International
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

FIFA räumt Menschenrechtsverletzungen bei WM-Stadionbau in Russland ein

26.05.17, 19:08 26.05.17, 21:04


Die FIFA hat Menschenrechtsverletzungen beim Bau des WM-Stadions in St. Petersburg eingeräumt. FIFA-Chef Gianni Infantino bestätigte in einem Brief, dass einige nordkoreanische Arbeiter unter «oft entsetzlichen» Arbeitsbedingungen in der Arena eingesetzt wurden.

FILE - In this Saturday, April 29, 2017 file photo, FIFA President Gianni Infantino gives a press conference at the National Palace in Port-au-Prince, Haiti. An accelerated process to hand North America the 2026 World Cup is set to be approved by soccer leaders this week, with FIFA President Gianni Infantino hoping for a

Gianni Infantino räumt in einem Brief ein, dass Arbeiter unter «oft entsetzlichen» Arbeitsbedingungen eingesetzt wurden. Bild: Dieu Nalio Chery/AP/KEYSTONE

Dies geht aus einem Schreiben an die Verbandschefs von Schweden, Dänemark, Norwegen und Island, das unter anderem auf der Internetseite des Schweizerischen Radios und Fernsehens SRF aufgeschaltet ist, hervor. In dem Stadion soll 2018 der Final der Fussball-Weltmeisterschaft stattfinden.

Die nordischen Verbandspräsidenten hatten nach einem Bericht des norwegischen Magazins «Josimar» ihre Besorgnis über die Zustände gegenüber der FIFA geäussert. Gemäss der Investigativrecherche mussten die nordkoreanischen Arbeiter, die auf Befehl des heimischen Regimes nach Russland geschickt wurden, unter miserablen Bedingungen auf der Baustelle arbeiten.

Sie sollen in eisigen, überfüllten Containern geschlafen haben. Ihre Pässe seien konfisziert worden, der Grossteil ihres Lohns sei an die nordkoreanische Regierung geflossen. Ein nordkoreanischer Arbeiter soll in einem Container an einem Herzinfarkt gestorben sein. In dem Schreiben betont Infantino, dass die «FIFA die oft entsetzlichen Arbeitsbedingungen verurteilt».

Russian President Vladimir Putin, right, meets with FIFA President Gianni Infantino at the FC Krasnodar Stadium in the southern city of Krasnodar, Russia, Tuesday, May 23, 2017. (Alexei Druzhinin/Pool Photo via AP)

Infantino war vor drei Tagen noch zu Besuch bei Putin. Bild: AP/POOL SPUTNIK KREMLIN

Das Thema sei nach einem Besuch im November zur Sprache gekommen. Bei einer Inspektion im März habe es keine Hinweise mehr auf nordkoreanische Arbeiter gegeben. Im Stadion von St. Petersburg wird auch im Juni das Finale des Confederations Cup ausgetragen.

St. Petersburg ist jedoch nicht die einzige WM-Baustelle, die für negative Schlagzeilen sorgt. So sorgen die Baustellen für die Fussball-Weltmeisterschaft 2022 in Katar seit Jahren für Kritik. Laut Angaben von internationalen Gewerkschaften sollen auf den Baustellen bereits Hunderte Arbeiter gestorben sein. Für die Bauarbeiten im Hinblick auf die Fussball-WM hat Katar rund zwei Millionen ausländische Arbeitskräfte angeheuert. (sda/dpa)

Das könnte dich auch interessieren:

«Die Avocado ist keineswegs böse» – Experte räumt mit Mythen um die Teufelsfrucht auf

Simuliertes Wohnen – die Influencer-Welt ist um eine bizarre Geschäftsidee reicher

Schweizer Gerichte, die die Welt nicht versteht

So verteidigt der Vater der Selbstbestimmungs-Initiative sein «Kind»

Der Küsche, der in den Tee pisste – und andere Militärerlebnisse der watson-User

Das musst du über die von Russland finanzierten Propaganda-Kanäle Redfish und Co. wissen

Mit dem Laser gegen Jugendsünden: Tattoo-Entfernung boomt – es gibt nur ein Problem

Willkommen im Dschungel der Weltpolitik

Mann beleidigt schwarze Frau im Ryanair-Flieger rassistisch – Airline sinkt in PR-Krise

Diese Frauen haben etwas zu sagen – und der SVP wird dies nicht gefallen

Wieso, verdammt, find ich mich ein Leben lang hässlich?

«Dünne Menschen sind Arschlöcher»

Norilsk no fun? «Im Gegenteil», sagt Fotografin Elena Chernyshova

Alle Artikel anzeigen

Hol dir die App!

Brikne, 20.7.2017
Neutrale Infos, Gepfefferte Meinungen. Diese Mischung gefällt mir.

Abonniere unseren Daily Newsletter

3
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 72 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
3Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Schnuderbueb 27.05.2017 06:38
    Highlight Was interessieren mich Natur, ein paar Nord Koreaner, Nepali, Bengali, Filipinos,usw. die den Löffel abgeben! Ich als pervertierter Spassgesellschafter sehe es als ein Menschenrecht an, meinem Fetisch zu frönen, wann und wo ich das will! Es sollte für die doch eine Ehre sein für mein frivoles Leben zu sterben Punkt
    4 0 Melden
  • Fly Boy Tschoko 26.05.2017 23:50
    Highlight Toll. Die Fifa verurteilt es. Damit ist dir Sache zum Glück erledigt und allen gehts wieder gut. Danke Gianni.
    4 0 Melden
  • mein Lieber 26.05.2017 22:40
    Highlight Aber in Katar nicht, ne? *rolling eyes*
    3 0 Melden

Ein italienisches Dorf half Flüchtlingen und wurde dafür bestraft – ein Erlebnisbericht

Das kalabrische Dorf Riace galt als Vorbild für eine erfolgreiche Migrationspolitik – bis Italiens Innenminister Matteo Salvini genug hatte und den Bürgermeister verhaften liess. Erinnerungen an einen Besuch im August.

Ganz Italien schaut derzeit nach Riace, einem 2000-Seelen-Dorf inmitten der hügeligen Landschaft von Kalabrien. 20 Jahre lang nahm deren Bürgermeister Domenico Lucano Flüchtlinge auf, gab ihnen Häuser, eine Arbeit, Italienischkurse. Riace half damit nicht nur den Migranten, sondern auch sich selbst. Denn wie so viele Dörfer in Süditalien litt es an der Abwanderung ihrer Bewohner in den Norden. Mit der Ansiedlung der Flüchtlinge fand Bürgermeister Lucano neue Besitzer der verlassenen …

Artikel lesen