International
Brasilien

Brasiliens Ex-Präsident Lula soll angeklagt werden

Brasiliens Ex-Präsident Lula soll angeklagt werden

10.03.2016, 01:3110.03.2016, 06:29
Brasiliens Ex-Präsident Lula da Silva droht eine Anklage unter anderem wegen Geldwäscherei .
Brasiliens Ex-Präsident Lula da Silva droht eine Anklage unter anderem wegen Geldwäscherei .
Bild: ADRIANO MACHADO/REUTERS

Die Staatsanwaltschaft von São Paulo will den früheren Präsidenten Brasiliens, Luiz Inacio Lula da Silva, unter anderem wegen Geldwäscherei anklagen. Die Ermittler übersandten der Justiz am Mittwochabend ein entsprechendes Gesuch.

Dabei geht es um ein umstrittenes dreistöckiges Apartment in Guaruja an der Atlantikküste – die Ermittler vermuten, dass Lula die Immobilie als Gegenleistung für Hilfe bei Auftragsvergaben erhalten haben könnte.

Brasilien

Der frühere Staatschef (2003-2011) bestreitet die Vorwürfe. Am Freitag war sein Haus in São Bernardo do Campo durchsucht worden, Lula wurde zum Verhör mitgenommen.

Seit 2014 ermittelt die Justiz in einem riesigen Korruptionsskandal um Schmiergeldzahlungen bei Auftragsvergaben des grössten Unternehmens des Landes, des Ölkonzerns Petrobras. Es laufen mehrere Ermittlungen gegen Lula, die auch seine Nachfolgerin Dilma Rousseff unter Druck bringen. Die amtierende Präsidentin gehört ebenfalls der seit 2003 regierenden Arbeiterpartei an.

Für Sonntag sind Grossdemonstrationen für ihre Absetzung angekündigt. Gerüchte, dass sie Lula zum Minister machen könnte, um ihn besser vor einem Prozess zu schützen, liess der 70-Jährige dementieren. (wst/sda/dpa)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Nach Vucic-Abwahl: Serbiens Justiz entblockt Polit-Fälle
Drei Tage nach dem Sturz des Langzeitherrschers Aleksandar Vucic infolge der Parlamentswahl am Sonntag rollt die serbische Staatsanwaltschaft Medienberichten zufolge bislang politisch blockierte Fälle von grösstem öffentlichen Interesse auf.
Nach Informationen der Tageszeitung «Danas» handelt es sich dabei auch um die im Sand verlaufenen Ermittlungen zum Einsturz des Bahnhofsvordachs in der nordserbischen Stadt Novi Sad, bei dem am 1. November 2024 16 Menschen ums Leben kamen.
Zur Story