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Forscher kritisieren: Hinter Europas Flüchtlingspolitik steckt vor allem Panikmache 



Vergleichsweise wenige Flüchtlinge stellen Europa vor eine Zerreissprobe, schreiben zwei Politikforscher in einem Beitrag im Fachjournal «Science». Sie kritisieren Rechtspopulismus, grundlose Ängste und eingemauerte Positionen von Sozialdemokraten sowie Konservativen und erklären, dass die Europäer Zuwanderung ohnehin bräuchten.

Weltweit gibt es 65 Millionen Flüchtlinge, von denen die allermeisten (85 Prozent) auf der Südhalbkugel in armen Ländern Zuflucht suchen, so Shalini Randeria vom Graduate Institute of International and Development Studies in Genf und Randall Hansen von der Universität Toronto (Kanada).

Stimmungsmache allenthalben

Europa sei also mitnichten im Zentrum der Flüchtlingskrise. Dennoch sei die politische und soziale Aufregung auf dem reichen Kontinenten gross wegen rund 1,25 Millionen Flüchtlingen, die 2015 in der EU Asyl gesucht haben.

Äusserst rechts angesiedelte Parteien ernteten Zustimmung mit einer Anti-Flüchtlings- und Anti-Islam-Stimmungsmache und hätten damit in manchen Ländern die höchste Unterstützung in Meinungsumfragen.

Idomeni: Was bleibt, wenn die Flüchtlinge weg sind

Mit einem liberalen, menschenfreundlichen Ansatz angesichts der Krise hätte Europa zumindest einen fairen Anteil der Flüchtlinge akzeptieren müssen, meinen sie. Aufgrund des Reichtums und der Grösse des Kontinents wären dies ein Viertel bis die Hälfte aller Flüchtlinge weltweit.

Ikonische Bilder

Schrumpfende Bevölkerung

Eigentlich sollte die alternde und schrumpfende europäische Bevölkerung zumindest junge Ankömmlinge willkommen heissen. Diese würden nämlich Engpässe im Arbeitsmarkt füllen und staatliche Pensionssysteme sichern. Stattdessen erzeugten konservative europäische Politiker und der Boulevard eine Panik und suggerierten, dass man von einer kleineren Zahl Fremder überrannt werden könnte und die nationale Identität verlöre.

Die EU solle nun dafür sorgen, dass sie ihre äusseren Grenzen dichthält, und dies auch kommunizieren. Man müsse Asylanträge schneller abwickeln und die Arbeitsmärkte besser für Flüchtlinge zugänglich machen, erklären Randeria und Hansen. Ausserdem solle man jene Länder auf der Südhalbkugel unterstützen, die tatsächlich die grösste Last der Flüchtlingskrisen tragen.

(sda/apa)

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