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Peugeot macht Schluss mit Verbrennern und setzt in Europa voll auf Elektroautos

Nach Audi, Ford, Volvo und Co. nennt auch Peugeot ein konkretes Ausstiegsziel aus dem Verbrenner. Stellantis, der Mutterkonzern von Peugeot und Opel, plant zudem eine Software- und Chip-Offensive und schmiedet Akku-Pläne mit Mercedes-Benz.
09.12.2021, 11:5309.12.2021, 12:02

Peugeot wird in Europa bis 2030 zur reinen Elektromarke. «Mit dem Übergang zu den neuen Plattformen, STLA Small, Medium, Large, werden bis 2030 in Europa alle unsere Modelle elektrisch sein», sagte Peugeot-Chefin Linda Jackson gegenüber «Automotive News Europe». Damit wird nach DS Automobiles (ab 2024), Alfa Romeo (2027) und Opel (2028) die nächste Auto-Marke im Stellantis-Konzern vollelektrisch.

Der elektrische Peugeot e-208 ...

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Peugeot e-208
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... und der grössere Peugeot e-2008

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Peugeot e-2008
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Jackson stellte aber auch klar, dass ausserhalb Europas nach 2030 weiterhin Verbrenner angeboten werden. Die neuen Stellantis-Plattformen (STLA Small, Medium, Large) sind zwar auf elektrische Antriebe ausgelegt, erlauben aber auch Verbrenner-Antriebe.

Derzeit hat Peugeot grösstenteils Plug-in-Hybride und Verbrenner im Angebot und mit dem e-208 und dem e-2008 nur zwei Elektroautos. Die nächste wichtige Markteinführung wird der elektrische 3008 sein.

Zuvor schon hatten GM, Ford, Audi, Volvo, Jaguar und mehrere andere Marken konkrete Ausstiegspläne aus dem Verbrennungsmotor präsentiert.

Autobauer kommen EU zuvor

Die EU will, dass Autobauer in Europa ab 2035 keine neuen Autos mit Verbrennungsmotor mehr verkaufen. Aufgrund neuer CO₂-Vorschriften macht es für die Hersteller wirtschaftlich schon jetzt immer weniger Sinn, Autos mit Benzin- und Dieselmotoren zu verkaufen. Sie können die strengeren gesetzlichen Vorgaben nur mit Elektroautos einhalten. Wenn sie ihre CO₂-Emissionen nicht reduzieren, drohen empfindliche Strafzahlungen. Auch aus diesem Grund priorisiert die Autoindustrie in der aktuellen Chipkrise die Produktion und den Verkauf von Elektroautos.

Software-Abos und eigene Chip-Produktion

Stellantis, der Mutterkonzern von Peugeot, Opel und einem Dutzend anderer Marken, plant eine Software-Grossoffensive. Bis Ende des Jahrzehnts will die aus der Fusion von Fiat Chrysler und dem französischen PSA-Konzern hervorgegangene Stellantis-Gruppe 20 Milliarden Euro jährlich durch Software-gestützte Produkte und Abonnements verdienen.

Kernstück seien drei Technologieplattformen, die ab 2024 auf den Markt gebracht werden sollten und die auf künstlicher Intelligenz basierten, teilte das Unternehmen diese Woche mit. Diese Plattformen könnten mit den Wettbewerbern mithalten, sagte Software-Chef Yves Bonnefort: «Das ist etwas, was Stellantis beim Thema Software und Elektronik in die Führungsgruppe bringt oder sogar zum Anführer macht.»

Zugleich zeigte sich Bonnefort offen für Kooperationen: «Wir wollen nicht alles alleine machen», sagte er. Stellantis hat derzeit strategische Partnerschaften mit Unternehmen wie BMW, dem iPhone-Hersteller Foxconn und der Alphabet-Tochter Waymo. Waymo gilt beim autonomen Fahren als eines der führenden Unternehmen. Gemeinsam mit Foxconn will Stellantis Elektronikchips entwickeln. Autobauer leiden seit Monaten unter der Chipkrise und gehen nun dazu über, mit Partnerfirmen eigene Chip-Produktionen aufzubauen.

Software und eigene Chips werden für Autobauer immer wichtigere Themen. Zum einen ist bei Elektroautos mehr Software nötig, um etwa die Batterieleistung zu steuern. Andererseits gelten Themen wie autonomes Fahren, Unterhaltung oder Navigation als Bereiche, die Zusatzeinkommen versprechen. Volkswagen schätzte zuletzt, dass bis 2030 in der Autobranche insgesamt Software-Erlöse von 1,2 Billionen Euro möglich sind, etwa ein Viertel des Mobilitätsmarktes.

Stellantis allein will bis 2030 34 Millionen vernetzte Autos auf der Strasse haben, derzeit sind es zwölf Millionen. Als führend im Software-Bereich wird Tesla angesehen, aber andere Firmen holen auf. Analysten sehen Stellantis derzeit noch deutlich hinter Konkurrenten wie Volkswagen oder General Motors.

Mercedes-Benz und Stellantis schmieden Pläne für neue Akku-Generation

Mercedes-Benz und Stellantis wollen mit dem US-Unternehmen Factorial Energy gemeinsam Feststoffbatterie-Technik für künftige E-Autos entwickeln. Mercedes werde sich am Kapital von Factorial mit einem «hohen zweistelligen Millionenbetrag in US-Dollar» beteiligen, teilte Mercedes-Benz diese Woche mit.

Auch Stellantis kündigte eine «strategische Investition» in das US-Unternehmen an, ohne die Summe zu nennen. «Initiativen wie diese werden eine schnellere Markteinführung und einen kostengünstigeren Übergang zur Feststoffbatterie-Technik ermöglichen», sagte Konzernchef Carlos Tavares.

Bei Feststoffbatterien wird die Ladung nicht mehr durch ein flüssiges Trägermaterial transportiert. Die Zellen können so leichter werden, was die Reichweite der Fahrzeuge erhöht. Zudem sind höhere Energiedichte und rascheres Aufladen denkbar.

Im Sommer hatte Mercedes-Benz mehr Ehrgeiz für den Aufbau der eigenen E-Flotte signalisiert. Das Mercedes-Benz-Geschäft soll grundsätzlich auf elektrisches Fahren ausgerichtet werden. In vier Jahren will das Unternehmen 50 Prozent seiner Neuverkäufe mit vollelektrischen oder Plug-in-Autos erzielen. Bis zum Ende des Jahrzehnts will man vollelektrisch werden, wo es «die Marktbedingungen zulassen». Damit ist primär Europa gemeint.

Stellantis war im Januar aus dem Zusammenschluss des französischen Peugeot-Herstellers PSA und Fiat Chrysler (FCA) entstanden. Die Konzern-Gruppe umfasst 14 Marken aus allen Segmenten: von Peugeot und Citroën in Frankreich über Fiat, Alfa Romeo und Maserati in Italien, Chrysler, Jeep und Dodge in den USA bis hin zu Opel in Deutschland.

(oli/awp/sda/dpa/reu)

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