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Prozess-Beginn im Fall Khashoggi – 5 Todesurteile gefordert



FILE - In this Jan. 29, 2011, file photo, Saudi Arabian journalist Jamal Khashoggi speaks on his cellphone at the World Economic Forum in Davos, Switzerland. Saudi Arabia issued an unusually strong rebuke of the U.S. Senate on Monday Dec. 17, 2018, rejecting a bipartisan resolution that put the blame for the killing of Saudi journalist Jamal Khashoggi squarely on the Saudi crown prince and describing it as interference in the kingdom's affairs. (AP Photo/Virginia Mayo, File)

Der saudische Journalist wurde im Oktober von Landsmännern ermordet. Doch wer ist dafür verantwortlich? Bild: AP/AP

Drei Monate nach dem Mord an dem regierungskritischen saudischen Journalisten Jamal Khashoggi hat in Saudi-Arabien der Prozess gegen elf Verdächtige begonnen. Die Anklageschrift wurde verlesen.

Die mutmasslichen Täter seien am Donnerstag vor dem Gericht in der Hauptstadt Riad erschienen, teilte Generalstaatsanwalt Saud al-Mudschib in einer Stellungnahme mit. «Während der ersten Anhörung fragten die Verteidiger nach einer Kopie der Anklageschrift und Zeit, um auf diese zu reagieren. Dem Antrag der Verteidiger wurde stattgegeben», heisst es in der Mitteilung.

Ein Datum für die Fortsetzung der Verhandlung wurde nicht genannt. Die Staatsanwaltschaft fordert in fünf Fällen die Todesstrafe.

Die Führung Saudi-Arabiens war nach der Ermordung Khashoggis international in die Kritik geraten. Der Kolumnist der «Washington Post» war Anfang Oktober ins saudische Konsulat in Istanbul gegangen, um ein Dokument für seine Hochzeit abzuholen. Dort wurde er von einem aus Saudi-Arabien angereisten Spezialteam grausam getötet. Dies räumte Riad erst nach massivem internationalen Druck ein.

Die Chronologie des Falls Khashoggi

Kronprinz als Drahtzieher vermutet

Eine Reihe von Indizien rückte Thronfolger Mohammed bin Salman, den Sohn des Königs, in die Nähe der Tat. Medienberichten zufolge geht der US-Auslandsgeheimdienst CIA davon aus, dass er der Drahtzieher ist.

US-Präsident Donald Trump jedoch ging nicht gegen den Thronfolger vor und verwies unter anderem auf die guten wirtschaftlichen Beziehungen und Waffendeals mit Saudi-Arabien. Riad beharrt darauf, der Kronprinz habe nichts von den Mordplänen gewusst.

In this photo released by the Saudi Press Agency, Saudi Crown Prince Mohammed bin Salman, right, shakes hands with Salah Khashoggi, a son of Jamal Khashoggi, in Riyadh, Saudi Arabia, on Oct. 23, 2018. The meeting came just days after Saudi Arabia acknowledged that Jamal Khashoggi was killed at the Saudi consulate in Istanbul, Turkey, in what they claimed was a

Der saudische Kronprinz kondoliert einem Sohn Khashoggis, 23. Oktober 2018. Bild: AP/Saudi Press Agency

Nach Angaben der saudischen Generalanwaltschaft befragten die Ermittler in dem Fall auch andere Verdächtige, es wurden aber keine weiteren Details genannt. Ausserdem sei die türkische Regierung gebeten worden, Erkenntnisse zur Tat mit den Ermittlern zu teilen.

Die Generalstaatsanwaltschaft in Riad hatte im November die Anklage von elf – namentlich nicht genannten – saudischen Männern bekanntgegeben. Als Drahtzieher präsentierten sie den ehemaligen Vizechef des Geheimdienstes, Ahmed al-Asiri.

Auch der Vertraute des Thronfolgers und hochrangige Regierungsmitarbeiter Saud al-Kahtani wird beschuldigt, an der Organisation der Tat beteiligt gewesen zu sein. Er scheint den zugänglichen Informationen zufolge aber nicht Teil des Prozesses zu sein. (sda/dpa)

Politikwissenschaftlerin Manea zum Fall Khashoggi:

Fall Khashoggi: Ein Mord mit politischen Konsequenzen

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    Alle Leser-Kommentare
  • Influenzer 04.01.2019 05:38
    Highlight Highlight Bauernopfer?
  • Fabio74 03.01.2019 19:02
    Highlight Highlight 5 Bauernopfer eines faschistischen Staates. und das Business mit dem Drecksstaat läuft weiter wie gehabt.
    Heuchelei ohne Ende
  • salamandre 03.01.2019 18:25
    Highlight Highlight 5 Todesurteile gefordert... Das einzig Wichtige Fehlt!!!
  • Heinzbond 03.01.2019 17:16
    Highlight Highlight Das Schwert kann man zerschlagen, die Hand und das Hirn dahinter wird man sicher nicht anrühren...

«Für mich sieht der Fall Khashoggi sehr orchestriert aus»

Die Affäre um den ermordeten Journalisten Jamal Khashoggi beschäftigte die Welt in den letzten Wochen. Im Gespräch mit watson erzählt die Menschenrechtsaktivistin und Politikwissenschaftlerin Elham Manea ihre Einschätzung und kritisiert Saudi-Arabien scharf.

Frau Manea, die Ermordung des Journalists Khashoggi löste weltweit Empörung aus. Was war Ihre erste Reaktion?Elham Manea: Ich war überrascht, im Gegensatz zu anderen Experten.

Überrascht?Ja, die Ermordung eines Journalisten ist ein neues Ausmass, welches ich so noch nicht beobachten konnte. Es war bekannt, dass Saudi-Arabien Dissidenten entführt, aber nicht so brutal ermordet wie jetzt Khashoggi. Das ist eine neue Stufe. Ausserdem erstaunt es mich, wie er nun in den Medien dargestellt wird.

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