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Google und Facebook lassen ihre Nutzer alle gespeicherten Daten herunterladen.  bild: Dylan Currans

Bist du bereit, auszuflippen? Das sind ALLE Daten, die Facebook und Google von dir haben

Das Sammeln unserer persönlichen Daten geht weit über das hinaus, was sich viele von uns vorstellen können. Doch was wissen Google und Facebook wirklich über uns? Diese konkreten Beispiele führen es vor Augen.



Webentwickler Dylan Curran zeigt uns in 30 Tweets, wie viele Informationen Facebook und Google über ihre Nutzer sammeln. Seine Beispiele, die vermutlich das Bedürfnis in dir wecken werden, die Privatsphäre-Einstellungen bei Facebook und Google zu kontrollieren, wurden auf Twitter bereits weit über 100'000 Mal geteilt.

Es lohnt sich, seine Tweets gründlich zu lesen, um sich ein vollständiges Bild von der Art und Weise zu machen, wie unsere Daten gespeichert werden.

«Willst du ausflippen? Ich werde zeigen, wie viele persönliche Daten Facebook und Google über dich speichern, ohne dass du es realisiert», beginnt Dylan Currans Appell gegen die Datensammelwut der Techkonzerne.

Google und Facebook verfolgen dich auf Schritt und Tritt. Klick auf den Link im Tweet, um dein persönliches Bewegungsprofil* zu sehen.

*Hierzu musst du bei Google angemeldet sein und die Option Standortverlauf aktiviert haben. 

Wer ein Google-Konto (Gmail, YouTube, Google Maps etc.) oder Android-Smartphone hat, kann auf dieser Seite nachschauen, ob Google die eigenen Bewegungsdaten speichert.

Alternativ kannst du bei Google Maps in den Einstellungen auf «Meine Zeitachse» klicken. Mit dieser kaum bekannten Funktion kannst du (und Google) Tag für Tag und Stunde für Stunde nachverfolgen, wo du überall warst.

Google zeigt all deine Bewegungen auf einer Zeitleiste. Auf Google Maps lassen sich alle Bewegungen an jedem Tag in der Vergangenheit einsehen.

Das Löschen des Browserverlaufs bringt nichts. Google speichert die Suchhistorie über alle Geräte in einer separaten Datenbank. 

Per Klick auf den Link im Tweet siehtst du deine Suchhistorie.

Laut Curran erstellt Google aus der Suchhistorie und anderen gesammelten Daten wie Geschlecht, Alter, Hobbies, Beruf, Beziehungsstatus etc. ein Werbeprofil. Der Konzern versuche hierfür gar das Gewicht seiner Nutzer zu erraten.

Per Klick auf den Link siehst du, wie Google dich sieht.

Google speichert Informationen über jede App und Browser-Erweiterung, die man nutzt, also wo, wann, wie und mit wem man interagiert. So wisse Google gar mit wem man auf Facebook kommuniziere oder wann man ins Bett geht.

Google speichert all deine Aktivitäten auf YouTube. Darum können sie erahnen, ob du bald Kinder bekommst, konservativ oder liberal denkst, religiös oder magersüchtig bist etc.

Per Klick auf den Link siehst du alle deine YouTube-Aktivitäten.

Google lässt dich alle gespeicherten Informationen – und das sind schnell mehrere GB an Daten – herunterladen. Im Tweet steht der Link zum Download des Archivs.

Google weiss, was du hörst, liest, welches Handy du hast, wie viele Schritte du pro Tag zurücklegst etc. etc.

Auch Facebook lässt dich alle gespeicherten Daten herunterladen: Im Archiv finden sich zum Beispiel alle (Chat-)Nachrichten, Fotos und alle Kontakte auf deinem Handy

Facebook speichert das, was dich interessieren könnte, anhand von Beiträgen, die dir gefallen haben und worüber du und deine Freunde reden. Facebook glaubt etwa, dass sich Curran für Frozen Yogurt interessiert ...

Facebook speichert sogar alle Sticker, die du je verschickt hast (vielleicht glauben sie, man könnte daraus auf den Gefühlszustand von Menschen schliessen ... und vielleicht funktioniert das sogar.)

Genau wie Google speichert Facebook natürlich auch, wann, wo und mit welchem Gerät du dich gerade anmeldest.

Facebook protokolliert auch alle Apps, die du je mit deinem Facebook-Konto verbunden hast. Im Fall von Curran glaubt Facebook, dass er sich für Politik und Design interessiert, zwischen Jahr X und Y Single war (wegen Tinder) und dass er seit November ein HTC-Smartphone nutzt.

Noch alarmierender wurden die Ergebnisse von Curran, als er Screenshots des Google-Download-Archivs veröffentlichte, das zeigt, auf welchen Wegen der US-Konzern an unsere Daten gelangt.

Ein Blick in die heruntergeladenen Dateien zeigt: Seine protokollierten Suchanfragen bei der Google Suche, Google Maps, YouTube etc. bestehen aus 90'000 Einträgen. Google merkte sich auch, welche Bilder er in all den Jahren heruntergeladen hat und was er auf der Filesharing-Plattform ThePirateBay ...

Als Tonaufnahmen gespeichert werden übrigens auch alle an den Google Assistant gestellten Fragen.

Hinzu kommen alle Daten aus deinem Google-Kalender. Kombiniert mit all den anderen Daten ergibt sich ein umfassendes Bild seines Lebens.

Google vergisst nichts. Selbst wenn du die Dateien in Google Drive (Googles Onlinespeicher) vermeintlich gelöscht hast, tauchen sie im heruntergeladenen Archiv wieder auf.

Wenn du dein Handy oder einen Fitness-Tracker mit einem Google-Konto verknüpfst, speichert Google wortwörtlich jeden Schritt in deinem Leben. Wenn du Google den Zugriff nicht mehr erlaubst, bleiben die Daten trotzdem gespeichert.

Google speichert alle Fotos inklusive Metadaten, also wo und wann die Fotos geknipst wurden. Wenn andere Apps Zugriff auf deine Fotos haben, wissen auch sie, wo du wann warst.

Im Download-Archiv tauchen auch alle erhaltenen und verschickten E-Mails auf, selbst wenn man sie vermeintlich gelöscht hat

Google speichert jede über Googles Werbenetzwerk ausgelieferte Online-Werbung, die man gesehen oder angeklickt hat. Jede App-Nutzung (welche App wurde wann gestartet) und jede besuchte Webseite.

Im Archiv findet sich jedes je gesuchte oder heruntergelade Foto, jeder Ort, den man je gesucht hat, jeder Artikel, den man gesucht oder gelesen hat und natürlich jede einzelne Suchanfrage.

Noch nicht genug gesehen? In diesem Artikel findest du die laaaaaange Liste der Informationen, die Google, Facebook, Instagram und Snapchat speichern.

Auch Apple verfolgt dich auf Schritt und Tritt: So schaltest du die versteckte Karte auf deinem iPhone aus

Video: watson/Lya Saxer

Personalisierte Werbung: Spion-Programme saugen unsere Daten

Video: srf

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74 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
Finöggeli
30.03.2018 17:39registriert June 2015
Ich habe einen Vorschlag: Bevor man das Internet benutzen darf, muss man ab sofort einen Grundkurs für solche Verständnissachen machen. Ernsthaft: Was ist jetzt an dem so neu? Jedem sollte klar sein, dass sämtliche Unternehmen alle Daten speichern, an die sie nur rankommen, um Werbung sowie Yield Management zu optimieren.
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pamayer
30.03.2018 17:29registriert January 2016
Bei der nächsten Bewerbung sende ich einfach nein Google Konto.
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Basswow
30.03.2018 17:23registriert March 2014
Sollte verboten sein!!
18257
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74

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