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epa06625614 Information Commissioner's Office (ICO) enforcement officers are seen though a window as they search the Cambridge Analytica headquarters in London, Britain, 23 March 2018. The company is accused of using the personal data of 50 million Facebook members for its own campaigns during the US election and the Brexit referendum.  EPA/TOLGA AKMEN

Ermittlerin der Datenschutzbehörde während der Durchsuchung der Büros im Zentrum von London. Bild: EPA/EPA

Razzia bei Cambridge Analytica in London



Im Facebook-Datenskandal sind die Londoner Büros der Firma Cambridge Analytica durchsucht worden. Das Unternehmen steht unter Verdacht, Millionen US-Wähler für Donald Trump beeinflusst zu haben.

18 Mitarbeiter der britischen Datenschutzbehörde ICO begannen am Freitagabend gegen 21 Uhr mit der Durchsuchung der Büros im Zentrum von London, wie britische Medien berichteten. Eine knappe Stunde zuvor hatte ein Richter am Londoner High Court einen Durchsuchungsbeschluss ausgestellt.

The scene at a window as Information Commissioner's Office enforcement officers work inside the offices of Cambridge Analytica in central London after a High Court judge granted a search warrant, Friday March 23, 2018.  The investigation into alleged misuse of personal information continues Friday to determine whether Cambridge Analytica improperly used data from some 50 million Facebook users to target voters with ads and political messages. (Yui Mok/PA via AP)

Cambridge Analytica steht im Zentrum des Skandals um den mutmasslichen Datenmissbrauch bei Facebook. Bild: AP/PA

Die ICO begrüsste im Kurzbotschaftendienst Twitter die Entscheidung von Richter Anthony James Leonard. «Dies ist nur ein Teil einer grösseren Untersuchung über die Nutzung persönlicher Daten und Analysen für politische Zwecke», fügte die Behörde in einer Mitteilung hinzu. Es müssten Beweise gesammelt und ausgewertet werden.

Cambridge Analytica: Der Skandal einfach erklärt

Video: watson/Emily Engkent, Corsin Manser

Die Leiterin der Datenschutzbehörde, Elizabeth Denham, hatte den Durchsuchungsbeschluss beantragt, um an die Daten auf den Servern der Analysefirma zu gelangen. Nach eigenen Angaben hatte die ICO Cambridge Analytica bereits am 7. März aufgefordert, Zugang zu den Daten zu gewähren. Die Firma habe jedoch nicht «in der festgesetzten Frist» geantwortet, weshalb die Behörde den Durchsuchungsbeschluss beantragt habe. Die Begründung des Richters soll nach Angaben des Gerichts am Dienstag veröffentlicht werden.

Daten von über 50 Millionen Nutzern

Cambridge Analytica steht im Zentrum des Skandals um den mutmasslichen Datenmissbrauch bei Facebook. Das Analyseunternehmen, das auch Büros in Washington und New York hat, soll die Daten von mehr als 50 Millionen Facebook-Nutzern illegal für den Wahlkampf des heutigen US-Präsidenten Donald Trump ausgewertet und eingesetzt haben.

Die Affäre hat international zu scharfer Kritik an Facebook geführt. Facebook-Chef Mark Zuckerberg entschuldigte sich am Mittwoch und räumte «Fehler» ein. Am Donnerstag befasste sich auch der EU-Gipfel mit dem Thema und forderte von Internetunternehmen, mehr für den Schutz der Privatsphäre ihrer Nutzer zu tun.

Der Geschäftsführer von Cambridge Analytica, Alexander Nix, war nach den Enthüllungen suspendiert worden. Heimlich gedrehte Aufnahmen des britischen Senders Channel 4 hatten gezeigt, wie er unter anderem damit prahlte, den Trump-Wahlkampf beeinflusst zu haben. Die Firma bestreitet vehement, bei Facebook gesammelte Daten für die Trump-Kampagne verwendet oder für andere politische Zwecke missbraucht zu haben.

Firma kündigte eigene Untersuchung an

Am Freitag kündigte Cambridge Analytica an, selbst eine Untersuchung in Auftrag gegeben zu haben, um sicherzugehen, dass die missbräuchlich beschafften Daten nicht mehr im Besitz der Firma sind.

Firmenchef Alexander Taylor entschuldigte sich in einer Erklärung für die Verwicklung von Cambridge Analytica in den Datenskandal. Die Firma habe die Daten von einem Forschungsunternehmen bekommen, das von den meisten Auskunftgebenden «nicht die Zustimmung bekommen hatte». Cambridge Analytica habe «geglaubt, dass die Daten in Übereinstimmung mit den Nutzungsbedingungen von Facebook und den Datenschutzbestimmmungen beschafft wurden».

Auch Facebook geriet im Zusammenhang mit dem Datenskandal wohl bereits ins Visier der Behörden. Die US-Verbraucherschutzbehörde Federal Trade Commission (FTC) leitete nach Informationen der «Washington Post» eine offizielle Untersuchung gegen Facebook ein. Der Vorsitzende des britischen Parlamentsausschusses für Digitales und Medien, Damian Collins, forderte Facebook-Chef Mark Zuckerberg zudem auf, sich den Fragen der Abgeordneten zu stellen. (kün/sda/afp/dpa)

Was Facebook erlaubt – und was gelöscht wird

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Was Facebook erlaubt – und was gelöscht wird
quelle: epa/epa / ritchie b. tongo
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