International
Frankreich

Nach EM und Tour de France – Hollande kündigt Ende des Ausnahmezustandes für 26. Juli an

French CRS riot police hold a position during clashes near the Eiffel Tower at the Paris fan zone during the Portugal v France EURO 2016 final soccer match in Paris, France, July 10, 2016. French poli ...
Der Ausnahmezustand war nach den islamistisch motivierten Anschlägen Mitte November verhängt worden.
Bild: PHILIPPE WOJAZER/REUTERS

Nach EM und Tour de France – Hollande kündigt Ende des Ausnahmezustandes für 26. Juli an

14.07.2016, 15:1214.07.2016, 17:00

Frankreichs Staatschef François Hollande hat bekräftigt, dass der nach den Anschlägen vom 13. November verhängte Ausnahmezustand Ende des Monats ausläuft. Die Massnahme werde nach dem 26. Juli nicht verlängert, sagte Hollande am Donnerstag.

Er habe es als notwendig erachtet, den Ausnahmezustand zu verlängern «bis zu dem Moment, an dem wir sicher sein können, dass das Gesetz uns die Mittel geben würde, die es uns erlauben, der terroristischen Bedrohung wirksam vorzubeugen», erläuterte Hollande. Damit bezog er sich auf eine Reform des Strafrechts im vergangenen Monat, die den Behörden mehr Rechte etwa bei Personenkontrollen einräumt.

«Ich möchte den Franzosen also sehr klar sagen, dass der Ausnahmezustand nicht ewig verlängert werden kann», fügte der Präsident hinzu. «Das hätte gar keinen Sinn, das würde bedeuten, dass wir keine Republik mehr wären mit einem Recht, das unter allen Umständen angewandt wird.» Frankreich werde aber weiter bedroht. «Der Feind, das ist der fundamentalistische Islamist, das ist der Fanatismus», sagte Hollande. Diesen Extremismus gebe es «in Syrien, im Irak und er hat seine Verlängerungen in Europa».

Der Ausnahmezustand in Frankreich war nach der islamistischen Anschlagserie vom 13. November mit 130 Todesopfern beschlossen und mehrfach verlängert worden. Er ermöglicht unter anderem Ausgangssperren, Wohnungsdurchsuchungen ohne richterlichen Beschluss auch in der Nacht und Hausarrest für mutmassliche Gefährder.

Anlässlich der Fussball-Europameisterschaft in Frankreich waren weitere Anschläge befürchtet worden. Das Turnier ging am Sonntag zu Ende. Ein weiteres sportliches Grossereignis, die Tour de France, läuft noch bis zum 24. Juli. (viw/sda/reu)

Paris nach den Anschlägen

1 / 15
Paris nach den Anschlägen
Knapp eine Woche nach den Anschlägen versucht Paris, zurück in den Alltag zu finden.
quelle: ap/ap / daniel ochoa de olza
Auf Facebook teilenAuf X teilen
DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Du hast uns was zu sagen?
Hast du einen relevanten Input oder hast du einen Fehler entdeckt? Du kannst uns dein Anliegen gerne via Formular übermitteln.
0 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
Iran öffnet Strasse von Hormus – Neutrale Mission geplant
Nach wochenlanger Blockade wegen des Iran-Kriegs will die Staatsführung in Teheran die Strasse von Hormus wieder für die Durchfahrt von Öltankern und Handelsschiffen öffnen. Umgekehrt wollen die USA aber ihre eigene Seeblockade aufrechterhalten, die nur für Schiffe mit Start- oder Zielhafen im Iran gilt, wie Präsident Donald Trump betonte. Auf einer Konferenz in Paris machten sich unterdessen rund 50 am Konflikt nicht beteiligte Länder unter Führung von Frankreich und Grossbritannien für eine neutrale Marine-Mission in der für den Welthandel wichtigen Meerenge nahe der iranischen Küste stark.
Zur Story