Digital
Grossbritannien

Oobah Butler veräppelt nach Tripadvisor auch Medien

Wer ist wer? Oobah Butler, sein Bruder und ein norwegischer Schauspieler (v.l.).
Wer ist wer? Oobah Butler, sein Bruder und ein norwegischer Schauspieler (v.l.).bildmontage watson

Er tut es wieder: Fake-Restaurantbesitzer veräppelt Medien mit Doppelgänger

17.10.2018, 20:3618.10.2018, 07:19

Vor knapp einem Jahr machte die Geschichte von Oobah Butler Schlagzeilen. Der «Vice»-Reporter «erfand» ein exklusives Restaurant und liess seine Freunde Top-Bewertungen schreiben. Innert kürzester Zeit wurde es auf Tripadvisor als bestes Restaurant von London ausgezeichnet.

Nun hat er wieder zugeschlagen. Infolge der Berichterstattung über seinen Tripadvisor-Jux wurde er zu etlichen Interviews eingeladen, um über sein Fake-Restaurant zu sprechen. Mit der Zeit wurde es ihm allerdings zu langweilig und so schickte er an seiner Stelle Leute, die ihm ähnlich sahen.

In einem Fall schickte er etwa einen norwegischen Schauspieler zu einer Preisverleihung. Butler sollte dort einen Award für Journalismus erhalten. Sein Stellvertreter nahm den Preis an und gab sogar ein Interview, welches dann auf YouTube hochgeladen wurde. Bemerkt wurde nichts.

Hier das kurze Video

In einem anderen Fall schickte er einen Freiwilligen zu einem 10-minütigen BBC-Interview. Auch dort wurde der Schwindel nicht erkannt.

Sein Bruder gab ebenfalls an seiner Stelle Interviews. Er trat zum Beispiel bei einer Morgenshow in Australien auf. Als den Zuschauern jedoch Zweifel aufkamen und den Sender darauf hinwiesen, fragte dieser bei Butler nach. Dieser konnte den Sender aber davon überzeugen, dass es tatsächlich er sei. Das Interview ist immer noch online zu sehen.

Nachdem der Guardian ihn darauf ansprach, gab er offen seine Schwindeleien zu. Er sei von den ständigen Interviews gelangweilt gewesen und so schickte er halt eben Stellvertreter. Butler sagte dazu: «Es soll keine Medienkritik sein, ich fand es vielmehr interessant zu sehen, ob es tatsächlich machbar ist.»

Er sei überrascht gewesen, dass sein Double einfach so ins BBC-Hauptquartier spazieren konnte. Das Einzige was es dafür brauchte: «eine ähnliche Haarfarbe.»
(jaw)

So überzeugend kann ein manipuliertes Video aussehen

Video: srf
DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
2026 – und noch immer unterschätzen viele Schweizer Firmen die Cyber-Risiken
Hacker und andere Angriffe aus dem Internet gehören heute zu den zentralen Risiken für kleine und mittlere Unternehmen (KMU). Viele Chefs wiegen sich jedoch weiterhin in falscher Sicherheit.
Die Annahme vieler Firmen-Verantwortlicher, nicht betroffen zu sein, sei gefährlich: So der Befund einer am Montag publizierten Studie des VZ VermögensZentrums in Zusammenarbeit mit der Hochschule Luzern (HSLU). Denn die Folgen von Cyberrisiken reichten weit über die IT hinaus.
Zur Story