboden. Aus unseren Mündern strömen dafür massenhaft so schöne Sachen wie Willkommenskultur, Gutmensch oder Wirtschaftsflüchtling. Den Dichtestress haben wir dagegen schon so gut wie überwunden.

Vom geistreichen Humor

Humor werde nicht angelernt, sondern angeboren, meint Engel. «Wehe dem Schreiber ohne Humor!» Und wehe auch dem, der den Witz für weniger vornehm als den Ernst halte. Selbstverständlich gehöre «der Orden der lachenden Träne» den Engländern, doch auch unter den Deutschen gebe es viele gute Humoristen.

Der deutsche Autor Rudolf Presber (1868-1935) war derselben Meinung: «Humor ist, was man niemals hat, sobald man's definiert.» bild: wikipedia

Doch dürfe man es mit dem Witz nicht übertreiben, Engel stellt auch ihn unter sein Grundgesetz des Stils: dem der Zweckmässigkeit. «Er ist Würze, nicht Speise.» 

Niemals soll es in grobschlächtiges Possereissen ausarten. Engel fordert «Geistreichtum», ohne dass der Schreiber aber geistreich scheinen will.

«Blosser Geist um die Dinge herum, ohne die Dinge selbst, ist nicht Geistreichtum, sondern Geistreichtun.»

Eduard Engel, «Deutsche Stilkunst», 1922

Durch Eitelkeit sähen sich nämlich die Schreiberlinge allzu oft gezwungen, «in jeder Zeile mindestens einen Brillanten vorfunkeln zu lassen». Eine auf die Länge unerträgliche Stillosigkeit! Welch lächerliches Gehabe! 

Und wie schön, schrieb Eduard Engel so befreit von jedweder Gefallsucht.

Engel hätte unserem Sandro zugeprostet: «Anglizismen nerven mich!»

2m 37s

«Anglizismen nerven mich!»

Video: watson/Sandro Zappella, Emily Engkent

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49
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    Alle Leser-Kommentare
  • Pasionaria 15.11.2017 05:07
    Highlight Alienus
    Im 71 Std. 43 Min. 58 Sek.-abgewuergten-HST-Blog fragte ich Dich noch, woher das Wort > Spuk stamme?
    Das passt ja auch prima zu diesem Blog.
    3 0 Melden
  • Pasionaria 15.11.2017 05:02
    Highlight Alienus
    Du als bekannt-beruechtigter Sprachenakrobat, auch fuer Dich Luthers «reine Prosa» freudiges Staunen? 

    Ich selbst bin vom reichen deutschen Sprachenschatz ueberzeugt. Nicht desto trotz wuerde ich eine Liebeserklaerung ausschliesslich auf Franzoesisch, eine kochende Wut auf Spanisch/Ital. und einen sarkastisch-witzigen Spruch auf Englisch ausdruecken. Fuer das Deutsche bliebe dann noch das Militaer und Goethe......uebrig!

    Off topic
    Wie bitte > jaehrliche (?) Exkursion? Sag nicht > ein neuer Infektspuk....!!
    Wie schlimm 1 - 10? Verbalia nicht erforderlich, sag bitte nein?!
    2 0 Melden
  • Pasionaria 15.11.2017 04:38
    Highlight Interessanter Blog, danke.

    Alienus
    Mir kommt der kurze Einblick in Richtung teutonischer Engel sehr zwispaeltig vor. Einerseits will mir der patriotische Bezug zur reinen deutschen Sprache so ganz und gar nicht gefallen, anderseits vernachlaessigte er, als offenbar Weitgereister, die 'anderen' Weltsprachen nicht.
    Auch seine  philosophische Einstellung zum Humor ist durchaus sympathisch. 

    Ich meinte, dass sich der Scharfsinn und die Tiefe einer Sprache gerade in deren unuebersetzbaren Worten aeussert?
    2 0 Melden
  • Spooky 13.11.2017 22:13
    Highlight Interessanter Typ, dieser Herr Engel! Aber im Moment fehlt mir das Verständnis für seine Mission.

    Ich lese nämlich gerade die Taschenbücher von einem der erfolgreichsten französischen Schriftsteller, der 15'000 neue französische Wörter erfunden hat.

    Es gibt zu seinen Büchern ein Wörterbuch: "Dictionnaire San-Antonio".

    Die Franzosen gehen mit ihrer Sprache völlig locker um.
    2 6 Melden
    • Pasionaria 14.11.2017 19:59
      Highlight 'Einmal' ein sinnvoller Hinweis > San-Antonio....

      Wie die Franzosen, auch die Latinos uebrigens, locker mit ihrer Sprache umgehen, so locker gehst Du, zusammen mit Abermillionen Menschen, mit dem Glauben um. Mit andern Worten: irgendwie, an irgendwas/wen glauben und etwas Spuk dazumischen.....
      2 1 Melden
    • Spooky 15.11.2017 08:42
      Highlight @Pasionaria
      Im Moment glaube ich ernsthaft, du glaubst, du bist auf dem Blog von Hugo Stamm.

      Aber danke für den "sinnvollen Hinweis". Wer sich heute mit der Sprache befasst, kommt um Frédéric Dard (San-Antonio) nicht herum.
      0 2 Melden
    • Alienus 15.11.2017 08:49
      Highlight S + P

      Gibt es in Frankreich nicht so etwas wie ne Sprachpolizei???
      6 0 Melden
  • Larifario 13.11.2017 09:59
    Highlight Einfach nur gut!
    2 0 Melden
  • Anam.Cara 13.11.2017 07:34
    Highlight Mir fehlt ein bisschen die Rothenfluhsche Konklusion zur Stilfrage in der deutschen Sprache. Oder hast du den Artikel bewusst unkommentiert gelassen?
    6 0 Melden
    • Anna Rothenfluh 13.11.2017 08:43
      Highlight Ja, ich dachte, das würde hier weniger hinpassen, weil ich vor allem das Buch vorstellen wollte. Und ihr solltet euch vorbehaltlos in den Kommentaren fetzen haha, was aber nicht passiert ist. Ich persönlich stimme Engel in vielem zu, ich mag alte deutsche Wörter, aber ich seh den Sprachwandel als etwas ganz Natürliches, was man auch nicht wirklich aufhalten kann und soll. Obwohl mir die Anglizismen schon auch auf den Sack gehen ...
      10 1 Melden
    • Alienus 14.11.2017 19:30
      Highlight Der Engel äh > überirdisch-himmlischer Flügelbote.

      Hat vergessen, dass die germ.-dt. Sprach selbst ein Quell für andere Sprachen war und ist. Diese Blindheit ist sicherlich seinem ihn unterstellbaren Komplex ..äh Unterbewustseinsverdrängung, zuzurechnen, einer jüdisch-deutschen Herkunft entstammend und besonders teutonisch sein wollend.

      Pardon..äh Entschuldigung, aber über solche Sachen wird man nicht parlieren.. äh sprechen müssen.

      Superbe.. äh prächtig folgende sprachlichen Wanderer. Eine minimalistische.. äh sehr kleine Auswahl: Railway. Chauffeuer. Garde. Auberge, Algergo.
      2 0 Melden
  • 2fel 13.11.2017 04:07
    Highlight Ich hab die NS-Version 😶
    5 0 Melden
  • Karl Müller 13.11.2017 00:55
    Highlight "Blosser Geist um die Dinge herum, ohne die Dinge selbst, ist nicht Geistreichtum, sondern Geistreichtun"

    Das Zitat kann doch nicht stimmen, oder?
    2 1 Melden
    • Anna Rothenfluh 13.11.2017 08:48
      Highlight Doch, es stimmt schon so. Ich verstehe es so: der Schreiber muss über die Dinge, über die er schreibt, Bescheid wissen, er soll nicht einfach nur so tun und das Beschriebene einfach mit einem scheinbar gehaltvollen Dunst von gescheiten Wörtern umgeben.
      4 1 Melden
    • Karl Müller 13.11.2017 11:00
      Highlight Ich habe auch darauf geschlossen, dass dies so zu verstehen sein muss. Das Wort "Geistreichtun" für sich alleine verstehe ich aber dennoch nicht und halte es für einen Fehler. Das müsste doch "Geistreichtümelei" oder so heissen.
      2 1 Melden
    • Anna Rothenfluh 13.11.2017 12:01
      Highlight Ach so, dich stört das Geistreichtun. Ja, das hat Engel wahrscheinlich wegen des Wortspiels so gewählt: Geistreichtum vs. Geistreichtun. Sicher gibt es das Wort so nicht, es ist Engels Eigenkreation, aber ich find es recht hübsch.
      7 1 Melden
  • Yann 12.11.2017 18:39
    Highlight Jaja schlimm diese Fremdwörter. Ich hoffe der gute Herr Engel hat seine Herkunft schön brav mit '(das Land) am Meer' bezeichnet und nicht mit dieser schlimmen slawischen Bezeichnung 'Pommern', das aus 'po morje' entstanden ist.
    14 3 Melden
  • Mr. Spock 12.11.2017 14:51
    Highlight Heimat: Erde
    Identität: Mensch
    Sprache: Schall und Rauch

    Ist es nicht die Anpassung und Entwicklung, welche unser Leben lebenswert macht? Der Austausch, das Wachsen, das gemeinsam etwas neues zu schaffen aus welchem wiederum neues entsteht? Anhaftung an Altem and "Reinem" an "Vollkommenen" führt zu Stillstand. Ein Stillstand, welcher nur von der Spezies Homosapiens als wünschenswert betrachtet wird. Die Natur steht in stetigem Wandel, welcher die einzige naturgesetzliche Konstante darstellt. Sollte der Mensch nicht den Wandel anstreben?
    14 15 Melden
    • Maya Eldorado 12.11.2017 17:02
      Highlight Du meinst, dass wir akzeptieren müssen, dass unser deutsch immer mehr zu "denglisch" wird?
      14 6 Melden
    • Anam.Cara 13.11.2017 07:25
      Highlight Natürlich ist die Sprache im Wandel. Jede Generation erfindet und pflegt eine "Abgrenzungssprache". Sei es eine andere Satzlänge, unterschiedliche Betonung oder eben Anleihen in anderen Sprachen.
      Die aktuelle "jungen" Anglizismen klingen für mein schon etwas älteres Ohr oft ziemlich gesucht und schon fast ein bisschen krankhaft. Aber immerhin verstehe ich sie noch. Und damit ist der Hauptzweck der Sprache erfüllt: Verständigung.
      Deutsch ist m.E. eine viel präzisere (wortgewaltigere) Sprache, als sich viele Muttersprachler bewusst sind. Und sie kann sich auch mit eigenen Mitteln anpassen...
      5 0 Melden
    • 2fel 13.11.2017 08:10
      Highlight Die Sprache und die Fähigkeit, grosse Mengen an Information über Dinge zu kommunizieren, die gar nicht existieren wie zum Beispiel Stammesgeister, Nationen, Aktiengesellschaften und Menschenrechte ist die eigentliche kognitive Revolution die uns vom Schimpansen unterscheidet und der Kitt unserer Gesellschaft welche die Zusammenarbeit einer grossen Zahl an Menschen ermöglocjt die einander gar nicht kennen.
      5 0 Melden
  • icarius 12.11.2017 14:26
    Highlight Besten Dank für den Artikel! Ich kann mir gar nicht vorstellen, wie Engel zumute wäre wenn er mal im Feierabendverkehr in der S-Bahn unterwegs wäre. All die abgedroschenen Anglizismen, nur weil jemand zu viel Netflix schaut oder gerade zwei Wochen in Australien war. Wenn ein Fremdwort das deutsche Wort nur ersetzt - und nicht ergänzt - war man einfach zu faul um das passende Wort zu finden. Das ist nicht modern, sondern einfach lame.
    35 7 Melden
  • icarius 12.11.2017 14:15
    Highlight Man sollte genau eine Sache aus dem Englischen übernehmen. Schliesslich ist Englisch die einzige Sprache, die nur fremde Begriffe übernimmt, wenn sie die eigene Sprache auch tatsächlich bereichern. Also kein "le paper" oder "das Debriefing" sondern nur Begriffe aus der Liga "Schadenfreude" oder "pièce de resistance".
    20 2 Melden
  • Leventis 12.11.2017 14:13
    Highlight Nüanksse - wie lieblich!
    21 0 Melden
  • Luca Brasi 12.11.2017 13:33
    Highlight Voilà! Dieser Input ist ein wahrer Incentive sich wieder mit dem germanischen Idiom zu befassen. Jedoch möchte ich konstatieren, dass es auch immer eine Frage von supply and demand sein kann, in welcher die Intelligenzia in der momentanen lingua franca verhaftet bleibt, da sonst deren Publizität zu kollabieren droht. Zudem evozieren die merkantilen Kräfte imho auch einen Druck, der auch einer gewissen zeitlichen Volatilität unterworfen ist. Alles geht chop chop. Ein Werk erhält in der scientific community grösseres Prestige, sofern die Sprache nicht den societalen Status konterkariert.

    😛
    124 13 Melden
    • Sapere Aude 12.11.2017 14:30
      Highlight Auf der Ebene der Erfahrung ist dir leider zuzustimmen, obwohl du dich hier schon in erster Linie gesellschaftswissenschaftlichen Allgemeinplätze bedienst und ausser Acht lässt, dass Sprache an sich immer Veränderungen unterworfen ist und es dadurch vor allem auf den Sprecher oder die Sprecherin darauf ankommt, wie sich Sprache in der Wirklichkeit verdinglicht. Da sich Erkenntnis in unterschiedlichen Sprachen unterschiedlich verdinglicht, ist die Entwicklung hin zur Herrschaft einer Sprache über die andere mit Vorsicht zu geniessen.
      18 1 Melden
    • Luca Brasi 12.11.2017 15:14
      Highlight Touché! Aus epistemologischer Sicht gesprochen ist Ihre Argumentation durchaus valide. Der Suprematieanspruch eines angelsächsischen Environnements sollte nicht zu einer inegalitären Dichotomie führen. Jedoch ist bei diesen linguistischen Problemata zu bedenken, dass die Vokabel Krise im Chinesischen 危机 heisst und sich aus den Wörtern 危险 (Gefahr) und 机会 (Gelegenheit) kompositioniert.
      15 2 Melden
    • The oder ich 12.11.2017 23:35
      Highlight Wisst Ihr was, Luca Brasi und Sapere Aude? Ihr habt beide irgendwie recht!


      Jetzt suche ich nur noch nach einem teutschen Wort für Bullshit Bingo
      8 0 Melden
    • Zerpheros 13.11.2017 06:59
      Highlight *lol*
      😂
      3 0 Melden
    • Dharma Bum 13.11.2017 10:35
      Highlight Was ein Klugschiss.
      5 0 Melden
    • Zerpheros 13.11.2017 13:48
      Highlight Darf ich eine Fussnote anfügen? Krise leitet sich vom griechischen Verb krinein ab: (ent-)scheiden, trennen.
      Krisis bezeichnet den Prozess der Entscheidung, was in Zeiten andauernder Krisen etwas in Vergessenheit geraten ist.
      2 0 Melden
    • Sapere Aude 13.11.2017 14:51
      Highlight Liegt das Problem eines solchen negativen Zustandes nicht in der eingenommen Perspektive? Schwierigkeiten als Herausforderungen zu sehen, könnte ein möglicher Ausweg aus der Lage versprechen.
      1 0 Melden
  • Mugendai 12.11.2017 13:11
    Highlight So und als Ausgleich jetzt ein Artikel von Tilllate lesen...
    42 2 Melden
  • Sapere Aude 12.11.2017 13:10
    Highlight Die Schönheit der deutschen Sprache liegt in ihrer formalen Flexibilität.
    33 3 Melden
  • Petitsuisse 12.11.2017 13:10
    Highlight Ich mag den Artikel, und auch ich stosse mich an den "Ach-so-trendigen"-Mitmenschen, die in jedem Satz oder Nebensatz irgend eine englische (manchmal auch pseudoenglische) Formulierung unterbringen müssen. Dennoch liebe ich die deutsche Sprache, weil sie die Meine ist. Weil sie extrem präzise ist. Nur darf man sich der Lebendigkeit der Sprache nicht verschliessen, und ja, auch ich bin vor Anglizismen nicht gefeit (siehe oben), auch nicht vor anderen -Zismen. Es lebe die deutsche Sprache
    32 3 Melden
  • Jürg Bürgi 12.11.2017 13:03
    Highlight Sehr verdienstvoll! Kleine Korrektur: Der Stilkunst-Nazi hiess Ludwig Reiners (https://de.wikipedia.org/wiki/Ludwig_Reiners)
    8 0 Melden
    • Anna Rothenfluh 12.11.2017 13:09
      Highlight Oh, hoppla, danke, ist korrigiert.
      12 2 Melden
  • AlteSchachtel 12.11.2017 12:48
    Highlight Für Deutschland mögen die Theorien passen. Wenn sich aber CHer Journis damit beschäftigen, wird mir bange.

    Zu sehr gefällt mir unsere (ehrliche und natürliche!) Schweizer Schriftsprache mit all den Helvetismen und französischen Einflüssen, als dass ich auf Watson, im Tagi oder sonstwo nur noch "Fahrrad", "Brotzeit", "Strassenbahn" etc. etc. lesen möchte.

    Unsere eigene Schriftsprache (und wahrscheinlich auch die Österreichs) wird leider nicht nur von English, sondern zunehmend auch vom deutschen Deutsch beeinflusst.
    36 7 Melden
    • Anna Rothenfluh 12.11.2017 13:20
      Highlight Ich glaube nicht, dass Engel sich an schweizerdeutschen oder österreichischen Varianten eines deutschen Wortes gestossen hätte, WEHE IHM! Kreative Eigenkreationen hätten ihm sicher gefallen, ausser vielleicht die französischen 😉.
      23 1 Melden
    • The oder ich 13.11.2017 00:00
      Highlight Er hat auch Titel verbrochen wie: "Entwelschung: Verdeutschungswörterbuch für Amt, Schule, Haus, Leben", und damit denen, die ihn später ausstiessen, den völkischen Boden für ihre "Rundnudeln an Liebesapfeltunke" und den "Vierkopfzerknalltreibling" bereitet. Da hätten ihm die typisch schweizerischen Sprachgrenz- (Röstigraben) und Einwanderungs- (Tunnelbau) -Wortübernahmen kaum gepasst.
      1 1 Melden
  • pedrinho 12.11.2017 12:32
    Highlight Ein lichtblick in der dunklen nachrichtenflut, so lohnt es sich immer wieder mal das watson-magazin durchzublaettern.

    Anna Rothenfluh...... 10 points, punkte, points :)
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    • Anna Rothenfluh 12.11.2017 13:22
      Highlight Danke, Pedrinho! Ich hoffe innigst, dass es 10 von 10 Punkten sind 😉
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    • pedrinho 12.11.2017 14:25
      Highlight yuup :)
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  • Maracuja 12.11.2017 11:57
    Highlight So schön, dass Sie zurück sind und mir wieder interessante Artikel zu Themen bieten, auf die ich als Volksschulabsolventin nie stossen würde.
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    • Anna Rothenfluh 12.11.2017 13:22
      Highlight Merci, Maracuja, das freut mich sehr!
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    • Pasionaria 14.11.2017 19:28
      Highlight Den ersten Teil Deines Satzes kann ich voll und ganz unterstreichen. Der Schlusssatz hingegen ist sowas von unnoetig.
      Erstens ist dies nur etwas, dass in Deinem CV untergeht und null Relevanz hat. Deine Art zu denken, Dich vielseitig zu informieren, zu fuehlen und v.a. Dich auszudruecken, spricht eine ganz andere Sprache!
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    • Pasionaria 15.11.2017 05:15
      Highlight Zu Deinem letzten Satz, der mir so nicht gefallen will, springt mich gerade ein passendes Zitat an, sinngemaess:
      Nicht von der Schulbildung oder vom Lesen kommt die Bildung, sondern vom Nachdenken ueber das Gesehene und Gelesene (bes. auch von Aufklaerern...!)
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  • DinahK 12.11.2017 11:47
    Highlight Ja, wenn ich in die Familie Kleist eingeheiratet hätte, ginge es mit auch so. persönliches empfinden: kleist einer der mühsamsten Schriftsteller der deutschen Literatur. Das nur so neben bei. oder um ihn zu nerven: btw
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    • efrain 12.11.2017 13:25
      Highlight https://www.duden.de/rechtschreibung/nebenbei 😋
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