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Sechs Schweizer sterben in Schweden – schon zahlreiche Unfälle in der «Kurve des Todes»



Sie wollten Nordlichter sehen – und fanden den Tod: Auf einer Landstrasse im Norden Schwedens sind in der Nacht auf Samstag sechs Schweizer ums Leben gekommen. Ihr Kleinbus war frontal mit einem Lastwagen zusammengestossen. Ein weiterer Schweizer hat den Unfall überlebt.

Kiruna Schweden Auf einer Fahrt auf einer Landstrasse im Norden Schwedens sind am 11. Januar 2019 sechs Schweizer ums Leben gekommen. Ihr Kleinbus war frontal mit einem Lastwagen zusammengestossen. Die Umstände des Unfalls waren am Sonntag noch nicht bekannt.

Der Unfallwagen der Schweizer fuhr frontal in diesen LKW. Bild: zvg

Der Unfall ereignete sich in einer Kurve der Strasse 395 nahe beim Dorf Masungsbyn. Es war nicht der erste Unfall an der Stelle: Gemäss dem staatlichen Radiosender P4 Norrbotten haben sich an derselben Stelle seit letztem Sommer bereits fünf schwere Unfälle ereignet. 

Gegenüber der Schwedischen Tageszeitung «Aftonbladet» bezeichnen Anwohner den Abschnitt gar als «Kurve des Todes». Im Radiosender kritisiert Göran Lantto, ein Anwohner, die Streckenführung, wie die «Aargauer Zeitung» schreibt: «Mit sehr guten Pneus und als sehr guter Fahrer kommst du mit höchstens 70 Stundenkilometern durch diese Kurve, aber niemals mit den beschilderten 90 Kilometern pro Stunde.» Nur wenige Stunden vor dem schweren Unfall war es an der gleichen Stelle bereits zu einem kleineren Vorfall gekommen.  

Der Ort des Unfalls: Masungsbyn

Der Strassenverlauf ziehe die Fahrenden auf die entgegengesetzte Fahrbahn, so Lantto weiter: «Ist das Fahrzeug falsch beladen, fährt man zu schnell oder mit schlechten Reifen, dann kann es gefährlich werden.» Der 55-jährige zieht im Interview mit dem Radiosender denn auch eine Verbindung zwischen den Unfällen und der Konstruktion der Kurve.

Bereits im Dezember hatte die jetzt in den Unfall involvierte Erztransportsfirma einen Todesfall zu beklagen: Ein Chauffeur war ums Leben gekommen, als sich sein Transporter überschlug.

Gegenüber dem Radiosender bestreitet der CEO der Transportfirma jedoch einen Zusammenhang zwischen dem Unglück und vorangegangenen Zwischenfällen, in die seine LKW involviert waren. Der Unfallort liegt oberhalb des nördlichen Polarkreises. In den umliegenden Minen wird Eisenerz von hoher Qualität gewonnen.

Keine Rennabsage in Adelboden

Fünf der sechs Todesopfer stammen aus der Berner Oberländer Gemeinde Adelboden, in der am Wochenende Weltcup-Skirennen stattfanden.

Die Veranstalter reagierten mit einer Schweigeminute an der Medaillenfeier auf die traurige Nachricht aus Schweden. Die Festivitäten nach den Rennen wurden abgesagt. Eine Absage der Rennen wurde ebenfalls diskutiert, jedoch verworfen, wie OK-Chef Peter Willen gegenüber dem «Blick» sagt: «Die Informationen kamen immer nur bruchstückhaft, lange hatten wir keine klaren Fakten und wussten über das Ausmass dieses Dramas nicht Bescheid.»

Es sei eine beispiellose Tragödie für die betroffenen Familien und für Adelboden», so Willen weiter. «Aber sie hat ja mit dem Anlass direkt nichts zu tun. Wäre jemandem mit einer Rennabsage oder einem Abbruch des Rennens geholfen?» (mlu/sda)

So kämpfen die Österreicher gegen die Schneemassen

Video: srf

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