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Chefredakteur der Süddeutschen Zeitung Wolfgang Krach während der ZDF-Sendung «Maybrit Illner». 
screenshot: zdf

«SZ»-Chefredakteur Wolfgang Krach bei ZDF: «Whistleblower fürchtet um sein Leben»

08.04.2016, 03:4108.04.2016, 06:38

Die «Süddeutsche Zeitung» wird ihre Quelle für die sogenannten Panama Papers «nahezu um jeden Preis» schützen. Dies sei eine der Bedingungen für die Übergabe der Daten an sein Blatt gewesen, sagte «SZ»-Chefredakteur Wolfgang Krach am Donnerstag in der ZDF-Sendung «Maybrit Illner». Hinzu komme, dass die Quelle in den zurückliegenden Tagen signalisiert habe, sie befinde sich in Lebensgefahr.

Krach betonte, er habe Verständnis für Politiker-Forderungen nach Herausgabe der Daten. Die Grundlage von investigativem Journalismus bleibe aber der Quellenschutz. «Wenn wir aufhören, unsere Informanten zu schützen, dann ist das das Ende des investigativen Journalismus. Dann gibt es keine Panama Papers 2», begründete Krach die Weigerung, die Unterlagen an die deutschen Behörden zu übergeben. 

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Cameron räumt Beteiligung ein

Nach den Enthüllungen der «Panama Papers» hat der britische Premierminister David Cameron eine Beteiligung an der Briefkastenfirma seines verstorbenen Vaters eingeräumt. Er habe Anteile im Wert von rund 30'000 Pfund (40'000 Franken) am Blairmore Investment Trust besessen, sagte Cameron am Donnerstag dem Fernsehsender ITV.

Er habe die 5000 Anteile aber im Januar 2010 verkauft, sagte Cameron weiter. Das war kurz vor seiner Ernennung zum Premierminister.

Brisantes Geschäft: David Cameron investierte in Offshore-Fonds seines Vaters.<br data-editable="remove">
Brisantes Geschäft: David Cameron investierte in Offshore-Fonds seines Vaters.
Bild: POOL/REUTERS

Vor zwei Tagen hatte Cameron noch mitteilen lassen, dass es sich bei den Finanzgeschäften seiner Familie um eine «private Angelegenheit» handle. Britische Medien hatten zuvor berichtet, der Investmentfonds von Camerons 2010 verstorbenem Vater habe über Jahrzehnte die Zahlung von Steuern vermieden.

Das Büro des Regierungschefs erklärte dazu am Dienstag: «Damit das klar ist – der Premierminister, seine Frau und ihre Kinder profitieren nicht von irgendwelchen Briefkastenfirmen.»

Macri weist Vorwürfe zurück

Argentiniens Staatschef Mauricio Macri hat die gegen ihn in der Affäre um Briefkastenfirmen in Panama erhobenen Vorwürfe zurückgewiesen. Er habe nichts «mit bösartiger Absicht» in einer eidesstattlichen Offenlegung seines Vermögens weggelassen.

Macri äusserte sich am Donnerstag in einer Fernsehansprache zu den Enthüllungen durch die sogenannten Panama Papers. «Ich bin ruhig. Ich habe mich an das Gesetz gehalten. Ich habe nichts zu verbergen», sagte der konservative Präsident.

Verteidigt sich gegen Vorwürfe der Opposition: Mauricio Macri.<br data-editable="remove">
Verteidigt sich gegen Vorwürfe der Opposition: Mauricio Macri.
Bild: DAVID FERNANDEZ/EPA/KEYSTONE

Am Freitag werde er einem Richter alle nötigen Informationen vorlegen, sagte Macri. Dann werde dieser sehen können, dass alles «korrekt» verlaufen sei. Macri hatte vor seiner Wahl im vergangenen Dezember versprochen, Korruption zu bekämpfen.

Macri kündigte bei der Gelegenheit an, er werde bis Ende seiner Amtszeit sein Privatvermögen einer Treuhandschaft übergeben. Der Staatschef hat in seiner letzten Steuererklärung 52 Millionen Pesos (5.3 Mio. Franken) angegeben.

Zuvor hatte der argentinische Staatsanwalt Federico Delgado mitgeteilt, dass er ein Ermittlungsverfahren gegen den Staatschef im Zusammenhang mit zwei Offshore-Firmen eingeleitet habe. Er wolle ermitteln, ob Macri «mit bösartiger Absicht» in einer eidesstattlichen Offenlegung seines Vermögens etwas weggelassen habe.

Am Mittwoch hatte ein Oppositionsabgeordneter mitgeteilt, er habe Macri wegen Steuerflucht angezeigt. Dabei geht es um eine mutmassliche Beteiligung des Präsidenten an zwei Offshore-Firmen namens Kagemusha und Fleg Trading, eine auf den Bahamas und eine in Panama. Nach Medienberichten wird Macri als Direktor der beiden Firmen geführt. (cma/sda/afp)

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