International
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Polizisten und Zeugen stehen am 30.07.2017 vor dem Club Grey in Konstanz (Baden-Wuerttemberg). Bei Schuessen in dieser Diskothek sind mehrere Menschen verletzt worden. (KEYSTONE/DPA/Felix Kaestle)

Der Tatort: Polizisten und Zeugen stehen vor dem Club Grey in Konstanz. Bild: DPA

Familienstreit führte zu Drama in Konstanz: Schütze kam mit Sturmgewehr zurück

Der Auslöser für die Schiesserei in Konstanz in der Nacht auf Sonntag war ein Familienstreit: Der mutmassliche Täter feuerte mit einem Sturmgewehr vor der Diskothek seines Schwiegervaters – der Türsteher kam dabei ums Leben.



Tragisches Ende einer Partynacht: Mit einem Sturmgewehr wie es US-Streitkräfte benutzen hat ein vorbestrafter Mann in einer Diskothek in Konstanz um sich geschossen. Ein Türsteher starb, vier Menschen wurden schwer verletzt, darunter ein Polizist.

epa06117065 Police officers stand at the door of the night club 'Grey' in Konstanz, Germany, 30 July 2017. According to a police report a 34-year-old man shot at several people inside the club in the early morning. One victim was killed, tree were heavily injured. While leaving the club the shooter was gunned down by police, one police officer was hit by a bullet but is not in danger to life. The suspect died later in hospital.  EPA/OLIVER HANSER

Die Ermittler schliessen ein islamistisch motiviertes Verbrechen aus, wie Baden-Württembergs Innenstaatssekretär Martin Jäger sagte. Bild: EPA/EPA

Nach einem Schusswechsel mit der Polizei starb ausserdem der 34 Jahre alte Angreifer. Bei ihm handelt es sich um einen anerkannten Asylbewerber irakisch-kurdischer Herkunft, der als Kind 1991 nach Deutschland gekommen war. Das teilte der Leitende Oberstaatsanwalt Johannes-Georg Roth am Sonntag in Konstanz mit.

Baden-Württembergs Innenstaatssekretär Martin Jäger betonte, es handle sich um kein islamistisch motiviertes Verbrechen. Im Gegenteil: Laut der Polizei seien die tödlichen Schüsse auf das persönliche Umfeld des Täters zurückzuführen. Sie spricht von einer Beziehungstat, beziehungsweise von einem Familienstreit, da der Besitzer der Disco der Schwiegervater des Täters war.

Die Staatsanwaltschaft berichtete, es habe Streit vor der Diskothek gegeben. Der 34-Jährige sei daraufhin nach Hause gefahren, habe die Kriegswaffe geholt und sei damit zu dem Club zurückgekehrt. Der Mann habe als Einzeltäter gehandelt.

Täter war der Polizei bekannt

Nach Angaben des Experten Andreas Stenger vom Landeskriminalamt nutzte der Mann eine US-Kriegswaffe vom Typ M16. Das Sturmgewehr sei die Standardwaffe der US-Streitkräfte. Woher der Mann die Waffe hatte, war zunächst unklar.

Der irakisch-kurdische Tatverdächtige wohnte den Angaben zufolge bereits seit über 15 Jahren im Landkreis Konstanz. Er sei aufgrund verschiedener Delikte bei der Polizei bekannt gewesen. Der Schütze war vorbestraft, er war der Polizei unter anderem wegen gefährlicher Körperverletzung und wegen Drogendelikten bekannt.

Der Täter schoss gegen 4.30 Uhr am Sonntagmorgen an dem in einem Konstanzer Industriegebiet gelegenen «Grey Club» um sich. Er war wohl nicht im Innern der Disco.

Zu den Schüssen kam es nach Angaben der Ermittler vor allem im Eingangsbereich des Clubs. Der 34-Jährige sei dann wenig später bei einem Schusswechsel mit Polizeibeamten lebensgefährlich verletzt worden. Er erlag in einem Spital seinen Verletzungen. Auch ein Polizist erlitt eine Schussverletzung. Er befand sich jedoch nicht in Lebensgefahr.

Zwei Polizisten in weissen Schutzanzuegen nehmen am 30.07.2017 die Spurensicherung vor dem Club Grey in Konstanz (Baden-Wuerttemberg) auf. Durch die Schuesse in der Diskothek ist ein Mensch ums Leben gekommen, der mutmassliche Taeter starb wenig spaeter ebenfalls nach einem Schusswechsel mit der Polizei. (KEYSTONE/DPA/Felix Kaestle)

Experten der Spurensicherung waren auch Stunden später noch am Tatort und untersuchten den Club. Bild: DPA

Ein Augenzeuge hatte der Nachrichtenagentur dpa erzählt, dass ein Täter wahllos auf die Gäste geschossen habe. «Die Diskothek war rammelvoll. Ich schätze, dass mehrere Hundert Menschen da waren», sagte er.

Sowohl der Zeuge als auch die Polizei hatten mitgeteilt, dass zahlreiche Gäste nach den Schüssen das Gebäude in Panik verlassen und sich verschanzt hätten. Nach Angaben der Stadt werden mehrere Gäste psychologisch betreut.

Die Polizei war gegen 4.30 Uhr alarmiert worden und war danach mit starken Kräften an Ort und Stelle, auch Spezialkräfte waren an dem Einsatz beteiligt.

Durch ein neues Einsatzkonzept der Polizei seien so bezeichnete Erstinterventionskräfte schnell dort gewesen, sagte Polizeipräsident Ekkehard Falk. Dadurch sei wohl verhindert worden, dass mehr Menschen zu Schaden kamen.

An der Disco seien nach Eingang der Notrufe rasch elf Einsatzwagen gewesen. Nach Angaben des Experten Andreas Stenger vom Landeskriminalamt nutzte der Mann eine US-Kriegswaffe vom Typ M16. Das Sturmgewehr sei die Standardwaffe der US-Streitkräfte. Woher der Mann die Waffe hatte, war zunächst unklar.

Die süddeutsche Stadt Konstanz (Bundesland Baden-Württemberg) liegt am Bodensee an der Grenze zur Schweiz; gerade am Wochenende halten sich auch viele Schweizer in der Stadt auf. Hinweise auf Schweizer Opfer gebe es keine, teilte das Eidgenössische Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) am Sonntag auf Nachfrage der Nachrichtenagentur sda mit.

(oli/sda/dpa/afp)

Von Zürich nach Genf in in 15 Minuten

Video: srf

Wie ich nach 3 Stunden Möbelhaus von Wolke 7 plumpste

Link zum Artikel

Die Fallzahlen steigen wieder leicht an – so sieht's in deinem Kanton aus

Link zum Artikel

Der Mann, der es wagt, Trump zu widersprechen

Link zum Artikel

Magic Johnson vs. Larry Bird – ein College-Final als Beginn einer grossen Sportrivalität

Link zum Artikel

4 Gründe, weshalb die Corona-Zahlen des BAG wenig mit der Realität zu tun haben

Link zum Artikel

Wie ansteckend sind Kinder wirklich? Was die Wissenschaft bis jetzt dazu weiss

Link zum Artikel

Das iPad kriegt Radar? Darum ist der Lidar-Sensor eine kleine Revolution

Link zum Artikel

Lasst meinen Sex in Ruhe, ihr Ehe- und Kartoffel-Fanatiker!

Link zum Artikel

So lief Tag 1 nach Bekanntgabe der «ausserordentliche Lage» für die Schweiz

Link zum Artikel

Corona International: EU beschliesst Einreisestopp ++ Italien mit 345 neuen Todesopfern

Link zum Artikel

Die Schweiz befindet sich im Notstand – die 18 wichtigsten Antworten zur neuen Lage

Link zum Artikel

BAG meldet 8616 neue Fälle

Link zum Artikel

Ein Virus beendet Jonas Hillers Karriere: «Es gäbe noch viel schlimmere Szenarien»

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen
DANKE FÜR DIE ♥

Da du bis hierhin gescrollt hast, gehen wir davon aus, dass dir unser journalistisches Angebot gefällt. Wie du vielleicht weisst, haben wir uns kürzlich entschieden, bei watson keine Login-Pflicht einzuführen. Auch Bezahlschranken wird es bei uns keine geben. Wir möchten möglichst keine Hürden für den Zugang zu watson schaffen, weil wir glauben, es sollten sich in einer Demokratie alle jederzeit und einfach mit Informationen versorgen können. Falls du uns dennoch mit einem kleinen Betrag unterstützen willst, dann tu das doch hier.

Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen?

(Du wirst zu stripe.com (umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)

Oder unterstütze uns mit deinem Wunschbetrag per Banküberweisung.

Nicht mehr anzeigen

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

118 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
Die beliebtesten Kommentare
DerRaucher
30.07.2017 12:03registriert January 2016
Das beste sind die Kommentare bei Blick. Nicht wenige denken Konstanz liege in der Schweiz und holen wieder Rundumschlag gegen die Regierung aus.
24336
Melden
Zum Kommentar
foreva
30.07.2017 11:26registriert May 2016
Der Täter ist polizeibekannt und stammt aus dem Irak.
12440
Melden
Zum Kommentar
Peeta
30.07.2017 12:23registriert November 2015
Handelt es sich beim Grey um den (ehemaligen?) Dance Palace?
...bin nicht mehr so up to date.
3210
Melden
Zum Kommentar
118

Auf der Flucht: Das sind die 19 gefährlichsten Sexualverbrecher Europas

Europol hat die Suche nach 19 der gefährlichsten Sexualstraftäter Europas intensiviert. Mit Hilfe der Kampagne «Europe's Most Wanted» (Europas Meistgesuchte) sollen die flüchtigen Verbrecher gefasst werden, teilte die Polizeibehörder der EU mit. Die Gesuchten seien entweder bereits verurteilt oder dringend tatverdächtig.

Sexualverbrechen gehörten zu den schlimmsten Straftaten, erklärt Europol. «Fast alle zwei Minuten wird in der EU ein Sexualverbrechen begangen.» Sexualgewalt könne jeden …

Artikel lesen
Link zum Artikel