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Wie ein Fiat 500? Bryan Thompson erhielt unerwartet Post vom Apple-Chef. screenshot: theguardian.com

Das ist der Auto-Prototyp, der Steve Jobs zu einem geheimen Treffen veranlasste

Der «Guardian» erzählt die spannende Geschichte eines jungen Amerikaners, der ein ultraleichtes und preiswertes Fahrzeug bauen wollte. Dann meldete sich der Apple-Chef. 



Es ist ein offenes Geheimnis, dass Apple hinter verschlossenen Türen an einem Auto arbeitet. Wie weit das Geheimprojekt «Titan» bereits fortgeschritten ist, wissen wir nicht. Tesla-Chef Elon Musk hat sich bereits medienwirksam aus dem Fenster gelehnt und behauptet, Apple sei zu spät dran.

Fakt ist: Die Autoindustrie in Europa und Übersee blickt nervös Richtung Silicon Valley, wo Google, Uber und Co. nicht weniger als den Strassenverkehr revolutionieren wollen.

Der britische «Guardian» hat am Donnerstag (US-Ortszeit) eine spannende Hintergrund-Story zum Apple Car veröffentlicht. Oder genauer: Die Geschichte, wie der langjährige Apple-Chef Steve Jobs ein Geheimtreffen mit einem Ingenieur vereinbarte.

Leicht und günstig

Im Frühling 2010 weckte ein Auto-Prototyp das Interesse des bereits schwer an Krebs erkrankten Apple-Gründers († Oktober 2011). Das «V-Vehicle» wurde vom Industrie-Designer Bryan Thompson entworfen. Es sollte sich durch eine besonders leichte Kunststoff-Bauweise, raffinierte Design-Elemente im Innenraum und tiefe Produktionskosten auszeichnen.

«Working with designers Tom Matano and Anke Bodack, Bryan Thompson had developed a car body made of polypropylene and glass fibre that was 40% lighter than a conventional steel vehicle and would cost 70% less to produce. The creamy white hatchback had unpainted, upgradable body panels and a ‹space frame› body, a design technique usually reserved for high-end cars like the Ferrari 360 or Audi’s line of cars.»

quelle: quardian

Es kam tatsächlich zu einem geheimen Treffen, beim Privathaus des Apple-Chefs, wie Thompson dem «Guardian» erzählt hat. Steve Jobs habe sich eine Viertelstunde in den Prototypen gesetzt, sich alles genau angeschaut und ihm ein ausführliches Feedback gegeben.

Ein Rat sei gewesen, er solle nicht versuchen, die Kunstoffbauweise zu verstecken – im Gegenteil. «Lass das Material ehrlich sein», soll ihm Jobs geraten haben. Und bezüglich der äusseren Form brauche es mehr Spannung, so wie ein Raubtier, das gerade zum Sprung ansetze.

Von BMW umgesetzt

Nun ja, aus dem V-Vehicle-Prototypen wurde kein serienmässiges Fahrzeug. Das Design und andere juristisch geschützte Ideen gingen an eine Investment-Firma über, die später von einem ehemaligen NeXT-Chef geführt wurde. NeXT, das war die Computerfirma von Steve Jobs.

Sechs Jahre nach dem Geheimtreffen seien viele Ideen, die das V-Vehicle-Projekt auszeichneten, von anderen progressiven Autobauern umgesetzt worden, so der «Guardian». Als prominentes Beispiel wird das Elektroauto i3 von BMW genannt.

Bleibt die Frage, wie viel vom V-Vehicle in Apples Projekt Titan eingeflossen ist. Ob der iPhone-Hersteller an einem selbstfahrenden Auto arbeitet, ist nicht bekannt. Dass es ein Elektroauto ist, erscheint hingegen als logisch. Das Unternehmen versucht seit Jahren, mit umweltschonenden Aktionen in der Öffentlichkeit zu punkten. Und bekanntlich liefert man sich mit Tesla Motors einen Wettstreit um die besten Ingenieure.

Wer sich für die ausführliche Geschichte interessiert, kann sie im Original hier beim «Guardian» nachlesen.

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