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Eine Aerztin wartet auf einen Patienten, im Coronavirus Testzentrum in Mendrisio, am Dienstag, 28. April 2020. Das Testzentrum in Mendrisio ist eines von vier Testzentren zur Entlastung der Arztpraxen und Spitaeler im Tessin. (KEYSTONE/Ti-Press/Alessandro Crinari)

Der Bund will flächendeckendes Contact Tracing: Das erfordert viele Covid-19-Tests. Und zur Seuchenbekämpfung beitragen soll die freiwillige Corona-Warn-App. Bild: TI-PRESS

Analyse

Die Schweizer Corona-Warn-App kommt – das sind die wichtigsten Fakten

Der Bundesrat hat wichtige Details verraten zum geplanten digitalen Contact Tracing. Noch bleiben viele Fragen offen. Derweil stösst das DP-3T-Protokoll auch im hohen Norden auf Interesse.



Die Schweizer Corona-Warn-App kommt, wie der Bundesrat am Mittwoch informierte. Sie ist als Ergänzung zur herkömmlichen personenbezogenen Kontaktverfolgung geplant. Die Anwendung stammt vom Software-Konsortium DP-3T. Dieser Beitrag gibt Antworten auf die wichtigsten Fragen.

Das Wichtigste in Kürze:

Was ist eine Proximity-Tracing-App?

Das ist eine andere Bezeichnung für Contact-Tracing-App, in den Medien ist auch von Corona-Warn-App die Rede.

Die Entwickler der «Schweizer Lösung» DP-3T, um die es in diesem Beitrag geht, verwenden die Bezeichnung Proximity-Tracing-App. So ist auch eine Abgrenzung zum herkömmlichen Contact Tracing (durch Menschen) möglich.

«Proximity Tracing» bezieht sich auf die Funktionsweise: Durch das Erfassen von Bluetooth-Signalen wird die Annäherung von zwei Mobilgeräten (Usern) bestimmt.

Was hat der Bund vor?

Der Bundesrat hat diese Woche über das Vorgehen beim Contact Tracing informiert. Bundesratssprecher André Simonazzi fasste am vergangenen Mittwoch via Twitter die wichtigsten Massnahmen zusammen, die sich auch auf die digitale Kontaktverfolgung per Smartphone beziehen. Es sind allerdings noch einige Fragen zu den Abläufen ungeklärt.

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Der Bund habe ein Konzept erarbeitet, um die Epidemie langfristig einzudämmen, schreibt Simonazzi. Dazu gehörten mehr Tests und Contact Tracing, sowohl auf herkömmliche Weise, per Telefon und durch Gespräche, aber auch über eine Proximity-Tracing-App, die erst lanciert werden soll.

Hier erfährst du alles übers Testen und herkömmliche Contact Tracing:

«Alle Personen mit Symptomen sollen sich testen lassen können und nicht nur, wie bisher, die besonders gefährdeten oder hospitalisierten Personen», twitterte der Bundesratssprecher am Mittwochnachmittag.

Aber: Es müssen sich in Zukunft auch Personen schnell testen lassen können, die über die Proximity-Tracing-App auf eine mögliche Infektion hingewiesen werden. Denn sonst bliebe das Problem der unbemerkten Infektionen. Bekanntlich sind Infizierte schon ansteckend, wenn sie noch keine Krankheitssymptome aufweisen. Und genau da ist digitales Contact Tracing dem herkömmlichen Vorgehen überlegen, weil Betroffene frühzeitig gewarnt werden und sich umgehend in Selbstquarantäne begeben können bis zum Test.

«Es ist dringend und wichtig, der Gesellschaft die Proximity-Tracing-App so bald als möglich zur Verfügung zu stellen, um die schrittweise Lockerung des Lockdowns zu unterstützen.»

Bundesrat quelle: parlament.ch

Wann kommt die Schweizer Corona-Warn-App?

Die Roadmap der Entwickler sieht vor, dass die App bis am 11. Mai fertig gestellt ist. Dies hat das Bundesamt für Gesundheit in einer Mitteilung bestätigt. Am gleichen Tag sollen bekanntlich in der Schweiz die «Lockdown»-Massnahmen massiv gelockert werden und Restaurants öffnen.

Ab dem 11. Mai soll zudem in allen Kantonen die flächendeckende Rückverfolgung von Neuinfektionen wieder aufgenommen werden, wie der Bundesrat mitgeteilt hat.

Dass die App bereits am 11. Mai in den App Stores von Apple und Google verfügbar sein soll, ist nun offiziell bestätigt. Der Bund muss aber noch Vorarbeit leisten. Vor der Lancierung gilt es für die Gesundheitsbehörden eine Server-Infrastruktur einzurichten. Damit müssen positive Covid-19-Testresultate überprüft werden können (Authentifizierung).

Zudem wird befürchtet, dass politische Diskussionen die geplante Inbetriebnahme der Smartphone-App per Mitte Mai 2020 verzögern könnten (siehe nächster Punkt).

Update: Marcel Salathé hat bestätigt, dass Schweizer Smartphone-User die App am 11. Mai herunterladen können. «Die Idee war, dass man das am 11. Mai kann», sagte der Epidemiologe an der Medienkonferenz am Freitag.

Bis dahin gelte es bei der Anwendung auch noch die Programmierschnittstellen (API) von Apple und Google zu integrieren. Und da müsse man derzeit noch etwas auf Apple und Google warten, was eher ungewöhnlich sei. «Wir waren da etwas schneller», sagte Salathé mit einem Schmunzeln.

In der zweiten Hälfte des Monats Mai soll dann «die finale Version» der Schweizer Corona-Warn-App bereit sein.

Was ist die Rechtsgrundlage für die App?

Der geplante Einsatz einer Corona-Warn-App wirft sowohl rechtliche als auch ethische Fragen auf.

Schweizer Rechtsexperten sind sich uneins, ob das Eidgenössische Epidemiengesetz (EpG) eine ausreichende Rechtsgrundlage ist für das digitale Contact Tracing. Der Bundesrat vertritt diesbezüglich eine klare Haltung (siehe Update).

Die Juristen Kerstin Noëlle Vokinger und Urs Gasser schreiben in einem NZZ-Gastkommentar, es bedürfe einer konkreten gesetzlichen Grundlage, wenn der Staat eine aktive Rolle beim digitalen Contact-Tracing spielen wolle:

«Aufgrund der ausserordentlichen Lage hat der Bundesrat kraft Bundesverfassung und Epidemiengesetz weitreichende Kompetenzen. Die konkreten Massnahmen müssen jedoch in einer befristeten Verordnung geregelt werden.»

quelle: nzz.ch

Die Nationale Ethikkommission (NEK) hatte am 6. April 2020 eine Stellungnahme zu rechtlichen und ethischen Fragen bezüglich des digitalen Contact Tracings «als Instrument der Pandemiebekämpfung» veröffentlicht. Darin geht es unter anderem auch um die Freiwilligkeit (siehe unten).

Mitglieder des Eidgenössischen Parlaments wollen sich in die Diskussion um die geplante Schweizer Corona-Warn-App einbringen. Das Thema wird an der ausserordentlichen Session vom 4. bis 7. Mai in Bern behandelt.

Die Staatspolitische Kommission des Nationalrats (SPK-NR) hat eine entsprechende Motion eingereicht. Titel: «Gesetzliche Grundlagen zur Einführung der Corona-Warn-App».

Update: Der Bundesrat sieht die gesetzliche Grundlage als gegeben durch das Epidemiengesetz. Eine Notverordnung sei weder notwendig noch vorgesehen. Weiter hält die Landesregierung in einer Antwort auf die Motion fest:

«Da es sich bei der Proximity-Tracing-App um ein freiwilliges digitales Hilfsmittel für im Epidemiengesetz abgestützte Massnahmen der Krankheitsbekämpfung handelt (...), bestehen die erforderlichen gesetzlichen Grundlagen für die Bearbeitung von Gesundheitsdaten bereits. Der Bundesrat kann vor diesem Hintergrund und in Übereinstimmung mit den Anliegen der Motion im Rahmen seiner epidemienrechtlichen Befugnisse tätig werden.»

Aus der Antwort des Bundesrates quelle: parlament.ch

Wann wird der Bund die Bevölkerung über die App informieren?

Das ist noch nicht bekannt.

Der Bundesrat wird sich erst am 8. Mai mit der Kommunikationsstrategie befassen, dies geht aus der Antwort auf eine Motion zur Proximity-Tracing-App hervor. Darin heisst es:

«Detaillierte Informationen zur Schweizer Proximity-Tracing-App, die für deren Einsatz notwendigen Anpassungen der rechtlichen Grundlagen sowie Überlegungen zu allfälligen flankierenden Massnahmen (z.B. im Bereich Kommunikation) werden dem Bundesrat am 8. Mai 2020 unterbreitet werden.»

Auszug aus der Antwort des Bundesrates quelle: parlament.ch

Wie wird die App in die Contact-Tracing-Strategie integriert?

«Das muss noch definiert werden», sagte Daniel Koch vom Bundesamt für Gesundheit (BAG) an der Medienkonferenz am 1. Mai. Dies müsse der Bund insbesondere mit den kantonsärztlichen Diensten anschauen.

Wer entwickelt die Schweizer App?

Das unabhängige Software-Konsortium DP-3T.

Das Kürzel steht für «Decentralized Privacy-Preserving Proximity Tracing». Wissenschaftler und IT-Experten verfolgen bei dem Projekt einen dezentralen Ansatz, das heisst, die sensitiven Daten bleiben auf den Smartphones der User.

Offiziell gestartet ist DP-3T am 4. April 2020.

Federführend sind die Eidgenössisch-Technischen Hochschulen Lausanne (EPFL) und Zürich (ETHZ). Beteiligt sind auch Forschungseinrichtungen im Ausland. Es liefen bereits Tests und Experimente mit Angehörigen der Schweizer Armee.

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«Real-Life-Test» in der Kaserne: 100 Soldaten verwenden die Beta-Version 24 Stunden lang in alltäglichen Situationen. Zwecks Gegenkontrolle («Ground Truth») tauschen sie zusätzlich Visitenkarten bei jeder Begegnung aus, mit dem Vermerk von Datum und Uhrzeit. bild: twitter / Mathias Payer

Das epidemiologische Konzept ist unter Leitung des Schweizer Epidemiologen Marcel Salathé erarbeitet worden. Er ist Vorsitzender einer Expertengruppe der Swiss National COVID-19 Science Task Force – das Gremium berät den Bund in allen wichtigen Belangen zur Seuchenbekämpfung.

Bei der technischen Umsetzung der Proximity-Messungen über Bluetooth hat der Westschweizer IT-Manager Edouard Bugnion eine besondere Rolle gespielt: Der VMWare-Mitgründer kontaktierte schon am 21. März Apple, um eine Lösung für ein entscheidendes Usability-Problem anzuregen, wie CNBC in einem spannenden Hintergrundbericht schreibt.

Im folgenden Video geht es um die Praxistests mit 100 Soldaten:

Die App-Versionen für iPhones und für Android-Smartphones werden von der Schweizer IT-Firma Ubique entwickelt. Das Zürcher Unternehmen hat auch schon massgeblich die SBB-App und die Alert-Swiss-App mitentwickelt.

Die wichtigsten Dokumente zur Funktionsweise, Datenschutz und weitere theoretische Ausführungen etc. sind über die Programmier-Plattform github.com verfügbar.

Welche Länder setzen auf die dezentrale «Schweizer Lösung»?

Gemeinst ist damit ein dezentralisiertes Contact-Tracing-System, das auf einer Proximity-Tracing-App aufbaut, wie sie das Schweizer Konsortium DP-3T entwickelt.

Die neusten Zugänge auf der Liste sind Lettland, Finnland und Irland, mit Ankündigungen in dieser Woche.

Grossbritannien hat sich für den von über 500 Wissenschaftlern kritisierten zentralen Datenbank-Ansatz entschieden. In Frankreich sieht es ebenfalls danach aus. Allerdings gibt es Widerstand gegen das vom staatlichen Forschungsinstitut Inria entwickelte zentrale Protokoll «ROBERT». Der endgültige Entscheid ist diese Woche aufgeschoben worden. Die Franzosen wollen wie die Schweiz am 11. Mai die Läden wieder öffnen und Ausgangsbeschränkungen aufheben.

Welche Rolle spielen Apple und Google?

Apple und Google unterstützen die «Schweizer Lösung» beim Contact Tracing. Apple-CEO Tim Cook und Alphabet-Boss Sundar Pichai haben eine historisch einmalige Kooperation vereinbart, um den sicheren Datenaustausch zwischen Android-Smartphones und iPhones zu gewährleisten. Dafür stellen sie Programmierschnittstellen (APIs) zur Verfügung. Die offizielle Bezeichnung der APIs ist «Exposure Notification».

Die beiden führenden Techkonzerne haben sich bei der dezentralen Software-Architektur von DP-3T inspirieren lassen. Der Googler Dave Burke, Vice President Android Engineering, sagte an einer Videokonferenz:

«Wenn wir etwas bauen, müssen wir eine Architektur wählen, die funktioniert. Und sie muss global funktionieren, für alle Länder der Welt. (...) Als wir die Analyse durchführten und uns verschiedene Ansätze ansahen, haben wir uns sehr stark von der DP-3T-Gruppe und ihrem Ansatz inspirieren lassen – und das ist es, was wir als Lösung gewählt haben.»

Am 30. April hat Apple eine Beta-Version von iOS 13.5 veröffentlicht mit der oben erwähnten Programmierschnittstelle (API) fürs Contact-Tracing bei iPhones. Google hat ausserdem ausgewählten Entwicklern Zugriff auf die gleiche Funktionalität per Google Play Service Beta ermöglicht.

Apple und Google wollen am Freitag, 1. Mai, Beispielcode veröffentlichen, der Entwicklern zeigen soll, wie sie mit dem System Anwendungen erstellen können. Zugang haben nur speziell autorisierte Corona-Warn-App-Entwickler.

Die Schweizer Corona-Warn-App ist mit der Apple-Google-API kompatibel und soll damit effizienter laufen, sie funktioniert aber laut App-Entwickler Mathias Wellig auch ohne.

«Wir verfolgen hier zwei technische Ansätze parallel, damit wir iOS auch im Hintergrund unterstützen können. Wo möglich verwenden wir BLE-Advertisements, damit aber iOS auch im Hintergrund funktioniert, wechseln wir hier auf einen Connection-Based Ansatz.»

Mathias Wellig, Ubique AG

In den kommenden Monaten soll das Contact Tracing direkt in die Betriebssysteme iOS und Android integriert werden, damit es auf möglichst vielen Geräten verfügbar ist und um es noch effizienter zu machen (Stromverbrauch). Dann wird es die nationalen Apps noch brauchen, um die Verifizierung von Covid-19-Fällen (über einen staatlichen Server) und die Alarmierung von potenziell Betroffenen sicherzustellen.

Wird die App ein Erfolg?

«Eine erfolgreiche Einführung von Contact Tracing und der Integration von DP3T erfordert sowohl ein starkes Bewusstsein in der Schweizer Bevölkerung als auch eine hohe Akzeptanz und Nutzung der App.»

COVID-19 Science Task Force quelle: ncs-tf.ch

Sicher falsch ist die oft gehörte Behauptung, dass die App nur etwas bringe, wenn sie von 60 Prozent der Bevölkerung respektive der Smartphone-Nutzer installiert wird.

Die Verfasser einer viel zitierten Oxford-Studie schreiben:

«Unsere Simulationen deuten darauf hin, dass die Zahl der Coronavirus-Fälle und Todesfälle selbst bei niedrigen [App-Nutzungs-] Zahlen zurückgeht. Wir schätzen, dass wir etwa eine Infektion pro ein oder zwei Anwender der App verhindern.»

Auch eine nur «mässige» Akzeptanz der Contact-Tracing-App könne noch dazu führen, dass sich die Notwendigkeit eines zweiten Lockdowns verzögere.

Wird die Schweizer App im Ausland funktionieren?

Das ist grundsätzlich möglich, wie DP-3T-Verantwortliche versichern. Zumindest in europäischen Ländern, die ebenfalls ein auf dem DP-3T-Protokoll basierendes Contact-Tracing-System lancieren. Allerdings sind noch viele Fragen ungeklärt.

Wie geht es mit PEPP-PT weiter?

Die mit der Medienarbeit beauftragte Presse-Agentur hat watson folgende Stellungnahme zukommen lassen:

«PEPP-PT hat in den vergangenen Wochen in einem riesigen Kraftakt eine europäische Software-Architektur für länderspezifische Corona-Contact-Tracing-Apps entwickelt. Wir stellen unsere Erkenntnisse, Testergebnisse und technischen Komponenten weiterhin allen zur Verfügung. Es war und bleibt unser Kernanliegen, die Corona-Pandemie mithilfe von privatsphärewahrenden und interoperablen Anwendungen effektiver in den Griff zu bekommen, damit wir alle möglichst schnell in ein halbwegs normales Leben zurückkehren können. Daran werden wir weiter arbeiten.»

Ist die Benutzung der Schweizer Corona-Warn-App freiwillig?

Ja.

Die Freiwilligkeit ist immer wiederholt von den Verantwortlichen beim DP-3T-Konsortium betont worden. Und am Mittwoch hat dies auch der Bundesrat offiziell bestätigt.

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screenshot: twitter

Offen ist, ob und wie der Bundesrat die rechtlichen Rahmenbedingungen regelt. So müsste unter anderem verhindert werden, dass zum Beispiel einzelne Unternehmen ihre Mitarbeiter oder Kunden zwingen, die App zu benutzen.

Die Nationale Ethikkommission (NEK) hat in einer Stellungnahme Anfang April gefordert, dass die staatliche Corona-Warn-App auf Freiwilligkeit basieren müsse:

«Weil Contact Tracing wichtige Rechtsgüter und Interessen des Individuums tangiert und die Gefahr besteht, dass eine staatliche Teilnahmepflicht die Solidarität und Kooperationsbereitschaft der Bevölkerung bei der Pandemiebekämpfung beeinträchtigen würde, muss es auf Freiwilligkeit beruhen. Bei der Nutzung einer Tracing-App müssen die Individuen umfassend informiert werden und ohne äusseren Druck zustimmen können.»

Die NEK-Haltung zur Freiwilligkeit wird von verschiedenen Rechtsexperten kritisiert. Es müsse auch eine Nutzungspflicht diskutiert werden, fordern die Juristen Lukas Abegg und Raffael Knecht in einem vielbeachteten Blog-Beitrag.

In ihrem NZZ-Gastbeitrag gehen die Juristen Kerstin Noëlle Vokinger und Urs Gasser auf ein weiteres Szenario ein: Sollte trotz staatlicher Empfehlung der Erfolg einer Contact-Tracing-App ausbleiben, bestehe die Verlockung, die Bürger zur Nutzung zu verpflichten, um einen weiteren wirtschaftsschädigenden Lockdown zu vermeiden. Nach ihrer vorläufigen Einschätzung wäre ein solches Vorgehen rechtswidrig.

EPFL staff member wearing protective face mask preparing smart phones for a test of a app using Decentralized Privacy-Preserving Proximity Tracing (DP-3T) at the Swiss Federal Institute of Technology (EPFL) during the state of emergency of the coronavirus disease (COVID-19) outbreak, in Lausanne, Switzerland, Friday, April 24, 2020. Secure contact tracing could be a powerful tool to fight the spread of COVID-19. A unique, decentralized system developed as part of an international consortium, including EPFL and ETH Zurich, will soon be launched with the support of the Swiss Federal Office of Public Health. DP-3T proposes a secure, decentralized, privacy-preserving proximity tracing system based on the Bluetooth Low Energy standard. Its goal is to simplify and accelerate the process of identifying people who have been in contact with someone infected with the SARS-CoV-2 virus. (KEYSTONE/Laurent Gillieron)

Jemand vom Forscherteam DP-3T bereitet Smartphones für ein Experiment vor. Bild: KEYSTONE

Wie läuft die Verifizierung von Covid-19-Fällen ab?

Die Schweizer Corona-Warn-App sieht die Verifizierung von Covid-19-Erkrankungen vor, um Fehlalarme, ob in krimineller Absicht oder aus Versehen, zu verhindern.

Zum Beispiel könnten App-User, die nachweislich infiziert sind, in der App einen Bestätigungs-Code eingeben. Und dessen Authentizität würde über eine Server-Abfrage geprüft, bevor die «Kontakte» alarmiert werden können.

«Ein wichtiger Bestandteil jedes Proximity-Tracing-Systems ist eine einfache, benutzerfreundliche Möglichkeit zur Authentifizierung von Testergebnissen, auch in Low-Tech-Kontexten mit weniger versierten Benutzern oder schwachen [Internet-]Verbindungen.»

Michael Veale, DP-3T quelle: twitter

Am Donnerstag hat DP-3T eine Analyse zur sicheren Authentifizierung von Testresultaten veröffentlicht und skizziert drei mögliche Vorgehensweisen. Über die Umsetzung müssen die staatlichen Gesundheitsbehörden entscheiden, die dann ja auch die nötige Infrastruktur (Server) betreiben.

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screenshot: github.com/DP-3T

Hier ist anzumerken, dass Covid-19 eine meldepflichtige Krankheit ist. Wenn jemand positiv getestet wurde, müssen die zuständigen Stellen dies dem Bund melden. Eine Identifizierung über die App ist aber nicht möglich.

Wie läuft das mit der Alarmierung per App?

Über den verschlüsselten Datenaustausch zwischen Smartphones werden Bluetooth-«Kontakte» registriert und ausschliesslich auf den Mobilgeräten gespeichert. Dies entspricht dem dezentralen Proximity-Tracing von DP-3T, das in verschiedenen Ländern angestrebt wird.

Es wird nicht erfasst, wer sich wo mit wem getroffen hat: Die App erfasst keine Standortdaten oder Informationen zur Identität, sondern nur, ob sich andere Smartphones (Apps) längere Zeit (mehrere Minuten) und in einem Abstand unter 2 Metern bei einer positiv getesteten Person befinden.

Nach medizinischer Bestätigung einer Infektion eines App-User (durch einen Covid-19-Test) erfolgt ein Verifizierungs-Prozess, um Fehlalarme zu verhindern (siehe oben).

Nun geht es ans digitale Contact Tracing, denn es sollen nachträglich alle App-User anonym gewarnt werden, die mit der positiv getesteten Person (Handy) in engerem Kontakt waren.

Mit einer Benachrichtigung per App werden Betroffene aufgefordert, die angezeigte «Infoline Coronavirus» anzurufen, um mit Fachleuten die weiteren Schritte abzuklären.

Hier wird die Funktionsweise in einem Comic erklärt:

Kann man die App bereits ausprobieren?

Update 2. Mai 2020: Ja. DP-3T hat nun «Vorschau-Apps» veröffentlicht für Android-Geräte und iPhones (iOS). Diese Test-Versionen sind nicht in den App-Stores verfügbar. Wer sie ausprobieren möchte, muss sie zuerst kompilieren.

Damit zur älteren Einschätzung:

Bei der bislang verfügbaren App für Android-Smartphones und iPhones handelt es sich um eine Demo-App der Entwicklerfirma Ubique. Es ist quasi ein Vorläufer der geplanten offiziellen Schweizer Corona-Warn-App.

Wie watson aus absolut verlässlicher Quelle weiss, wird der Bund eine neue App lancieren. Benutzeroberfläche und Funktionsweise erinnern jedoch an die Next-Step-App, die das Zürcher IT-Unternehmen Ubique entwickelt hat. Das Protokoll für die nationale Warn-App entwickelt DP-3T weiter.

epa08381434 A person wearing protective face mask shows the smart phone app using Decentralized Privacy-Preserving Proximity Tracing (DP-3T) during a test with Swiss soldiers at the Swiss Federal Institute of Technology (EPFL) during the state of emergency of the coronavirus disease (COVID-19) outbreak, in Lausanne, Switzerland, 24 April 2020. Secure contact tracing could be a powerful tool to fight the spread of COVID-19. A unique, decentralized system developed as part of an international consortium, including EPFL and ETH Zurich, will soon be launched with the support of the Swiss Federal Office of Public Health. DP-3T proposes a secure, decentralized, privacy-preserving proximity tracing system based on the Bluetooth Low Energy standard. Its goal is to simplify and accelerate the process of identifying people who have been in contact with someone infected with the SARS-CoV-2 virus.  EPA/LAURENT GILLIERON

Das ist die Benutzeroberfläche der zu Testzwecken verwendeten App. Bild: EPA

Was ist mit dem Datenschutz?

Die eigenen Daten seien allein für die Benutzer einsehbar, schreibt der Bundesrat in einer Mitteilung. Es würden keine Personendaten oder Ortsangaben genutzt. Es gilt der Software-Grundsatz «Privacy by Design», das heisst, es werden möglichst wenige Daten erhoben.

Auch der Eidgenössische Datenschutzbeauftragte Adrian Lobsiger begrüsst den dezentralen Ansatz, wie ihn Apple, Google und die Schweiz mit ihrer Contact-Tracing-App verfolgen, weil die Daten nur lokal gespeichert werden. Damit verringert sich das Risiko der Profilbildung. Zudem bieten dezentral gespeicherte Daten weniger Angriffsfläche für Hacker.

Dank «Privacy by Design» werden keine sensitiven Daten auf einen staatlich kontrollierten Server übertragen. Dies im Gegensatz zu zentralisierten Contact-Tracing-Systemen, wie sie in Grossbritannien und Frankreich geplant sind.

Ist die App Open-Source?

Ja.

Der Programmcode ist frei einsehbar, dies ermöglicht unabhängigen Experten, die Software zu überprüfen.

Wozu braucht es einen Server?

Um möglicherweise infizierte App-User möglichst rasch über eine automatisierte Mitteilung zu warnen, dass sie mit einer an Covid-19-erkrankten Person in engerem Kontakt standen. Die Benachrichtigungen erfolgen anonym, es werden keine Angaben zur Person oder dem Ort gemacht.

Die staatlich kontrollierte Datenbank enthält also keinerlei sensitive User-Daten, die in falsche Hände fallen oder missbräuchlich verwendet werden könnten.

Auf welchen Handys funktioniert das Contact Tracing?

Bei iPhones muss Apples mobiles Betriebssystem iOS 13 oder iOS 12 laufen, damit man die Schweizer Corona-Warn-App installieren kann. Bei Smartphones mit dem Google-Betriebssystem Android sollen Geräte ab Android 6.0 unterstützt werden.

Apples Software-Update soll iOS-Geräte unterstützen, die in den letzten vier Jahren veröffentlicht wurden und bis zum iPhone 6S und iPhone 6S Plus zurückgehen. Und gemäss Google soll es ab Android 6.0 funktionieren.

Wie gehts mit dem Contact Tracing weiter?

Die Kantone bereiten sich darauf vor, das Contact Tracing wieder aufzunehmen. Dabei werden alle Personen ausfindig gemacht und isoliert, die mit Menschen Kontakt hatten, die mit dem Coronavirus infiziert sind. Genf begann am Montag damit, Neuenburg soll am Mittwoch folgen. Auch Thurgau kündigte an, das Contact Tracing wieder aufzunehmen.

Sobald die Zahl der Neuansteckungen «genügend tief» sei, sollen die Kantone flächendeckend herkömmliches Contact Tracing betreiben: Es sollen also mittels Befragungen mögliche Übertragungsketten zurückverfolgt werden und Personen gewarnt werden, die sich vielleicht infiziert haben.

«Positiv getestete Personen werden isoliert; wer mit ihnen Kontakt hatte, wird informiert und unter Quarantäne gestellt. So können die Infektionsketten unterbrochen werden.»

Der Bund entscheide, wann das Contact Tracing wieder flächendeckend zum Einsatz kommen solle «Wir müssen sicher sein, dass die Rückverfolgung schweizweit korrekt durchgeführt werden kann, also eine bis zwei Wochen», sagte der Delegierte für Covid-19 des Bundesamtes für Gesundheit, Daniel Koch, am Montag vor den Medien.

Wie gut funktioniert die Schweizer App?

Es sind noch keine öffentlichen Informationen verfügbar zur Genauigkeit und Zuverlässigkeit der Schweizer Contact-Tracing-App. Praxistests laufen. Darum bringen Spekulationen und unbegründete Befürchtungen zurzeit gar nichts.

Beim Bestimmen von «Kontakten» über die Bluetooth-Signalstärke stellen sich technische Herausforderungen, die aber laut Experten in den Griff zu kriegen sind. (Konkret geht es darum, die Corona-Warn-App zu kalibrieren, damit sie in verschiedenen Alltagssituationen zuverlässig misst.)

Wie sicher ist die App?

Es ist an den Verantwortlichen beim Bund, rechtzeitig vor einer App-Lancierung über die bestehenden Risiken bezüglich Datensicherheit und Datenschutz zu informieren.

Unabhängige Forscher, darunter der Westschweizer Kryptologe Serge Vaudenay (EPFL), haben verschiedene theoretische Angriffsmethoden skizziert. Zu den Bedrohungsszenarien gehört, dass Rückschlüsse auf einzelne infizierte Personen gezogen oder diese gar identifiziert werden könnten. Dazu müssten Angreifer Bluetooth-Signale von Smartphones aufzeichnen und die Daten missbräuchlich verwenden. Das Schadenspotenzial solcher Attacken ist nicht bekannt.

Schliesslich erachten es unabhängige IT-Sicherheitsexperten als problematisch, wenn die Bluetooth-Verbindung die ganze Zeit aktiviert sein muss. Dies gilt insbesondere für ältere Android-Smartphones, die nicht mehr «zeitnah» oder überhaupt nicht mit Sicherheits-Updates versorgt werden.

In der jüngeren Vergangenheit gab es zudem alarmierende Berichte über gravierende Bluetooth-Sicherheitslücken, die Geräte angreifbar machten. Allerdings müssten sich die Angreifer jeweils in Bluetooth-Reichweite befinden.

Der Schweizer IT-Sicherheitsexperte Marc Ruef:

«Pauschal zu behaupten, dass das Framework alle Probleme in Bezug auf Sicherheit und Privatsphäre löst, ist naiv. Gewisse Restrisiken verbleiben. Ob und inwiefern man als Teilnehmer diese App einsetzen will, muss deshalb einer persönlichen Abwägung standhalten.»

quelle: scip.ch

Hast du vor, die freiwillige Corona-Warn-App zu nutzen?

Und jetzt du!

Ziel ist eine angeregte Diskussion. Der Autor reagiert auf sachliche, begründete Kritik. Hingegen werden polemische Kommentare, Beleidigungen und haltlose Behauptungen («das funktioniert sowieso nicht») gelöscht.

Wer über technische Finessen rund um das Bluetooth-Proximity-Sensing diskutieren will oder eine konkrete technische Frage hat, wendet sich am besten direkt an die verantwortlichen Wissenschaftler und Software-Entwickler. Dies ist über die Projekt-Website bei github.com («Issues») möglich.

Quellen

Mit Material der Nachrichtenagentur SDA

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Was man über Corona-Warn-Apps wissen muss
Contact Tracing meint die persönliche Rückverfolgung von Infektionsketten. Ziel ist es, die (unbemerkte) Verbreitung von gefährlichen Infektionskrankheiten einzudämmen oder im besten Fall zu stoppen. Konkret sollen alle Leute gewarnt werden, die über eine gewisse Zeit in relativ engem körperlichen Kontakt standen mit einer infizierten Person und sich angesteckt haben könnten, ohne es zu wissen.

Zu Beginn der Corona-Krise in der Schweiz wurde Contact Tracing übers Telefon gemacht, das heisst, Infizierte (in Quarantäne) wurden zu ihrem Umfeld befragt, das sie vielleicht angesteckt hatten. Wegen der exponentiellen Zunahme der Covid-19-Infektionen war dieses System allerdings bald einmal überlastet, es soll aber in der Phase nach der Lockerung der staatlichen Zwangsmassnahmen («Lockdown») massiv verstärkt werden.

Digitales Contact Tracing per Smartphone-App läuft ohne menschliches Zutun. Die Mobilgeräte registrieren über ihre Bluetooth-Verbindung automatisch und anonym, wenn sie sich über eine gewisse Zeit in unmittelbarer Nähe zueinander befunden haben. Dieses Verfahren wird auch als Proximity Tracing bezeichnet. Erst später, bzw. nur wenn eine Infektion durch einen medizinischen Test bestätigt worden ist, kann die erkrankte Person andere App-User, die sie vielleicht angesteckt hat, schnell und diskret warnen.

Singapur hat im März 2020 als einer der ersten Staaten eine auf der Messung von Bluetooth-Signalen basierende App lanciert, wobei die Funktionalität eingeschränkt ist, weil der Datenaustausch zwischen iPhones und Android-Geräten nicht gut funktionierte. Nun wird in Europa und weltweit an Proximity-Tracing-Apps gearbeitet, die dieses Problem nicht haben sollen.

Beim dezentralen Ansatz gilt der Grundsatz Privacy by Design: Die Datenverarbeitung (zur Berechnung des Infektionsrisikos) erfolgt ausschliesslich auf dem Gerät. Nur bei einer offiziell bestätigten Infektion und der Einwilligung des Users werden dessen anonymisierte Proximity-Daten an einen Server überragen, die es ermöglichen, Dritte zu warnen, und den Datenschutz zu gewährleisten.

Beim zentralen Ansatz werden die Proximity-Daten an einen staatlich kontrollierten Server übermittelt, wo das Infektionsrisiko berechnet wird. Diese System-Architektur ist von über 500 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern rund um den Globus als problematisch bezeichnet worden, weil der System-Betreiber nachträglich und heimlich Funktionen ändern («Function Creep») oder zusätzliche Funktionen einführen könnte («Mission Creep»).

Apple und Google haben angekündigt, dezentrale Proximity-Tracing-Apps durch eine technische Kooperation zu unterstützen. Sie stellen Programmierschnittstellen (APIs) zur Verfügung, die den Datenaustausch zwischen Android- und iOS-Geräten ermöglichen. Zudem wollen die US-Techkonzerne das Proximity Tracing in einem weiteren Schritt direkt in die beiden weltweit dominierenden mobilen Betriebssysteme integrieren.

Freiwillige Nutzung ist laut Apple und Google Bedingung und wird auch von unabhängigen IT-Experten, etwa vom Chaos Computer Club (CCC), gefordert. Das heisst, digitales Contact Tracing kann nicht vom Staat erzwungen werden, sondern nur mit Zustimmung der User erfolgen (Opt-in).
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    Alle Leser-Kommentare
  • Peter R. 02.05.2020 11:59
    Highlight Highlight Wie heisst die App?
  • Zeit_Genosse 02.05.2020 11:08
    Highlight Highlight Diese Kommentarspalte zeigt, dass es Zeit ist die „Blitze„ abzuschaffen. Die Kollegen von 20Min machen es euch vor (sorry). Wer kritisieren will, soll das mit einem Kommentar machen, aber nicht einfach abdrücken und tschüss. Bin ich da damit alleine?

    Und macht mal gleich den Darkmode.

    Bitte nicht in der Produktentwicklung sparen.
  • Zeit_Genosse 02.05.2020 10:27
    Highlight Highlight Ich werde mitmachen. Wenn ich also mit meinem Smartphone (Anmerkung. gibt es für Smartphone oder Mobile eine int. Abkürzung? Sonst haben wir ja für alles sowas) länger als 15 Min. mit einem Abstand unter 2M (sind die 2M int. Standard?) zusammen bin und diese Person an Covid-19 erkrankt, das App installiert hatte und die Covid-19-Erkrankung meldet und verifiziert wird, dann erhalte ich eine Meldung. Jetzt kann ich selbst zum Arzt gehen (erhalte ich dann einen Test?) und der sucht nach Symptomen. Habe ich diese und bin Positiv getestet, dann melde ich das meiner App. usw.
  • basilikumier 01.05.2020 19:49
    Highlight Highlight Das Herz/Blitzverhältnis bei den einzelnen Kommentaren scheint gerade etwas überzufällig eine bestimmte Richtung zu kippen.

    An die besonders aktiven Blitzer/Herzer:
    Ich würde gerne mehr rationale Argumente gegen (oder auch für) die App lesen anstelle ganz anonymer Blitze/Herzen.
    • Dave1974 02.05.2020 07:59
      Highlight Highlight So einfach ist es inzwischen eine "Volksmeinung" zu manipulieren. Technisch einfach, auch für einen einzelnen - nur nicht sachlich und objektiv.

      Würde man auf die Topkommentare verzichten, würde es auch den Manipulatoren langweilig werden und es könnte, wie Du geschrieben hast, rational diskutiert werden. Auch wenn das bei manchen vielleicht mal irrational daherkommt. Meinen und glauben kann man bekanntlich vieles - und das ist auch gut so.
    • Pianoman 02.05.2020 12:41
      Highlight Highlight JP del Grano hat für eine Textkorrektur bis jetzt auch schon 73 Blitze gekriegt. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt
  • Siciliano 01.05.2020 19:00
    Highlight Highlight Ernstgemeinte Frage:
    Die Mehrheit der Bevölkerung wird voraussichtlich eine symptomlose Ansteckung durchmachen. Somit ist eine solche App doch völlig sinnlos? Wie soll der Virusträger das merken und melden?
    • picco 01.05.2020 19:50
      Highlight Highlight Nein lieber Siciliano das wäre zwar schön aber sobald du deine Grosseltern ansteckst und diese eine nicht symptomlose Erkrankung haben, wirst auch du merken, dass du es hast (gehabt hast). Bei den meisten geht die Krankheit vorüber ohne dass sie ins Spital müssen, nicht aber symptomlos.
  • Ludwig van 01.05.2020 17:53
    Highlight Highlight Freiwilligkeit ist schön, aber hier braucht es Zwang. Restaurants wurden auch zwangsweise geschlossen, im Auto wird man gezwungen sich anzuschnallen. Diese Freiheitsbeschränkungen retten Leben. Und die App ist nicht mal eine Freiheitsbeschränkung.

    Alle Datenschutz-Bedenken über diese App sind falsch. Die App weiss nicht wer du bist und wo du dich aufhältst und das kann auch von Experten überprüft werden.

    Heuchlerisch dass dieselben Leute, die dagegen sind, wahrscheinlich Google oder Facebook benutzen, diese Firmen sammeln im Gegensatz zur App tatsächlich persönliche Daten.
    • picco 01.05.2020 19:51
      Highlight Highlight Sehe das genau gleich. Wir müssen zusammen halten und unser Umfeld genau so informieren.
    • Hubi128 02.05.2020 00:27
      Highlight Highlight Ich sehe die App auch positiv, aber Zwang wäre wohl kaum zielführend, weil es dann sicher viele Manipulationsversuche gäbe.
  • JP del Grano 01.05.2020 16:45
    Highlight Highlight App nützt nur wenn:
    - mindestens 2/3 ALLER Personen (nicht nur der heutigen iPhone- und smartphone-Besitzer) diese App aktiviert haben, insb. auch ü65er
    - Personen mit nur sehr schwachen Symptome sich raschet testen
    - ein positives Resultat sofort in der App eintragen und vor lauter Sorgen um ihre gesundheitliche Zukunft nicht daran denken
    - alle Gewarnten sich sofort isolieren und testen lassen

    Wobei dann weiterhin alle absolut symptomlos Infizierten (z.B. Jugendliche!) nicht erfasst sind. Unklar bis heute ist, inwieweit diese überhaupt das Virus in gefährlichen Mengen verbreiten.
    • JP del Grano 01.05.2020 17:08
      Highlight Highlight ... vor lauter Sorgen um ihre gesundheitliche Zukunft nicht darauf vergessen
  • Passierschein A38 01.05.2020 16:39
    Highlight Highlight Aber sicher mach ich da mit:

    Jeder, der WhatsApp usw. nutzt, gibt bei weitem mehr persönliche Daten frei, als mit DP3T!

    Und dieses kleine Etwas an Daten spende ich gerne, um Menschen zu schützen und weitere Lockdowns möglichst zu verhindern.
    • sowhat 01.05.2020 17:37
      Highlight Highlight Was gibts denn hier zu blitzen? Stimmts etwa nicht?
      Kann mal einer der Blitzer eine Erklärung geben, bitte?
    • PxlP 01.05.2020 18:33
      Highlight Highlight ...ich denke ich kann's dir erklären: Den 20min-Usern wurde diese Woche die Downvote-Funktion genommen, welche es auch komplett Uninformierten und Aluhutträgern erlaubte, zu allem eine "Stimme" zu haben, ohne einen Satz formulieren oder sich gar erklären zu müssen. Die sind jetzt hier und deshalb die Diskrepanz zwischen Kommentaren und Downvotes.
    • Ludwig van 01.05.2020 18:39
      Highlight Highlight @sowhat: Mich würde das auch interessieren. Die App speichert überhaupt gar keine persönlichen Daten. Selbst wenn wir einen bösen Kontrollstaat hätte, es gäbe gar keine Möglichkeit irgendwas zu kontrollieren denn die App weiss nicht wer du bist und auch nicht wo du dich aufgehalten hast. Im Gegensatz weiss Google das und noch viel mehr über dich.
    Weitere Antworten anzeigen
  • oliversum 01.05.2020 16:35
    Highlight Highlight Ich hoffe, dass diese App etwas besser umgesetzt wird als die wirklich miserable Alertswiss...
  • Pianoman 01.05.2020 15:00
    Highlight Highlight Ein sehr guter Artikel, der die wichtigsten Fragen zur digitalen Trace App verständlich erläutert. Für alle Skeptiker: dies ist eine Frage der Solidarität. Und Solidarität ist keine one way Sache, es hilft auch deine Familie und Liebsten zu schützen. Es ist nicht eine absolute Sicherheit, aber eine wichtige Ergänzung zu allen weiteren Massnahmen.
  • mitchfuchs 01.05.2020 14:59
    Highlight Highlight Danke für diesen Artikel. Die App werde ich downloaden.
  • SGR 01.05.2020 13:42
    Highlight Highlight Was passiert eigentlich mit dieser Tracing App und der API im OS wenn die Corona Krise vorbei ist ?

    • @schurt3r 01.05.2020 13:52
      Highlight Highlight Die App wird gelöscht, damit hat sich's.

      Und die Zahlencodes (auf dem staatlichen Server) werden nach einer bestimmten Zeit automatisch gelöscht, und es fallen ja auch keine neuen mehr an, weil die User die App gelöscht haben.

      Apple und Google haben angekündigt, dass sie die Schnittstellen auch regional deaktivieren werden, wenn die Epidemie beendet ist. Details dazu sind meines Wissens noch nicht bekannt.
    • Satan Claws 01.05.2020 14:01
      Highlight Highlight @schurt3r

      Wann werden sie denn wieder eingeschaltet? Wenn es schon wieder eine veritable Dunkelziffer gibt? Dann bringt es doch auch nichts. Die App müsste immer laufen um wirklich etwas zu bewirken. Natürlich nur sofern sie auch gut genug funktioniert und von genügend Leuten installiert werden kann.
    • SGR 01.05.2020 15:46
      Highlight Highlight @schurt3r
      Dass Apple und Google von sich aus die API deaktivieren werden wage ich zu bezweifeln. War doch auch mal die Rede davon, ein ganzes App-Ökosystem über diese API zu ermöglichen.
      So wie ich das sehe werden sie nur für jene Länder deaktivieren von denen dazu aufgefordert werden.
      Nur, falls dieses "App Ökosystem" tatsächlich zu leben beginnt wird kein einziger Staat mehr die Deaktivierung fordern.
      Google und Apple werden die volle Kontrolle haben und munter Daten aus diesem zentralen Gesundheits-APP Biotop fischen.
  • Tschuudif 01.05.2020 13:32
    Highlight Highlight Ich finde es schwierig, genau zu verstehen, was da jetzt passiert, da mir viele technische Begriffe fremd sind. Vielleicht kann mir jemand folgende Fragen ein wenig erläutern:
    1. Muss ich dann das Bluetooth-Signal die ganze Zeit aktiviert haben? Was geschieht denn genau mit dem Signal? Auf wieviel Meter misst es denn?
    2. Was bedeutet es, dass die App dezentralisiert ist? Es braucht ja trotzdem einen Ort, wo alle Daten gesammelt sind.
    Danke!
    • Satan Claws 01.05.2020 13:55
      Highlight Highlight @Tschuudif

      1. Ja Bluetooth muss immer aktiv sein. Es wird die Feldstärke berechnet. Dazu werden Datenpakete hin und her geschickt aus der gemessenen Feldstärke und den Verlusten wird eine ungefähre Distanz per Algorithmus berechnet. BLE funktioniert etwa auf 10 Meter. Sie sehen das Problem? Es gibt echt viele Störungen der Messung.

      2. Die meisten Daten liegen bei Ihnen auf dem Handy, aber ja es braucht eine Datenbank mit den Daten der Kranken.

      Bluetooth bleibt jedoch generell unsicher.
    • @schurt3r 01.05.2020 13:55
      Highlight Highlight Schau dir zunächst die Bildstrecke an (Comic), die ich extra für dich noch in den Artikel reingenommen haben ;-) Da wird die dezentrale Funktionsweise einfach und verständlich erklärt.

      Damit ein Smartphone Kontakte zu anderen Smartphones registrieren kann, muss die Bluetooth-Verbindung aktiviert sein. Es zwingt dich aber niemand dazu, ist ja freiwillig.
  • sowhat 01.05.2020 13:12
    Highlight Highlight Wow, Bravo.
    Ich freu mich, auf Watson wieder so sauber recherchierte und sachliche Bericht zu lesen. Das macht Arbeit, ist mir klar. Und genau dafür bin ich auch bereit zu zahlen.
    Danke
    • sowhat 01.05.2020 17:42
      Highlight Highlight Kann ich von den Blitzern mal eine Erklärung haben.... oder sind schon wieder irgenwelche Trollbots aktiviert?
      Ich versteh nicht was an meinem Lob zu blitzen ist?
    • Hubi128 02.05.2020 00:31
      Highlight Highlight Blitzen ist einfacher als denken.
    • Wiesler 02.05.2020 05:28
      Highlight Highlight Verstehe ich auch nicht wie dein ❤⚡Verhältnis zu verstehen ist.

      Vielleicht, weil du etwas gut findest und dafür bezahlst, obwohl es gratis angeboten wird.🧐 😱 Ja dann musst du wirklich ein schlechter Mensch sein.
      Keine Ahnung 😁
  • 2sel 01.05.2020 13:00
    Highlight Highlight Was auch noch interessant zu wissen wäre: Wenn ich anhand der Meldung der App in Quarantäne muss, wird das als Krankheit gewertet, sprich, bekomme ich ein Arztzeugnis dafür?
    • @schurt3r 01.05.2020 13:56
      Highlight Highlight Ja, die Rahmenbedingungen muss der Staat noch regeln und vor allem rechtzeitig vor einer App-Lancierung transparent darüber informieren.
  • soulpower 01.05.2020 12:56
    Highlight Highlight Na, wenigstens setzt sich die Schweizer Version durch, welche von der Datensicherheit/Datenschutz her vertrauenwürdiger erscheint als die aus Deutschland. Ich denke es ist wohl in etwa wie bei den Masken: Ein zusätzliches Mittel, nebst Abstand und Händewaschen, welches die Verbreitungs-Kette unterbrechen kann. Obschon ich persönlich nicht an eine breite Nutzung glaube, denn zu gross sind die Bedenken, und wieviele es dann tatsächlich nützen werden, weiss auch noch niemand. Ist mir jedoch immer noch lieber als ein weiteres Lockdown bis zum St.Nimmerleinstag.
    • Satan Claws 01.05.2020 14:33
      Highlight Highlight @soulpower

      Interessant wäre doch, wie viele die App überhaupt installieren könnten.

      Reicht diese Zahl aus um aussagekräftig genug zu sein, um am Lockdown etwas zu ändern?
    • Satan Claws 01.05.2020 16:29
      Highlight Highlight Ist das keine berechtigte Frage?
      Eine App die bei Bluetooth, kurz gesagt, die Signalstärke auswertet muss doch auf jedem Gerät ausprobiert werden, denn alle haben eine andere Bauform, andere Antennen (dies manchmal sogar beim selben Modell). Alles hat Einfluss auf dieses Signal.
      Um am Lockdown etwas zu ändern, müssten mehr als die Hälfte der Schweizer die App installieren. Klar es gibt über 8 Millionen Smartphones, das klingt vorerst nach viel. Doch ist es wirklich so viel?
      Es bringt zum Beispiel nichts wenn man immer ein Geschäfts- und ein Privathandy dabei hat.

      Wurde der Nutzen zuvor eruiert?
    • bonpris 01.05.2020 21:22
      Highlight Highlight @Satan Claws.

      Zu den 8 Milionen Smartphones: drei oder vier davon verstauben bei mir unbenutzt in irgendwelchen Schubladen - veraltete Modelle.
  • Wiesler 01.05.2020 12:55
    Highlight Highlight Weiss jemand wielange die Kontakte der Infizierten mit der App zurückverfolgt werden?

    Kriege ich eine Meldung, wenn ich vor 2 Wochen mit einer neuinfizierten/neugetesteten Person Kontakt hatte?

    Wielange ist sinnvoll?
    • @schurt3r 01.05.2020 13:26
      Highlight Highlight Es geht ja darum, sicher die Inkubationszeit abzudecken. Und die kann 2 Wochen oder gar noch etwas länger dauern.
    • Wiesler 01.05.2020 13:33
      Highlight Highlight Also kurz gesagt, es ist noch nicht definiert🤷‍♂️
    • Wiesler 01.05.2020 15:10
      Highlight Highlight idrisi
      Für dich vielleicht.
      Ich möchte das schon wissen.
    Weitere Antworten anzeigen
  • one0one 01.05.2020 12:45
    Highlight Highlight Wird man durch das Gesetz geschuetzt dass ich im Alltag nicht benachteiligt werde falls ich die App nicht habe?
    Also darf ein Kino sagen man darf die Vorstellung nur besuchen wenn die App installiert ist?
    Vor dem, und der Stigmatisierung von Bekannten, hab ich am meisten Angst. Ich will die App auf keinen Fall!
    • Tschuudif 01.05.2020 13:27
      Highlight Highlight Das kann ich irgendwie auch nachvollziehen. Wäre spannend, auf diese Frage eine Antwort zu haben.
    • Wiesler 01.05.2020 13:49
      Highlight Highlight Das ist ein wichtiger Punkt.
      In der Schweiz können wir direkt Einfluss nehmen, dass dies nicht geschiet.
      International ist es komplexer.
    • @schurt3r 01.05.2020 14:01
      Highlight Highlight Die Freiwilligkeit muss durch entsprechende rechtliche Rahmenbedingungen gewährleistet werden.

      Was die Stigmatisierung durch Bekannte betrifft, kommt es natürlich auf dein Umfeld an.

      Impfen, zum Beispiel, ist ja auch freiwillig. Und doch gibt es einen gewissen sozialen, bzw. gesellschaftlichen Druck.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Eiswalzer 01.05.2020 12:19
    Highlight Highlight Immerhin ein dezentraler, anonymer Ansatz. Trotzdem werde ich eine solche App vorläufig und wegen Corona wohl kaum installieren. Harari hat sehr schön aufgezeigt, wie gross die Gefahr eines Dammbruchs hier ist. Was während einer Krise eingeführt wird (und an Privatsphäre geopfert wird) bleibt danach sehr oft bestehen. Vor allem wenn man bedenkt, dass theoretisch jede Epidemie so kontrolliert und wohl auch bekämpft werden kann. Aber zu welchem Preis? Daher lieber: Nein Danke 👎🏻
    • Satan Claws 01.05.2020 12:37
      Highlight Highlight Eine 100% funktionierende App müsste schon zwei Wochen, besser noch ein Monat vor dem eigentlichen Ausbruch laufen, so könnte die Dunkelziffer stark reduziert werden.

      Am besten man lässt sie immer laufen, dann schaue ich aber, dass ich mir Criteo Aktien kaufe.
    • azoui 01.05.2020 12:42
      Highlight Highlight @Eiswalzer, Du hast prinzipiell recht, nur stehen die meisten schon seit langer Zeit mit heruntergelassenen Unterhosen vor den grossen Datenkraken da.
    • @schurt3r 01.05.2020 13:03
      Highlight Highlight Gegen Big Brother hätten wir beim neuen Nachrichtendienstgesetz etwas machen können/müssen. Aber noch einmal: Beim DP-3T-Protokoll geht es NICHT um Überwachung. Die Daten, die es für eine Massenüberwachung braucht, fallen hier dank Privacy by Design gar nicht an. Der NDB kommt auf anderem Weg an Standortdaten etc. Ein Problem ist das Bluetooth-Tracking, das zu Werbezwecken passieren kann. Hier sollten die Verantwortlichen noch transparent informieren, wie sie die Bedrohung einschätzen.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Maya Eldorado 01.05.2020 12:15
    Highlight Highlight Ich lese, dass da Apple und Google die Hand mit im Spiel haben.
    Da muss man wie ein Gläubiger einer Sekte, der dieser alles glaubt und unterliegt, sein.
    Wer sonst kann glauben, dass die völlig altruistisch sich zur Verfügung stellen.
    Die sind doch schlimmer, als jede Sekte dieser Welt.
    Fragt Hugo Stamm.
    • Satan Claws 01.05.2020 12:41
      Highlight Highlight @Maya Eldorado

      Es ist kein Altruismus zu schauen, dass wir so schnell wie möglich wieder in den Konsummodus fallen.

      PS: Sie müssen ihre Hände im Spiel haben, weil so eine Funktion im Interbau der Betriebssysteme laufen muss um Energie zu sparen. Bringt ja nichts, wenn der Akku beim Restaurantbesuch versagt.
    • eldorak 01.05.2020 13:55
      Highlight Highlight @Maya: Kannst dich beruhigen. Das ist keine besondere Schnittstelle von denen. Alles im System läuft über solche Schnittstellen. Wenn du bisher schon so ein Gerät genutzt hast, wird sich zukünftig auch nichts Ändern.
  • elco 01.05.2020 12:14
    Highlight Highlight Werdet ihr die App installieren?

    Herz: Ja
    Blitz: Nein
    • Tornadillo 01.05.2020 13:21
      Highlight Highlight Natürlich. Ich nutze ja auch Watson mit all seinen Trackern.
      Wer eine werbefinanzierte Website besucht, kann auch die App installieren.
      Das Konzept überzeugt mich voll und ganz und ich kenn mich mit der Thematik einigermassen aus.
    • elco 01.05.2020 13:27
      Highlight Highlight Wenn diese App dazu beitragen kann, die Verbreitung zu reduzieren, und uns näher zu einem normalen Leben mit all seinen Freiheiten bringen kann: Ganz klar Ja.
      Und so wie sie aufgegleist ist, scheint mir das Argument des Datenschutzes gelinde gesagt an den Haaren herbei gezogen.
    • Maya Eldorado 01.05.2020 13:39
      Highlight Highlight Hab zum ersten Mal in meinem Leben einen Blitzer gemacht. Sonst bewerte ich nie auf diese Art.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Notabik 01.05.2020 12:11
    Highlight Highlight Wieso dieses latente Misstrauen gegenüber dem Staat? Schliesslich wird diese App entwickelt, um das Schweizer Volk zu schützen und zu informieren. Dies natürlich nur während der aktuellen Pandemie. Je mehr Bürger dabei mitmachen, umso zuverlässiger und aussagekräftiger wird dieses Hilfsmittel für uns alle sein. Wir müssen jetzt soviele Daten wie möglich sammeln, um bei einer zweiten Welle besser gewappnet zu sein.
    • sowhat 01.05.2020 13:38
      Highlight Highlight Kleines Missverständnis: es werden keine Daten gesammelt mit dieser App.
      Bin aber deiner Meinung, dass wir sie alle installieren sollten.
  • LioLu 01.05.2020 11:58
    Highlight Highlight Wenn die App freiwillig ist, weshalb wird sie dann in die Betriebsysteme iOS und Android direkt integriert? Ist das nicht ein Widerspruch in sich?
    Benutzer Bild
    • Satan Claws 01.05.2020 13:15
      Highlight Highlight @LioLu

      Damit es zuverlässig und energiesparend funktioniert, muss es im Betriebssystem direkt implementiert sein. Dann ist es jedoch nicht mehr freiwillig, selbst dann nicht wenn man es ausschalten kann.
    • Bächli 01.05.2020 13:18
      Highlight Highlight Es wird ja nicht die App integriert, sondern die Möglichkeit, sie einzubinden.
  • bytheway 01.05.2020 11:57
    Highlight Highlight Wer hat's erfunden...? ⛑️
  • Ohniznachtisbett 01.05.2020 11:53
    Highlight Highlight Ich bleibe dabei: Nur Daten die nicht existieren, können nicht geknackt werden. Es ist unglaublich gefährlich, wie wir Menschen bei einer vermeintlichen Gefahr jegliche Grundrechte in Frage stellen und abstellen. Selbst bei rechtlicher Grundlage und Freiwilligkeit: Wehret den Anfängen. Die Privatsphäre werden viele erst vermissen, wenn es sie nicht mehr gibt, dann geht das Gejammer los. Oder fragt doch mal die Fichierten oder Stasi-Opfer.
    • Eiswalzer 01.05.2020 12:23
      Highlight Highlight Erschreckend wie viele da blitzen... Da haben scheinbar schon viele ihre Abwägungen gemacht und sind bereit, ihre Daten zu geben. Bei mir kriegen sie die nicht so schnell. Vor allem auch wenn man sieht, wie schnell das aus dem Boden gestampft wird, welche beunruhigenden Entwicklungen man in DE oder GB schon sieht etc.
    • azoui 01.05.2020 12:49
      Highlight Highlight @Eiswalzer, erschreckend fand ich, dass die CH-Bürger das Nachrichtendienstgesetz angenommen haben.
      Da verwundern mich die Blitze oben nicht mehr.
    • @schurt3r 01.05.2020 13:08
      Highlight Highlight Noch einmal zum Mitschreiben: Es fallen keine sensitiven Daten an beim dezentralisierten Contact-Tracing. Auf dem Server werden verschlüsselte Zahlencodes gespeichert, mehr nicht.

      Angreifer müssten mit gewaltigem Aufwand verschlüsselte Bluetooth-Signale auswerten. Das haben die Geheimdienste gar nicht nötig, die kommen an die viel wertvolleren Standort- und Bewegungsdaten bei den Internet-Providern.

      Grossbritannien setzt auf den fragwürdigen zentralisierten Ansatz. Hingegen ist Deutschland auf den Datenschutz-freundlichen dezentralen Ansatz umgeschwenkt, wie ihn DP3T umsetzt.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Roblock 01.05.2020 11:21
    Highlight Highlight Gibt doch viel zuviele falsch positiv Meldungen mit dieser App. Und dann auf Grund dessen gleich 2 Wochen in Quarantäne ist auch blöd. Oder Spassvögel, die sich als Infizierte ausgeben oder jemand von der Konkurrenz, der den Mitbewerber nach Hause schicken will. Kurz gesagt: Eine Bieridee diese App.
    • G. Laube 01.05.2020 11:47
      Highlight Highlight Roblock, informiere Dich besser, bevor Du hier Blödsinn verbreitest!
    • Statler 01.05.2020 11:49
      Highlight Highlight Wer infiziert ist erhält vom Arzt einen Code, den er in die App eingeben muss.
      Es ist also nicht einfach ein Button «I got it», den man beliebig drücken kann.
    • medmi 01.05.2020 12:03
      Highlight Highlight Meldung nur durch Code, den man bei einem positiven PCR Test dazu erhält.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Dave1974 01.05.2020 11:12
    Highlight Highlight Ich frage mich gerade, was denn ist wenn die App warnt. Kann man sich dann auch ohne leichtere Symptome testen lassen?

    Macht doch sonst irgendwie keinen Sinn!?
    • Roblock 01.05.2020 11:52
      Highlight Highlight Nein macht 0 Sinn. Wenn die App warnt ist es entweder schon zu spät oder sie bereit nur unnötige Angst.
    • medmi 01.05.2020 11:52
      Highlight Highlight Ja, im Konzept des Contact Tracing ist vorgesehen, dass sich Kontakte testen lassen, egal ob symptomatisch. Wenn positiv, dann werden wiederum die Kontakte gesucht, damit man einen Schritt voraus ist. Wenn negativ, dann trotzdem 10d quarantäne, da es sein kann, dass man erst gerade angesteckt wurde und der Test noch falsch neg. ist. Dann erneuter Test faöls auftreten von Symptomen.
    • medmi 01.05.2020 12:15
      Highlight Highlight Grundsätzlich ja, als Kontakt solltest du getestet werden, auch wenn du ohne Symptome bist.
      Falls der Test positiv ist, heisst das, dass du möglicherweise bereits ansteckend warst. Du wirst zu einem neuen Index Fall und deine Kontakte müssen verfolgt werden, möglichst schnell, bevor sie ansteckend werden. (Man wird etwa 2 Tage nach Übertragung für andere ansteckend, bzw. 3 Tage bevor Symptome auftreten.)
      Falls der Test negativ ist, heisst dass aber nicht, dass du die Quarantäne verlassen kannst. Es könnte sein, dass du dich in einer frühen Phase der Inkubation befindest.
    Weitere Antworten anzeigen
  • ubu 01.05.2020 10:55
    Highlight Highlight Kommentare selbsternannter Datenschutzexperten (mit allerhand problematischen-aber-saupraktischen Apps auf ihrem Handy) in 3, 2, 1, ...
    • Triumvir 01.05.2020 11:12
      Highlight Highlight So siehts aus 😆😂 Aber Hauptsache mal wieder rumgemotzt 😀
    • Arthur Sunil 01.05.2020 12:18
      Highlight Highlight Anstatt zu blitzen könnten die Gegner des Kontakt-Tracings ihre Bedenken gerne formulieren. Aber bitte nicht einfach nur STASI! Fichenaffäre! "Wehret den Anfängen!", sondern konkrete Bedenken oder mögliche Angriffsszenarien. Vielen Dank
    • Eiswalzer 01.05.2020 12:25
      Highlight Highlight Selbsternannte Datenschutzexperten? Ich finde es gut, machen sich Leute überhaupt noch Gedanken. Wir können unsere Privatsphäre aber natürlich auch ohne jegliche Bedenken opfern...
    Weitere Antworten anzeigen
  • Terraner 01.05.2020 10:52
    Highlight Highlight Wenn wir uns an die Hygieneregeln halten, dürfte die App kaum einen Zusatznutzen bringen. 2m Abstand und 15 Minuten Kontakt zu Personen, welche nicht mit mir zusammenleben, hatte ich in den letzten 6 Wochen nicht. Wenn einer von uns im Haushalt infiziert wird, dann weiss ich es ja sowieso direkt. Wenn ich später einmal mit bis zu 4 Personen essen gehen würde, dann weiss ich auch wenn einer von diesen Krank wird. ÖV fahre ich nicht. Für was also sollte diese App gut sein? Eigentlich nur wenn wir in Zukunft wieder ein normales Leben führen wollen, ohne die ganzen zusätzlichen Schutzmassnahmen.
    • medmi 01.05.2020 11:24
      Highlight Highlight Das ist der springende Punkt. #TestTraceIsolate ermöglicht ein etwas normaleres Leben. Kleine Treffen etc. sind wieder möglich ohne die Gefahr, dass ein riesiges Cluster daraus entstehen kann, da die Ketten immer eieder unterbrochen werden.
    • Terraner 01.05.2020 11:29
      Highlight Highlight Was war den jetzt genau das Problem mit meiner Nachricht? Damit wollte ich nur aufzeigen, dass die App für mich im Moment keinen Zusatznutzen bringen kann, da sie wenn sie genau so funktioniert wie geplant, bei mir keine Alarme melden wird. Dieses Risikoarme verhalten ist definitiv mehr Wert als eine App. Ich habe überhaupt nichts gegen die App. Als Informatiker verstehe ich auch wie es funktioniert und wie der Datenschutz eingehalten werden soll. Chancen einer solchen App sind mir auch klar, diese kann sie aber nur ausspielen wenn wir dafür wieder ein normaleres Leben führen können.
    • medmi 01.05.2020 12:28
      Highlight Highlight Ah, und du sagst ja, dass man bei wenig Kontakten den Überblick behält, und so normales Tracing möglich ist. Ja, das stimmt bedingt. Ein ganz entscheidender Faktor ist aber die Geschwindigkeit. Je früher du gewarnt wirst, desto weniger wahrscheinlich, dass du nach einer Ansteckung bereits infektiös bist und das Virus weitergegen hast. (Das ist ganz wichtig zum Verstehen, man ist nicht unmittelbar nach der Übertragung für andere Ansteckend. 2-3 Tage nach Übertragung ansteckend, nach 5 Tagen symptome.
      Die App kann helfen, möglichst früh dich zu warnen.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Satan Claws 01.05.2020 10:52
    Highlight Highlight Warum das Ganze niemals funktioniert:

    https://github.com/DP-3T/documents/issues/188
    • @schurt3r 01.05.2020 11:15
      Highlight Highlight Demnach wüsstest du mehr als die Entwickler, was ich stark bezweifle. Lass uns doch auf verlässliche Angaben der Forscher warten, die ja noch Feldtests/Experimente ausführen.

      Die Kalibrierung ist ganz sicher eine gewaltige technische Herausforderung. Sollte das nicht präzise genug funktionieren und zu viele False Positives generieren, müsste man verzichten, ja.
    • Satan Claws 01.05.2020 12:02
      Highlight Highlight @schurt3r

      1. Faktoren die Einfluss auf die Messgenauigkeit haben:

      - Orientierung des Smartphones in der Tasche

      - Das Gerätemodell

      - Möbel

      - Kleidung

      - Reflektionen an Flächen

      - Fremdstrahlung

      Jeder Faktor mag alleine nicht besonders relevant sein, in der Summe jedoch sind sie es sehr wohl. Sie bräuchten Jahre um dies akkurat testen zu können.

      Das sind ja nur die physikalischen Probleme.

      2. Man kann auf der unsichersten aller Schnittstellen keinen sicheren Dienst betreiben.


      3. "False Positives" sind ja nicht das einzige Problem, "False Negatives" sind doch genau wo schlimm.
    • Ueli der Knecht 01.05.2020 12:37
      Highlight Highlight "Lass uns doch auf verlässliche Angaben der Forscher warten, die ja noch Feldtests/Experimente ausführen."

      "Verlässliche Angaben der Forscher" wären sie dann, wenn die Forscher unabhängig sind, was sie im konkreten Fall offensichtlich nicht sind.

      "Feldtests/Experimente" müssen von unabhängigen und unbefangenen Stellen durchgeführt werden, ansonsten liefern die keine korrekten Resultate. Denn der Programmierer selbst testet nur das, woran er eh schon gedacht hat. Alles andere kann und wird er nicht testen, weil er nicht daran gedacht hat. Das wird sich dann zeigen, wenn es schon zu spät ist.
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  • PostFinance-Arena 01.05.2020 10:51
    Highlight Highlight Also irgendwie steh ich noch auf dem Schlauch. Das App zeigt an, wenn ich zu nah an einer infizierten Person bin. Aber die infizierte Person weiss ja, dass sie infiziert ist. Denn wenn es die Person nicht wüsste, wüsste es ja deren Handy auch nicht. Wenn die Person aber infiziert ist und es weiss, wird sie sich ja in Quarantäne begeben. Also kann ich auch nicht zu nah an einer infizierten Person sein, da diese in Quarantäne ist. Oder was versteh ich nicht am Ganzen? :)
    • @schurt3r 01.05.2020 11:03
      Highlight Highlight Das Schlauchproblem lässt sich beheben ;-)

      Zum Zeitpunkt des Kontakts weiss die infizierte Person noch nicht, dass sie infiziert (und vielleicht hochansteckend) ist. Sobald sie das später (über einen Test/ärztliche Diagnose) herausfindet, kann sie alle früheren Kontakte mithilfe der App warnen. Anonym und freiwillig.
    • PostFinance-Arena 01.05.2020 11:58
      Highlight Highlight Alles klar, vielen Dank!

      Dann hilft das App nicht, die erste Ansteckung zu verhindern, sondern die zweite.
    • Maya Eldorado 01.05.2020 12:09
      Highlight Highlight Wenn das so ist, kann aber die Zahl derer die in Quarantäne müssen, expodieren (mehr oder weniger). Es ginge ja dann nicht nur um Infiszierte, sondern, um alle die mit (noch nicht identifzierten) Infzierten in Kontakt kamen.

      Wereliwer ist dann noch zur Verfügung für die in Quarantäne alles zu erledigen, wo ausserhaus gehen unabdingbar ist?
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  • paddyh 01.05.2020 10:46
    Highlight Highlight Guter Artikel, danke. Was ich gerne noch etwas genauer wüsste: Wie wird das ganze international funktionieren? Grundsätzlich wäre es ja kein Problem, die Daten der Infizierten auszutauschen, da sie ja anonym sind. Aber ist das rechtlich möglich?
    Wer noch genauer wissen will, wie die Anonymität technisch möglich ist, hier ein guter Artikel dazu https://www.republik.ch/2020/04/16/so-funktioniert-eine-corona-tracing-app-die-ihre-privatsphaere-schuetzt
    • @schurt3r 01.05.2020 11:11
      Highlight Highlight Bei nationalen Apps mit dezentralisierter Funktionsweise dürfte der länderübergreifende Datenaustausch kein Problem sein. Es braucht natürlich die rechtlichen Rahmenbedingungen, etc.
    • Satan Claws 01.05.2020 13:00
      Highlight Highlight @schurt3r

      Dann müssen die Server die Daten aber mit einer Länderkennung versehen, sonst ist die Datenbasis für den dezentralen Abgleich auf dem Smartphone zu gross. Was die Pseudonymisierung der Daten jedoch schwächen würde.
  • Toerpe Zwerg 01.05.2020 10:44
    Highlight Highlight Könnt ihr eine Umfrage einbauen, ob sich die User die App installieren würden?
    • @schurt3r 01.05.2020 11:05
      Highlight Highlight Repräsentative (wissenschaftliche) Befragungen sind viel aussagekräftiger:

      https://www.watson.ch/!542056873

      (ZHAW-Studie ist im Artikel verlinkt)
    • @schurt3r 01.05.2020 13:24
      Highlight Highlight Die Umfrage ist jetzt drin 👍
  • Alteresel 01.05.2020 10:36
    Highlight Highlight Mir fehlen die technischen Kenntnisse zur Beurteilung. Aber ich habe immerhin noch so viel Vertrauen, dass ich unseren Behörden glaube, dass die App kein big brother ist. Wichtig ist mir, dass ich bald wieder ein mehr oder weniger normales Leben leben kann. Das bedingt, dass ich mich wieder unter Menschen bewegen kann. Und das wiederum bedingt, dass ich mich bestmöglich schützen kann. Eine Tracing-App ist dabei ein wichtiger Bestandteil. Ich werde sie auf jeden Fall nutzen.
    • Scenario 01.05.2020 12:32
      Highlight Highlight @alteresel
      Genau aus diesem Grund war es so wichtig, dass sich die Schweiz für das DP-3T-Protokoll entschieden hat. So musst du dir keine Gedanken darüber machen, ob du dem Staat vertrauen kannst oder nicht. Beim zentralen Ansatz würde die Sache schon anders aussehen.
    • soulpower 01.05.2020 13:14
      Highlight Highlight denke auch dass wir unsern Behörden nun bei dem Exit aus diesem Lockdown unbedingt helfen sollten. Vermehrt Masken tragen, weiterhin Abstand und Händewaschen...und wenn möglich und erwünscht, ein von Schweizer Behörden empfolenes und in der Schweizer entwickeltes App nutzen. Alles immer noch noch besser als ein Lockdown für ewig..
    • sowhat 01.05.2020 13:15
      Highlight Highlight Mir fehlen die auch. Genau darum bin ich dankbar für so einen Artikel.
      Weil ich Behörden allein genau das nicht glauben würde.
  • McStem 01.05.2020 10:30
    Highlight Highlight Gibt es eigentlich schon Äusserungen zur aktuellen Version bzgl. des Datenschutzes und der Sicherheit von unabhängigen Experten wie z.B. dem CCC?
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