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Zerschlagener Kinderporno-Ring: 42 Verhaftungen in der Schweiz



epa04132260 Handout image of a sanitized (blurred by officials prior to release) screen grab of the child pornography website on the Darknet's Onion Router, or Tor, network released by the US Immigration and Customs Enforcement following the announcement of a large global Child Porn ring bust resulting from 'Operation Roundtable' in Washington, DC, USA, 19 March 2014. The child exploitation enterprise was dismantled by the US Department of Homeland Security Investigations and the US Postal Inspection Service. The name of the website is not released for operational reasons in this ongoing investigation. US authorities have dismantled an internet child pornography ring involving up to 27,000 members internationally, an official said late Tuesday. Fourteen men were arrested and charged with child exploitation offences over a website operating on the darknet, or hidden part of the internet, Secretary of Homeland Security Jeh Johnson said. The web administrator and alleged leader was a 27-year-old arrested in the US state of Louisiana in June, who faces 20 years in prison. The website was available to members via special software, and held archives of more than 2,000 videos and many more photographs of around 250 underage children, mostly boys from the United States. Around 150 arrest warrants against suspected members in the US were issued, and another 150 in other countries.  EPA/PETER NISSEN / US IMMIGRATION AND CUSTOMS ENFORCEMENT / HANDOUT  HANDOUT EDITORIAL USE ONLY

Die Operation «Pacifier» macht dem Schrecken im Internet ein Ende. Bild: EPA/US IMMIGRATION AND CUSTOMS ENFOR

Der am Freitag bekannt gewordene weltweite Schlag gegen die Kinderporno-Szene betrifft auch die Schweiz. Laut dem Bundesamt für Polizei (Fedpol) führten Hinweise der USA hierzulande zu 42 Verhaftungen und Strafverfahren. Die Verdachtsmeldungen nehmen stark zu.

Verschiedene Nachrichtenagenturen hatten am Freitag von der Operation «Pacifier» – was so viel heisst wie «Nuggi» – mit fast 900 Verhaftungen auf der ganzen Welt berichtet. Gemäss verschiedenen Sonntagszeitungen wurden nach zahlreichen Hinweisen der US-amerikanischen Bundespolizei FBI auch die Schweizer Strafverfolgungsbehörden aktiv.

Insgesamt meldeten die USA 46 Verdachtsfälle nach Bern, sagte Fedpol-Sprecherin Cathy Maret auf Anfrage der Nachrichtenagentur SDA. Sie bestätigte damit Informationen der «SonntagsZeitung». Demnach kam es in der Folge in der Schweiz zu 42 Verhaftungen und Strafverfahren – involviert waren nebst dem Fedpol 14 städtische und kantonale Polizeikorps.

Mutmasslicher Serientäter überführt

Grösstenteils betreffen die Strafverfahren Konsumenten von Kinderpornografie. Laut Maret sind bei der Operation aber auch schwerere Sexualverbrechen aufgedeckt worden.

Beispielsweise gelang es, einen Vergewaltigungsfall, der sich vor zehn Jahren ereignet hatte, aufzuklären. Derzeit befinde sich der vom FBI enttarnte Pädophile in Schweizer Untersuchungshaft. Insgesamt werden ihm zwölf Sexualdelikte zur Last gelegt.

3000 Hinweise pro Jahr

Im Kampf gegen die Verbreitung pädophiler Internetinhalte ist die Zahl der Verdachtsmeldungen in der Schweiz generell stark gestiegen, wie Maret der SDA weiter sagte. Die bestätigte damit Meldungen in der «Zentralschweiz am Sonntag» und «Ostschweiz am Sonntag».

Die Zunahme sei auf die zahlreichen Hinweise des FBI zurückzuführen. Europol habe vergangenes Jahr rund 3000 Tipps aus den USA zu Schweizern bezüglich mutmasslicher Kinderpornografie erhalten, sagte Maret. Die Behörde leite das Material danach an die Schweiz weiter. Das Fedpol sichte die Hinweise und schicke diese darauf an die kantonalen Justizbehörden.

Schmutziges Geschäft im Darknet

Hinter den Hinweisen aus den USA stecken offenbar die amerikanischen Internetprovider, die jeglichen Datenverkehr auf verbotene Pornografie filtern. Bei verdächtigen Inhalten schlagen deren Systeme sofort Alarm, und die Anbieter erstatten Meldung.

Die Polizeioperation «Pacifier» gegen das riesige Netzwerk mit über 150'000 Nutzern lief seit zwei Jahren. Ziel war die Internetplattform Play Pen – übersetzt Laufstall – im geheimsten Teil des Internets, dem Darknet. Aus Italien stammte der entscheidende Hinweis auf die Computeradresse des Betreibers.

30 Jahre Haft für Gründer

So konnte das FBI den Administrator von Play Pen ausforschen. Er wurde Mitte Februar 2015 festgenommen. Von diesem Moment an übernahm das FBI die Kontrolle über Play Pen.

Die drei Hauptverantwortlichen von Play Pen wurden Anfang dieser Woche in den USA zu Gefängnisstrafen von bis zu 30 Jahren verurteilt, darunter der 58 Jahre alte Schöpfer der Website aus Florida. Es sei die erfolgreichste Aktion gewesen, die jemals vom FBI gegen Kriminelle geführt worden war, die die Anonymisierungs-Software Tor verwendeten.

«Andere machen weiter»

Play Pen ist nach Angaben von Europol eine der weltweit grössten Kinderporno-Plattformen. Über diese konnten Nutzer Zugang zu grossen Beständen von Kinderpornos bekommen. 370 von den rund 900 mutmasslichen Tätern seien in Europa festgenommen worden. 296 sexuell missbrauchte Kinder seien identifiziert oder gerettet worden.

«Play Pen ist geschlossen, aber andere machen weiter», sagte FBI-Special-Agent Dan Alfin. «Wir setzen unsere Bemühungen fort, so gut wir nur können», betonte er. 

«Es ist ein Katz-und-Maus-Spiel, mit der Einschränkung, dass es kein Spiel ist.»

FBI-Special-Agent Dan Alfin

Weltweiter Kinderporno-Ring

Es ist der grösste Fall in einer Reihe von jüngst bekannt gewordenen Ermittlungserfolgen gegen die Kinderporno-Szene. Erst vor zwei Wochen hatten Europol und Interpol gemeinsam die Festnahme von 38 Personen gemeldet.

Sie hatten über den Messenger-Dienst WhatsApp kinderpornografische Bilder ausgetauscht. In den Monaten zuvor waren Fälle in Norwegen und Spanien bekanntgeworden.

(sda/dpa/afp)

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Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
16Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • zialo 07.05.2017 20:08
    Highlight Highlight Die Schweizer scheint im Darknet ganz vorne mit dabei zu sein. Bei 42 von 370 in Europa festgenommenen Pädophilen, ist jeder neunte von hier. Trauriger Rekord!
  • teufelchen7 07.05.2017 16:08
    Highlight Highlight äh... ich verstehe die blitzer hier nicht... kinderpornografie ist ein grosses verbrechen! auch das konsumieren!! für irgendwelche triebe sollte kein wesen, geschweige den kinder leiden müssen!!!
  • Imfall 07.05.2017 15:00
    Highlight Highlight trauriges sc*****pack

    • Imfall 07.05.2017 16:01
      Highlight Highlight pro kinderporno oder was bedeuten diese blitze?
    • pamayer 07.05.2017 16:32
      Highlight Highlight Wer blitzt da??
      Pädophile??


      Oder solche, die Imfalls Ausdruck etwas zu freundlich finden??
    • pamayer 08.05.2017 19:34
      Highlight Highlight Favez
      Stimmt. Sicher. Ja.
      Aber diese "ehrenwerte Tradition" weiterführen dürfen sie auf keinen Fall.
      Aber genau das machen sie. Das ist mehr als offensichtlich.

      Dort liegt der Hund begraben. Der geschlagene Hund, der zubeisst.

      Und solange sie diesen Kreislauf nähren, muss man sie verfolgen und vor Gericht stellen.
  • Zeit_Genosse 07.05.2017 14:01
    Highlight Highlight Unfassbar ist, dass es eine fast unendliche Nachfrage für den Konsum von KiPo gibt die eine Industrie anheizt und viel Leid verursacht. Jeder Konsument ist damit (Mit-)Täter.
    • atomschlaf 07.05.2017 16:10
      Highlight Highlight So widerlich die Sache auch ist, "fast unendlich" ist massiv übertrieben, wenn man diese Zahlen in Relation zur Menge aller Internet-User setzt.
  • Calvin Whatison 07.05.2017 08:21
    Highlight Highlight Rund 3000 Hinweise!!! Widerlich.
    • Dr. Zoidberg 07.05.2017 09:30
      Highlight Highlight nun, wenn man jetzt 46 schweizer wegen kipo belangt, war wohl der allergrösste teil der hinweise false positive.

      viel widerlicher finde ich, dass die provider offenbar systematisch den traffic ihrer user mitlesen und hilfspolizei spielen. und dass das offenbar keinen mehr stört. aber klar, wir denken ja an die kinder und kinderinnen. da kann man sowas wie fernmeldegeheimnis, grundrechte allgemein oder privatsphäre ja nicht ernsthaft aufrechterhalten wollen.
    • BigE 07.05.2017 13:51
      Highlight Highlight Die 42 Verhaftungen sind im Zusammenhang mit dieser Grossaktion. Was aus den 3000 Hinweisen wurde, steht da nicht.
    • Charlie Brown 07.05.2017 14:51
      Highlight Highlight 3000 Hinweise sind nicht 3000 Täter. Insofern ist dein Rückschluss prinzipiell schon mal sehr zweifelhaft.
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