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Harry Leslie Smith: «Der älteste Rebell der Welt.» Video: YouTube/UNHCR Canada

Warum sich das Internet (und die reale Welt) gerade vor diesem alten Mann verneigt



Das Internet hat einen neuen Helden. Und für einmal muss man sagen: absolut zu Recht. 

Wenn man Harry Leslie Smith sieht, würde man ihn nicht unbedingt mit Social Media in Verbindung bringen. Denn der gute Herr hat schon 95 Jahre auf dem Buckel. Doch der Mann hat sich in den vergangenen Jahren eine bemerkenswerte Follower-Schar aufgebaut. Auf Twitter folgen ihm fast 250'000 Menschen. 

Wieso? Weil Smith so einiges zu erzählen hat. Der Brite überlebte die Grosse Depression und diente im Zweiten Weltkrieg in der Royal Air Force. Die Menschen, welche den Weltenbrand miterlebt haben und heute noch davon erzählen können, werden immer weniger. Und genau deswegen wurde Smith auf Twitter derart beliebt.

Anstatt sich zur Ruhe zu setzen, entschied sich Smith vor wenigen Jahren, seine Erfahrungen zu publizieren und avancierte so zu einem der glaubwürdigsten Friedensaktivisten überhaupt. Er schrieb vier Bücher. Darin schilderte er seine Zeit als armer Junge in England in der Zwischenkriegszeit und den Horror des Zweiten Weltkriegs.

Zu seiner eigenen Überraschung trafen seine Worte auf Tausende offene Ohren. Smith hasst den Krieg, unterstützt den Sozialstaat und setzt sich für eine breite Gesundheitsversorgung ein. 

In den vergangenen Jahren besuchte Smith zahlreiche Flüchtlingslager in Europa, Australien und Nordamerika. Er hätte das gerne weiterhin getan, wie er auf seiner Crowdfunding-Seite schreibt. Er wolle diese verhinderbaren Tragödien dokumentieren, welche zu einem Krieg führen könnten, wie er ihn vor 70 Jahren erlebt habe.

«Ich bin eine der letzten verbliebenen Stimmen einer Generation von Männern und Frauen, die aus den Schrecken des Zweiten Weltkriegs und dem Hunger der Weltwirtschaftskrise eine bessere Gesellschaft für unsere Kinder und Enkelkinder aufgebaut haben. Leider wird diese Welt, die meine Generation mit aufgebaut hat, durch den Neoliberalismus und die Gier der 1%, die weltweit zu Meinungsverschiedenheiten geführt hat, weggefegt.»

Harry Leslie Smith

Verlegung ins Spital

Doch nun hat sich der Gesundheitszustand des 95-Jährigen merklich verschlechtert. Am Montag wurde Smith in ein Spital im kanadischen Bundesstaat Ontario gebracht, wo er seit den 50er-Jahren lebt. Anscheinend macht das Herz Probleme. 

Sein Sohn John übernahm in der Folge den Twitter-Account und veröffentlicht seither laufend Updates.

Auf Social Media breitet sich derweil eine grosse Welle der Solidarität aus. Unter dem Hashtag #IStandWithHarry wünschen User aus aller Welt dem alten Mann das Beste.

Sogar der kanadische Premierminister Justin Trudeau bedankte sich bei Smith. Er habe nicht nur auf dieser Website, sondern auch in der realen Welt so viel Liebe und Güte  angeregt, schrieb Trudeau auf Twitter.

Wie die kommenden Tage für Smith ausgehen mögen, steht in den Sternen. Doch offenbar hat er mit sich selber Frieden gefunden.

Er habe sich immer Sorgen gemacht, dass er nichts bewirke, erzählt Harrys Sohn. Doch in den vergangenen Tagen sei ihm bewusst geworden, dass er mit seinem Engagement tatsächlich einen Einfluss hat. «Das gibt ihm viel Trost.» (cma)

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