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Polizeiwagen bringen die Verdächtigen zur Einvernahme. 
Polizeiwagen bringen die Verdächtigen zur Einvernahme. Bild: EPA/EPA

Rechte Terrorzelle «Revolution Chemnitz» plante Anschläge am 3. Oktober

Die Polizei hat eine Attacke von Rechtsterroristen vereitelt. Die Extremisten wollten am Tag der Deutschen Einheit zuschlagen. 
01.10.2018, 21:29

In Deutschland hat die Polizei hat eine Gruppe von mutmasslichen Rechtsterroristen aus Chemnitz ausgehoben, die am der Tag der Deutschen Einheit einen Anschlag geplant haben soll. Am Montag liess der Generalbundesanwalt sieben Männer festnehmen, die eine rechtsterroristische Vereinigung gegründet haben sollen.Ein achter Mann, der mutmassliche Anführer Christian K., sass bereits in Untersuchungshaft.

Bewaffnete Angriffe auf Ausländer geplant

Die Gruppe namens «Revolution Chemnitz» habe am 3. Oktober zur Tat schreiten wollen, wie die Bundesanwaltschaft in Karlsruhe mitteilte. Die Mitglieder sollen bewaffnete Angriffe auf Ausländer, Politiker und Journalisten ins Auge gefasst haben. Die Männer wollten demnach mit Gewalt gegen den Rechtsstaat kämpfen und hatten sich auch um halbautomatische Schusswaffen bemüht.

 «Revolution Chemnitz» wollte nach einem Bericht der «Süddeutschen Zeitung» mehr Terror verbreiten als der Nationalsozialistische Untergrund (NSU).

Rechtsextreme in Chemnitz bedrohen Journalisten

Video: watson/felix huesmann, lia haubner, marius notter

Bei der Durchsuchung ihrer Wohnungen wurden demnach Schlagstöcke, aber keine Schusswaffen gefunden. Die NSU-Terrorzelle aus Sachsen hatte neun Gewerbetreibende türkischer und griechischer Herkunft getötet sowie eine Polizistin ermordet.

Terroristen bezeichneten sich als «Bürgerwehr»

Spätestens am 11. September soll sich die Gruppe formiert haben. Drei Tage später gab es in Chemnitz einen Angriff auf Ausländer - den der Generalbundesanwalt jetzt als «Probelauf» für die Pläne der Gruppe am Tag der Deutschen Einheit einstuft.

Rechtsextreme demonstrierten in Chemnitz. 
Rechtsextreme demonstrierten in Chemnitz. Bild: EPA/EPA

15 Verdächtige, die sich Zeugenaussagen zufolge als «Bürgerwehr» bezeichneten, hatten nach einer Kundgebung der rechtspopulistischen Bewegung Pro Chemnitz Iraner und Pakistaner angegriffen. Bewaffnet mit Glasflaschen, Quarzhandschuhen und einem Elektroschocker mischten in dieser Gruppe den Ermittlungen zufolge Christian K. und weitere der jetzt Beschuldigten mit.

Nach bisherigen Erkenntnissen gehören die Beschuldigten der Hooligan-, Skinhead- und Neonazi-Szene im Raum Chemnitz an und sollen sich als führende Personen in der rechtsextremistischen Szene Sachsens verstanden haben.

So reagiert die Politik

  • Der deutsche Innenminister Horst Seehofer (CSU) warnte vor einer generell unverändert hohen Terrorgefahr. Zugleich begrüsste er die Festnahmen. «Das ist die Realisierung unseres Grundsatzes »Null Toleranz gegenüber Rechtsradikalen und Rechtsextremisten.
  • Bundesjustizministerin Katarina Barley (SPD) sagte den Zeitungen der Funke-Mediengruppe: «Von rechtem Terror geht reale und große Gefahr aus.» Hooligans, Skinheads und Neonazis schlössen sich zu gefährlichen Gruppen zusammen, um mit schweren Gewalttaten Angst und Hass zu verbreiten.
  • Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) kündigte einmal mehr entschlossenes Handeln an. «Wir müssen mit aller Härte gegen die Menschen vorgehen, die sich nicht an unsere Rechtsordnung halten – die gegen Menschen aus dem Ausland, gegen Andersgläubige vorgehen», erklärte Kretschmer

Demonstrationen im Chemnitz 1.9.2018

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Demonstrationen in Chemnitz 1.9.2018
quelle: dpa-zentralbild / ralf hirschberger
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(sda/dpa)

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