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Ex-Schüler richten Blutbad in Schule bei São Paulo an – «Was war die Motivation?»



Police officers and investigators stand outside the Raul Brasil State School in Suzano, the greater Sao Paulo area, Brazil, Wednesday, March 13, 2019. The state government of Sao Paulo said two teenagers, armed with guns and wearing hoods, entered the school and began shooting at students. They then killed themselves, according to the statement. (AP Photo/Andre Penner)

Bild: AP/AP

Zwei junge Männer haben in ihrer ehemaligen Schule in Brasilien ein Blutbad angerichtet. Insgesamt kamen bei dem Amoklauf am Mittwoch zehn Menschen ums Leben.

Die vermummten Täter stürmten die Schule in der Stadt Suzano im Bundesstaat São Paulo und eröffneten das Feuer, wie die örtlichen Sicherheitsbehörden mitteilten.

Fünf Schüler im Alter zwischen 15 und 17 Jahren sowie zwei Mitarbeiterinnen wurden getötet. Bei den Tätern handelte es sich nach brasilianischen Polizeiangaben um einen 25-Jährigen und einen 17-Jährigen. Nach dem Angriff erschoss der jüngere Täter zunächst seinen Komplizen und dann sich selbst. Zuvor hatten sie bereits den Onkel eines der Täter in seiner Autowaschanlage getötet.

Die Schüler machten gerade eine Frühstückspause, als die Täter in das Gebäude eindrangen. Auf einem vom Nachrichtenportal G1 veröffentlichten Überwachungsvideo ist zu sehen, wie einer der Täter das Gebäude betritt und sofort das Feuer eröffnet. Kurz darauf kommt sein Komplize und schlägt mit einem Beil auf ein am Boden liegendes Opfer ein. Die Beamten entdeckten am Tatort später einen Revolver, eine Axt, einen Bogen, eine Armbrust, Molotow-Cocktails und eine verkabelte Tasche.

Dreitägige Trauer

A man comforts a woman at the Raul Brasil State School in Suzano, Brazil, Wednesday, March 13, 2019. The state government of Sao Paulo said two teenagers, armed with guns and wearing hoods, entered the school and began shooting at students. They then killed themselves, according to the statement. (Mauricio Sumiya/Futura Press via AP)

Bild: AP/Futura Press

«Das war die traurigste Szene, die ich in meinem ganzen Leben gesehen habe. Ich bin sehr traurig, dass sich so etwas in São Paulo, in Brasilien, ereignet hat», sagte der Gouverneur von São Paulo, João Doria, nach einem Besuch des Tatorts. «Ich bin konsterniert, geschockt.» Der Gouverneur ordnete eine dreitägige Trauerzeit in dem Bundesstaat an.

Das Motiv für die Tat war zunächst unklar. «Das ist die grosse Frage: Was war die Motivation der ehemaligen Schüler?», fragte der Minister für öffentliche Sicherheit in São Paulo, João Camilo Pires de Campos. Der jüngere Täter habe die Schule im vergangenen Jahr wegen Problemen verlassen. Ob er der Schule verwiesen wurde oder auf eigenen Wunsch ausschied, war zunächst unklar.

Informationen aus dem Internet

Nach Angaben der Polizei hatten die beiden Täter einen Pakt geschlossen. Demnach hatten sie geplant, den Angriff zu verüben und sich danach selbst zu töten. Im Internet sollen sie sich zuvor über Bluttaten an US-Schulen informiert haben. Die Ermittler prüfen nun, ob es sich bei den Tätern um eine kriminelle oder terroristische Vereinigung handelte, teilte die Staatsanwaltschaft mit.

Brasilien ist eines der am stärksten von Gewalt betroffenen Länder der Welt. Über 60'000 Menschen werden dort jedes Jahr getötet. Zuletzt hatte der neue Präsident Jair Bolsonaro das Waffenrecht gelockert, um den Kauf von Schusswaffen zu erleichtern. (aeg/sda/dpa)

Häftlinge in Sao Paulo nehmen Wärter als Geiseln

Video: srf

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43
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43Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Ninha 15.03.2019 19:53
    Highlight Highlight An alle hier die finden Bolsonaro trägt keine Mitschuld: Er fordert mehr Waffen, will die Milliz-Armee stärken, seine Rhetorik basiert auf Gewalt, Diskrimminierung und Rassismus und er findet dass nur weisse, reiche Brasilianer Recht zusteht!

    Ja - es gibt einen Zusammenhang! Auch wenn Brasilien bekannt für Gewalt ist, Amokläufe sind trotzdem sehr selten!

    Die Hemmung solcher Gewaltexzesse schwindet natürlich bei anfälligen, schwachen Menschen, wenn solche Rhetorik gelebt wird! Wer da keinen Zusammen sieht, will ihn nicht sehen!
  • Der Kritiker 13.03.2019 21:23
    Highlight Highlight Bem feito, Bolsonaro. Nun erntest Du, was Du gesät hast.
    • DerHans 14.03.2019 11:33
      Highlight Highlight In Brasilien sterben pro Stunde 6 Menschen gewaltsam und das seit Jahren schon lange bevor man den Namen Bolsonaro überhaupt mal gehört hat in der Schweiz. Sie können sich also ihr Bem feito sparen.
    • Alphonse Graf Zwickmühle 14.03.2019 12:40
      Highlight Highlight @Kritiker

      Naive und schlicht populistische Schuldzuweisungen aus der Ferne halte ich für unangebracht.
    • Ninha 14.03.2019 19:51
      Highlight Highlight @Alphonse das ist nicht populistische Schuldzuweisung, sondern Tatsache. Ja Brasilien hat viel Gewalt und eine viel zu hohe Mordrate. Aber ein Präsident der öffentlich sagt „der einzige Fehler den die Folterer (der Dikatur-Zeit) gemacht haben, war dass sie zu viel gefoltert und zuwenig getötet haben!“ trägt eine Mitberantwortung an solchen abscheulichen Taten!
    Weitere Antworten anzeigen
  • Snowy 13.03.2019 17:19
    Highlight Highlight Tja... wären bloss die Lehrer bewaffnet gewesen!!

    Miss Miller wäre zu ihrem Pult gehechtet, hätte ihr Glock im Pult gesucht, geladen, entsichert - und den (solange netterweise wartenden) Amokläufer mit einer Doublette in den Oberkörper ausgeschaltet.

    BAM. BAM. Eine amerikanische Heldin wär sie nun... Sad. Very sad.
    • Snowy 13.03.2019 18:01
      Highlight Highlight Seid ihr etwa nicht auch für bewaffnete Lehrer!!?

      Halloo!?

      Der SIcherheitsgewinn ist doch offensichtlich!!
    • Mladjo86 13.03.2019 20:11
      Highlight Highlight Also ich habe die Ironie verstanden
    • Grubinho 14.03.2019 10:53
      Highlight Highlight @Snowy
      Nur zur Info: eine Glock muss nicht extra entsichert werden, da die Sicherung im Abzugsbügel integriert ist.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Mate Barwas 13.03.2019 16:02
    Highlight Highlight Krank.
  • Juliet Bravo 13.03.2019 15:39
    Highlight Highlight Und der Präsident schreit: „Mehr Waffen für alle!“
    • Juliet Bravo 13.03.2019 18:04
      Highlight Highlight Ja Blitzer, genau dies fordert Bolsonaro. Die Bewaffnung der Bevölkerung. Und mit seiner gewalttätigen Rhetorik, die sich so ziemlich gegen jede Minderheit richtet, hat er die Stimmung aufgepeitscht. Was meint ihr dazu?
    • Zyniker haben es leichter 13.03.2019 18:25
      Highlight Highlight Wir meinen Dazu, dass der Zusammenhang nicht existiert. London verbietet übrigens gerade Messer... Ein Hoch auf Multikulti, aber der Zusammenhang existiert natürlich auch nicht...
    • Juliet Bravo 14.03.2019 00:37
      Highlight Highlight Niemand mag also antworten und diskutieren... Irgendwie gerade leider sehr sehr typisch für die Situation in Brasilien.
      Niemand will Stellung beziehen. Man hat zwar Bolsonaro gewählt, ist klar gegen die Linke aber man kann nicht dazu stehen und erklären, wieso das ganze. Ich bin so was von enttäuscht. Diese grossartige Gesellschaft. Was soll das Brasilien?
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