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Für seine Dinge hinstehen, einstehen. 
kafi freitag

FragFrauFreitag

Liebe Kafi, Ich arbeite in einem Unternehmen, bei dem Überzeit nicht vergütet und als Investment angesehen wird

Seit 4 Jahren arbeite ich bis zum Gehtnichtmehr – Beförderungen etc. erreicht. Mittlerweile habe ich mich entschieden, zu gehen und habe eine tolle Stelle gefunden. Künden werde ich sobald ich den neuen Vertrag habe – sogar 7 Monate vorher anstatt nur die 2 Monate, die ich müsste. Wie höre ich auf? (Überstunden zu machen, um alles kümmern, mich für alle zu opfern). Danke :-) Lea, 29



Liebe Lea

Verstehe ich Sie richtig, dass Sie weitere 7 Monate im Betrieb bleiben werden, obwohl Ihre Kündigungsfrist 2 Monate beträgt? Bin mir gerade nicht ganz sicher. Hoffe eigentlich sogar, dass ich das falsch verstehe. Denn das wäre sehr ungünstig.

Ich bin der Meinung, dass man gekündigte Menschen möglichst schnell aus der Firma haben sollte. Und zwar im Interesse beider Seiten. Es ist meist recht unangenehm, in diesem Zustand weiterhin in einem Team zu arbeiten. Darum: Falls ich das richtig verstehe: Bitte nein! 

Aber nun zu Ihrer eigentlichen Frage. Mag gut sein, dass Sie hier in einer Unternehmung gelandet sind, die einen solchen Extra-Aufwand vom Mitarbeiter erwartet. Ich weiss nur zu gut, dass es davon einige gibt, ich habe es selber erlebt. Dann ist es zugegebenermassen wirklich nicht einfach, sich aus dieser Pseudoverpflichtung zu nehmen und sich abzugrenzen. Und ich schreibe ganz bewusst Pseudo, weil man unter dem Schweizer Arbeitsrecht auch nicht alles machen kann, was man will. Aber mir erscheint was anderes noch interessanter an Ihrer Frage.

Gehen Sie mal der Thematik auf den Grund, wie gut Sie sich grundsätzlich abgrenzen können. Haben Sie oft das Gefühl, für alles verantwortlich zu sein und nicht so gut «nein» sagen zu können? Damit wären Sie in bester Gesellschaft, das ist etwas, was wir Frauen sehr schlecht können.

Dann wäre es gut, wenn Sie mal die Glaubenssätze anschauen, die darunter liegen. Oft ist es, dass man nicht möchte, dass man in Ungnade fällt. Oder noch kürzer, man will geliebt werden. Das ist etwas sehr Menschliches. Das wollen wir alle. Wenn dieser Trieb aber sehr stark ausgeprägt ist, dann kommt man immer wieder in Situationen, in denen man sich ausnutzen lässt, nur damit Friede herrscht.

Ich kann nicht abschätzen, ob dieses Thema Ihres ist, oder nicht. Aber ich wollte es doch kurz einbringen, weil ich es aus meiner Coachingpraxis bei Frauen sehr oft sehe und weil Ihre Formulierung des «Opfer Bringens» mich etwas auf diese Fährte lockt.

Sobald Sie im gekündigten Arbeitsverhältnis stehen, können Sie Dienst nach Vorschrift machen. Man kann von Ihnen nicht weiter verlangen, unbezahlte Überzeit zu schieben. Ausser Sie sind Teil der Geschäftsleitung oder im obersten Kader und es steht so in Ihrem Arbeitsvertrag geschrieben. Wenn nicht – dann nicht. Schauen Sie diese Zeit als Lehrzeit an um zu lernen, deutlich nein zu sagen. Sie werden es in Ihrem nächsten Job mit Sicherheit auch wieder tun müssen, das muss man in jedem Arbeitsverhältnis.

Das ist einfacher gesagt, als getan, ich weiss! Aber es lohnt sich sehr. Für Ihr ganzes Leben und für alle Bereiche, nicht nur berufliche. Fragen Sie sich einfach mal, was passieren würde, wenn Sie aufhören würden, sich um alles zu kümmern. Was würde das bei Ihnen auslösen? Und warum? Dort müssen Sie ansetzen. Es ist eine innere Arbeit die sich dann im Äusseren manifestieren wird. Das ist um einiges nachhaltiger, als wenn ich Ihnen Tipps gebe, die sich nur um Ihr Verhalten drehen.

Ich hoffe sehr, Sie können mit dieser Antwort etwas anfangen. Und wünsche Ihnen alles Gute.

Herzlich, Ihre Kafi.

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Die 222 besten Fragen und Antworten in einem schön gestalteten und aufwendig hergestellten Geschenkband.

www.fragfraufreitag.ch
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Kafi Freitag (40!) beantwortet auf ihrem Blog Frag Frau Freitag Alltagsfragen ihrer Leserschaft. Daneben ist sie Mitbegründerin einer neuen Plattform für Frauen: Tribute.

Im analogen Leben führt sie eine Praxis für prozessorientiertes Coaching (Freitag Coaching) und fotografiert leidenschaftlich gern. Sie lebt mit ihrem 11-jährigen Sohn in Zürich.

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    Alle Leser-Kommentare
  • newname 18.04.2016 00:16
    Highlight Highlight Scheiss auf "fristgerecht kündigen", nimm dir die Auszeit und geniesse dein Leben :) Wie du beschreibst hattest du die letzten Jahre ja nicht viel davon.
    Wie Austin Kleon in seinem Buch "Show Your Work" Steve Jobs zitiert: "Remembering that I'll be dead soon is the most important tool I've ever encountered to help me make the big choices in life. [..] Remembering that you are going to die is the best way I know to avoid the trap of thinking you have something to lose. [...]"
  • Ell 14.04.2016 09:15
    Highlight Highlight Dass man mit Aussicht auf Karriere sollte dankbar sein, wenn man mehr Verantwortung übernehmen darf ist leider immer noch normal. Es kann passieren, dass sich eine solche Situation entwickelt, ohne man selbst weis was für sich selbst überhaupt die richtige Balance sein soll . In so einem Fall kann ich aus eigener Erfahrung nur raten einmal einen Strich zu ziehen. Vielfach werden junge talentierte Leute ausgenutzt. Dies geschieht meist nicht vorsätzlich aber ist das A+O der früheren Managementlehre, die heute - auch wenn wir neue Ansätze haben - noch stark verwurzelt ist.
  • dave1771 13.04.2016 19:42
    Highlight Highlight Kündigungen gehören dazu und sind überhaupt nicht unangehnem!
  • koks 13.04.2016 19:30
    Highlight Highlight wer freiwillig überstunden leistet, hat diese selbst zu verantworten. manche wollen halt eine beförderung, also leisten sie mehr (manche andererseits glauben und fordern, dass die wirtschaft jenen menschen mit teilzeit die beförderung schenken soll, weil teilzeitarbeit so lifequalitymässig ist...).
    • blueberry muffin 14.04.2016 09:32
      Highlight Highlight Mehr Stunden im Buero sitzen ist nicht zwingend mehr leisten.
  • F. Lorida 13.04.2016 15:46
    Highlight Highlight Ich hatte auch mal einen Arbeitsvertrag mit zwei möglichen Kündigungsterminen pro Jahr und jeweils 6 Monaten Vorlauf. Und habe dann auch nicht gewartet, sondern nach getroffener Entscheidung (Also 10 Monate vor dem letzten Arbeitstag gekündigt). Das könnte die 7 / 2 Thematik erklären.
    • mrmouse 14.04.2016 09:39
      Highlight Highlight Ist das mit dem Arbeitsgesetz so vereinbar/korrekt?
  • atomschlaf 13.04.2016 15:43
    Highlight Highlight Ich werde irgendwie nicht ganz schlau aus der Fragestellung.
    Muss Lea die Überstunden auf Anordnung des Arbeitgebers machen oder opfert sie sich freiwillig auf? Die Klammerbemerkung in der Frage lässt mich letzteres vermuten.
  • Bruno Wüthrich 13.04.2016 13:35
    Highlight Highlight Also die Frage hätte wirklich präziser gestellt werden können. Selbst Vermutungen über sieben Ecken genügen nicht, um den Sinn der Frage zweifelsfrei zu erkennen.
    Und was heisst denn «bei dem Überzeit nicht vergütet wird»? Wichtig ist, dass das Gesetz unterscheidet zwischen Überstunden und Überzeit. Überzeit muss ausgeglichen werden (Kompensation oder Bezahlung). Da kann sich der Arbeitgeber nicht davon befreien. Überzeit ist, wenn in der Woche mehr als 5 Überstunden geleistet werden. Die entsprechenden Gesetze samt Kommentaren sind im Internet leicht zu finden. Google -> Überstunden Überzeit.
    • Ophelia Sky 20.04.2016 17:01
      Highlight Highlight Zur Präzisierung: Überzeit ist alles über 45h/woche. Ausnahme für Betriebe mit 50h/Woche. Ist im Arbeitsgesetz und im OR geregelt.
      Überstunden ist alles über der vertraglich vereinbarten Wochenstunden bis 45h

FRAGFRAUFREITAG

Liebe Kaffi, vielen Dank, dass du mir (und vielen anderen) schon so viele Male ein Lächeln oder ein Schmunzeln aufs Gesicht gezaubert hast. 

Deine Antworten sind immer sehr bedacht, stinkehrlich und gut gewählt. Deshalb ist meine Frage an dich: Was möchtest du wissen? Deborah, 29

Liebe Deborah  Es gibt so viele Fragen, die mich immer wieder umtreiben. Einige begleiten mich schon ein Leben lang, andere sind jünger und quälen mich richtiggehend. Viele drehen sich um den Sinn oder Unsinn des Lebens, einige sind existenziell, andere eher trivial. Gerne will ich Ihnen hier eine kleine Auswahl davon offenbaren. Ich habe bewusst nach Schweregrad sortiert und werde mit den weniger drückenden enden. Schliesslich hat der Himmel nach all dem Regen aufgerissen und ich …

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