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Forscher entdecken Gravitationswellen – doch wo ist das Paradies?

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Keine Spur vom Paradies – wo bitte geht’s zum Himmel?

Astrophysiker dringen immer weiter ins All vor, wie die Entdeckung der Gravitationswellen zeigt. Doch der Weg zum Paradies ist noch nicht gefunden.
21.10.2017, 07:4728.08.2020, 17:17

Die Astronomie dringt immer weiter ins All vor. Eben haben Astrophysiker eine neue bahnbrechende Entdeckung gemacht und Erkenntnis gewonnen. Sie haben anhand von zwei Neutronensternen, kleinen schwarzen Löchern, die in einer Entfernung 130 Millionen Lichtjahren zusammengekracht sind, erstmals Gravitationswellen nachweisen können.

Das Beispiel zeigt, dass unser «Blick» unvorstellbar weit ins All hinaus reicht. Trotzdem haben die Astronomen und Astrophysiker mit ihren diversen Beobachtungsinstrumenten und Satelliten bisher keine Signale oder Konturen eines Himmels entdeckt.

epa06269419 An undated handout photo made available by the European Southern Observatory (ESO) on 16 October 2017 shows an artist's impression of two tiny but very dense neutron stars at the poin ...
So stellen sich die Illustratoren der europäischen Raumfahrtsbehörde ein Zusammenprall zweier Neutronensterne vor.Bild: EPA/ESO

Gläubige mögen einwenden, Seelen seien immateriell und bräuchten nicht zwingen einen Planeten oder physikalischen Raum, um sich der Ewigkeit zu erfreuen. Dann wäre der Himmel wohl ein virtueller Ort. Angesichts unserer Erkenntnisse über die digitale Welt ein naheliegender Gedanke.

Man könnte sich auch vorstellen, dass unsere unsterblichen Seelen quasi künstliche Intelligenzen sind. Doch das sind Fantasien gebildeter Zeitgenossen in der Moderne.

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Ihr Himmel musste sinnlich sein

Die Religionsgründer, die den Gläubigen den Himmel schmackhaft machten, hatten das wissenschaftliche Bewusstsein von heutigen Kindern. Und: Ihr Himmel musste sinnlich sein, ein Ort voll grobstofflicher Freuden. Eine digitale, virtuelle Welt? Igitt.

Ihr Himmel ist ein veritables Paradies. Ein Paradies mit lauschigen Plätzchen, plätschernden Bächen und Bäumen, an denen Würste hangen. Eine reale Welt also mit realen Menschen, realen Tieren, realen Bergen und einer realen Sonne. Mit dem einzigen Unterschied, dass der Satan und das Böse ausgeschlossen sind. That’s it.

Krampus Teufel
Er muss draussen bleiben: Kein Platz im Paradies für den Teufel.Bild: pixabay.com/Andreas Holzner

Der Himmel kann kein virtueller Ort sein

Dass der Himmel kein virtueller Ort sein kann, macht uns Jesus höchstpersönlich klar. Schliesslich ist der Sohn Gottes in seiner ganzen Körperfülle aufgestiegen. Auch seine unbefleckte Mutter fuhr in grobstofflicher Form in den Himmel auf.

Dass das Paradies ein materieller Raum sein muss, offenbaren uns Gott und Jesus auch in der Bibel. So sagte Jesus, in seines Vaters Hause seien viele Wohnungen. Er gehe hin, uns die Stätte zu bereiten, also den Himmel oder das Paradies. Dann werde er wiederkommen und uns mitnehmen, «damit ihr seid, wo ich bin».

«Was kein Auge gesehen hat und kein Ohr gehört hat und in keines Menschen Herz gekommen ist, was Gott bereitet hat denen, die ihn lieben.»
1. Korinther 2:9

Das Himmelreich sei schöner und herrlicher als wir es uns vorstellen könnten, heisst es in der Bibel weiter. «Was kein Auge gesehen hat und kein Ohr gehört hat und in keines Menschen Herz gekommen ist, was Gott bereitet hat denen, die ihn lieben.»

Der Prophet Jesaja beschreibt das Paradies im Himmel noch konkreter: «Sie werden Häuser bauen und bewohnen, sie werden Weinberge pflanzen und ihre Früchte essen.» Und: Behinderte Menschen würden geheilt.

Das bedeutet, dass wir in genau jener körperlichen Form und Charakteristik in den Himmel eingehen werden, in denen wir auf der Erde gewandelt sind. Samt körperlichen Gebrechen.

Diese Aussagen führen aber flugs zur nächsten Irritation: Es ist eine unumstössliche Tatsache, dass unser Körper nach dem Tod zerfällt und von Würmern zerfressen wird.

Die Bibel und das Paradies.Video: YouTube/Victor Mortis

Vertrauen wir also der Bibel, so muss Gott wohl nach unserem Tod eine Kopie unserer selbst erstellen. Oder er modelliert uns neu, nachdem unsere Seele im Himmel angekommen ist.

Wie auch immer: Der Himmel muss eine Art Kopie der Erde sein. Irgendwo in den Weiten des Alls. Es sei denn, es gebe eine Wirklichkeit, die sich unserer Vorstellung entzieht. Doch davon berichtet die Bibel nichts.

Das bringt uns zu einer weiteren Frage: In der Genesis heisst es: «Am Anfang schuf Gott Himmel und Erde.» Doch wo war oder wohnte er vorher?

Die Familie nach dem Tod vereint

Wahrscheinlich verhält es sich in Sachen Himmel und Paradies ganz einfach. Unsere Vorfahren litten unter dem Tod ihrer Familienangehörigen derart, dass sie ein tröstliches Konstrukt ersannen: Es gibt ein Leben nach dem Tod, das Familie und Freunde wieder vereint.

Diese Vorstellung hatte gleichzeitig den kapitalen Vorteil, dass auch die Hinterbliebenen ein ewiges Leben erwarten konnten. Eine Idee, die den eigenen Tod erträglicher machte. Der Himmel als Produkt der Sehnsucht.

Hugo Stamm; Religionsblogger
Hugo Stamm
Glaube, Gott oder Gesundbeter – nichts ist ihm heilig: Religions-Blogger und Sekten-Kenner Hugo Stamm befasst sich seit den Siebzigerjahren mit neureligiösen Bewegungen, Sekten, Esoterik, Okkultismus und Scharlatanerie. Er hält Vorträge, schreibt Bücher und berät Betroffene.
Mit seinem Blog bedient Hugo Stamm seit Jahren eine treue Leserschaft mit seinen kritischen Gedanken zu Religion und Seelenfängerei.

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147 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Basswow
21.10.2017 14:54registriert März 2014
😉
Keine Spur vom Paradies тАУ wo bitte gehtтАЩs zum Himmel?
ЁЯШЙ
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Gummibär
21.10.2017 14:46registriert Dezember 2016
Anständig leben, niemandem bewusst zu schaden, der Natur, der wir entstammen und von der wir wissen, Sorge tragen, wo möglich zum Gemeinwohl beitragen, sich am Erreichten freuen ...... das müsste eigentlich genügen.
Mir bleiben nach statistischer Erwartung noch ein halbes Dutzend Jahre. Wenn ich in der kurzen Erinnerung meiner Mitmenschen nach dem Lichterlöschen noch einen Moment weiterlebe, wäre mir am liebsten, wenn sie von mir sagen könnten : "He was a decent person."
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Deutero Nussuf
21.10.2017 09:40registriert Januar 2016
Neutronensterne sind keine Schwarzen Löcher, auch keine kleine Schwarze Löcher. Das so nebenbei.
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Wer ist verantwortlich, wenn auf der Schulreise etwas passiert?
Schulreisezeit ist des einen Freud, des anderen Leid. Lehrpersonen freuen sich (hoffentlich) darüber, ihre Schützlinge auch einmal ausserhalb eines Klassenzimmers zu erleben. Die Aufsichtspflicht kann aber eher Leid bedeuten und es in sich haben.
Nehmen wir an, unsere Schulreise beginnt mit einer Bahnfahrt. Stürmt die Klasse mit Gebrüll den Zug, fällt vielleicht ein paar wenigen positiv auf, dass die Kinder nicht wie Zombies an ihren Smartphones hängen. Ein paar weitere dürften nostalgisch werden und sich an ihre eigene Kindheit erinnern. Möglicherweise werden einige aber auch die Flucht ergreifen, still leiden oder der Lehrperson zu spüren geben, dass sie ihre Aufsichtspflicht wahrzunehmen und die Kinder zur Ruhe zu bringen habe.
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