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Diese Drohnenbilder beweisen auf einen Blick, dass Rassen in Südafrika immer noch total getrennt sind

06.09.2016, 09:4307.09.2016, 13:04

Vusimuzi/Mooifontein Cemetery, Johannesburg

bild: johnny miller

Zwischen 1990 und 1994 hat Südafrika die Apartheid und die Diskriminierung der Schwarzen überwunden. Eigentlich. 

Doch dass in dem Land Schwarze und Weisse nach wie vor in ganz verschiedenen Welten leben, zeigt ein Projekt des Fotografen Johnny Miller: Für seine Unequal Scenes hat der Südafrikaner bloss eine Drohne aufsteigen lassen, deren Luftbilder deutlich zeigen, wo die einen und wo die anderen leben.

Hout Bay/Imizamo Yethu, Kapstadt

bild: Johnny Miller

Ob in Johannesburg, Durban oder Kapstadt: Das Schema ist immer dasselbe. In dem einen Gebiet stehen kleine Häuser dicht gedrängt an staubigen Strassen. Es folgt eine Art «Todesstreifen» wie zwischen der Grenze DDR-BRD – mit Strassen, Schienen oder einer Kanalisation, die die Stadtviertel voneinander trennen. Dahinter dann das Quartier, in dem es sich leben lässt: mit jeder Menge Grün, mit Einfamilienhäusern und Autos, die vor diesen parkieren.

Kya Sands/Bloubosrand, Johannesburg

bild: johnny miller

«Wenn man aus einer Höhe von ein paar hundert Metern fotografiert, tauchen unglaubliche Bilder der Ungleichheit auf. Einige Viertel sind ausdrücklich mit der Teilung im Kopf gebaut worden, und einige sind mehr oder weniger organisch gewachsen», beschreibt Miller sein Projekt.

Manenberg/Phola Park, Kapstadt

bild: johnny miller

Die «Todesstreifen» habe es bereits unter der Apartheid gegeben, so Miller. «Strassen, Flüsse, Brachland als ‹Pufferzone› und andere Barrieren wurden gebaut und modifiziert, um die Menschen zu trennen. 22 Jahre nach dem Ende der Apartheid existieren viele dieser Barrieren und Ungleichheiten noch.»

Vukuzenzele/Sweet Home, Kapstadt

bild: johnny miller

Freud und Leid liegen unmittelbar beieinander. «Extrem reiche Quartiere liegen oft nur wenige Meter von armseligen Verhältnissen und Bruchbuden entfernt.» Miller habe diese Ungleichheit so objektiv wie möglich dokumentieren wollen – «durch einen neuen Blick auf ein altes Problem». So will der Fotograf einen konstruktiven, friedlichen Dialog ins Rollen bringen.

Nomzamo/Lwandle, Kapstadt

bild: johnny miller

Dabei ist Miller eigentlich Amerikaner: Er wurde in Seattle geboren und zog nach Kapstadt, um Anthropologie zu studieren, berichtet CNN. Als der Mann seine Drohne steigen liess, wollte er ursprünglich nur ein Andenken mitnehmen. Dann entdeckte er die Apartheid im Stadtbild Südafrikas. 

Golfplatz Papwa Sewgolum, Durban

bild: johnny miller

Die Reaktionen auf das erste solcher Fotos auf Facebook waren «sehr negativ»: Nicht nur Südafrika habe solche Probleme, argumentierten die Kritiker. Doch heute verlaufe die Diskussion offener. «Viele sagen mir, sie hätten nicht bemerkt, dass sich so wenig seit 1994 geändert hat, bis sie diese Fotos gesehen haben.»

Sandton/Alexandra, Johannesburg

bild: johnny miller

Im Video zeigt sich die Teilung des Landes auch sehr eindrücklich:

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Du willst nur das Beste? Voilà:

Den schwarzen Elvis hat Johnny Miller auf seinem Instagram-Account veröffentlicht.

(phi, via BusinessInsider)

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69 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Umbulubumbulu
06.09.2016 10:22registriert März 2014
Danke für den Artikel, zwei Kritikpunkte meinerseits.

Der Artikel suggeriert in den schönen Häusern wohnen keine Farbigen sondern nur Weisse. Ergo leben in den Slums nur Farbige. Persölich glaube ich das letzteres sicher zutrifft, ersteres aber nicht. Es ist ja schliesslich eine Luftaufnahme und zeigt lediglich eine Schnittstelle zweier Siedlungsstrukturen. Der korrekte Schluss wäre somit eine Trennung entlang sozialer Gruppen. Siehe Mexico, Caracas, etc.

Ist es möglich das man die Bezeichnung "Rasse" im Jahr 2016 endlich abschafft, sie ist schlicht falsch, ethnische Gruppe wäre korrekt.
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Prinz Rosenherz
06.09.2016 12:16registriert Juli 2015
Das ist eine ganz dumme Ueberschrift. Die Aussage:

Diese Drohnenbilder beweisen auf einen Blick, dass Rassen in Südafrika immer noch total getrennt sind

ist falsch.

Sie beweist nur, das es ärmere und reichere Leute gibt. Sonst gar nichts.
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Mehmed
06.09.2016 11:50registriert Januar 2016
Ist wahrscheinlich angemessener, von Klassen anstatt von Rassen zu sprechen.
Auch wenn dann das Problem peinlicherweise sofort keins mehr ist, weil Classism, Favelas und Armut in unserer kapitalistischen Gesellschaft politisch korrekt und akzeptiert sind.
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