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16 Leichen und Blackbox der Tupolew-Maschine im Schwarzen Meer geborgen

27.12.2016, 07:42

Zwei Tage nach dem Flugzeugabsturz vor der russischen Schwarzmeerküste mit 92 Toten ist der Hauptflugschreiber geborgen worden. Die Blackbox der Tupolew Tu-154 des russischen Militärs sei nahe der Flugkabine unter Wasser gefunden worden, meldete die Agentur Tass am Dienstag unter Berufung auf das Verteidigungsministerium.

Der Datenrekorder sei in gutem Zustand und werde zur Auswertung in die Hauptstadt Moskau gebracht. Nach Angaben der Agentur Interfax wurden auch die zwei anderen Flugschreiber geortet, aber noch nicht geborgen.

Bergungskräfte bergen Leichen und Flugzeugteile aus dem Schwarzen Meer.
Bergungskräfte bergen Leichen und Flugzeugteile aus dem Schwarzen Meer.
Bild: YEVGENY REUTOV/EPA/KEYSTONE

Die Maschine war am Sonntag kurz nach dem Start vom Flughafen Adler bei Sotschi auf dem Flug nach Syrien abgestürzt. An Bord waren mehr als 60 Sänger und Tänzer des Alexandrow-Armeechores, die mit ihrem Leiter Waleri Chalilow ums Leben kamen. In Russland galt deshalb am Montag Staatstrauer.

Als Auswirkung auf den russischen Syrien-Einsatz legte das Verteidigungsministerium seine anderen Passagiermaschinen vom Typ Tu-154 bis zur Klärung der Unglücksursache still. Die Personentransporte zur Luftwaffenbasis Hamaimim in Syrien würden von anderen Flugzeugen übernommen. In der russischen Zivilluftfahrt fliegen die alternden Tu-154 seit einigen Jahren nicht mehr.

Keine Sprengstoffspuren

Bei den Sucharbeiten vor der Küste von Sotschi wurden seit Sonntag 16 Leichen geborgen, zu denen nach unbestätigten Angaben auch der Pilot zählt. Interfax zitierte einen nicht genannten Behördenvertreter, weder an Trümmerteilen noch an den Toten seien Spuren von Sprengstoff gefunden worden. «Deshalb gibt es derzeit nichts, worauf sich die Version eines Terroranschlags stützen könnte», sagte der Experte.

Die Ermittler gehen eher von technischem Versagen oder einem Pilotenfehler aus. Die Zeitung «Kommersant» zitierte am Dienstag einen Beobachter auf einem Grenzschutzboot nahe Adler als Augenzeugen. Er will gesehen haben, dass die Tupolew nach dem Abheben in einen Steilflug gesteuert wurde und daraufhin abstürzte. (sda/dpa)

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