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Hier kannst du die Anhörung live mitverfolgen.  Video: YouTube/CBS News

Heute wird Mark Zuckerberg gegrillt – 5 Dinge, die du dazu wissen musst

Heute ab 20.15 Uhr Schweizer Zeit muss Facebook-CEO Mark Zuckerberg dem US-Kongress Red und Antwort stehen. Was du jetzt dazu wissen musst. 



Worum geht es?

Zuckerberg verantwortet sich heute Dienstag erstmals im Datenskandal von Facebook vor dem US-Kongress. Facebook hat zugegeben, dass es die Daten von nicht nur 50, sondern von bis zu 87 Millionen Nutzern «unzulässig» mit der britischen Datenanalysefirma Cambridge Analytica geteilt hat. Die Daten sollen unerlaubt für den Wahlkampf des heutigen US-Präsidenten Donald Trump ausgewertet und genutzt worden sein. 

epa06617336 Cambridge Analytica's sign at their offices in London, Britain, 21 March 2018. Britain's Information Commissioner Elizabeth Denham has applied for a warrant to search the offices of 'Cambridge Analytica', which is accused of using the personal data of 50 million Facebook members for its own campaigns during the US presidential elections in 2016 and Brexit referendum.  EPA/ANDY RAIN

Das Datenanalyse-Unternehmen Cambridge Analytica versuchte durch gesammelte Nutzerdaten auf Facebook, Wähler gezielt mit politischer Werbung zu beeinflussen.  Bild: EPA/EPA

Die Anhörung vor dem Justiz- und Handelsausschuss des Senats ist auf heute 20.15 Uhr Schweizer Zeit geplant. Sie soll mehr Licht in die Rolle Facebooks in der Affäre bringen. Zuckerberg muss auch darlegen, wie er in Zukunft die Daten der User schützen will. 

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Video: watson/Emily Engkent, Corsin Manser

Wer fühlt Zuckerberg auf den Zahn?

Antreten muss Zuckerberg vor zwei Ausschüssen des US-Kongresses. Am ersten Tag ist er im Senat, am zweiten befragt ihn das Repräsentantenhaus.

Der Facebook-CEO muss mit harscher Kritik und knallharten Fragen rechnen – und zwar von den Seiten der Demokraten als auch der Republikaner. So sagte der demokratische Senator Richard Blumenthal aus Connecticut gegenüber der Washington Post, Facebook und die gesamte Techbranche stehe vor dem Tag der Abrechnung. Blumenthal vergleicht die Situation mit der Autoindustrie in den Sechzigerjahren. Die Autohersteller ignorierten damals über Jahrzehnte die Sicherheit der Insassen und wurden darauf mit zahlreichen Gesetzen und Regulierungen bestraft. Damit müssen laut Blumenthal nun auch Techfirmen rechnen, weil sie die Datensicherheit der Nutzer missachten. 

Der Republikaner John Neely Kennedy sagte gegenüber CBS News: «Ich will nicht halb zu Tode regulieren, aber wir haben ein Problem. Ich fürchte, dass die Probleme sowohl mit dem Schutz der Privatsphäre als auch mit Propaganda zu gross für Facebook sind, um sie selbst zu lösen.» 

Was Facebook alles so zensiert

Scharf auf die Befragung ist auch der Demokrat Ed Markey, Senator von Massachusetts. Er kritisierte bereits 2010 die Datenweitergabe von Facebook an Dritte und forderte entsprechende Gesetze, die das verhindern. Er vergleicht das heutige Datenleck mit der Ölkatastrophe im Golf von Mexiko. Markey will von Zuckerberg vor allem wissen, wie er die Integrität und Sicherheit der Plattform in Zukunft sichern will. 

Welche Fragen muss Zuckerberg konkret beantworten?

Über den exakten Inhalt der Fragen lässt sich bislang nur spekulieren. In US-Medien wird das derzeit wild getan. Folgend ein kleiner Ausschnitt:

Geht es Facebook und Mark Zuckerberg jetzt an den Kragen?

Für das Unternehmen steht tatsächlich viel auf dem Spiel. Es ist die schlimmste Krise seit dem Start von Facebook vor 14 Jahren. Zuckerberg und Facebook könnten sich bald mit schärferen gesetzlichen Regulierungen konfrontiert sehen. Und diese könnten einen erheblichen finanziellen Einfluss auf das Geschäft des Online-Netzwerks haben. 

Doch nicht nur das. Zuckerberg muss auch mit einer hohen Geldstrafe rechnen. Facebook drohen laut Berichten der «Washington Post» Bussen von bis zu einer Milliarde US-Dollar. 

Wie wird sich Zuckerberg schlagen?

Der Facebook-CEO ist seit Tagen bemüht, die Situation zu entschärfen. Er hat sich bereits mehrfach öffentlich für den Datenskandal entschuldigt. «Es war mein Fehler und das tut mir leid», schrieb Zuckerberg in einer öffentlichen Stellungnahme für einen Ausschuss des US-Abgeordnetenhauses. «Ich habe Facebook gestartet, ich führe es, und ich trage die Verantwortung dafür, was hier passiert.» Der Schutz der Nutzer sei wichtiger als die Maximierung der Gewinne, versicherte er.

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In seinen ersten Interviews fühlte sich Mark Zuckerberg noch sichtlich unwohl. Ein Team von Trainern hat den Facebook-CEO unterdessen besser auf öffentliche Auftritte vorbereitet.   Video: YouTube/FableXIII

Trotz der demütigen Worte wird die Anhörung für den 33-Jährigen, der lange grosse Angst vor öffentlichen Auftritten hatte und bei seinen ersten Interviews extrem nervös und unsouverän wirkte, unangenehm werden. Das Hearing wird live übertragen und von einem Millionenpublikum am Bildschirm verfolgt werden. 

Zuckerberg wird dann seine Entschuldigungstour fortsetzen und weiter versuchen, den Skandal zu entschärfen. Ob ihm das etwas bringt? Wir werden sehen. 

Facebook überlegt Werbung auf Whatsapp zu schalten

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Video: srf

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16Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Nominator 10.04.2018 21:56
    Highlight Highlight Ich hoffe einfach, Facebook wird untergehen, zertrümmert und zerstört. Etwas Überflüssigeres gibt es nicht. Irgend so einen Messenger kann man ja leben lassen, das hat früher auch funktioniert, aber mehr nicht. Das ewige Datenschutzgerangel kostet viel zu viel Aufwand. Und die Verbrecher nutzen jede digitale Errungenschaft sofort aus. Jetzt haben sie wieder Päckli umgeleitet, die Halunken.
  • Watson=Propagandahuren 10.04.2018 21:27
    Highlight Highlight Der Tweet würde in den Artikel passen
    ----
    Edward Snowden Verifizierter Account @Snowden
    vor 17 Minuten
    Edward Snowden hat ashkan soltani retweetet
    Before you read or watch Facebook's CEO testifying today, you need to read this. He's not sorry: every activity we've seen from this company is part of the same unbroken strategy of deception.
  • Watson=Propagandahuren 10.04.2018 21:24
    Highlight Highlight Was für ein/e Farce(book)
  • Karl Marx 10.04.2018 20:44
    Highlight Highlight SNL zu Zuckerberg
    Play Icon
  • DunkelMunkel 10.04.2018 17:05
    Highlight Highlight Von wem wird er gegrillt? Mehrheitlich von Leuten, die Facebook in der Vergangenheit finanziell unterstützt hatte.

    Zuckerberg und Facebook wird nichts passieren. Selbst wenn sie eine Strafe von 1 Milliarde erhalten. Warum?

    Facebook machte schon 2016 einen Reingewinn von 10 Milliarden und das mitunter mit genau mit den Methoden der Datenausnutzung, die jetzt angeprangert werden.

    Und das traurigste: Die Leute werden diesen Skandal in ein paar Wochen vergessen haben.
  • Hugo Wottaupott 10.04.2018 17:04
    Highlight Highlight Sicher Alkoholfreie Marinade. Nicht meins.
  • N. Y. P. D. 10.04.2018 16:55
    Highlight Highlight Dass er mit Kravatte und Anzug erscheinen muss, ist für ihn sicher nicht von Vorteil. Er wird sich so nicht ganz wohl fühlen.

    Ich spekuliere mal, dass ihn die Anhörung vor dem Kongress brutal nervös machen wird. Auch weil es live übertragen wird und die halbe Kugel zuschauen wird.

    Es werden auch Fragen kommen, auf die er nicht vorbereitet ist.
  • giguu 10.04.2018 16:42
    Highlight Highlight Weiss jemand gerade, ob das auf C-Span live übertragen wird?
    • giguu 10.04.2018 17:48
      Highlight Highlight Ok, für alle, die es auch wunder nimmt:

      Youtube Streams:
      - Offizieller ABC News Stream
      - Offizieller PBS Newshour Stream
      - Offizieller NBC News Stream

      Facebook (lol) Streams:
      - C-Span 3
      - PBS Newshour

      Ich hoffe es gibt keine Ländersperren...

      @watson: Darf gerne in den Artikel übernommen werden
  • Snowy 10.04.2018 15:21
    Highlight Highlight Die Folge dieses Skandals: Der User erhält das Recht an den eigenen Daten "zurück".

    Hört sich im ersten Moment super an!
    Bei genauerem Hinsehen erkennt man, dass dies überhaupt nicht im Sinne des Konsumenten ist. Künftig müssten wir dann einfach bei jeder Online Dienstleistung/Social Media einwilligen, dass man das Recht an seinen Daten abtrete - der gesetzliche garantierte (minimale) Datenschutz würde so faktisch umgangen.

    Offensichtlich steht uns genau dies bevor:
    Play Icon
    • Die verwirrte Dame 10.04.2018 16:18
      Highlight Highlight Snowy, ich mag dich aus drei Gründen.

      1. Wegen deinem Namen
      2. Wegen deinem Profilbild
      3. Wegen deiner Kommentare
    • Pasch 10.04.2018 16:25
      Highlight Highlight Passend zum Vergleich mit der Autoindustrie: wer heute einen Unfall mit dem Auto baut und dabei nicht angeschnallt ist und sich selbst verletzt, ist schlichtweg selber schuld, auch kann sich die Versicherung quer stellen.
    • Gawayn 10.04.2018 17:25
      Highlight Highlight Bedauerlicherweise kapieren die Wenigsten, was der Datenschutz überhaupt ist und warum er so wichtig ist.

      Der lapidare Spruch:
      "Ich hab ja nichts zu verbergen, zeugt exakt von dieser landläufigen Ignoranz..."
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