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Es ist Ihnen überlassen, was Sie mit Ihrer Power anstellen wollen.  kafi freitag

Kafi, ich bin in einer Whatsapp-Gruppe, die sich über andere lustig macht

Liebe Kafi. Ich bin in einem WhatsApp-Gruppenchat, der «Random Bullshit» heisst. Dort werden immer Witze auf Kosten anderer gemacht. Ich finde das eigentlich falsch und verurteile das, muss aber zugeben, dass ich mich selber dabei erwische wie ich mich amüsiere. Wie soll ich damit umgehen? Die Situation beschäftigt mich sehr. Herzliche Grüsse. Marius 36



Lieber Marius

Es ist nicht sehr anspruchsvoll, sich auf Kosten anderer zu amüsieren. Und darum weit verbreitet. Ganze Fernsehshows bauen auf dieses Konzept, es funktioniert unabhängig von Alter und Bildungsstand. Sie müssen sich drum nicht gross wundern, dass es auch mit Ihnen passiert. Das ist nur menschlich.

Dennoch bleibt die Frage bestehen, was Sie damit machen wollen. Es sind noch viele Verhaltensformen menschlich und deswegen trotzdem nicht sinnvoll. Sich in einer Gruppe über jemanden anders lustig machen gibt Ihnen das Gefühl, dazuzugehören. Sie gehören zu den Starken, haben sich einem Rudel angeschlossen, das die schwachen ausgrenzt. Was genau befriedigt das in Ihnen? Könnten Sie das Gefühl von Dazugehörigkeit auf eine andere Art und Weise erleben?

Wir Menschen wollen dazugehören. Es war früher einmal eine Bedingung, dass wir überleben konnten. Heute könnten wir im Prinzip auch als Einsiedler in einem anonymen Wolkenkratzer existieren. Dennoch haben wir noch immer das Bedürfnis, Teil von etwas Grösserem zu sein. Sie können nun selber entscheiden, wie dieses «Grössere» aussehen und worüber es sich definieren soll. Ist der gemeinsame Nenner, sich besser zu fühlen, indem man andere abwertet? Oder könnte es auch eine Gemeinsamkeit sein, die auf eine andere Weise zum Lachen bringt oder inspiriert? Könnte man sich das Leben amüsanter gestalten, indem man peinliche Dinge miteinander teilt, die einem selber passiert sind? Sich über sich selber lustig machen, anstatt über andere?

Gruppendynamik hat eine unglaubliche Kraft. Es gibt dafür unzählige grausige Beispiele. Die positive Form sehe ich aber immer wieder, wenn wir nach einem Seminar eine einmonatige Facebook-Gruppe machen, die zum Zweck hat, sich gegenseitig auszutauschen und das Gelernte zu vertiefen. Es sind schon unglaubliche Aktionen aus solchen Gruppen entstanden, ich erinnere mich an eine Entrümpelungsaktion, die entstanden ist, nachdem eine Teilnehmerin ein Buch zum Thema gepostet hatte. Innert kürzester Zeit stapelten sich Fotos von vollen Abfallsäcken auf der Pinnwand, der Schwung in der Gruppe erfasste jede einzelne Teilnehmerin. In einer anderen Gruppe wurden plötzlich alle in irgendeiner Weise sportlich oder man animierte sich gegenseitig, eine Weiterbildung zu besuchen.

Mir ist klar, dass das jetzt etwas bibelgruppenmässig klingt im Vergleich zu einem Whatsappchat, bei dem man schenkelklopfend über andere wiehert. Ich wollte mit dem Beispiel nur aufzeigen, welche Power in einer Gruppe entstehen kann und in welche Richtung man diese lenken könnte. Es ist Ihnen überlassen, wohin Ihre Energie fliessen soll. Meine wäre mir aber mit Sicherheit zu schade für so eine bescheuerte Gruppe.

Mit herzlichem Gruss. Ihre Kafi

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Kafi Freitag (41!) beantwortet auf ihrem Blog Frag Frau Freitag Alltagsfragen ihrer Leserschaft. Daneben ist sie Mitbegründerin einer neuen Plattform für Frauen: Tribute.

Im analogen Leben führt sie eine Praxis für prozessorientiertes Coaching (Freitag Coaching) und fotografiert leidenschaftlich gern. Sie lebt mit ihrem 12-jährigen Sohn in Zürich.

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    Alle Leser-Kommentare
  • Bruno Wüthrich 12.02.2017 10:43
    Highlight Highlight Zur «Fakefrage» (weiter unten): Darauf wäre ich diesmal gar nicht gekommen (habe diese Frage aber schon einige Male gestellt).

    Ich habe es nicht so mit Whatsapp. Habe aber festgestellt, dass man da manchmal einfach in eine Gruppe hinein genommen wird (aus welchen ich konsequent immer sofort wieder aussteige). Je nachdem ist aber ein Szenario wie dasjenige, das zu dieser Frage geführt haben könnte, vorstellbar.

    Ein anderer Gedanke: Wenn Frau Freitag tatsächlich hauptsächlich Fakefragen beantwortet, kann sie sich auch den teilwiesen rüden Umgangston leisten. Sie verletzt dabei ja niemanden.
  • lilie 11.02.2017 14:35
    Highlight Highlight Da hätt ich jetzt eine Kafi-Antwort erwartet: Wie kann man so blöd sein, bei einer solchen Whatsappgruppe dabeizubleiben? Einfach aussteigen und sich Dingen zuwenden, zu denen man auch wirklich ja sagen kann.
  • Mia_san_mia 11.02.2017 13:59
    Highlight Highlight So eine Frage stellt doch kein 36-Jähriger. Ich glaube ab und zu werden die Fragen erfunden.
    • sägsali 11.02.2017 14:29
      Highlight Highlight Habe ich mich auch gerade gefragt. Mit 36 sollte man doch selber damit umgehen können.
    • Pasionaria 11.02.2017 23:14
      Highlight Highlight Mia_san....
      Das gibt's ja nicht - fuer einmal vermute und denke ich wie Sie!!!

      Bei ca. 4 von 5 gestellten Fragen habe auch ich diesen Verdacht. Die Antworten fliessen darob wie ein steiniger Bach mit viel Geroell hinunter...
    • Lia_yesss 12.02.2017 00:35
      Highlight Highlight Glaub ich nicht. Bei meiner Frage letztes Jahr haben auch alle geschrien, die sei sicher von Kafi.

      Und: Das Alter ist nicht mehr als eine Zahl. Sagt nicht alles über den Entwicklungsstand eines Menschen aus.
    Weitere Antworten anzeigen
  • humpfli 11.02.2017 13:19
    Highlight Highlight Solange es bei den Witzen bleibt, wo liegt das Problem? Witze gehen in der Regel immer auf die Kosten von irgendjemandem. Witze sind nicht ernst gemeint und zum Lachen da. Somit musst du keine moralischen Bedenken haben.
    Bemerkst du aber, dass die Witze für dich eine Grenze überschreiten oder, dass die Witze keine Witze sind und wirklich ernst gemeint, dann kannst du jederzeit austreten.
    • humpfli 11.02.2017 17:58
      Highlight Highlight Es kommt doch auf das Publikum an. Solange du die Witze denen erzählst, die drüber lachen können ist alles in Ordnung. Bei der Whatsappgruppe: Solange man darüber lachen kann ist doch alles gut, nicht?
    • 8004 Zürich 12.02.2017 11:19
      Highlight Highlight Ob etwas lustig ist, kommt auf das Publikum an? Du meinst also, ich soll z.B. Negerwitze einfach keinen dunkelhäutigen Menschen erzählen? Wenn jemand mit dunklem Teint anwesend ist, sind solch rassistische Witze nicht lustig, aber sonst schon?!

      Simplifiziert lebt es sich offenbar ganz ungeniert..

    • humpfli 12.02.2017 11:56
      Highlight Highlight Nein, kannst die auch dunkelhäutigen Menschen erzählen. Bin mir sicher, auch manche von diesen können über solche Witze lachen.

Ich, (35) bin Invalidenrentner und werde gedemütigt. 

Liebe Kafi,Ich bin Invalidenrentner, dem man seine Behinderung nicht ansieht. An meinem letzten Wohnort hätte man mich am liebsten mit Fackeln und Heugabeln vertrieben, ich konnte keinen Schritt auf die Strasse tun, ohne mir einen dummen Spruch anzuhören. Am jetzigen Wohnort wurde ich gut aufgenommen, der Beruf war nie ein Thema. Wie verhält man sich bei Fragen diesbezüglich? Ich lüge äusserst ungerne, aber ich leide unter meiner Erwerbsunfähigkeit und möchte nicht noch dafür gedemütigt werden.

Lieber BeniEs tut mir furchtbar leid zu lesen, was Sie alles erleben mussten wegen Ihrer Erwerbsunfähigkeit. Ich kann sehr gut nachfühlen, dass es nicht einfach ist, wenn man als so junger Mensch bereits Invalidenrentner ist, gerade in einer Gesellschaft, die sich so sehr über die Arbeit und das Einkommen identifiziert. Ihre Thematik erleben auch Menschen, die aus psychischen Gründen nicht in dem Ausmass arbeiten können, wie sie es gerne täten. Wir Menschen können besser mit einem …

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