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15 Monate habe ich vom Schweizer Käse geträumt: Doch das Erwachen war böse.   bild: shutterstock

Nach 15 Monaten zurück in der Schweiz – 11 Dinge, ab denen ich plötzlich staunen muss



15 Monate durfte ich kreuz und quer durch Asien pendeln. In vielerlei Hinsichten eine paradiesische Erfahrung. Das Meer meist in Reichweite, göttliches Essen und vor allem: Ein Leben ohne Socken.

Für watson durfte ich die Nachtschicht machen, unser Portal für den Morgen rüsten und mit den knackigsten News füllen. Jep, Mister Trump war ein enger Begleiter auf meiner Reise. Einzige Bedingung: Ich musste mit meinem Notebook irgendwie ins Internet kommen. 

Doch Hipster-Food auf Bali, Traumstrände in Thailand und Roadtrip in Neuseeland sind jetzt passé: Seit einer Woche bin ich wieder in der Schweiz – und ich komme aus dem Staunen nicht mehr raus. Immer noch mit den Augen eines Touristen unterwegs, sind mir folgende 11 Dinge an meiner Heimat aufgefallen, die mir vorher gar nicht so bewusst waren. 

Schweizer sind Geniesser ...

Soll mal noch einer sagen, wir Schweizer seien grumpy! Stimmt überhaupt nicht ...

Kaum kommt die Sonne zum Vorschein, drängen alle an die frische Luft und zelebrieren das Leben. Die Strassencafés sind voll, und zwar bis in die späten Abendstunden. Yeah!

Ähnliches ist zum Beispiel in Tokio unvorstellbar. Dort findet alles, was Spass macht, hinter geschlossenen Türen statt. 

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Bierchen und Pingpong vor dem Strassencafé: Schweizer wissen, wie man den Sommer geniesst. bild: corsin manser

... und unglaublich freundlich

Wahrscheinlich könnte man die gesamte chinesische Mauer abschreiten und würde nicht so oft gegrüsst werden wie bei einem zehnminütigen Spaziergang am Bodensee. Ein Hoch auf unsere Grüezi-Kultur!

Apropos: Wo auf der Welt gibt es eigentlich sonst noch ein so ausgeklügeltes System an Wanderwegen? Gelbe Wegweiser an jeder Ecke, sogar mit Zeitangaben. Da kann selbst Outdoor-Mekka Neuseeland niemals mithalten. 

Überall sprudelt's

Man könnte wohl mit einem 5-dl-Fläschli von Rorschach nach Genf laufen und würde niemals dehydrieren. Gefühlt an jeder zweiten Ecke steht ein Brunnen, aus dem frisches Wasser sprudelt. Wiederauffüllen, geniessen, herrlich.

Klares Wasser

In Mumbai würde ich nicht einmal meinen kleinen Zehen ins Meer halten. Das Abwasser von über 20 Millionen Menschen fliesst dort unbehandelt in den Ozean. Der Fluss, der durch den berüchtigten Dharavi-Slum mit seinen etwa 1,2 Millionen Einwohnern fliesst, wird als Abfallhalde benutzt. Die Bewohner sagen sich: Fliegst du in diese giftige Brühe rein, bist du innerhalb von fünf Sekunden tot. 

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Bewohner von Mumbai erfreuen sich am berühmten Marine Drive an der Wucht des Meeres: Ich habe hingegen durchaus Berührungsängste mit der schmutzigen Brühe. bild: corsin Manser

Was für ein Kontrast zu Zürich! Hier stürzen sich die Bewohner freiwillig in den grössten Fluss der Stadt. Zu Tausenden. Über eine halbe Stunde sitze ich an der Limmat und sehe keine einzige PET-Flasche vorbeischwimmen. 

Autos lassen Fussgänger über die Strasse

In den meisten Ländern Asiens herrscht im Strassenverkehr knallharter Darwinismus. Versuche in Indien ja nie, in die mögliche Fahrtrichtung eines Autos zu treten. Der Fahrer wird dich solange aus seinem Revier hupen, bis du mit einem mittleren Tinitus in den Strassengraben ausweichen wirst. Auf dem Subkontinent haben Autos immer Vortritt, einfach aus dem Grund, weil sie stärker sind. 

Anders in der Schweiz: Da hat es doch tatsächlich in jedem Dorf unzählige Zebrastreifen. Und die sind nicht nur zur Dekoration da. Bei meiner ersten Strassenüberquerung begreife ich erst nach einigen Sekunden, dass der Herr im Audi extra angehalten hat, um mich über die Strasse zu lassen. Ja, spinn ich denn?!

Was für eine Ruhe!

Wenn wir schon beim Thema Strassenverkehr sind: Es ist so verdammt ruhig hier. Wahrscheinlich könnte man sich eine geschlagene Stunde ans Zürcher Bellevue stellen und würde kein einziges Auto hupen hören. Wie können so viele Verkehrsteilnehmer so wenig Lärm machen? Es wird mir die nächsten paar Tage ein Rätsel bleiben. Allerdings ein sehr angenehmes. 

Volkssport Rauchen

Jede zweite Person, die auf den Bus oder den Zug wartet, scheint hier zu rauchen. Egal, ob jung, alt, sportlich oder nicht, erstaunlich, wie viele Menschen hier am Glimmstängel ziehen. Das habe ich in Asien so nie gesehen, am ehesten noch in Indonesien.

Wir sind Multi-Kulti

In Saigon trifft man hauptsächlich auf Vietnamesen, in Tokio sieht man eigentlich nur Japaner und in Rangun werden dir vor allem Burmesen über den Weg laufen. Gewiss, es gibt in Asien einige Hotspots, die wirklich sehr international und multikulturell sind. Etwa Singapur, Kuala Lumpur oder Hong Kong.

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Ausgelassene Stimmung am Street-Food-Festival in Zürich: Von der syrischen Pizza, über die tibetische Teigtasche bis hin zum Raclette bekommst du hier alles. bild: corsin manser

Doch im Vergleich zu den meisten Städten Asiens ist die Schweiz ausserordentlich Multi-Kulti. Was war ich bei meiner ersten Tramfahrt überrascht, wie viele verschiedene Sprachen hier gesprochen werden! 

Mit grossen Noten bezahlen = möglich

Eine 100-Franken-Note hat viel Wert. So viel, dass ich fast erstarre, als ich am Bankautomaten zwei ihrer Art rauslasse. Entspannter sieht es der Mann an der Kiosk-Kasse, bei dem ich ein Wasser und Kaugummis kaufe. Eigentlich bin ich mir schon sicher, dass er nicht genügend Wechselgeld in der Kasse hat. Doch ohne mit der Wimper zu zucken, rückt er 94.50 Franken Retourgeld raus.  

Quer durch die Stadt in wenigen Minuten

Tram, Bus, Zug: Unglaublich, wie dicht unser ÖV ist. Und die Abfahrtszeiten stimmen fast immer auf die Minute. Pünktlicher sind da wohl nur noch die Japaner. Hier kannst du tatsächlich sagen, ich steige um 7:36 in diesen Bus ein und komme um exakt 8:11 Uhr am anderen Ende der Stadt an. Man, ist das bequem!

Schweizer Food ist schwere Kost

Nasi Goreng, Massaman Curry, Butter Chicken: Alles kein Problem. Nach 15 Monaten in Asien konnte ich wirklich von mir behaupten, dass ich einen Kuhmagen habe. Keine Strassenküche von Amritsar über Kuala Lumpur bis Hanoi konnte mich in die Knie zwingen.

Streetfood in Hanoi: Was genau da vor uns liegt, wissen wir nicht, Bauchschmerzen bereitet es auf jeden Fall keines.  bild: corsin manser

Mit grossem Appetit kehre ich also letzte Woche in die Schweiz zurück und schaufle alles in mich hinein, was ich die letzten Monate so vermisst habe. Käse, Cervelat, Bratwurst, Salat und nochmals Käse. Und da passiert es: Ich wache bereits am zweiten Tag in der Schweiz mit heftigen Bauchschmerzen auf. Bääm, ich bin K.o.! Der hiesige Food ist zu schwer für mich.

Aber er ist so unwiderstehlich gut, dass ich mir bereits gestern wieder ein Raclette gönnen musste. 

Passend dazu: Kanadierin Emily lästert über Fondue ab

Video: watson

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