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Ausländische Webshops bitten Schweizer mit überhöhten Preisen zur Kasse. Bild: shutterstock

Mit diesem einfachen Trick kannst du günstiger auf ausländischen Webseiten einkaufen

Wer aus der Schweiz in einem deutschen Online-Shop einkauft, zahlt oft zu viel. Mit einem VPN kann man ungehindert günstiger in ausländischen Internetshops zuschlagen. Die dazu nötige Technik ist mit wenigen Klicks installiert.



Online-Shopping auf ausländischen Webseiten ist beliebt. Allein 2017 haben Schweizer 23 Prozent mehr aus dem Ausland bestellt als noch 2016. Das Problem: Merkt die Webseite oder App, dass ein Nutzer aus der Schweiz kommt, präsentiert sie oft höhere Preise. 

Obwohl man in seinem Browser die fiktive Adresse www.edelmarke.de eintippt, landet man hartnäckig auf der Internetseite edelmarke.ch. Die sieht zwar identisch aus, hat aber der Schweizer Kaufkraft angepasste höhere Preise. Die EU hat zwar diese konsumentenfeindlichen Praktiken kürzlich verboten, allerdings profitieren Schweizer von dieser Regelung nicht.

Dass immer mehr Schweizer Wege suchen, um diese Ländersperren zu umgehen, hat also mit dem Geschäftsgebaren einiger Firmen zu tun. Diese verhindern nach wie vor mit dem so genannten Geoblocking, dass ein Schweizer Konsument seine Waren günstiger im ausländischen Webshop einkauft.

Mit VPN günstiger einkaufen

Diese Schlechterbehandlung ausländischer Kunden ist möglich, weil bei jeder Verbindung zwischen Konsumenten-PC und Internetshop die IP-Adresse und somit der ungefähre Standort des Kunden übergeben wird.

Kunden mit bestimmten Adressen werden so umgeleitet oder gar geblockt. Konsumenten können sich aber auch selbst einfach gegen Geoblocking wehren und dieses umgehen. So kann man beispielsweise auf der Internetseite https://deu.windscribe.com/ kostenlos eine Erweiterungen für alle gängigen Browser herunterladen. Mit wenigen Mausklicks lässt sich dann einstellen, dass der eigene PC beim Surfen eine IP-Adresse aus Deutschland, Frankreich etc. erhält. Der Trick funktioniert auch in der Gegenrichtung. Ist man im Ausland und kann auf bestimmte «Nur-für-Schweizer»-Seiten nicht zugreifen, gaukelt Windscribe auch einen Schweizer Standort vor.

Eine Übersicht empfohlener VPN-Dienste folgt am Ende des Artikels.

Deutsche Webshops haben aber oft noch eine zusätzliche Hürde. Sie liefern keine Pakete in die Schweiz. Doch auch dieses Problem haben Dienstleister gelöst. Bei www.meineinkauf.ch oder www.grenzpaket.ch erhält man eine deutsche Postadresse. Die Pakete werden dort für einen Unkostenbeitrag verzollt und in die Schweiz weitergeschickt.

Gratis VPN oder VPN-Abo?

Es gibt unzählige VPN-Erweiterungen für den Browser. Wer ein VPN nur sporadisch im Browser für Online-Shopping nutzen möchte, kann hierfür eine kostenlose VPN-Erweiterungen installieren. Sie funktionieren lediglich zum Surfen einfach und zuverlässig.

Wer die VPN-Lösung aber im Alltag und auch mit videotauglichen Datenraten für Netflix und Co. nutzen will, kommt meist um ein Abo für 50 bis 100 Franken jährlich nicht herum. Bei der Wahl seines VPN-Dienstes sollte man beachten, wie viele Geräte gleichzeitig den Dienst nutzen dürfen, welche Länderstandorte angeboten werden und ob das Tempo den eigenen Bedürfnissen entspricht. Um Letzteres zu eruieren sollte man einen Anbieter mit «Geld-zurück-Garantie» testen.

Für die mobile Nutzung via Apps oder um den gesamten Internetverkehr eines PC zu sichern, braucht es einen «richtigen» VPN-Dienst in Form einer App. Dadurch lässt sich nicht nur der eigene Standort und teilweise die Identität verschleiern. Allfällige Lauscher im Netzwerk sehen auch bei allen anderen Internetdiensten, sei es Chatten, Videokonsum oder beim Download, nur den verschlüsselten Verkehr zwischen dem PC und dem Server.

Hauptgrund für ein VPN-Abo ist also nicht nur die Überwindung von Geoblocking für Online-Shopping oder Netflix, sondern mehr Sicherheit gegenüber kriminellen Lauschern im Netz oder die Vermeidung von Zensur und Überwachung. Empfehlenswert ist die VPN-Technik insbesondere für alle, die öffentliche WLAN nutzen. Denn ohne VPN kann der Anbieter des WLAN – und Hacker – jederzeit den kompletten Datenverkehr mitlesen.

Nur seriöse VPN-Anbieter wählen

VPN kann, so abstrus es auch klingt, selbst zu einem Sicherheitsrisiko werden. Denn der VPN-Anbieter erhält mit seinen Browser-Erweiterungen und Apps umfassenden Zugriff auf Handy und PC. Meist wird der komplette Verkehr via VPN umgeleitet, der Anbieter weiss also, wann man welche Webseiten besucht hat. Bei der Wahl des VPN-Anbieters sollte man sich entsprechend auch um dessen Erfahrung und Ruf kümmern.

Vergleiche der wichtigsten VPN-Anbieter finden sich bei:

So funktioniert ein VPN

Virtual private network, oder kurz VPN, ist ein sperriger Begriff. Die Idee dahinter ist einfach. Die Daten nutzen eine sichere Privatstrasse, statt sich durch den öffentlichen und teils gefährlichen Dschungel des Internets zu kämpfen. In der Geschäftswelt sind VPN für die mobilen Mitarbeiter üblich. Denn wenn ein Mitarbeiter im Ausland auf vertrauliche Kalkulationen des Firmenhauptsitzes zugreift, sollen Konkurrenten oder staatliche Überwacher nicht mitlesen. Mit VPN wird deshalb jedes Datenpäckchen auf dem PC verschlüsselt, bevor es ins Internet gelangt. Fremde können dann diese Datenpakete zwar weiterhin abgreifen, aber mit ihrem Inhalt nichts anfangen.

Mit einem VPN wird jedes Datenpaket auf dem eigenen Rechner oder Handy verschlüsselt und zu einem VPN-Server im In- oder Ausland geschickt. Der Server entschlüsselt das Paket und fordert beispielsweise eine Webseite an. Die erhaltene Webseite wird dann wieder vom VPN-Server verschlüsselt und gelangt dann letztlich sicher zum eigenen Rechner. Auch der Shopbetreiber weiss nicht, dass ein Schweizer einkauft, weil er nur die Adresse des VPN-Servers sieht.

(oli/sda)

So manipulieren Karten unser Kaufverhalten

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41Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • bärn 17.12.2018 12:37
    Highlight Highlight meiner nach bester anbieter: www.hma.com (hyde my ass ;-) )
    apps erhältlich, zusätzlich manuell konfigurierbar.. habe seit Jahren ein dauerabo, schau(t)e SCTV eishockey am strand, kaufe überall auf der welt ein.... mein a*** wird super versteckt...
  • Xonco 17.12.2018 10:32
    Highlight Highlight Was erwarten all die, Watson böse, Sklaventreiber etc. kommentierenden eigentlich?

    Das Watson einen Artikel gegen Amazon schreibt und die Welt ist plötzlich gerecht? Das nächste mal wenn ihr was kaufen wollt das ihr sonst nirgendwo findet geht ihr wieder auf Amazon.

    Selbstgerechte Heuchler...

  • Jack Baur 16.12.2018 19:17
    Highlight Highlight Hände weg von meineinkauf.de! Komplett undurchsichtige Preisgestaltung. Da kommen willkürlich irgendwelche Gebühren dazu ohne Nachweis weshalb.
    • The fine Laird 17.12.2018 17:02
      Highlight Highlight Habe noch nie schlechte Erfahrungen gemacht. Und hab schon einiges via der Seite gemacht. Die Preise waren für mich immer, wie aus der Website ersichtlich, richtig.
  • Schlange12 16.12.2018 19:09
    Highlight Highlight Warum so kompliziert? Vergleichsportale im Ausland verwenden und die Produkte über deren Link aufrufen. Kaufen und man hat den richtigen Preis oder im Savemode browsen.
  • Genti 16.12.2018 15:43
    Highlight Highlight Oder einfach mit Opera surfen. Der hat alles bereits dabei.
  • Pointer 16.12.2018 15:33
    Highlight Highlight Eigentlich müssten die Produkte in der Schweiz weniger kosten, da bei uns die MwSt. viel tiefer ist.
    • Schlange12 16.12.2018 19:06
      Highlight Highlight Ja. 11% Diverenz. Transportkosten und höhere Personalkosten einberechben. Dazu haben grosse Verkäufer besser Kondizionen. Aber es dürfte sicher nicht mehr als im Ausland mit deren Mehrwerstwuer kosten.
  • So en Ueli 16.12.2018 15:02
    Highlight Highlight Wenn Geiz zu geil wird, dann schadet dies nur dem eigenen Land. Daher lieber in der CH einkaufen und ein wenig mehr bezahlen, dafür ein CH Gewerbe unterstützt.
    • Willikopter 16.12.2018 23:31
      Highlight Highlight Schon, aber meinen Megatron Vibromaster Hardpenetrator 3000 gibts nun mal nur im Ausland.
  • kliby 16.12.2018 14:35
    Highlight Highlight Jaja, und die Lieferung aus dem Ausland kommt dann ganz umweltfreundlich. Dazu brauchts nicht mal einen Trick.
  • Ass 16.12.2018 14:27
    Highlight Highlight Im Ausland einkaufen und dann weinen das es in der Schweiz zu teuer ist! Nur weiter so, dann wirds noch teurer. Aber dies ist ja kein Problem man hat ja Geld gespart..... im Ausland!!
  • Ökonometriker 16.12.2018 14:27
    Highlight Highlight Nunja ich miete mir für 3€ monatlich einen virtuellen Server in Deutschland, der neben dem VPN auch noch sämtliche anderen Serverfunktionen übernimmt.
    • Eskimo 16.12.2018 15:15
      Highlight Highlight Gratuliere...
    • derlange 16.12.2018 15:57
      Highlight Highlight Schön, und was wollen Sie uns damit sagen? Hoffe Ihre Tätigkeit wird nicht nach Deutschland verlagert, ist dann vlt. Nur noch 1500€ netto/Monat....
    • Ökonometriker 16.12.2018 17:02
      Highlight Highlight @derlange: ich will damit sagen, dass man nicht einem VPN-Anbieter 50 Franken oder mehr in den Rachen werfen muss, sondern dass es auch ohne geht.
      Ich persönlich brauche das VPN nicht, um in Deutschland einzukaufen - sondern um die Zensur in gewissen Ländern die ich bereise zu umgehen.

      Doch das Argument, dass die hohen Löhne in der Schweiz dank der stärkeren Kaufkraftabschöpfung (durch zu meist ausländische Firmen die nicht einmal in der Schweiz produzieren, wohlgemerkt) zu Stande kommen, entbehrt jeglicher ökonomischer Grundlage und ist einfach nur falsch.
  • Thomas Bollinger (1) 16.12.2018 13:44
    Highlight Highlight Bei Meineinkauf muss man eine komplette neue Adresse inkl. E-Mail einrichten - das ist mir echt zu mühsam zu in der Praxis. Ausserdem sind die Preise nicht das Problem, sondern die Zölle ab CHF 55 (inkl. Porto). Wenn die, die in der EU physisch einkaufen, auch ab 55 Stutz Zoll zahlen müssten, wäre es gerecht.
    • Hoppla! 16.12.2018 14:04
      Highlight Highlight Der Zoll und MWST wäre mir noch egal, das sind meist Peanuts. Dass die Transporteure dann aber einfach 30 CHF und mehr Bearbeitungsgebühr addieren ist unerhört.
    • derlange 16.12.2018 15:55
      Highlight Highlight Bearbeitungsgebühr ist normalerweise für die Zollabfertigung... den Zoll brauchen wir, sonst wären wir quasi in der EU. Die gegenwärtigen Probleme in der EU kennen wir.
      Also, in der Schweiz Einkaufen ist die beste Entscheidung.
  • PhilippS 16.12.2018 13:29
    Highlight Highlight Nur so nebenbei: Dieselben Tools werden dereinst auch den Online-Gamern die Türe zum ausländischen Anbieter weiter offen halten.
  • Barracuda 16.12.2018 13:19
    Highlight Highlight Bravo, watson. Geiz ist geil. Habt ihr noch mehr Tipps auf Lager, wie man Billiganbieter und Sklaventreiber im Ausland unterstützen kann. Die Schweizer Wirtschaft und die Arbeitnehmer werden es euch danken. Würde mich nicht wundern, wenn nächste Woche ein Artikel kommt, wo ihr dann die Empörten mimt, weil bei vielen Arbeitgebern nicht mal die Teuerung ausgeglichen wird.
    • Gustav.s 16.12.2018 13:36
      Highlight Highlight Ob im Schweizer oder Eu Onlineshop derselben Firma bestellt, die Ware kommt meist vom selben Ort.
      Wenn man also sowieso da bestellt, dann eher zum billigeren Preis, so bekommen die Besitzer unter dem Strich weniger.
      Natürlich wären CHProdukte, nicht online bei schweizer Detailhändlern gekauft besser. Dies ist wohl jedem klar aber gerade nicht das Thema.
    • Kafitschanki 16.12.2018 14:22
      Highlight Highlight Denkst Du wirklich, wenn Du für etwas mehr bezahlst, dass es dann fair gehandelt wurde?
    • bytheway 16.12.2018 15:49
      Highlight Highlight Die Schweizer Wirtschaft profitiert längst von günstigeren Konditionen im Ausland. Jobs wetden z. B. nach Polen (Callcenters) oder Indien (IT) ausgelagert. Und immer mehr Verkauspersonal im Detailhandel spricht lupenreines Hochdeutsch.
    Weitere Antworten anzeigen
  • SchweizAbschaffen 16.12.2018 13:10
    Highlight Highlight "Die EU hat zwar diese konsumentenfeindlichen Praktiken kürzlich verboten, allerdings profitieren Schweizer von dieser Regelung nicht."

    Man kann Geld verdienen mit ehrlicher Arbeit, ... oder dank dem Umstand, dass wir nicht Mitglied der EU sind.
  • Roxy_red 16.12.2018 13:04
    Highlight Highlight Geiz ist immer noch geil?!
    • G. Schmidt 16.12.2018 17:26
      Highlight Highlight @Roxy_red
      Im Artikel geht es darum beim selben Anbieter mehr bezahlen aufgrund der Preisdiskriminierung...

      Da kann man eher von gesundem Menschenverstand anstatt Geiz sprechen
  • Spako 16.12.2018 12:54
    Highlight Highlight Nur weiter so, eure Kinder können bei Zalando & Co. eine Lehrstelle suchen....
    • PhilippS 16.12.2018 13:27
      Highlight Highlight Nur weil beim Webshop .ch steht, ist’s noch lange kein CH-Anbieter. Genau das beschreibt ja der Artikel. Ausländische Anbieter passen die Preise an, nur weil du aus der Schweiz kommst, der Versand erfolgt aber trotzdem via Zoll.

      Dein Feedback zielt darauf ab, bei wirklichen CH-Anbietern zu kaufen. Nur ist das für Laien meist nur schwer erkennbar.
    • Spako 16.12.2018 13:33
      Highlight Highlight Online bleibt online...., schwierig zu verstehen, gäll :-D
    • Hoppla! 16.12.2018 15:46
      Highlight Highlight Ja, man darf sich natürlich auch die guten, alten Zeiten zurückwünschen. Damit kann man sogar einen Präsidentschaftswahlkampf gewinnen.
  • derlange 16.12.2018 12:49
    Highlight Highlight Bitte liebe Schweizer und liebe Schweizerinnen, kauft in lokalen Schweizer Geschäften!
    • Gonc96 16.12.2018 13:56
      Highlight Highlight nein danke das sagen auch nur die die genug verdiennen ;)
    • E-Smoking 16.12.2018 15:14
      Highlight Highlight Danke - das war mein erster Gedanke. Immer billig, billig, billig dazu im Ausland bestellen und hier jammern.

      Oder jährlich wieder aktuell die Nordmanntannen Importe, z.B. von Jumbo, importiert aus Dänemark und angeboten zu weniger als dem halben Preis eines Schweizer Baums trotz 1000den Km fahrt sollte den Christbaumansingern auch bisschen zu denken geben.
    • Hoppla! 16.12.2018 15:52
      Highlight Highlight Was vielleicht daran liegt, dass Dänemark der mit Abstand grösste Produzent ist (siehe z.B. http://www.greenteam-group.com/). Da ist der Baum dann aufgrund der Skalenerträge billiger, nicht aufgrund minderwertiger Qualität. Aus meiner Sicht falsch verstandener Regionalismus (und die Wurzel von so manchem Problem).

      Aber eigentlich geht im Artikel es auch gar nicht darum.
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