International
Geheimdienste

Trumps umstrittene Kandidatin für CIA-Spitze Gina Haspel schwört Folter ab

Trumps umstrittene Kandidatin für CIA-Spitze schwört Folter ab

09.05.2018, 18:0909.05.2018, 18:09
Gina Haspel, President Donald Trump's pick to lead the Central Intelligence Agency, listens to a question while testifying at her confirmation hearing before the Senate Intelligence Committee, on ...
Gina HaspelBild: AP/AP

Die von US-Präsident Donald Trump als neue CIA-Chefin nominierte Gina Haspel will das Verbot von Folter bei dem Auslandgeheimdienst «ohne Einschränkung» beibehalten.

Sie würde die brutalen Verhörmethoden oder andere unmoralische Handlungen nicht erlauben, selbst wenn sie zu dem Zeitpunkt wieder legal wären, sagte Haspel am Mittwoch bei einer Nominierungsanhörung im US-Senat.

Selbst falls Präsident Trump - der sich für Folter ausgesprochen hat - sie dazu auffordern würde, solche Techniken wieder bei der CIA einzuführen, würde sie sich weigern. «Ich glaube, die CIA muss ihre Aktivitäten im Einklang mit amerikanischen Werten durchführen», sagte Haspel. Die USA folgten nun einem höheren «moralischen Standard».

Waterboarding veranlasst

Die 61-Jährige soll Mike Pompeo nachfolgen, der US-Aussenminister geworden ist. Die langjährige CIA-Mitarbeiterin ist umstritten, weil sie 2002 ein US-Geheimgefängnis in Thailand geleitet haben soll.

Die Anhörung in voller Länge:

In diesem sollen Terrorverdächtige durch sogenanntes Waterboarding (simuliertes Ertränken) gefoltert worden seien. Zudem werfen Kritiker Haspel vor, sie sei später an der illegalen Zerstörung von Videos solcher Verhöre beteiligt gewesen.

Die Foltermethoden waren während der Amtszeit von Präsident George W. Bush legal, wurden aber später von Präsident Barack Obama verboten. Trump hat oft erkennen lassen, dass er die brutalen Verhörmethoden für gut hält.

Enge Ausgangslage

Haspel hatte Ende vergangener Wochen Berichten zufolge ihren Rückzug angeboten, um einer erwartbar heftigen Befragung im Senat zu entgehen und möglichen Schaden für den Ruf der CIA abzuwenden. Der Senat muss Haspel bestätigen. Sie wäre dann die erste Frau an der Spitze der CIA.

Doch im Senat könnte es eng werden, weil die Mehrheit nur bei 51 zu 49 liegt und der erkrankte Senator John McCain abwesend ist. Eine Abstimmung könnte Mitte nächster Woche stattfinden.

Vor dem Beginn der Senatsanhörung protestierten Besucher gegen Haspel. «Folter darf nicht belohnt werden», skandierten Besucher, die sogleich von Sicherheitskräften aus dem Saal geleitet wurden. (sda/dpa)

Menschenrechte sind immer noch keine Selbstverständlichkeit

Video: srf
DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Das könnte dich auch noch interessieren:
Du hast uns was zu sagen?
Hast du einen relevanten Input oder hast du einen Fehler entdeckt? Du kannst uns dein Anliegen gerne via Formular übermitteln.
2 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
2
Trump zwischen Krieg und Frieden: Was hat er mit Marines und Fallschirmjägern im Iran vor?
Ein 15-Punkte-Friedensplan soll angeblich den Krieg mit dem Iran beenden. Der Vorschlag aus Washington stösst in Teheran aber auf Ablehnung.
Trump übermittelte deshalb diese Woche gemäss Medienberichten einen Friedensplan an Teheran, der 15 Punkte umfassen soll. Das Dokument regelt angeblich, wie eine multinationale Einsatztruppe künftig den Schiffsverkehr in der aktuell blockierten Strasse von Hormus garantieren soll. Auch sieht der Plan neue Beschränkungen für das iranische Nuklearprogramm vor. Teheran soll demnach auf sämtliches angereichertes Kernmaterial verzichten.
Zur Story