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Ein Channel-4-Reporter fängt Nix vor seinem Büro ab. Stunden später wird Nix suspendiert.

Gefeuerter Daten-Chef: «Habe Trump mehrfach getroffen» ++ So reagiert Facebook

Neue Enthüllungen im Skandal um die Methoden der Trump-Wahlhelfer von Cambridge Analytica. Erstmals gibt nun auch Facebook ein Statement ab. Zuckerberg schweigt aber weiter. 



Dirnen, Bestechung und Erpressungsversuche: Nach den Enthüllungen des englischen TV-Senders Channel 4 über die zwielichtigen Methoden der Datenanalyse-Firma Cambridge Analytica (CA) überschlagen sich die Ereignisse. Das Unternehmen hat CEO Alexander Nix am Dienstagabend per sofort suspendiert. Und Stunden später hat sich dann auch Facebook zum ersten Mal zu den Enthüllungen geäussert.

Die Reaktion von Facebook

Facebook hat auf den Datenskandal um die Analysefirma Cambridge Analytica mit Bedauern reagiert. Firmenchef Mark Zuckerberg und alle Verantwortlichen seien sich des Ernsts der Lage bewusst, heisst es in einer am Dienstag verbreiteten Mitteilung von Facebook.

«Das gesamte Unternehmen ist entsetzt darüber, dass wir hintergangen wurden», heisst es weiter. Facebook werde alles tun, um seine Richtlinien durchzusetzen und die Informationen der Nutzer zu schützen.

Das Weisse Haus reagierte zunächst nicht offiziell. In Medienberichten versuchten Trump-Mitarbeiter, die Verbindungen zu Cambridge Analytica kleinzureden.

Der Ex-CEO und Trump

Praktisch mit der Suspendierung von CEO-Nix strahlte Channel 4 die dritte Folge der Undercover-Reportage über Cambridge Ananlytica aus. Im Fokus ist diesmal der US-Präsident. «Ich habe Trump mehrfach getroffen», behauptet der frühere CA-Chef Nix (siehe Video unten).

Der einst umjubelte Daten-Guru Nix prahlte vor versteckter Kamera, seine Firma sei für die gesamte digitale Kampagne des Trump-Wahlkampfes verantwortlich gewesen. 

«Wir machten die gesamte Recherche, bereiteten alle Daten auf, erstellten Analysen und bestimmten die Zielgruppen der Kampagne», sagte Nix zu den Undercover-Reportern, die sich als Berater für einen Politiker aus Sri Lanka ausgaben. 

«Habe nur ein Spiel gespielt»: Nix wehrt sich vor seiner Entlassung gegen die Vorwürfe.

Dank dieser umfassenden Datensammlung sei es für Trump möglich gewesen, in drei Wackelstaaten die entscheidenden Elektorenstimmen zu holen. Und die Präsidentschaftswahlen trotz eines Rückstands von drei Millionen Wählerstimmen auf Hillary Clinton für sich zu entscheiden. «Mit unseren Daten und unserer Recherche. So hat Trump die Wahlen gewonnen», sagte Alex Tayler, leitender Datenanalyst. Pikant: Er ist inzwischen als neuer CEO eingesetzt worden. 

In einem weiteren Treffen sagte dieser, die Firma habe auch die «Crooked Hillary»Kampagne gegen Hillary Clinton umgesetzt.

Im jüngsten Channel-4-Bericht kommt die unterlegene US-Präsidentschaftskandidatin zu Wort. Clinton weist auf offene Fragen in Zusammenhang mit den Fake-News-Anzeigen bei Facebook hin, die nachweislich aus Russland kamen:

Investoren klagen gegen Facebook

In der Datenaffäre um Facebook haben US-Investoren eine erste Klage gegen den Internet-Konzern eingereicht. Die Aktionäre machten geltend, dass die Konzernführung sie über die Fähigkeiten in die Irre geführt habe, die Daten der Nutzer zu schützen.

Der Zeitung «Los Angeles Times» zufolge wird Facebook in der am Dienstag bei einem Bundesgericht in San Francisco eingereichten Beschwerde zudem vorgeworfen, die eigenen Datenschutzvorschriften verletzt zu haben.

Die Aktien des sozialen Netzwerks waren zuletzt an den Börsen eingebrochen. Zuvor war bekanntgeworden, dass Cambridge Analytica möglicherweise illegal Zugriff auf Daten von 50 Millionen Facebook-Nutzern hatte.

(dsc/amü/sda)

Frühere TV-Berichte von Channel 4 über die britisch-amerikanische Firma Cambridge Analytica:

Teil 1 (Der Whistleblower)

abspielen

Video: YouTube/Channel 4 News

Teil 2 (Undercover-Report)

abspielen

Video: YouTube/Channel 4 News

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