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epa06520315 Myanmar President Htin Kyaw (R) and State Counselor Aung San Suu Kyi (L) smile as they pose for the group photo after the Ceremony for Signing the National Wide Ceasefire Agreement at Myanmar International Convention Center (MICC) in Naypyitaw, Myanmar, 13 February 2018. The New Mon State Party (NMSP) and Lahu Democratic Union (LDU) signed the Nationwide Ceasefire Agreement (NCA).  EPA/NYEIN CHAN NAING

Htin Kyaw und Aung San Suu Kyi.  Bild: EPA/EPA

Myanmars Präsident tritt überraschend zurück



Der Präsident von Myanmar, Htin Kyaw, hat am Mittwoch überraschend seinen Rücktritt erklärt. Der 71-Jährige war seit März 2016 Staatsoberhaupt des südostasiatischen Landes, als erster Zivilist nach mehr als einem halben Jahrhundert Militärherrschaft.

Kyaw ist ein enger Vertrauter von Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi, die wegen einer Verfassungsklausel selbst nicht Präsidentin werden kann. Die 72-Jährige führt seit zwei Jahren als «Staatsrätin» die Regierung des Landes.

Der Rücktritt wurde auf der Facebook-Seite des Präsidialamts bekanntgegeben. Zur Begründung hiess es, Kyaw wolle eine Auszeit von seiner gegenwärtigen Arbeit nehmen.

Suu Kyi kann nicht Präsidentin werden

Nach der Verfassung muss nun innerhalb von sieben Tagen vom Parlament ein Nachfolger ernannt werden. Suu Kyi selbst kann nicht Präsidentin werden, weil ihre beiden Söhne die britische Staatsbürgerschaft haben.

Die Machtverhältnisse in Myanmar sind nach dem Ende der Militärdiktatur noch nicht gefestigt. Die ehemalige Oppositionsführerin Suu Kyi steht nach dem Wahlsieg ihrer Nationalen Liga für Demokratie (NLD) an der Spitze der Regierung. In ihrem Kabinett besetzt das Militär aber mehrere Schlüsselposten wie das Innen- und das Verteidigungsressort. Zudem gewann Armeechef Min Aung Hlaing in den vergangenen Monaten erheblich an Einfluss.

Land wegen Rohingya in der Kritik

Das südostasiatische Land steht international wegen der Verfolgung von Muslimen seit Monaten massiv in der Kritik. Aus Furcht vor Gewalttaten der Armee sind etwa 700'000 Angehörige der muslimischen Minderheit der Rohingya ins Nachbarland Bangladesch geflohen.

Die Vereinten Nationen sprechen von «ethnischer Säuberung». In Myanmar ist der Grossteil der Bevölkerung buddhistischen Glaubens. In Bangladesch gibt es eine muslimische Mehrheit. (sda/dpa)

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