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Brutaler Angriff in Belgien: Geiselnehmer tötet Polizisten mit deren Dienstwaffe



epa06770676 Police cars at the scene following a shooting in Liege, Belgium, 29 May 2018. According to media reports, a gunman was shot dead by anti-terrorist police after reportedly killing two police officers and a passerby and injuring two others in the center of the Belgian city of Liege on 29 May. During a shootout the man was said to have entered a high school where he took hostage a female cleaner before being shot by the police. Authorities are investigating the incident and terrorism was not ruled out as a possible motive.  EPA/MICHEL TONNEAU

Bild: EPA/EPA

Belgien ist am Dienstag einmal mehr von einem brutalen Angriff auf Polizeibeamte erschüttert worden. Ein Mann griff am Vormittag in Lüttich zwei Polizistinnen mit einem Messer an, entwendete deren Dienstwaffen und erschoss sie sowie einen jungen Mann, wie die Staatsanwaltschaft mitteilte.

Danach nahm der Angreifer eine Geisel, bevor er von Spezialeinheiten getötet wurde. Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen des «Verdachts auf eine terroristische Straftat».

Die Gewalttat ereignete sich gegen 10.30 Uhr im Zentrum der nahe der Grenze zu Deutschland gelegenen Stadt. Laut Staatsanwalt Philippe Dulieu griff der Mann die städtischen Polizeibeamtinnen hinterrücks mit einem Messer an, verletzte sie und tötete sie mit ihren eigenen Dienstwaffen. «Dann eröffnete er das Feuer auf ein geparktes Auto und tötete einen 22-jährigen Mann auf dem Beifahrersitz», sagte Dulieu.

Geiselnahme in einer Schule

Der Angreifer flüchtete in eine Schule, wo er eine Angestellte der Schule kurzzeitig als Geisel nahm. Als eine Spezialeinheit der Polizei anrückte, «verliess er das Gebäude eröffnete das Feuer auf die Beamten und verletzte einige von ihnen, bevor er erschossen wurde», sagte Dulieu. Die Geisel wurde nicht verletzt.

Der Ort des Geschehens in der Lütticher Innenstadt wurde weiträumig abgesperrt. Die Schüler der Bildungseinrichtung seien von den Ereignissen nicht direkt betroffen gewesen und umgehend evakuiert worden, sagte die Mutter eines siebenjährigen Kindes der Nachrichtenagentur AFP. Die Schule bleibt Mittwoch zunächst geschlossen.

Das Motiv des Angreifers blieb zunächst unklar. Ein von AFP kontaktierter Sprecher der Staatsanwaltschaft Lüttich konnte Presseberichte nicht bestätigen, denen zufolge er während des Angriffs «Allahu Akbar» (Gott ist gross) gerufen haben soll. Ein anderer Sprecher sagte, es gebe «Elemente, die in die Richtung einer terroristischen Straftat gehen».

Tags zuvor aus Haft entlassen

Nach Informationen des öffentlich-rechtlichen Fernsehsenders RTBF war der Angreifer erst tags zuvor aus der Haft entlassen worden. Der 1982 geborene Mann, sei der Polizei als kriminell und gewaltbereit, jedoch nicht als «radikalisiert» bekannt gewesen, berichtete der Sender. Nach mehreren Gefängnisstrafen soll er zur Vorbereitung auf seine Resozialisierung aus dem Gefängnis entlassen worden sein.

epa06770676 Police cars at the scene following a shooting in Liege, Belgium, 29 May 2018. According to media reports, a gunman was shot dead by anti-terrorist police after reportedly killing two police officers and a passerby and injuring two others in the center of the Belgian city of Liege on 29 May. During a shootout the man was said to have entered a high school where he took hostage a female cleaner before being shot by the police. Authorities are investigating the incident and terrorism was not ruled out as a possible motive.  EPA/MICHEL TONNEAU

Bild: EPA/EPA

Der belgische Premierminister Charles Michel bezeichnete den Angriff als «feige und blinde Gewalt». «Unsere Gedanken sind bei den Opfern dieser abscheulichen Tat in Lüttich», erklärte der belgische Innenminister, Jan Jambon, im Kurzbotschaftendienst Twitter. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron verurteilte die «schreckliche Attacke» von Lüttich. Er sicherte den Belgiern die Solidarität der Franzosen zu.

Seit 2016 ist Belgien Schauplatz mehrerer Angriffe auf Militär- oder Polizeibeamte geworden. Der letzte als «terroristisch» eingestufte Anschlag ereignete sich am 25. August 2017, als ein 30-jähriger Mann Soldaten im Zentrum von Brüssel mit einem Messer angriff.

Am 22. Januar hatte Belgien nach drei Jahren die Terrorwarnstufe gesenkt. Der belgische Antiterror-Stab Ocam beschloss am Dienstag, die Alarmstufe zwei beizubehalten, was einer «unwahrscheinlichen» Bedrohung entspricht. (sda/afp)

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